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Schülerfeedback in Bayern: "Davor darf man als Lehrer keine Angst haben"
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Seit zwei Jahren dürfen Schüler in Bayern Referendare bewerten. Noch ist das ein Pilotprojekt, doch schon bald könnten alle Schulen des Landes mitmachen. Wie krass äußern sich die Kinder?

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rosselfee1 20.07.2018, 23:08
1. Rückmeldungen sind wichtig

Wer mit Menschen arbeitet braucht Rückmeldung...ob das eine Bewertung ist sei dahingestellt. Therapeuten im "stationären" System haben regelmässig Supervision und folglich Auseinandersetzungen mit eigenen Unzulänglichkeiten, Stärken und Schwächen. Dieser Rahmen bietet " Fallbesprechungen" zur Reflexion und Lösungen...
Aus meiner Sicht sehe ich die Rückmeldung der Schüler als Wertschätzung, weil sie sich Gedanken machen und sich ernstgenommen fühlen.
Mein Credo ist eh Rückmeldung zu hören, denn diese Chance erweitert den geistigen und seelischen Horizont...und die Kids lernen für sich auch ne Menge.
Leider haben viele Erwachsene mit Rückmeldungen und eigenen Unzulänglichkeiten Probleme...dabei sind das die Perlen des Kebens zur Weiterentwicklung...
Diese Tatsache würde dazu beitragen, dass Kids zutrauen zu sich haben direkt den Mund aufzumachen. Ich finde, dass sich in den letzten 55 Jahren diesbezüglich viel in Richtung Überangepasstheit verändert hat. In meiner Jugend wurde offen geredet auch mit den Ausbildern...in den 80er Jahren wurde ein zunehmender Perfektionismus extrem sichtbar und Mobbing fasste Fuß...
Mit offenem Reden kann man sofort Klärung schaffen... eine gute Idee diese Kultur einzuführen...Mut zum Feedback...

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mas81 20.07.2018, 23:15
2. schüler bewerten lehrer

ein ganz klares ja!!!
aber dann geht die angst bei den lehrern um, ich habe selber letztes SJ mind. 20 tests in 3 verschiedenen klassen geschrieben, warum sollen die mich nicht mal bewerten?
ich habe solche bewertungen schon in der vergangenheit für mich als feedback durchgeführt, dabei sind die schüler gewissenhaft und was die zeit für so eine befragung betrifft, das ist marginal!

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ford_mustang 20.07.2018, 23:29
3. Feedback ist immer gut!!

Jede Firma macht es und das ist gut. Viele Lehrer haben den Schulbetrieb nie verlassen seit ihrer Einschulung. Wer Angst davor hat vermutet schon im Vorfeld, dass er etwas falsch macht. 15 Minuten Aufwand ist nichts, wenn ich sehe wieviel Stunden an Schulen ausfallen. Wenn die Schulleitung die Ergebnisse nicht sieht, wer hat dann Einsicht? Die Ergebnisse müssen mit den Referendaren aufgearbeitet werden. Lehren ist nicht nur vorne hinstellen und Wissen weitergeben.

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egonv 20.07.2018, 23:38
4.

Das jetzt aber nicht so die Neuerung! Ich denke, es ist didaktisch schon lange deutlich gefordert und wird im Studium so vermittelt: Jede Lehrkraft - egal ob in der Ausbildung oder danach - sollte sich regelmäßig Feedback der Schülerinnen holen. Der Feedbackbogen - wie der aussieht kann ja auch sehr verschieden sein - ist sicher eine von vielen Varianten.
Danach muss man überlegen was man daraus macht, manches verdicht man umzusetzen, manches macht vielleicht weniger Sinn.

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_unwissender 20.07.2018, 23:41
5. Grundsätzlich eine feine Sache

Wer sonst soll denn einen Lehrer kompetent beurteilen, wenn nicht die Schüler?
Daher ist das ein ganz toller Versuch. Ich hoffe, er wird auch allgemein angenommen und wird Schülern die Gelegenheit bieten, dass sie die Strukturen in den Schulen zu ihren Gunsten verbessern können.
Lehrer sollten dies ebenso schätzen. Denn wie will ein Lehrer besser erkennen, dass er ankommt, dass er also das Interesse und die Motivation der Schüler ansprechen kann?
Klar, die Frage, wie man schnell Karriere macht, ist eine andere. Doch für Lehrer, die gern das Gefühl genießen wollen, dass sie eine gute Arbeit machen, ist dies ein ganz tolles Angebot.

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petersie 20.07.2018, 23:41
6. Nicht dauernd, immer wieder!

Liebe Referendare,
seht es als wichtiges Input um Euch zu entwickeln!!!
Ich arbeite in der Erwachsenenbildung und genieße es, ein Thema gefunden zu haben, nicht bei jedem Kurs bewertet zu werden. 1 - 2 x im Jahr ist ok.
Die Schüler gehen viel verantwortungsbewusster vor, als wir glauben (habe 2 Söhne 14 und 18).
11 Jahre Training für einen Automobilhersteller haben mich geprägt... Im Normalfall alle 2 Tage eine Evolution Bewertung... Wenn sie schlecht war sofort einen Anruf und Kritik... Keine sachliche Diskussion...
Die Kinder bringen Euch weiter!

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Actionscript 21.07.2018, 01:43
7. Alle Lehrer sollten beurteilt werden.

Ich begrüsse das Projekt. Auch dass die Schüler keine Noten geben sondern angeben, was sie mögen oder nicht ist sehr gut. Das hilft den Referendaren in ihrer Unterrichtsgestaltung. Inhaltlich können die Schüler natürlich wenig beurteilen doch wie der Unterrichtsstoff vermittelt wird, ist ein wichtiger Punkt. Meiner Meinung nach sollte die Beurteilung auch auf alle Lehrkräfte und nicht nur Referendare angewandt werden.

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TS_Alien 21.07.2018, 03:16
8.

Wieder so ein "moderner" Unsinn. Als Referendar oder Lehrer merkt man selbst, spätestens bei der Reflektion einer Stunde oder einer Situation, ob etwas funktioniert hat oder nicht. Da braucht es keine zusätzliche schriftliche Rückmeldung durch die Schüler. Wochen oder Monate später erst recht nicht.

Das ist reine Zeitverschwendung. Wie so vieles. Z.B. Vergleichsarbeiten (schulintern oder "international"). Mittlerweile hat man in einem Schuljahr vielleicht 35 Wochen richtigen Unterricht. Die restlichen Wochen werden aufsummiert mehr oder weniger verplempert mit irgendwelchen unterrichtsfernen Aktivitäten.

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dasfred 21.07.2018, 03:29
9. Schüler bewerten ihre Lehrer ständig

Da braucht man sich keine Illusionen machen. Im Gegenteil. Wenn die Meinungsführer einer Klasse unzufrieden sind, hetzen sie eher die Klasse gegen den Lehrer auf. Geben die Schüler aber unabhängig von einander ihre persönliche Meinung ab, reflektieren sie diese stärker in Hinblick auf ihr eigenes Bild und der Beurteilte kann sich stärker auf seine Schwächen und Stärken konzentrieren. Auch ein Azubi zum Handelsfachpacker kann beurteilen, ob der Lehrer es schafft, ihm den Zugang zum Unterrichtsstoff zu vermitteln, ob er sich erst genommen fühlt und wie der Lehrer im Vergleich zu anderen besser oder schlechter agiert. Die Angst vor der Beurteilung muss ein Referendar aushalten, denn auch eine durchweg schlechte Benotung führt immer zur Selbstreflexion.

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