Forum: Leben und Lernen
Schul-Klischees im Fakten-Check: Lehrer haben es leicht - oder doch nicht?
Corbis

Nachmittags schon Feierabend und drei Monate frei im Jahr: Viele Menschen glauben, dass Lehrer einen entspannten Job haben. Die Pädagogen sehen das anders. Wenn die Glocke beim Schulschluss schellt, fängt für viele der Stress erst an. Der Faktencheck zum Lehrer-Beruf.

Seite 34 von 59
dhbvfg 26.03.2013, 13:02
330.

Es gibt keine schule die ausreichend Lehrer hat um einigermaßen die Sollstunden einhalten zu können, da nicht mal Vertretungslehrer vorhanden sind fällt Unterricht aus. Viele Überstunden schon rein durch unterrichtszeit sind vollkommen normal. Teilweise müssen lehrer fächer unterrichten für die sie gar nicht ausgebildet sind das wurde durch die ganzen Fächerverbünde möglich zb nwa ewg und ähnliches wenn man ein teilfach studiert hat kann man per verordnung auch die anderen unterrichten also ein studierter Biologe kann jetzt chemie und physik. Dadurch lehrt ein lernender was totaler unsinn ist und viele defiziete rühren daher. Die Länder bzw kommunen in deren aufgabenbereich die bildung fällt haben oftmals gar nicht die Mittel das gewährleisten zu können an gebäuden und unterrichtsmaterial!!! Unternehmen dürfen schulen nicht unterstützen da dies eine unrechtmäßige einflußnahme wäre dafür wird eine schlechte bildung für die kinder/ jugend in kauf genommen. Die Regierungen sparen an den kommenden generationen was volkswirtschaftlich deutschland in den ruin treiben wird

Beitrag melden
scoolodie2 26.03.2013, 13:05
331. ???

Zitat von phelan
@enni3 6h dauern halt im normalen arbeiten von 8-14h, in der Schule von 7:50-13h. Wenn man mal davon ausgeht, dass Pausenaufsicht nicht immer von allen Lehren gemacht wird, dann kann man auch die grosse Pause abziehen. Wie eben beim "normalen" Job auch. Wie gesagt, ich sage nicht, dass Lehrer zu wenig arbeiten oder überbezahlt sind, aber man sollte, gerade in so einem Artikel nicht mit zweierlei Masseinheiten rechnen.
Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, was "Job" und was "Beruf" bedeutet? Ich sag`s Ihnen: "Beruf" kommt von "Berufung", und die sollte man verspüren, wenn man Lehrer wird. Aber es sind eben 800.000 Menschen. Auch da gilt die Gaußsche Verteilungskurve. Wenn diese nach "Supermenschen" verschoben würde, hätte man ja in all den anderen Berufen keine Supermenschen mehr und das wäre wirklich schade, besonders für diejenigen, die die Lehrer pauschal als "faule Säcke" beschimpfen. (Seitdem denke ich übrigens nicht mehr darüber nach, die SPD zu wählen.)

Beitrag melden
fffalk 26.03.2013, 13:15
332. Mir kommen die Tränen

ich sage nur freie bewegliche Tage... Wenn mal wieder Lehrerstreik ist, denke ich immer, die streiken für mehr Arbeitszeit... Ich glaube kein Lehrer braucht sich über seinen Beruf tatsächlich ernsthaft zu beschweren, es sei denn, er findet generell Pflichten, die ein Beruf mit sich bringt, unangemessen. Ich glaube alle Lehrer werden geheilt sein, wenn sie mal für einen Monat aus ihrer beschützenden Glocke einen Beruf in einem Unternehmen aus der freien Wirtschaft ausüben, mit allem was dazu gehört - Termine, egal wieviel Zeit man hat, Erfolgsdruck, egal wie es einem gerade geht... Mir laufen eiskalte Schauer den Rücken runter, bei der allgemeinen Jammerei der Lehrer. Von krankheitsbedingten Fehlzeiten mal ganz abgesehen. Kommt ein Hüsteln oder Frösteln, gibts erst mal ne Woche Kasse, machen die Schüler halt ein paar mehr Hausaufgaben...

Beitrag melden
Iter 26.03.2013, 13:16
333. Lehrerbesoldung wird per Gesetz geregelt

Der Souverän des Volkes, zu welchem Sie mit ihrer Wählerstimme und Ihrem politischen Engagement zählen, hat die Besoldung festgelegt.

Hierbei wurde in weiser Voraussicht ein Rahmen gewählt, welcher einen gewissen sozialen Status ermöglicht und ein solide Absicherung im Alter gewährleistet. Dafür sind wir hoch ausgebildeten Lehrer sehr dankbar, aber letztlich ist dies einer der Aspekte, die neben einer Neigung zu sozialem Engagement, zu der Entscheidung geführt hat, eine jahrelange Ausbildung anzustreben. Auch ist es ein Anreiz nicht in die Wirtschaft zu streben, sondern seinen Dienst an der Gesellschaft zu leisten. Verbeamtete Arbeitskräfte sind eine günstige Wohltat für den Staat. So ist ihr Preis, im Vergleich zu einem Angestellten, deutlich geringer, da während seiner Tätigkeit keine Sozialleitungen und Rentenbeiträge fällig sind. Im Grunde ist die verbeamtete Arbeitskraft eine staatlicher Schwarzarbeiter, einfach nur günstig. (Es ist eine Schande, dass manche Lehrer nicht verbeamtet werden und man die Sozialbeiträge und Rentenbeiträge bei fast gleichem Bruttolohn auf die Arbeitnehmerseite drückt. In großem Stil würde dies dazu führen, dass langfristig wenige Studenten bereit sind den Beurf des Lehrers zu wählen, was dazu führt, dass die Anreize wieder angehoben werden müssen). Dabei zahlt der Beamte natürlich Lohnsteuer.
Beim verbeamteten Lehrer kommt zu dem günstigen Dasein noch eine Kompetenzspanne auf vielen Fachgebieten, die es ermöglicht vielfach Verantwortung zu übernehmen. Wie kann diese verbeamtete Arbeitskraft nur auf ihre Pension bestehen? Die Länder leisten keinen Beiträg für ihre Altersversorgung, Rückstellungen werden im aktuellen Politikgeschäft einfach ausgegeben. Auch langfristig (mit der Pension) ist der Beamte günstiger für die Allgemeinheit, als ein normaler Angestellter.
Aber auf Pension bestehen. Diese Lehrer sind einfach unmöglich, leisten sie doch keinen Beitrag für das Gemeinwohl.....? Wirklich?

Offenbar genügte der schulische Einfluss bei einem Großteil der Missgünstlinge dafür, dass sie sich kompetent fühlen ihre Laien-wissen gegenüber Experten (Lehrer) als gleichwertig zu betrachten.

Ich werde demnächst auch bei den Vorständen der Deutschen Bank vorsprechen und meine Vorstellung vom neuen Bankenwesen kundtun, danach gehen ich bei Audi meine Vorschläge für den neuen A3 einbringen und rufe dann bei der Esa an, weil deren Raketen einfach zu teuer sind und nichts taugen.

Beitrag melden
Snowfan 26.03.2013, 13:18
334. Einerseits... andererseits

Ich möchte den Job nicht machen - das vorab.

Aber (basierend auf Erfahrungen mit zahlreichen Lehrern in meinem Umfeld):
Es gibt schon etliche Vorteile - die Lehrer selber gepflegt ausblenden (und z.T. auch Beamte pauschal betreffen): Keinerlei Eigenbeitrag zur Altersvorsorge. Die Berechnung der Pension. Eine nicht unerhebliche Flexibilität bzgl. privater Termine.

Aber von den Lehrern kommt nur:
Oh, ich habe morgen einen laaangen Tag. Oh, die Flüge sind in den Ferien immer sooo teuer. Oh, ich muss auch am Wochenende am Schreibtisch sitzen (gehen aber dann in der Woche Nachmittags Kaffee trinken, zum Sport,...).

Mir hat mal eben der Arbeitgeber (öffentlicher Dienst) meinen Urlaubsanspruch von 30 auf 24 Tage gekürzt. Ich arbeite 42 Stunden fix, ohne Gleitzeit. Da wird jeder Arzttermin etc. zum Problem.
Nach Studium und selbstfinanzierter Pflicht-Weiterbildung habe ich Schulden, werde nie im Leben an Rente bekommen, was bekannte Lehrer an Pension bekommen werden (wenn sich nix ändert).
Auch ich arbeite mit Menschen - aber mit deutlich höherer Verantwortung. Obendrein unter ständiger Beobachtung. Klassentür zumachen und - wenn dann was nicht läuft - den Schülern die Schuld geben: Ist nicht.

Wie gesagt: Ich möchte nicht Lehrer sein. Und sollen sie ihre Ferien haben (eine bekannte Lehrerin, gerade aus dem Osterurlaub zurück, zählt jetzt schon die Tage zu den Sommerferien. Die nächsten 3 Urlaub 2013 sind gebucht!).

Aber:
Was spricht gegen Abschaffung einiger Privilegien? In NRW sind wg. steigender Pensionär-Zahlen die Kassen arg leer.
Was spricht dagegen, dass auch Lehrer zu ihrer Altersvorsorge beitragen? Dass die Beihilfe mal hinterfragt wird?

Und von den Lehrern würde ich mir wünschen, auch mal die eigenen Vorteile anzuerkennen (freie Zeiteinteilung, garantierter Urlaub, Jobsicherheit, verdammt gutes Einkommen, vom Staat finanziertes Referendariat,...).
Ich erkenne gerne die Leistung & Belastungen der Lehrer an. Wenn sie mal pauschal aus dem "Wir haben es sooo schwer"-Kanon ausbrechen würden.

Beitrag melden
pappa_lapapp 26.03.2013, 13:21
335. Die Armen...

Zitat von sysop
Nachmittags schon Feierabend und drei Monate frei im Jahr: Viele Menschen glauben, dass Lehrer....
Lasst es mich einfach mal so formulieren! An der für die Kürze der Zeit immensen Anzahl von Beiträgen hier im thread (übrigens der x-te mit diesem Thema) lässt sich zeigen: es sind OSTERFERIEN UND DER LEHRKÖRPER, welcher sich hier unter Gleichgesinnten mal wieder ungehemmt ausweinen kann,ENTSPANNT SICH kollektiv und im Rudel, voller Selbstmitleid und Unverstandensein von burnout Syndrom und ähnlichen Psychogebresten bedingt durch die ca. 2,5 Monate regelmässiger, kürzlich geleisteter Aktivität (Betonung liegt auf "Aktivität").
LOL! Ich freue mich schon wieder auf die "pädagogisch" aufgepumpten Repliken der selbsternannten Parias der Nation....

Beitrag melden
Juro vom Koselbruch 26.03.2013, 13:24
336. Lehrer sein 9

Zitat von enni3
Wie weltfremd sind Sie. Lehrer haben keinen Spielraum ihre "Dienstleistung" "smarter" zu machen. Sie sind so eingebunden in Vorgaben, Vergleichstest und überfrachtete Lehrpläne... Da gibt es nahezu keinen Spielraum.
Ich denke, ich kann Ihre Grundaussage nachvollziehen.

Meiner Erfahrung nach bezieht sich das Thema Lehrer als Dienstleister jedoch auf die Tatsache, dass früher sprichwörtlich die Lehrer gleich hinter dem Pfarrer kamen.

Was der Lehrer sagte, war fast schon Gesetz und der Lehrer verstand sich nicht als Dienstleister sondern als Elite oder hoheitlicher Amtsträger. Eltern, die Fragen stellten oder gar Kritik äußerten, wurden abgebürstet, die Schulzimmertür hinter sich zugemacht und was der Lehrer darin machte, hatte gefälligst keinen was anzugehen.

Um das mal zu konkretisieren. Das habe ich selbst als Vater 1996 noch erleben dürfen, es aber nicht so auf sich beruhen lassen :-)) Das waren hoch interesante Gespräche beim Schulamt, dessen Leiter dann dem "Kollegen" verklickerte, dass Eltern heute nicht mehr ihre Kinder in die Schule zur Verwahrung geben sondern die Schule begleiten würden und das der Kollege daran gefälligst zu wachsen habe.

Einer der besonderen Gags des "Kollegen" bestand darin, dass er sich aufregte, weil ich meiner Tochter spontan einen kleinen Glückwunsch unter ihr gelungenes Diktat geschrieben hatte. Er verlangte echt vom Schulleiter, mir das zu verbieten. Nur meinte der, dass wir das Heft bezahlt hätten und es die Leistung meiner Tochter wäre. Worauf sich dann der "Kollege" über mangelnde Unterstüzung durch den Schulleiter beklagte und mich öffentlich anschmierte "Ich habe noch nie solche Eltern erlebt, die mich so krank machen!" Tja, Sachen gibt's...

"Renitenten" Eltern wird pauschal schnodrig bedeutet "Dann passt Ihr Kind nicht hier hin!"

Elternbeirat und Förderverein stoßen auf Aversionen "Mit denen rede ich nicht! So was brauchten wir auch früher nicht!"

Ebenso wurde mit himmelschreienden Pauschalurteilen an Schülerkarrieren rumgefummelt samt haarsträubenden Folgen für das betroffene Kind. Differentialdiagnostik, die auch Zeit in Anspruch nimmt? Eindeutig Fehlanzeige. Nee, die Eltern sind doch auch sooo!" Aus dem wird nichts!

Ich kenne durchaus Kollegen, die sich auch heute nicht als Dienstleister verstehen, sondern als "Dozenten" liebend gern aber dafür auch ziemlich elend über Eltern herziehen, anstatt mal vernünftig und beharrlich und notfalls auch deutlich kontrovers mit ihnen zu reden. Obwohl genau das etwas ist, wofür sie bezahlt werden, was ihrem inneren Anspruch entsprehen sollte und womit man übrigens auch Zeit sparen kann.

Es ist eine Unterlassung, Eltern nicht sachlich und hart konsequent über bestimmte Probleme ihrer Kinder zu berichten. Darauf haben die eien Anspruch, auch es wenn ihnen bisweilen nicht passt.

Es ist aber auch eine Unterlassung und Selbstherrlichkeit, nicht zu respektieren, dass Eltern in nicht wenigen Punkten auch für den Leherer tatsächlich die Experten für ihre Kinder sind. Von Eltern kann man über deren Kinder sehr viel lernen.

Beitrag melden
Boesor 26.03.2013, 13:25
337.

Zitat von Snowfan
Aber: Was spricht gegen Abschaffung einiger Privilegien? In NRW sind wg. steigender Pensionär-Zahlen die Kassen arg leer. Was spricht dagegen, dass auch Lehrer zu ihrer Altersvorsorge beitragen? Dass die Beihilfe mal hinterfragt wird?
Es sollte allgemein bekannt sein, dass diese Dinge bereits in der Alimentierung von Lehrern berücksichtigt sind.
was Sie da vorschlagen wäre eine massive Lohnkürzung bei den Lehrern.
Und das ist zum Glück aus mehreren Gründen so nicht machbar.

Beitrag melden
spon-facebook-10000004758 26.03.2013, 13:30
338. optional

als lehrerin und mutter habe ich mich gottseidank mittlerweile dran gewöhnt, dass erziehung - da von jedem genossen/durchlitten - der bereich ist, indem jeder sich kompetent fühlt mitzureden. jeder hat ja seine erfahrung mit schule... jeder kennt lehrer... aber die lehrer! wenn die mal in die wirtschaft gingen! sie würden zusammenbrechen! die wissen ja gar nicht wie gut es ihnen geht! die ferien! die pension!
ja, wir haben einen guten job. so wie viele andere in anderen jobs auch. wir haben vor- und nachteile. wie die anderen auch. wir stehen in hohem öffentlichen interesse, weil so viele andere (auch) kinder haben - das geht nicht allen so. ich mecker mit sicherheit nicht über meinem job. aber auf die verallgemeinernde bevormundung von anderen kann ich schon gern verzichten.

Beitrag melden
discipulus_neu 26.03.2013, 13:32
339. Mea culpa, ...

Zitat von Snowfan
... Wenn sie mal pauschal aus dem "Wir haben es sooo schwer"-Kanon ausbrechen würden.
Ich werde Ihren Ratschlag gerne befolgen und in mich gehen, wenn:

* ich wieder Projektionsfolien und Kopierpapier auf eigene Kosten einkaufe, weil der Schuletat erschöpft ist,

* das schulinterne Intranet wieder einmal funktionsunfähig ist und ich meinen eigenen Laptop für den Unterricht einsetze,

* Unterrichtsmateriien zu Hause ausdrucke, weil für die Cartouchen der Drucker in der Schule kein Geld vorhanden ist,

* die Anreise- und Übernachtungskosten zu verpflichtenden Fortbildungsveranstaltungen aus eigener Tasche bezahle,

* ...

Beitrag melden
Seite 34 von 59
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!