Forum: Leben und Lernen
Schul-Umfrage: Deutsche wollen Leistung sehen
DPA

Schüler sollen sitzenbleiben können, Noten sind sinnvoll: Die Deutschen plädieren mehrheitlich für leistungsorientierte Schulen. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie, über die der SPIEGEL berichtet.

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stesch 14.09.2014, 16:20
1. Zu viele Köche

Sollte diese Umfrage repräsentativ sein, dürfte es Schulpolitikern eigentlich nicht schwer fallen, das deutsche Schulwesen zu reformieren.
Leider tragen zu viele Stimmen zur Kakophonie bei: Eltern-Initiativen, GEW, Besitzstandwahrer, Gleichheits-Besoffene etc..
Die vorrangigen Ziele für die nächsten Jahre sind einfach zu formulieren:

1) Erstklässler müssen die deutsche Sprache ausreichend
beherrschen,
2) Die Bildungsabschlüsse müssen innerhalb der Bundesrepublik vergleichbar sein, und
3) Die Diktatur der Eltern muß gebrochen werden.

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jm2267 14.09.2014, 16:23
2. Leistungsorientiert?

Ifo und Aktionsrat Bildung sind v.a. an Bildung als ökonomisch orientierte Vorbereitungsetappe im Leben interessiert. Das Aufzählen von Selbstverständlichkeiten, wie Schulnoten und Sitzenbleiben, gepaart mit dem ökonomischträchtigen Wort "Leistung" soll noch weiter in die totale Ökonomisierung des Bildungswesens führen.

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c_c 14.09.2014, 16:24
3. aha

auswendiglernen = Leistung! So lange das so verstanden wird, wird alles immer schlimmer werden.

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joedi2 14.09.2014, 16:25
4.

ja,

leistungsorientierung, aktive und passive kritikfähigkeit sowie weltanschauliche unabhängigkeit sind die werte die generationen von schüler/innen geprägt haben ... sowie lehrer/innen die vorbilder sind.

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leider gibt es einen unterschied zwischen dem was sich bewährt hat, was umfragen für richtig halten und dem was politiker/innen daraus machen, siehe g8, siehe religionsunterricht bw, siehe abschaffung von schulnoten sowie später in der uni vorgaben zur reduktion von abbrecher-/und durchfallquoten oder das bachelor-/mastersystem.

joedi2

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Ron777 14.09.2014, 16:31
5.

Wenn wir Deutschland nicht doch noch abschaffen wollen, müssen wir zurückkehren zu einen stringenten und zielgerichteten Bildung mit Leistungsanreizen und Fördermöglichkeiten. Dies hatten wir alles schon mal - bis eine europäische Gleichmacherei mit Hilfe von PISA, Verkürzung der Schulzeiten, Einheitsschulbrei und Studienreformen sowie Inklusionschaos und neue Rechtschreibblödheit eine grundsätzlich funktionierende Bildungslandschaft torpediert hat.

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jojack 14.09.2014, 16:32
6. Wer will denn noch länger in der Schule sein!?

Ich verstehe nicht, wie ein Jugendlicher nach 12 langen Jahren Schule noch Lust auf ein weiteres Jahr haben kann. Irgendwann will man doch endlich mal ins Leben durchstarten, und nicht in der Warteschleife namens Schule verharren. Wie fühlt sich eigentlich ein Abiturient im 13. Schuljahr, dessen Altersgenossen mit G8 Abitur schon in Studium aufgenommen, vielleicht ein Jahr im Ausland zubringen oder in anderer Weise ihr Leben nach eigenen Wünschen gestalten? Es ist ausgemachter Blödsinn, dass man für die Hochschulreife 13 Jahre Schulzeit benötigt. Eher gehören die Lehrpläne von zu viel Ballast entfrachtet.

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Tu-154 14.09.2014, 16:34
7.

Jaja immer mehr Druck und sich dann wundern, wenn Burnouts zunehmen oder Schüler gleich vollends am Rad drehen.

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Nox Harrington 14.09.2014, 16:53
8. Hihi, Bildungsökonomen!

These Nr. 1: Bildungsökonomen ruinieren Bildung, weil sie Ökonomen sind. These Nr. 2: Solange "die Deutschen" sich von den Erfahrungen ihrer eigenen Schulzeit nicht emanzipiert haben, werden sie weiterhin jeden Schwachsinn nachreden, der nach "Strenge, Leistung, Disziplin" klingt. Ad 1: Ich bin Gesamtschullehrer, bin also einer von diesen Leistungsverweigerern, Gleichmachern etc., sie wissen schon. Fakt ist: Die Wirtschaft hat sich nach der Gesellschaft zu richten, nicht andersherum. Solange Bildungsökonomen wie Herrn Wößmann, die durch die Bank Lobbyarbeit für irgendetwas - aber eben nicht für gute Bildung machen, und „Kultus“-Politikern, die in ihren Parteien keinen anderen Posten bekommen haben, die Deutungshoheit über die Qualität von Bildung überlassen wird (PISA ist eine Studie, die die wirtschaftliche „Verwertbarkeit“ von jungen Menschen misst, dies bitte nicht vergessen), wird sich nichts ändern. Ad 2: Ich arbeite an einer sehr bekannten Schule. Bekannt und beneidet für ihren Verzicht auf Noten und eine strenge Kontrolle des sozialen Gefüges unter den Schülern hinsichtlich Schulangst, Leistungsdruck etc. Das bedeutet viel Arbeit für ein Kollegium, von Eltern verlangt es bei der heutigen Diskurslage einigen Mut - aber es ist höchst befriedigend. Denn es wachsen mit uns junge Menschen heran, die ihr vieles Können selbstkritisch reflektieren und dann mit Selbstbewusstsein und Mut in ihre Leben tragen. Glückliche Schüler sind die besseren Menschen, denn sie müssen sich nicht erst von den beschissenen Erfahrungen ihrer eigenen Schulzeit emanzipieren. Ob das die Wirtschaft interessiert, sollte uns nicht interessieren. Denn, s.o.: Die Wirtschaft hat sich nach der Gesellschaft zu richten, nicht andersherum. Ich bin übrigens CDU-Wähler und auch sonst Romantiker. Und all das sage ich natürlich nur, damit ich weiterhin genug Freizeit habe.

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claus.w.grunow 14.09.2014, 16:54
9. Persönlichkeit

Nur ohne Noten und Sitzenbleiber kann sich die echte Persönlichkeit stressfrei entwickeln. Man geht dann nur zur Schule, wenn man Zeit und Lust hat. Nur so ist ein "Turbolernen" möglich. Wenn man trotzdem nichts gelernt hat, sind die Lehrer und Schulen schuld und müssen darum verklagt werden und Schadensersatz leisten. Ganz einfach.

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