Forum: Leben und Lernen
Schule in Brandenburg: Wenn Elftklässler den Unterricht übernehmen
Heike Klovert/ SPIEGEL ONLINE

An einer Schule in Neuruppin organisieren Elftklässler den kompletten Schulbetrieb - zumindest an einem Tag im Jahr. Aber auch sonst springen sie oft für ihre Lehrer ein. Kann das funktionieren?

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sascha2.0 01.07.2019, 20:28
1.

Mein Sohn kann seinem jüngeren Bruder besser Mathe erklären als ich, ist für ihn erst 3 Jahre her und er ist viel näher dran. Auch Nachhilfe geben hilft, das selbst Gelernte zu reflektieren. Beim Wiederholen durch Unterrichten kommt dann der Aha-Effekt. Das eine ganze Schule das macht, ein tolles Projekt!

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shalom-71 01.07.2019, 21:09
2. Ein tolles Projekt ...

... für alle:

* die jüngeren Schüler merken, was ihre älteren Mitschüler können -------
* die älteren Schüler merken, was alles zum Unterrichten gehört -------
* einige der älteren Schüler erkennen vielleicht, ob ihnen der Lehrerberuf liegt -------
* bei "den" Eltern wird auch bestimmt der eine oder andere Prozess des Nachdenkens ausgelöst -------
* und auch die Lehrer werden bei ihren Schülern unbekannte Stärken erkennen.
-------
Einfach toll!

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njotha 01.07.2019, 21:12
3. na klar

das glaube ich gerne, dass das wunderbar funktioniert, und zwar in jede Richtung: Die "Kleinen" lernen gerne von den "Großen", die "Großen" lernen dabei selbst unglaublich viel sowohl im Hinblick auf das Fachliche als auch in Sachen Sozialkompetenz, und die Schule entspannt nicht nur die Personalsituation, sondern wird lebendiger, bunter und fröhlicher. Allen Beteiligten Hochachtung und Gratulation für dieses hoffentlich dauerhafte Experiment!

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Datenschubser 02.07.2019, 04:31
4. Hatten wir in der 11. ständig

Unser Mathelehrer konnte überhaupt nichts, deshalb übernahm unser Klassenprimus fast täglich den Unterricht.

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dasfred 02.07.2019, 04:53
5. Musste an meine Schulzeit denken

In meiner achten bis zehnten Klasse war die Hälfte der Schüler im Segelverein. Der Jugendkutter dort war auch nahezu selbstorganisiert. Die Älteren bekamen die Verantwortung für die Ausbildung und Sicherheit der Jüngeren. Dadurch rückt im Laufe der Zeit jeder eine Stufe höher und übernimmt mehr und mehr Verantwortung. Das Ergebnis war besonders eindrucksvoll bei einer Klassenfahrt in der zehnten. Für uns war es selbstverständlich, den Mitarbeitern des Jugendhotels zur Hand zu gehen, Tische abzuräumen, nach einem abendlichen Ausflug in kleinen Gruppen besonders leise zu sein und niemand war betrunken. Die Mitarbeiter dort waren extrem positiv Überrascht und haben uns das am Ende auch mitgeteilt. Wie es sonst lief, konnten wir bei gleichaltrigen Klassen gut beobachten. Bei uns werden Kinder ja meistens Jahrgangsmäßig zusammengefasst und viele haben keine älteren oder jüngeren Geschwister. Da fehlt heute eine sehr wichtige Komponente in der Erziehung, in der Kinder schon gegenseitig von einander lernen und Verantwortung übernehmen. Diese ist ein sehr gutes Korrektiv zur Ichbezogenheit heutiger Kinder.

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lindadaheim 02.07.2019, 07:26
6. Grossartig

Was dort in Sachen Organisation, altersübergreifendem Lernen und sozialem Miteinander geleistet wird, ist genau das, wonach alle rufen. Besonders beachtenswert: Als es mal nicht so richtig klappt, dürfen die SchülerInnen es nochmal versuchen!
Hier in Wuppertal hätte es direkt geheißen:"War ja klar, dass die nur Quatsch machen. Das Projekt ist hiermit gescheitert - und wird abgeschafft."
Weiterhin viel Erfolg!!!

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rizzo_the_spacerat 02.07.2019, 08:22
7. Das Projekt ist großartig.

Wegen der bereits genannten Punkte.
Ich hab fpr mich mal überlegt ob das auch an der Schule meiner Nichten funktionieren würde und hab meine Zweifel. Das ist ne Privatschule. Die selektieren sich ihre Schüler. An einer öffentlichen Schule wo man das ganze Spektrum hat aus: Genies, Minderbemittelten, Kindern aus schierigem Elternhaus, Ausländern mit gebrochenem Deutsch. Die Schülerlehrer würden da gnadenlos untergehen.
Das ist für mich der Unterschied zwischen Schule und Uni aus. Uni war viel geiler weil die Leute da sein wollten. Und das was sie da gemacht haben wollten. Die Eigenmotivation war enorm an der Uni. Privatschulen selektieren sich Schüler die Lernen wollen....klar pubertieren die rum aber ich glaube das ist ein gesitteter Betrieb als so ne IGS.

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dosmundos 02.07.2019, 09:22
8.

Ist natürlich nicht ganz das Gleiche, aber die Basketball-, Badminton- und Volleyball-AGs an meiner Schule wurden von älteren Schülern geleitet, und es war gang und gäbe, dass diese auch als Lehrer und Trainer fungierten und die Teilnehmer mehr mitnahmen, als nur eine Stunde gemütlich ein bisschen herum zu spielen.

Die Mathe-AG der Mittelstufe (war nicht mein Fall) wurde zwar formal von einem Lehrer geleitet, aber da traten regelmäßig Abiturienten an, um mit den Teilnehmern interessante Probleme oder Lösungswege aus ihren Lieblingsgebieten durchzugehen. Einer der Präsentatoren, der ältere Bruder eines Schulfreunds, ist heute Mathelehrer...

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mayazi 02.07.2019, 10:45
9. Beeindruckend

Was für ein beeindruckendes Projekt. In meiner Klasse hatten wir in einigen Fächern fast den ganzen Unterricht über Referate organisiert, aber eben nur für die eigene Klasse. Sich vor eine andere Klasse zu stellen und die eine ganze Stunde lang bei der Stange zu halten, ist eine tolle Leistung.

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