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Schüler mit Migrationshintergrund: In der Schule hilft der deutsche Pass
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Wenn Kinder mit Migrationshintergrund von Geburt an die deutsche Nationalität haben, sind sie in der Schule erfolgreicher. Das hat eine Untersuchung des Ifo-Instituts in Schleswig-Holstein ergeben.

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ldom 15.11.2019, 13:14
1. Ursache und Wirkung verwechselt

Wer für sein Kind einen deutschen Pass will, der
will auch dass sein Kind sich integriert und hier ankommt. D. h. das Kind wird bei der Integration von den Eltern unterstützt. Wer das nicht will für den ist der deutsche Pass nur ein Stück Papier.

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lesender_hesse 15.11.2019, 13:28
2. Migrationshintergrund

Da in Deutschland auch all die Kinder als "mit Migrationshintergrund" geführt werden, die einen deutschen Elternteil haben, bin ich gespannt ob die Untersuchung diesen Faktor herausgerechnet hat.
Diese Kinder haben immer schon seit Geburt die deutsche Staatsangehörigkeit - meist auch die zweite Staatsangehörigkeit, die sie dann meist automatisch lebenslang behalten. Die Situation von Kindern, bei denen beide Elternteile keine deutsche Staatsangehörigkeit haben ist völlig anders. Rechtlich und meist auch sprachlich.

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wizzard74 15.11.2019, 13:33
3.

Zitat von ldom
Wer für sein Kind einen deutschen Pass will, der will auch dass sein Kind sich integriert und hier ankommt. D. h. das Kind wird bei der Integration von den Eltern unterstützt. Wer das nicht will für den ist der deutsche Pass nur ein Stück Papier.
Und wie so oft muss die Kommentarsektion das übernehmen, was in den Artikel gehört :-(

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Frietjoff 15.11.2019, 13:35
4. Artikel nicht gelesen?

Zitat von ldom
Wer für sein Kind einen deutschen Pass will,
Es ging hier nur um Kinder einer Jahrgangsstufe, die ab Geburt automatisch Deutsche waren -- oder nicht.

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Frietjoff 15.11.2019, 13:50
5. Überrascht mich nicht

Das überrascht mich nicht.

Ich habe etliche Nichten und Neffen, die (mit Migrationshintergrund) in Deutschland die Schule besuchten (als von diesen Kindern kaum welche Deutsche waren). Zur Zeit besuchen meine Kinder (mit Migrationshintergrund) Schulen in den USA.

Der Unterschied, wie Schulen und Lehrer im Land geborene Kinder von Einwanderern sahen und sehen, ist wie Tag und Nacht.

Die Erwartungshaltung in Deutschland: ihr seid Ausländerkinder; ihr sprecht kein Deutsch; ihr habt kein Interesse an Deutsch, Deutschland, Deutschen; eure Eltern werde bei eurer Bildung ja überhaupt keine Hilfe sein.

Die Erwartungshaltung in Amerika: We are all Americans. (Das wars. Aus diesem Selbstverständnis leitet sich alles ab.)

Dazu kommt, dass das Regelschulsystem konsequent auf Inklusion getrimmt ist. Die Grundschulen sind sehr viel größer als in Deutschland typisch. Das wäre vielen deutschen Eltern, die es intim und niedlich haben müssen, natürlich ein Graus. Aber es für dazu, dass es unter dem Dach der Schule wahnsinnig viel Ressourcen für jeden denkbaren Förderbedarf gibt. Davon profitieren natürlich auch Schüler mit anderer Muttersprache. Dem Inklusionsprinzip folgend, gibt es auch keine »Ausländerklassen«. Die Englischlerner sind von Anfang an in ganz normalen Klassen und werden individuell nach Bedarf gefördert. Das funktioniert prima.

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Actionscript 15.11.2019, 14:09
6. "Frietjoff Heute, 13:50 Auch hat man Erfahrung....

...in den USA mit Sprachen. Während früher den Eltern von der Schule gesagt wurde, nur Englisch auch zu Hause zu sprechen, so geht die Tendenz jetzt dahin, dass Kinder mehrsprachig, also auch mit der Sprache eines oder beider Elternteile aufwachsen. Es gibt keine so gute Gelegenheit mehr im Leben, Sprachen zu lernen.

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citizen01 15.11.2019, 14:21
7. Die Studie suggeriert, daß die deutsche Staatsbürgerschaft auf

geheimnisvolle Weise zum Erfolg verhilft und deswegen breit gestreut werden sollte. Auch weil: "Die Verleihung der Staatsbürgerschaft kostet nichts". Ach so, keine Folgekosten? Wie ist es denn mit Kitas, Kindergarten, Schule Uni, dann im Zweifel lebenslange Alimentation, Unterstützung bei Problemen im Ausland etc. etc. ...
Praktiker wissen seit langem, wer für den Erfolg zuständig ist: 1., 2. und 3. die Eltern.

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Frietjoff 15.11.2019, 14:38
8.

Zitat von Actionscript
Auch hat man Erfahrung in den USA mit Sprachen. Während früher den Eltern von der Schule gesagt wurde, nur Englisch auch zu Hause zu sprechen, so geht die Tendenz jetzt dahin, dass Kinder mehrsprachig, also auch mit der Sprache eines oder beider Elternteile aufwachsen.
Richtig. Als unsere Kids hier in den USA in Kindergarten und Schule kamen (ganz normale staatliche Regelschule), haben wir den Lehrern gleich gesagt, dass wir zu Hause kein Englisch sprechen und das auch nicht ändern werden. »Prima, machen Sie genau richtig. Dann wächst die/der Kleine hier ja wunderbar zweisprachig auf!«, war die einzige Reaktion, die wir je hatten.

In Deutschland fordern hingegen immer noch viele Politiker und Lehrer, zu Hause Deutsch zu sprechen. Dabei gibt es seit Jahrzehnten ganz klare Forschungsergebnisse, die belegen, wie falsch das ist, wenn die Eltern keine deutschen Muttersprachler sind.

Wir ein Kind nämlich von mit ihm nur radebrechenden Eltern erzogen, lernt es nie, richtig zu sprechen -- in KEINER Sprache.

Darum gilt (für in Deutschland lebende Einwanderer): Willst du, dass dein Kind perfekt Deutsch lernt, sprich mit ihm nur in der Sprache, die DU perfekt beherrschst (egal ob Albanisch oder Zulu). Nur dann entwickelt sich das Sprachzentrum deines Kindes so, dass es Sprachen in aller Komplexität lernen kann.

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Frietjoff 15.11.2019, 14:41
9. Schulgeld für Ausländerkinder!?

Zitat von citizen01
Wie ist es denn mit Kitas, Kindergarten, Schule Uni
Ja was denn? Sollen in Deutschland ohne dt. Staatsbürgerschaft aufwachsende Kinder die etwa nicht zu den gleichen Konditionen besuchen dürfen wie deutsche?

Schulgeld für Ausländerkinder!? Ich glaube, so etwas hat noch nicht mal Höcke gefordert. (Was nicht ist, kann ja noch werden.)

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