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Schul-Klischees im Fakten-Check: Lehrer werden lohnt sich - oder?
Corbis

Sicherer Arbeitsplatz, ordentliches Gehalt: Wer Lehrer wird, hat ausgesorgt. Das jedenfalls denken viele Deutsche über Pädagogen im Klassenzimmer. Doch Lehrer haben kaum Aufstiegschancen - und die Fleißigen werden kaum belohnt.

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EH-DD 27.03.2013, 10:01
1.

Das Gehalt ist das eine - bei der Pension geht es weiter. Ein verbeamteter Gymnasiallehrer in Niedersachsen kann mit 2.800 Euro Pension rechnen - das ist mehr als mein Einstiegsgehalt BRUTTO!!! als Ingenieur war...

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tentonhammer 27.03.2013, 10:02
2. Lehrer - die Insel der Glückseeligen

Lehrer zu sein ist ein absoluter Traum!

Es ist nicht nur die Sicherheit, das wahnsinnig gite Gehalt gemessen an der Ausbildung und dem Arbeitsmarkt, sondern vor allem!! die Arbeitszeiten und noch viel wichtiger die Ferienzeiten!! Welcher andere Arbeitnehmer kann es sich denn leisten 5 Wochen nach Australien zu fliegen oder insgesamt 12 Wochen im Jahr zu urlauben. Dazu kommen noch alle Privilegien der Verbeamtung wie bspw. die Möglichkeiten des Sabbatjahres. Für mich leben Lehrer in der heutigen Zeit auf einer Insel der Glückseeligen wenn man die deutsche Arbeitsmarkt mal betrachtet. Das wird eigentlich nur noch getoppt von EU Beamten, die wahrlich in einem paradiesischen Zustand ihr Leben leben dürfen. Ich beneide als selbständiger Rechtsanwalt Lehrer und EU Beamte - ich beneide sie jeden Tag meines Lebens.

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StonyBrook 27.03.2013, 10:03
3. Beamtentum als Zwangsjacke

Vielleicht mal zum Aufschreiben für die Beamtenhasser: Viele Lehrer hängen nicht am Beamtenstatus. Als Angestellte wäre ihr Arbeitsplatz ebenso sicher. Nur werden Angestellte Lehrer eben so viel schlechter bezahlt, dass die "Beförderung" zum Beamten attraktiv wird. Der Preis dafür ist u.A., dass man als beamteter Lehrer auch eigesperrt wird. Wer als Lehrer in einem Land verbeamtet ist, kann nicht in ein Beamtenverhältnis in ein anderes Land wechseln, wenn nicht beide Arbeitgeber zustimmen. Lehrer mit Mangelfächern können auf so eine Freigabe 10 Jahre warten. Alternativ müssten sie die Bezahlung auf Angestelltenniveau in Kauf nehmen, und zwar ggf. für immer, denn eine erneute Verbeamtung ist ja nur in jungen Jahren möglich.

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finger_weg 27.03.2013, 10:04
4. Es hat sich nichs geändert.

" ... acht von zehn Erstsemestern, die 2009 mit einem Lehramtsstudium anfingen, war dieser Aspekt ihres künftigen Berufs wichtig oder sogar sehr wichtig. Keine andere Studentengruppe, die die Hochschul-Informations-System GmbH HIS befragte, legt so viel Wert auf Sicherheit."
Das sagt doch schon alles, oder?

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ruebenkatze 27.03.2013, 10:05
5. Differenzierungsmanko

Es gibt praktisch weder Luft nach oben noch nach unten. Die grössten Flaschen werden durchgeschleift und regelbefördert, die Leistungsträger - auch nur regelbefördert. Geredet über Leistungsanerkennung wird viel, getan praktisch nichts. Das Beamtentum setzt völlig falsche Anreize: Den besten Aufwands-Ertrags-Saldo erreicht man durch Wegducken. Die Engagierten müssen sich ihre Motivation aus dem Innersten nehmen. Das ist in einer materialistischen Gesellschaft, in der auch Bildung immer mehr zur Ware wird, nicht leicht.
Meine Konsequenz, nachdem ich mich einem völlig inkompetenten Behördenleiter ausgeliefert sah, war, meinen Beamtenstatus aufzukündigen. Das Land liess mich, hochqualifiziert (drei Studienabschlüsse und Promotion) und mit den besten Zeugnisssen ausgestattet, gehen, ohne auch nur ein Gespräch mit mir führen zu wollen. Eine Beförderung nach A14 (ca. 55 T€) war ich nicht wert. Heute ist mein Einkommen sechsstellig und alle ehemaligen Kollegen beteuern mir, wie sehr meine Arbeit fehlt. Noch Fragen?

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StonyBrook 27.03.2013, 10:07
6.

Zitat von SchwesterPolyester
3775 Euro netto im Monat, beim üblichen Lehrerehepaar sind es dann schon 7550 Euro Familieneinkommen (sie zahlen ja als Beamte keine Lohnsteuer)
Wer keine Ahnung hat, sollte einfach mal...

Schön, wenn hier jeder mit Halbwissen seine Vorurteile pflegt. Zum Mitschreiben: Beamte zahlen Lohnsteuer. Wie ich, wie Du. Sie zahlen auch Soli. Und Kirchensteuer. Sie zahlen z.B. keine Arbeitslosenversicherungs- und keine Rentenversicherungsbeiträge, weil die über getrennte Systeme (Pensionskassen) über Rücklagen der Länder versorgt werden. Es würde allen helfen, wenn dieses Durcheinander zugunsten von mehr Transparenz aufgehoben würden.

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Plasmabruzzler 27.03.2013, 10:11
7.

Zitat von Artikel
Es geht auch ohne Verbeamtung: "Wenn man einmal im System drin ist und einen unbefristeten Vertrag unterschrieben hat, kann man sich sehr sicher fühlen, auch als Angestellter im Staatsdienst", sagt die Frankfurter Bildungsforscherin Mareike Kunter.
Das können nicht alle Lehrer, s. Lehrer als Lückenbüßer: Sommerferien in der Arbeitslosigkeit - SPIEGEL ONLINE
Zitat von Spiegel Online
Einige Bundesländer stellen sie für das Schuljahr ein - und machen sie in den Ferien stets arbeitslos, die Sozialkassen müssen einspringen.
.
Und zum Thema Aufstieg und höheren Verdienst: ein Lehrer wird für gewöhnlich vom ersten Tag an gefordert wie zum Ende seiner Laufbahn. Eine Höhergruppierung kann im öD u. a. nur durch Änderung der:
- auszuübenden Tätigkeit
- Maß der Verantwortung
- Tätigkeitsdarstellung erfolgen
Als Lehrer ändert sich meines Wissens nichts an den o. g. Punkten. Ergo ist es in der Sache richtig, dass ein Aufstieg (z. B. Höhergruppierung) nur schwer möglich ist.

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Bin_der_Neue 27.03.2013, 10:12
8. Und?

Wsa will dieser Artikel sagen? Wenn ich mir die aufgeführten Einstiegsgehälter ansehe, was ist das dann, wenn kein gutbezahlter Job? Mag ja sein, dass die Erhöhung hintennach nicht nehr deutlich ausfältt, aber das macht zum einen das hohe Einstigesgehalt mehr als wett, zum anderen muss man in jedem anderen (produktiven) Job auch erstmal derlei Erhöhungen bekommen - mit Tarifanpassungen kommt man da nicht weit. Zählt man dann noch die Unmengen Urlaubs- bzw. Ferientage dazu, erhöht sich der effektive Verdienst nochmals. Ich habe einige Lehrer im Bekanntenkreis, Junge wie Ältere, und keiner reisst sich für die Arbeit während der Ferien ein Bein aus..

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mbraun09 27.03.2013, 10:15
9. Nur als Beamter

muss man auch keine Angst vor dem Alter haben.

Vielleicht ist Lehrer kein Wolke 7-Job, aber ich glaube kaum, dass viele Lehrer mit einem normalen Arbeitnehmer tauschen würden.

Mein Job ist auch nicht die Erfüllung meiner Träume, ständig Druck und unterirdische Bezahlung. An das Alter will ich nicht erst denken.

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