Forum: Leben und Lernen
Schülermeinungen über Handwerksberufe: Zu dreckig, zu schwer, zu laut
DPA

Danke, das ist nichts für mich: Die Mehrzahl der Schüler in Deutschland will auf keinen Fall eine handwerkliche Berufsausbildung machen. Das ergab eine neue Studie.

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großwolke 07.09.2016, 17:17
1.

Liebe Schüler, die in ein paar Jahren eine Ausbildung suchen, lest das aufmerksam! Hier gegen den Strom zu schwimmen bedeutet, dass Ihr in ein paar Jahren, wenn die Ausbildung gepackt ist, als Handwerker Eure Preise selbst nennen könnt. Viel Wettbewerb werdet Ihr dann nämlich nicht mehr haben... Dazu kommt noch: Wenn es irgendwann mal wieder hart auf hart geht, weil Marx (Karl, nicht Groucho) eben doch recht hatte, dann werden all die ITler und Kaufleute dumm aus der Wäsche schauen. Während Ihr, weil ihr mit den Händen was zustande bringt, auf einmal im Mittelpunkt steht.

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beckerher 07.09.2016, 17:29
2.

Wahrscheinlich hatte Guido Westerwelle mit seinem Satz über die "spätrömische Dekadenz" der Deutschen mit Ihrem Wohlstand doch recht. Bloß nichts schweres arbeiten, nicht schmutzig machen, gleichzeitig viel verdienen. Wer soll denn die Arbeit machen: Straßen und Häuser bauen, Toiletten installieren und reparieren, Elektroleitungen verlegen. Vielleicht überlegen sich die Wohlstandskinder es sich doch noch irgendwann einmal, weil dies alles arbeiten sind die nicht irgendwann von Kollege Computer und Roboter übernommen werden können.

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olli118 07.09.2016, 17:39
3. Ignoranz

Ja, heute will jeder studieren, das ganz grosse Geld machen, am besten für wenig Arbeit. Dass die Realität für viele Akademiker anders aussieht, dass sich viele von einem schlecht bezahlten Praktikum zum nächsten hangeln, jahrelang befristete Arbeitsverträge in Kauf nehmen müssen, um dann mit Mitte 40 abserviert zu werden, und nicht mehr vermittelbar zu sein, ist vielen jungen Leuten nicht klar. Ein guter Handwerker, der sich innerhalb seiner Gemeinde etabliert hat, braucht sich dagegen um solche Dinge keine Sorgen zu machen. Wir haben durch Hausum- und ausbau viel mit Handwerkern zu tun: die haben alle ein vernünftiges Einkommen, ausreichend Aufträge, und wohl weniger Zukunftssorgen als viele Hochgebildete. Die einzige Not. über die alle klagen: sie bekommen keine vernünftigen Azubis....

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Olaf 07.09.2016, 17:44
4.

Mit dieser Meinung sind die Schüler nur ein Spiegelbild der Gesellschaft.

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der_joerg 07.09.2016, 18:08
5. Wenns gutgeht!

Zitat von großwolke
Liebe Schüler, die in ein paar Jahren eine Ausbildung suchen, lest das aufmerksam! Hier gegen den Strom zu schwimmen bedeutet, dass Ihr in ein paar Jahren, wenn die Ausbildung gepackt ist, als Handwerker Eure Preise selbst nennen könnt. Viel Wettbewerb werdet Ihr dann nämlich nicht mehr haben... Dazu kommt noch: Wenn es irgendwann mal wieder hart auf hart geht, weil Marx (Karl, nicht Groucho) eben doch recht hatte, dann werden all die ITler und Kaufleute dumm aus der Wäsche schauen. Während Ihr, weil ihr mit den Händen was zustande bringt, auf einmal im Mittelpunkt steht.
Es könnte natürlich auch sein, dass irgendein Irrer z.B. den Meisterzwang abschafft. Oder dass man nichtmal Klempner gelernt haben muss, um eine Firma aufzumachen. Dann reicht es, mal einem Klempner zugesehen zu haben. Und dabei muss ich noch nichtmal an die hunderttausende neuen Fachkräfte denken. Da reichen die vielen selbstausbeuterischen Ein-Mann-Firmen. Die Zukunft des deutschen Handwerks liegt z.B. in Polen - nachdem die bald nicht mehr in UK arbeiten dürfen.

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Gottloser 07.09.2016, 18:31
6. Für die Handwerkerarbeiten hohlen wir uns die Polen,

Zitat von olli118
Ja, heute will jeder studieren, [...]
die jetzt England verlassen werden, weil ihre Zukunft extrem unsicher ist und die sogar die Namen deutscher Werkzeuge kennen, weil die in Polen quasi Fremdwörter sind. Mir persönlich ist es egal, ob ein Pole mein Bad fliest oder ein deutscher Fliesenleger, der davon keine Ahnung hat. Was ist eigentlich so schlimm daran, dass mehr und mehr deutsche und Migrantenkinder einen höheren Abschluss anstreben? Wenn Sie bei uns mal die Listen der Abiturienten in der Zeitung lesen könnten, dann würde ihnen ihre Kinnlade herunterfallen. Auch Kinder von Migranten sind nicht blöder als die deutschen Jugendliche.

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hf1205 07.09.2016, 19:02
7. Ich denke,

an dieser Haltung nur nichts handwerkliches zu erlernen, sind meist die Eltern Schuld, die den Kindern den Wert handwerklicher Arbeit nicht vermitteln, sondern nach dem Motto handeln: Mein Kind soll es einmal besser haben.
Handwerk wird immer, egal in welchen Zeiten, goldenen Boden haben. Man erinnere sich nur an die ehemalige DDR, Handwerker waren dort Könige und verdienten sich dumm und dämlich, mehr als viele Akademiker.
Und einen Akademiker mit seinem Wissen wird man in Notzeiten kaum im Tausch gegen einen Schinken nützlich beschäftigen können.

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svizzero 07.09.2016, 19:04
8. ... und es kommt anders als ihre denkt

Spätestens wenn ein Wasserschaden die Wohnung überflutet, der Backofen nicht mehr funktioniert, oder das schöne Eigenheim bedenkliche Mängel aufweist, Geld schon weg ist und die "Handwerker" bereits über alle Berge sind, der Zug wegen einer Weichenstörung nicht pünktlich fährt und das Flugzeug wegen Sicherheitsmängel auf dem Boden bleibt, spätestens dann wird es auch den Jungen dämmern, dass es gute Handwerker braucht.

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bissig 07.09.2016, 19:06
9. Keine Aufstiegschancen

Träumt weiter. Ein guter Handwerker kann immer seinen Meister machen, um sich dann selbständig zu machen (richtige Branche vorausgesetzt). Die Aufstiegschancen für Studierte werden deutlich überschätzt. Die wenigsten Diplom-Ingenieure/Doktoren sind mehr als nur normale Angestellte/Teamleiter - schliesslich muss auch in diesen Berufen jemand die eigentliche Arbeit machen.

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