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Schulbusärger auf dem Land: "Fünftklässler kommen nicht mehr hinein"
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Weniger Schulen, seltene Busse, lange Wege: Für Familien auf dem Land werden Schulwege oft zur Belastung - und Elterntaxis zur Notlösung. Kultusministerien aber schieben die Verantwortung oft an die Kommunen ab.

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Knack5401 21.09.2018, 10:05
1. Egal

welche Partei das Bildungsministerium besetzt, die brauchen künftig nichts mehr planen, die haben bereits verloren. Wie einfach, die Zuständigkeit weiterzuschieben. Solche Sachverhalte erklären die Ablehnung der Politik in der Bevölkerung. Ich bin ebenfalls soweit, erst mal alle abwählen, dann sehen wir weiter.

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panzerknacker 51 21.09.2018, 10:06
2. Wie war das doch gleich?

"Die Kinder sind unsere Zukunft." Zum Totlachen, wenn es nicht so traurig wäre...

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isi-dor 21.09.2018, 10:08
3.

Man führt zwar gern die Nordländer an, aber ich darf mit Fug und Recht mitteilen, dass es in Bayern durchweg keinen Deut besser ist. Gerade auf dem Land wurden so viele Schulen aus Kostengründen dicht gemacht, dass Schulwege von täglich 2-3 Stunden keine Seltenheit mehr sind. Gymnasien gibt es in Bayern fast nur noch in Städten. Nur in Oberbayern gibt es eine Versorgung in der Fläche, Franken ist totale Diaspora. Man kann in Bayern auf Bundesstraßen locker 40-50 km durchs Land fahren, ohne durch einen einzigen Ort mit Gymnasium oder Realschule zu kommen. Daran wird sich auch wohl kaum etwas ändern.

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celeborr 21.09.2018, 10:21
4.

Ich habe früher auf dem Land gewohnt - seit der 5ten Klasse bin ich Morgens 17km mit dem Fahrrad zur Schule gefahren und Nachmittags wieder die 17km zurück. Warum? Weil die Busse morgens um 6:30, und um 9:30 fuhren - die Schule aber um 8 Uhr beginnt.
Es war und ist wie immer nix - ich war übermüdet in der Schule und die ersten 2 Stunden waren generell damit verbracht aufzuwachen und halbwegs leistungsfähig zu werden.
Im Abitur wurde es nicht besser. Weil das Gymnasium mich nicht nehmen wollte musste ich auf eine Gesamtschule - das waren 24km morgens mit dem Fahrrad weil ich mir das Schoko-Ticket nicht leisten konnte.

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territrades 21.09.2018, 10:25
5. Buskinder

Bei uns haben wir sie die "Buskinder" genannt. Und ja, die kamen früh immer komplett verschlafen an, nahmen weniger am Unterricht teil und waren auch öfters gereizt. Und wer hat am Ende das Beste Abi gemacht? Keines von den Buskindern. Ist ja auch völlig zu verstehen, über eine Stunde An- und Abreise täglich verlängert den Schultag locker um ein Drittel. Täglich, über Jahre hinweg, hat das schon so seinen Effekt.

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vox veritas 21.09.2018, 10:26
6.

Ich würde gerne auf diese Spiegel Online Artikel von heute Morgen verweisen:
http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/schulweg-in-indonesien-stundenlang-mit-boot-rad-und-bus-unterwegs-a-1228999.html

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gbaboyseb 21.09.2018, 10:29
7. Ja,

einer der sehr unterschätzten Faktoren. Ich war auch eines der so genannten Buskinder. Das alleine wäre nicht so schlimm gewesen, wenn ich nicht als eines von maximal 3 Kindern irgendwo in der Pampa zwischen zwei Dörfern aussteigen musste. Wenn die Dorfkinder einen besseren Tag hatten, so ignorierten sie einen beim Ausstieg, wenn nicht dann musste man sich den Weg in die Freiheit freikämpfen, was mitunter nicht immer gelang. Der Bus fuhr einfach weiter, dem Busfahrer war alles komplett egal und man durfte halt im Dorf aussteigen und von dort nach Hause laufen. Oh man habe ich mein Leben mitunter durch dieses verdammte Busfahren müssen gehasst. Erst als ich älter wurde und einen Klasse-IV-Führerschein besaß konnte ich mit meiner Schwalbe bequem zur Schule fahren. Es war wie ein neues Leben ohne nerviges zum Busbahnhof laufen, den Bus hoffentlich noch erwischen, ganz vielleicht auch mal einen Sitzplatz zu bekommen etc.. Es ist einfach so, Kleinigkeiten können einfach alles komplett verändern. Und man möge mich nicht falsch verstehen, ich bin eher der Typ Sportler, der auch jeden morgen die 10 km zur Schule gelaufen oder mit der Rad gefahren wäre. Aber es war halt unter der Lehrer- und Elternschaft Konsens, dass so was nicht gemacht werde dürfe. Ohne Worte, dass man sich von so lächerlich informierten Leuten sowas hat anhören dürfen!

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i.c.k. 21.09.2018, 10:33
8. Verantwortung für Wohnsitzwahl

Wo bleibt in der Diskussion die Verantwortung der Eltern für die Wahl eines geeigneten Wohnsitzes? Man kann nicht an den Rand der Zivilisation ziehen und erwarten, dass alles vor der Haustüre ist.

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Spiggy73 21.09.2018, 10:34
9. Netto- vs. Bruttozeit

was meines Erachtens völlig daneben ist, dass in den Berechnungen immer die Nettofahrtzeit angenommen wird. Dass Schüler
a) Wartezeiten haben, weil der Bus nur alle 90 Minuten z.B. fährt und der Busplan nicht konform mit Schulstart und -ende läuft
b) längere Wartezeiten aufgrund Umsteigens in Kauf nehmen müssen
wird in den Kalkulation ja schön ausgeblendet. Natürlich ist dann eine Fahrtzeit von 45 Minuten vertretbar. Wenn der Schüler aber dafür 1,5h Bruttozeit aufwendet, ist das ganze schon nciht mehr o.k.

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