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Schüler mit Down-Syndrom: Was wurde aus Henri, der nicht aufs Gymnasium durfte?
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Henri sollte trotz Down-Syndrom ein Gymnasium besuchen, doch die Schulleitung, Lehrer und andere Eltern in Baden-Württemberg wollten das nicht. Die Familie ging an die Öffentlichkeit. Was ist seither passiert, welche Schule besucht Henri heute?

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alettoria 10.05.2015, 11:46
10. Es sind ja,...

... wie alle Menschen, auch "Behinderte" unterschiedlich. Wenn nun also die Eltern von Henri sehen, dass es ihrem Sohn gut tut und er damit glücklicher ist, warum sollte es ihnen (bzw. Henri) verwehrt sein?! Wenn es Ihrer Tochter in einer speziellen Einrichtung besser geht, dann ist es doch gut. Aber das heisst nicht, dass es für alle gilt, Herr gefaehrlicheshalbwissen. Das ist meiner Meinung nach die Tatsache, der Sie ins Augen sehen müssen. Respekt vor den Eltern von Henri, die für sein Glück kämpfen!

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axcoatl 10.05.2015, 11:47
11. Erst nachdenken, dann kommentieren

Entgegen der Empfehlungen der bis dahin besuchten Sonderschule besucht mein Neffe auf eine 'normale' Realschule. Die extremen Defizite der Sonderschule, wo er mitnichten die beste Förderung erhalten hat, offenbarten sich erst in der 5. Klasse, so dass er diese wiederholen musste. Die Lehrer empfahlen den Weg zurück zur Sonderschule, seine 'schlechten Leistungen' würden ihn psychich zu sehr belasten. Aber nachdem die Familie und neue Lehrer mit ihm intensiver und regelmäßig gelernt haben, liegen seine Leistungen mittlerweile im Mittelfeld. In fast allen Fächern ist eine erhebliche Besserung erkennbar, und seitdem die Noten sich normalisiert haben, macht ihm Schule auch wieder Spaß. Das zeigt: mit mehr Förderung ist viel zu schaffen - es ist allerdings anspruchsvoller, anstrengender und macht mehr Arbeit. Und ein: es ist besser für ihn, das ist allzu bequem. Mir wird beim schlecht, wenn ich daran denke wie viele Kinder vorschnell abgeschrieben, und zu unrecht auf die Sonderschule geschickt wurden - möglicher besserer Zukunftschancen beraubt. Weil die Eltern dem Schulsystem vertrauen, weil sie nicht intensiver helfen können, weil die Kinder das Pech hatten weniger engagierte Lehrer zu haben. Traurig, sehr traurig.

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enric.jones1 10.05.2015, 11:49
12. Wer hat das groessere Problem?

Als Vater eines mittlerweile 23 jaehrigen Down Jungen kann ich einige Probleme der Eltern von Henry gut nachvollziehen. Am Ende hat unsere Familie gelernt, dass ein Down Mensch andere Talente hat als die, die Im Gymnasiun gefoerdert werden. Es geht bei der Erziehung eines Down Kindes um dessen Wohl und nicht um die Ansprueche der Eltern um gesellschaftliche Anerkennung. Die Eltern von Henry sollten sich Gedanken machen wie Sie das Beste aus Ihrem Sohn herausholen. Der klassische Schulweg in Deutschland ist nicht unbedingt die richtige Antwort. Und die Klassenkameraden werden ohnehin jeder ihren eigenen Weg gehen.

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erdmuckel 10.05.2015, 11:50
13. Inklusion ein zweischneidiges Schwert

Steht das Recht des einzelnen übder dem Recht der Gruppe ?

Müssen alle anderen aktzeptieren, dass ein Inklusionskind den Fortschritt der Klasse verlangsamt ?

Wenn Inklusionskinder speziell gefördert werden sollen, warum darf dafür die Förderung der leistungsfhigeren unter den Tisch fallen ?

Müssen Eltern und Elternvertreter akzeptieren, dass die erforderliche Betreuung des Inklusionskindes, aus Kostengründen, nicht bereitgestellt wird und die Lehrer damit überfordert sind weil sie nie die endtsprechende Ausbildung bekommen haben ?

Mein Kind geht in die erste Klasse (16 Kinder mit 2 anerkannten und einem "noch" nicht anerkannten Inklusionskind) einer einzügigen Grundschule. Die Klasenlehrerin ist mitte 50 und wurde auf das Thema Inklusion in einem 4 tägigem Seminar vorbereitet. Aus Kostengründen bekommt die Klasse 2 Stunden / Woche durch einen Sonderpädagogen, ansonsten sind die normalen Lehrkräfte auf sich gestellt.

Mich K... dieses Thema langsam an udn auch dass man nicht öffendlich Kritik üben darf, da man dann ja gegen diese Kinder wäre.
Ich habe nichts gegen Inklusion, aber wenn die Politk so etwas beschließt hat Sie dies auch unbürokratisch und ohne wenn und aber kömplett durchzufinanzieren und darf das nicht auf den Köpfen der Allgemeinheit und anderen Schüler austragen und deren Grundrechte verletzen.

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ads2a 10.05.2015, 11:53
14. Wo sind denn jetzt die alten Freunde ?

Ein Hauptargument der Eltern war ja, dass ihr Sohn nicht zwangsweise von seinen Freunden in der Grundschule getrennt wird. Spätestens mit dem Wiederholen der 4. Klasse ist das aber schon passiert. Da spielt freie Schulwahl überhaut keine Rolle mehr. Und auch dort müsste er sich schon nach der 5. Klasse wieder in einem neuen Klassenverbund zurechtfinden. Völlig unmöglich, was die Eltern aus Rechthaberei ihrem Kind zumuten.

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Sabin Chen 10.05.2015, 11:53
15. Demnach

hat er mit Wiederholung der 4.Klasse ja ohnehin seinen so wichtigen Freundeskreis verlassen und wurde in dem neuen gut aufgenommen? Dann ist das Argument "er soll mit ihnen zusammen das Gym besuchen" sowieso hinfällig? Daraus schlussfolgere ich, dass ihn auch ein Sonderschulteam ebenso freundlich aufgenommen hätte und das Ganze nur ein Hirngespinst seiner fanatischen Eltern war. Armer Henri.

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vwl_marlene 10.05.2015, 11:54
16. Andere Laender

Ich kenne es aus den USA, dass Kinder mit Down Syndrom ganz normal mit den anderen Kindern in die gleiche Schule gehen. Im Unterricht haben sie dann stundenweise noch einen weiteren Lehrer (special needs teacher) im Klassenraum. Das ist erstmal gut fuer alle, insbesondere was die Sozialkomepetenz angeht. Die Tochter meiner Freundin hat Down, war auf einer normalen High-School, hat dort einen Abschluss erhalten, der ihre Behinderung beruecksichtigt, ist nun Mitte zwanzig und arbeitet 30 Stunden die Woche im lokalen Supermarkt als Einraeumhilfe zu einem nichtsubventionierten Mindestlohn.

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axcoatl 10.05.2015, 11:54
17. @mpitt

Wie kommen Sie dazu alle Menschen mit Behinderungen über einen Kamm zu scheren? Insbesondere wenn man sieht, dass in skandinavischen Ländern das Prinzip der Inklusion bei allen Kindern, ob mit oder ohne Behinderung, die Sicht auf die Welt erweitert. Wichtig ist doch, dass wenn es die Möglichkeit gibt, man das auch versuchen kann, darf und muss. Und die meisten Kinder spielen (und lernen) lieber mit anderen Kindern als mit einem Pony.
Einfach mal tolleranter sein, und den Eltern zugestehen, dass sie das nicht leichtsinnig entscheiden. Meine Erfahrung ist, dass wir zu wenig Berührungspunkte mit Menschen mit Behinderung haben, und dass in unserer Gesellschaft über die Jahrzehnte eine Trennung in zwei Welten bewusst zementiert wurde. Nur durch Inklusion kann das langfristig aufgebrochen werden, und in zwanzig Jahren ist das dann 'normal'.
(By the way: ähnliche Diskussionen gab es vor sehr langer Zeit auch bezüglich Frauenrechte, und ob sie wohl das Gymnasium besuchen dürften, oder gar erwachsen genug sein können, um wahlberechtigt zu sein - die Geschichte hat diese Frage eindrucksvoll beantwortet.)

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Sol.Aris 10.05.2015, 11:54
18. Hilft das Henri oder den Eltern?

Mir drängt sich die Frage auf, ob Henri durch diesen Feldzug seiner Eltern tatsächlich die für ihn beste lebensunterstützende Erziehung erhält.
Heisst Respekt nicht auch, anzuerkennen, dass Henri bestimmte Grenzen gesetzt sind und er auch innerhalb dieser Grenzen ein wertvolles Mitglied der Gesellschaft ist?
Oder kann hier einfach nicht sein, was nicht sein darf?

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lollo76 10.05.2015, 11:55
19. Was sind das...

...für bösartige Kommentare?!
Lasst es den Jungen und seine Eltern doch ausprobieren! Und seine Mitschüler und Lehrer. Wo ist der Schaden für die "Normalen"? Sie werden sich auch mal mit anderen Dingen beschäftigen. Und das machen sie offensichtlich gerne. Tut doch allen gut. Die Leute, die bei sozialem Miteinander gleich wieder Missbrauch ("der will noch Studieren / Promovieren und die Mutter bloß ihr Buch verkaufen") wittern, tun mir leid.

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