Forum: Leben und Lernen
Schul-Klischees im Fakten-Check: Lehrer werden lohnt sich - oder?
Corbis

Sicherer Arbeitsplatz, ordentliches Gehalt: Wer Lehrer wird, hat ausgesorgt. Das jedenfalls denken viele Deutsche über Pädagogen im Klassenzimmer. Doch Lehrer haben kaum Aufstiegschancen - und die Fleißigen werden kaum belohnt.

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lee_feeney 27.03.2013, 10:40
30. zynische kommentare

Beamte haben weniger Angst vor dem Alter, ein ordentliches Einkommen, zumindest im hoehren Dienst, und eine gewisse Sicherheit. Was ist schlecht daran? Ich finde das gut. Wie zynisch kann man sein, einem Beamten Angst, Armut und Unsicherheit zu wuenschen? Sind das etwa keine Menschen? Es freut sich ja umgekehrt auch kein Beamtet ueber Entlassungen in der freien Wirtschaft.

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StonyBrook 27.03.2013, 10:41
31.

Zitat von motzki687
die festgeschriebene Arbeitszeit die andere Seite, Wir sprechen hier von 25 unterrichtseinheiten und die Lehrer gerne von 25 Stunden. Tatsächlich handelt es sich um nicht einmal volle 18 Stunden je Woche. Bleibt eine Differenz zur üblichen Wochenarbeitszeit von 22 Stunden. Rechnen Sie jetzt einmal den Stundenlohn aus dann wird das Ganze noch grasser
Sie waren doch mal auf einer Schule, kommt Ihnen das nicht sehr vereinfacht vor, nur die Unterrichtszeiten aufzusummieren? Da fehlen die Pausen, in denen die meisten Lehrer ja nicht pausieren, sondern den Klassenraum wechseln, Materialien holen, etc. Dazu kommen Vorbereitungszeiten in der Schule (z.B. Auf- und Abbau von Experimenten), Konferenzen, Korrekturen, Sprechzeiten mit Eltern, Präsenzstunden etc. Wo der einzelne Lehrer tatsächlich landet, ist sicher sehr unterschiedlich, aber Ihre Rechnung ist entweder dumm oder plump polemisch.

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lehrerstuhl.de 27.03.2013, 10:41
32. Neid und Hass...

Bevor dem Hass und Neid auf Beamte und Lehrer hier im Forum wieder freien Lauf gelassen wird, hier vier Dinge zum Nachdenken.

1. Gleich in Beitrag 1 steht, dass Beamte keine Lohnsteuer zahlten. Schön wär's, aber hier zeigt sich auch wieder, dass diskutiert wird, ohne zu wissen, wovon man spricht.

2. Warum legen Lehrer so viel Wert auf die Sicherheit des Jobs? Weil sie sich mit ihrem Lehramtsstudium auf exakt diesen Job festgelegt haben. Sie werden mit den Qualifikationen meist nur an Schulen gebraucht, oder was sollte ein Latein- und Sportlehrer sonst machen? Ist doch klar, dass er Sicherheit dafür haben möchte, wenn er sich auf das Studium dieser Fächer einlässt.

3. Hier wird die ganze Zeit auf den Einstiegsgehältern herum gehackt. Liest hier irgend jemand den Artikel, über den er diskutiert? Kein Lehrer bestreitet, dass er ein sehr gutes Einstiegsgehalt hat - sonst würde ja auch keiner mehr Lehrer werden wollen. Es beschwert sich aber auch kein Lehrer darüber, dass man außerhalb der Schule so viel mehr verdienen kann.

4. Zum Unterschied zwischen Beamten und Angestellten: Schon mal dran gedacht, dass die 400 EUR Netto-Mehrgehalt z.B. für die Krankenversicherung draufgehen könnten? Klar, als gesunder Mann mittleren Alters zahle ich einen guten Tarif bei einer privaten KV. Das ändert sich ganz schnell, wenn man vielleicht mal einen Bandscheibenvorfall oder ähnliche Erkrankungen hatte und dann aber durch seinen Beruf gezwungen ist, sich privat zu versichern. Da reichen vielleicht noch nicht einmal die 400,- EUR zum Bezahlen der Versicherung

So, nun wünsche ich allen Foristen noch ein weiter heiteres Beamten-Bashing! Wer mal vernünftig diskutieren möchte, kann mal bei mir vorbei schauen!

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Iter 27.03.2013, 10:42
33. Wo bleibt nur Hr. Nuhr?

Und wieder stehen Personen die nichts mit dem Lehrerberuf zu tun haben, keine Einblicke vorweisen und mit ihrem vermeidlich faulen Gemüse in der Schlange um den Lehrer an den Pranger zu stellen. Halbwahrheiten, Falscheinschätzung, Pseudowissen.

Natürlich zahlen Beamte Lohnsteuer. Natürlich ist die Ausbildung mit einem Ausleseprozess verbunden.
In meinem Jahrgang waren nach 10 Semestern nur noch 10% der Erstsemester übrig und bekamen das 1. Staatsexamen. Nach dem Ref. noch 75% dieses harten Kerns. Ist aber Ponyhof, ich weiß.

Und natürlich messen sich die Einkünfte und Privilegien mit der Marktwirtschaft. Was sonst? Welche verschrobene Vorstellung geht davon aus, dass die Lehrer als einzigste Berufgruppe etwas geschenkt bekommen? Wären die Rahmenbedingungen nicht so attraktiv, würde sich keiner oder zu wenige für diesen Beruf entscheiden.
Bei jedem Beruf ist es ok, sich über seinen Gehalt zu freuen. Aber die Lehrer sollen sich dafür schämen?

Neid ist ok, den keine Anerkennung ist aufrichtiger.
Missgunst ist jedoch einer der hässlichsten Züge des Menschen.

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regenwurm33 27.03.2013, 10:43
34. Gruß von der Insel der Glückseligen

Jemand der Zeit seines Lebens eine andere Berufsgruppe beneidet, sollte sich vielleicht eingestehen, dass es den falschen Beruf erwählt hat. Glücklicherweise haben Rechtsanwälte ja keinen einengenden Beamtenstatus und können jederzeit umschulen. Schließlich haben wir in Deutschland freie Berufswahl und eine entsprechende Hochschulreife wäre ja auch schon vorhanden.
Vielleicht wäre das auch wirklich notwendig, denn ein anderer Artikel forderte kürzlich: Unsere Lehrer müssen besser werden. Jemand der sich bereits im Vorfeld schon so gut mit dem Lehrberuf auskennt, würde hier sicher dazu beitragen. Wer nimmt sich eigentlich immer die Arroganz heraus zu pauschalisieren? Aber ich weiß, jeder in Deutschland hat mindestens 9 Jahre eine Schule besucht, was ihn unweigerlich zum Schul- und Bildungsexperten macht. Also sind alle Lehrer faul und überbezahlt, alle Männer Schweine, alle Friseure schwul (entschuldigung, ist nicht ernst gemeint), alle Damen lieben Handtaschen, alle Ärzte machen Pfusch, alle Chefs haben ein Verhältnis mit ihrer Sekretärin und.... auweh...ich bitte zu entschuldigen, dass ich aus terminlichen Gründen nicht alle Klischees bedienen kann (über Rechtsanwälte wäre mir sicher auch noch was eingefallen) aber es sind schließlich Osterferien und ich muss zum Golfplatz.

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kalif 27.03.2013, 10:46
35. Nur kein Neid!

Alle hier im Forum, die meinen, dass die Arbeit der Lehrer so einfach und entspannend wäre, hätten eben selber in der Schule besser aufpassen müssen. Dann wären sie jetzt auch Lehrer und hätten vormittags immer Recht und nachmittags immer frei.

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auch_ein_user 27.03.2013, 10:46
36.

Lehrer sein ist easy und überbezahlt sind wir auch noch.
Mein Angebot:
- Begleiten Sie mich in einer Woche einen Tag im Unterricht.
- Übernehmen Sie im Anschluß, in der nächsten Woche, meinen Unterricht an diesem Tag.

Ach ja, ich bin Berufsschullehrer und unterrichte im Fach "Fertigungstechnik". Ist also für Leute aus der Industrie ein Klacks, das zu übernehmen.

Bei Interesse:
andreas195@gmx.de


P.S.: Wer keine zwei Tage frei bekommt kann auch gerne direkt den Unterricht an einem Tag übernehmen. Das ist total easy und überhaupt keine Mühe.

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rene13 27.03.2013, 10:46
37. schwach recherchierter Artikel

Als Gatte einer verbeamteten Lehererin mal folgende Fakten:

Im Gegensatz zur Rente müssen Pensionen schon immer zu 100% versteuert werden. Nebentätigkeiten sind nicht erlaubt. Meine Frau wird als Musiklehrerin mit 50% Lehrauftrag zu allen außerunterrichtlichen Veranstaltungen zu 100% herangezogen. Sie macht ca. 300 unbezahlte Überstunden pro Jahr. Die Eltern rufen auch noch abends um 21 Uhr an. Von der Beihilfe werden 160 Euro Eigenanteil an den Arztrechnungen abgezogen. Auch in der Elterngeldzeit muß die private Krankenversicherung auf eigene Kosten weitergetragen werden. Notwendige 2-fach Fahrten am Tag wegen Elternabend oder Opernbesuch sind steuerlich nicht absetzbar. Ein eingerichtetes Büro mit Schreibtisch und Computer wird nicht vom Arbeitgeber gestellt sondern muß privat getragen werden usw....noch Fragen? Im übrigen sollte jeder der Schreiberlinge sich mal 6 oder 7 Stunden vor eine Klasse stellen und unterrichten, ohne Kaffee auf dem Schreibtisch und der Möglichkeit, Fehler löschen und korrigieren zu können. Oder fahrt doch mal mit ins Schullandheim, 24-Stunden-Job und die Medikamente für die Schüler haben wir immer privat bezahlt. Unsere Nachbarn hier arbeiten bei Daimler, Porsche und Stihl, kassieren Mega-Zulagen und Erfolgsprämien und lachen sich über uns an ihrem freien Wochenende tot, während meine Frau Samstags und Sonntags für's nächste Musicalprojekt zum Probenwochenende fährt.

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soziologe79 27.03.2013, 10:48
38. Nur ums Geld?

Zunächst einmal ist erstaunlich, dass es vor allem ums Geld geht. Das Gehalt ist nach dieser Ausbildung nicht üppig, aber gut genug. Vielleicht reicht es nicht für die Jacht am Mittelmeer, aber die haben die meisten Beschäftigten auch nicht. Sicherheit ist heute viel wert. Kein Lehrer und keine Lehrerin müssen sich vor Hartz IV fürchten. Aber für einen guten Lehrer oder eine gute Lehrerin sollte es vor allem wichtig sein, gute pädagogische Arbeit zu leisten. Dann ist die Arbeit auch gesellschaftlich sinnvoll und man hat ein gutes Gefühl.
Zitat von sysop
Sicherer Arbeitsplatz, ordentliches Gehalt: Wer Lehrer wird, hat ausgesorgt. Das jedenfalls denken viele Deutsche über Pädagogen im Klassenzimmer. Doch Lehrer haben kaum Aufstiegschancen - und die Fleißigen werden kaum belohnt.

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deefens 27.03.2013, 10:48
39.

Also ich bin kein Lehrer und würde um nichts in der Welt mit dieser Berufsgruppe tauschen wollen. Ich finde Lehrer-Gehälter auch nicht überzogen, sondern angemessen.

Ich stelle es mir sehr belastend vor, den ganzen Tag mehr oder weniger in der Öffentlichkeit zu stehen und sich mit unmotivierten Jugendlichen rumschlagen zu müssen. Idealweise dann noch in einer Grosstadt mit sozialen Brennpunkten, wo dann 50% der Schüler die Lernkurve künstlich nach unten ziehen.

Ne danke, dann lieber in Ruhe an interessanten Projekten arbeiten und dafür weniger verdienen.

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