Forum: Leben und Lernen
Schule: "Hausaufgaben sind Hausfriedensbruch"
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Pädagogisch sinnlos, sozial ungerecht, und ein Ärgernis: Hausaufgaben müssen abgeschafft werden, findet Armin Himmelrath. Alle Beteiligten stimmen ihm zu.

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holy10 12.11.2015, 14:27
200. Richtig

Zitat von Alter Falter
Was soll nur aus den Kindern werden. Natürlich hätte ich mich auch gefreut, keine Hausaufgaben zu haben, aber dadurch habe ich auch Disziplin gelernt. Leistung statt nur Freizeit. Aber das ist heute ja alles nicht mehr so. Das Resultat haben wir bereits heute in der Berufswelt. Sofort überfordert, null Bereitschaft, mehr als erforderlich zu leisten, dafür jammern bis der Arzt krank schreibt.
"Sofort überfordert, null Bereitschaft, mehr als erforderlich zu leisten, dafür jammern bis der Arzt krank schreibt."

Selbst eine Diagnose hat man sich dafür einfallen lassen. Nennt sich Burnout. Ich frage mich was die ganzen Leute mit Bournout im Nachkriegsdeutschland getan haben. Vermutlich sind die Amok gelaufen. Nur Berichte gibt es darüber nicht.

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Trockenfisch 12.11.2015, 14:28
201. Genau!

Zitat von mskang
... sitzen die Schüler dann zum ersten Mal vor einer Aufgabe, die sie ganz alleine lösen müssen?
Am besten wäre es wenn dann bis zum Abi die Zensuren wegfallen und wenn es Probleme mit dem Abschluß gibt dann lassen wir die Prüfungen gleich auch noch mit wegfallen.
Schöne Neue Welt!

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Eder5 12.11.2015, 14:29
202. Es reicht...

Zitat von bettini
Was viele Schüler nach einem stundenlangen Tag Pauken in der Schule selbst nochmals stundenlang jeden Abend mit Hausarbeiten zu erledigen haben, würde im späteren Arbeitsleben jede Gewerkschaft auf die Palme bringen. Aber hier ist es ja schließlich nützlich. Nur sobald die Arbeit bezahlt wird, da streuben sich dann alle. Verkehrte Welt...
ich kann es nicht mehr hören. Bloß keinen Stress, keinen Druck auf die Schüler. Um Gottes Willen, wie wäre es komplett alles einzustellen, wir sollten niemanden mehr zwingen die Schule zu besuchen, Arbeiten später ist per se schlecht, Arbeitgeber sowieso nur Ausbeuter und alle werden, in der jetzigen Situation sowieso nur einen Burn Out bekommen. Es wird echt lächerlich. Jeder hat Angst dass seine Work Life Balance ausser Rand und band läuft nur weil man lernen und arbeiten soll.
Und das lustigste... im nächsten Forum klagt derselbe dann darüber, dass kein junger mensch mehr die großen Literaten kennt, kaum noch die Muttersprache beherrscht, nicht mehr lesen kann und 12 Stunden am tag auf das Smartphone glotzt.

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GretelBln 12.11.2015, 14:31
203. Richti

Zitat von Nania
Das ist doch ein unsinniges Argument und hat mit dem ansgesprochenen Problem des Foristen gar nichts zu tun. Es geht ja nicht um die Frage, wann man die Hausaufgaben macht, sondern das Lehrer sich nicht absprechen. Und es heißt ja nicht, dass man dann am nächsten Tag gar keine Hausaufgaben aufbekommt. Eher im Gegenteil. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass "aufgeschobenen" Hausaufgaben am Ende zu deutlich mehr Arbeit geführt haben. Bekam man Montags beispielsweise für insgesamt vier Stunden Hausaufgaben auf (30 Minuten in vier Fächern) und erledigte die nicht Montags, sondern schob zwei der Fächer auf Dienstag, dann konnte es passieren, dass man Dienstag plötzlich mit fünf Stunden da stand, usw. Um Ihr Beispiel aufzugreifen: Im richtigen Leben plant man so, dass der Installateur genügend Zeit hat für seine Aufgabe und sagt dem Installateur auch, wann der Fliesenleger kommt. Man lässt nicht beide gleichzeitig kommen und schaut dann, wie es passt.
Das ist alles richtig, aber das was Sie (berechtigterweise) beispielhaft benennen bespricht man in der Schule, und kritisiert die mangelnde Abstimmung und Ausrichtung z.b. Von Hausaufgaben.
Nein, der Forist will ja nicht das Zweckmäßige wiederherstellen, sondern gleich Abschaffen. Denn er weiß ja wie das einzig richtige geht, nur er, und alle anderen mehr oder weniger efahrenden Menschen seit Jahren nicht.
Ich frage mich immer, ob die "Abschaffer" überhaupt mal versucht haben, den sozial naheligenden Weg zu gehen.
Nach meiner Erfahrung sind die Ansprüchigsten laut Polternden oft die jenigen, die nicht den Dialog sondern gleich die Anklage (Abschaffungsforderungen, neue Lehrerin, neue Direktor, bla) suchen. Was nicht heißt, dass man nicht auch total gegen eine Wand laufen kann, aber tatäschlich hat mir in 9 von 10 Fällen das freundlich-kritische Ansprechen von Verbesserungsmöglichkeiten viel gebracht. Noch dazu ist das gegenüber dem Ablehnen und Abschaffen auch ein gutes Rollenvorbild für gesellschaftsfähige Kinder ...

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artusdanielhoerfeld 12.11.2015, 14:34
204. Der Wegfall von Hausaufgaben...

...wäre lediglich ein weiterer Schritt zur Pauperisierung der Durchschnittsbevölkerung. Offiziell (und früher tatsächlich) haben Schulen einen "Lehrauftrag", das heißt, sie sind verantwortlich für die umfassende Bildung jedes Bürgers. Dem wird aber immer weniger nachgekommen. Stattdessen bieten die Lehranstalten nur noch ein "Lehrangebot", das man annehmen könne oder eben nicht, und was, bei letzterem, die Erfüllung der heute eigentlichen Aufgabe erleichtert: Dem Aussortieren von "schlechten" Schülern in das Präkariat.

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111ich111 12.11.2015, 14:37
205. Und keiner hat´s kapiert ....

Es geht hier um die Abschaffung von HAUSaufgaben. Nicht um die Abschaffung von Übungen. Anstatt zuhause eben in einer Art Ganztagsschule mit Übungszeiten in schulischen Räumlichkeiten unter pädagogischer Aufsicht, bei dem man auch mal den Lehrer Fragen kann, wenn man etwas nicht kapiert. Ansonsten lernt man halt zu festen anstatt variablen Zeiten. Wie zuhause, nur nach Plan und mit anderen (meist besseren) Bedingungen. Ach so, ja, ich vergaß .... das kostet ja Geld für Personal und Räumlichkeiten ....

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cosmose 12.11.2015, 14:38
206.

Also die ersten 8 Schuljahre hab ich auch noch Hausaufgaben gemacht.
Ab Klasse 9-13 hab ich mir den Unsinn dann gespart (Mädels und so waren wichtiger...) und ein ordentliches Abitur gemacht (2er Schnitt).

Ich stimme vollkommen der Aussage zu: Gute Schüler brauchen keine Hausaufgaben, die Schlechten verstehen es auch nachmittags zu Hause nicht.

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Draco Silvano 12.11.2015, 14:42
207.

Wie schon manche hier bemerkt haben, kann die Frage "Machen HA Sinn" weder mit Ja oder mit Nein beantworten. Bestimmt helfen HA manchen Schülern Aufgaben, die sie in der Schule nicht verstanden haben, beim Wiederholen Zuhause zu verstehen. Gleichzeitig kann man natürlich auch argumentieren, einfach die Zeit der HA-Kontrolle für mehr und besseren Unterricht zu verwenden, damit erst gar keiner mehr erst Zuhause die Aufgabe versteht. Zudem muss man bei HA definitiv zwischen sinnvollen und unnötigen unterscheiden. Vokabeln lernen für einen Test, lernen einen Aufsatz zu schreiben, ein Buch lesen usw. ist was ganz anderes als eine halbe Stunde lang den gleichen Rechenweg mit unterschiedlichen Zahlen zu wiederholen. Sowas sollten eher freiwillige Übungen sein. Ebenso wie sonstige HA, wo die Lehrer einfach nur HA aufgeben, weil sie es vorgeschrieben bekommen und am Ende wenig sinnvolle Sachen bei rumkommen, die einfach nur Zeit kosten.

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may2015 12.11.2015, 14:53
208. und wieder mal ..

werden die Schüler selbst aus der Pflicht genommen. Die Lehrkraft hat versagt, wenn Kinder es mal nicht gleich verstehen oder bestimmte Sachverhalte vergessen?
Hausaufgaben können ja gerne abgeschafft werden, aber dann traut den Kindern doch bitte auch zu, dass sie selbst einschätzen können, ob noch freiwillig etwas wiederholt oder vertieft werden sollte. das wollen viele Helikoptereltern nämlich auch wieder nicht. Und das Kind Zuhause ein wenig fördern und fordern ist ja wohl nicht zu viel verlangt.

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Fruusch 12.11.2015, 14:53
209. als Lehrer

kann ich dem Artikel nur voll und ganz zustimmen. Hausaufgaben haben keinerlei Wirkung auf den Lernerfolg. Ich habe sowieso kaum Zeit, um im Unterricht die Hausaufgaben aller Schüler wirksam zu kontrollieren, da ist dann die Gefahr groß, dass etwas Falsches im Heft stehen bleibt.

Zum Glück arbeite ich an einer Ganztagsschule mit rhythmisiertem Unterricht. Das heißt, wir haben vormittags wie nachmittags Unterricht, unterbrochen von Lernzeiten, in denen in Anwesenheit eines Lehrers Übungsaufgaben gelöst werden können, AGs oder anderen Freizeitangeboten. Hausaufgaben gibt es bei uns nicht, mit wenigen Ausnahmen:
Das Lesen von ganzen Büchern muss natürlich zu Hause erledigt werden, das geht unmöglich im Unterricht.
Vokabeln müssen - vor allem vor anstehenden Arbeiten - zu Hause geübt werden. Nur so kann eine Lernkontinuität gewährleistet werden, die für das Lernen von Vokabeln wichtig ist.
Gewisse kleine Arbeitsaufträge (bring 10 verschiedene Blätter mit, sammle 10 Zeitungsartikel...) können auch mit nach Hause gegeben werden.
Generell bereiten sich viele Schüler für Klassenarbeiten auch - aber nicht nur - zu Hause vor. Das machen die sowieso, auch ohne dass ich als Lehrer den Auftrag dazu gebe. In der Schule sorge ich jedenfalls in den Lernzeiten und im Unterricht dafür, dass sie meine Aufgaben auch dann lösen können, wenn sie daheim nur sehr wenig oder nichts gemacht haben. Es reicht ja eigentlich auch, wenn sie von 8 bis 16 Uhr an der Schule sind.

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