Forum: Leben und Lernen
Schule mal ganz anders: "Wer will, kann zehn Jahre im Baum hocken"

Was machen Kinder und Jugendliche, wenn man ihnen nichts vorschreibt? Eine demokratische Schule probiert es aus: In Leipzig entscheiden schon die Kleinsten, was, wann und ob sie lernen. Kuschelpädagogik nennen Kritiker das. Bald wird sich zeigen, wie gut die Schüler mithalten können.

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cosmo72 11.02.2010, 17:58
1. funktioniert schon lange

Warum nicht, aus Summerhill ist auch nur ein normaler Durchschnitt von Menschen und Arbeitnehmern hervorgegangen evtl zufriedener und weniger Bekloppt - und vermutlich dürfte diese Schule auch weniger Priesteropferkinder hervorbringen und Ritalin und Co dürfte diesen Kinder und Jugendlichen aufgrund mangelnder ADHS-Diagnoisen hoffentlich auch erspart bleiben!
http://de.wikipedia.org/wiki/Summerhill

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mouve 11.02.2010, 18:05
2. tap tap tap

Zitat von sysop
Bald wird sich zeigen, wie gut die Schüler mithalten können.
Na, dann wollen wir doch so lange noch warten. Vielleicht gibt es dann auch etwas INTERESSANTES zu berichten.

Super - die Pferde scheu machen (ich kann schon jetzt erahnen, was für Kommentare hier irgendwann drunterstehen werden), aber nichts Konkretes auf der Hand. Das Interessante an diesen Schulen ist doch - wie schon im Artikel angeklungen - ob sie in der Lage sind, Schüler auf eine spätere Ausbildung oder ein Studium vorzubereiten - letztlich auf spannende und fordernde Tätigkeiten, die sie in ihrem Leben mal ausüben möchten. Ich finde auch nicht, dass der Erfolg so einer Schule unser Bildungssystem in Frage stellt - das ist recht anmaßend. Auch unter Schülern gibt es so 'ne und solche - die einen können halt in der etablierten staatlichen Schule besser, die anderen in der alternativen Schule.

Mein Tipp: Abwarten und Tee trinken, bis eine ausreichend große Erfahrungsbasis für einen Artikel da ist - und dann kann man sich dem Thema wieder widmen.

Prädikat: Schnellschuss.

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yato 11.02.2010, 18:49
3. Das absurde System benötigt Alternativen

Zitat von mouve
Prädikat: Schnellschuss.
da bin ich anderer meinung. ein sehr interressanter artikel über eine andere art der weltsicht. die medien sollten öfters mal über alternativen und über positives berichten, als ständig nur die übliche panik-aufschäumung.

ausserdem ist ja wohl klar, dass ein arbeitssystem das die leute fertig macht und mobbt, ein politisches system das nur labert und von lobby-bestechung abhängig ist, ein kommerz-system dass von bankstern geführt wird, ein gesundheitssystem das mafiös ist, ein moralisches system das kinder sexuell missbraucht und ein wirtschaftssystem das den planeten zerstört auch ein schulsystem benötigt dass aus kindern normalerweise unglückliche roboter macht.

zusammen genommen ein absurdes und lachhaftes system (zu dem ein westerwelle hervorragend passt mit seinen heutigen sprüchen zur römischen dekadenz).

wir brauchen auf all diesen ebenen alternativen, die dann hoffentlich irgendwann mal zu einem vernünftigen gesamt-system zusammengeschaltet werden

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PinPal 11.02.2010, 18:55
4. Mehr Lehrer braucht die Schule

Klingt ja alles schön und gut an dieser Schule. Aber eines macht mich dann doch stutzig: 100 Schüler und 12 Lehrer. Sein wir einmal ehrlich: An jeder Schule mit dieser Ausstattung an Lehrkräften würde sich das Lernen verbessern. Da müsste man nicht einmal das System groß ändern. Leider schaut es in der Realität an "normalen" Schulen anders aus. Da kommt vielleicht 1 Lehrer auf 100 Schüler. Unser Schulsystem krank doch oft nicht am System, sondern an der Tatsache, dass immer weniger Lehrer immer mehr Schüler unterrichten sollen und dabei nactürlich immer mehr den Schülern beibringen sollen.

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PinPal 11.02.2010, 18:57
5. Mehr Lehrer braucht die Schule

Klingt ja alles schön und gut an dieser Schule. Aber eines macht mich dann doch stutzig: 100 Schüler und 12 Lehrer. Sein wir einmal ehrlich: An jeder Schule mit dieser Ausstattung an Lehrkräften würde sich das Lernen verbessern. Da müsste man nicht einmal das System groß ändern. Leider schaut es in der Realität an "normalen" Schulen anders aus. Da kommt vielleicht 1 Lehrer auf 100 Schüler. Unser Schulsystem krank doch oft nicht am System, sondern an der Tatsache, dass immer weniger Lehrer immer mehr Schüler unterrichten sollen und dabei nactürlich immer mehr den Schülern beibringen sollen.

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felertoifel 11.02.2010, 19:17
6. Opferkinder

@cosmo72 "Priesteropferkinder"

... wäre ja auch verwunderlich, wenn jetzt nicht bei allen passenden und unpassenden Gelegenheiten die geistlichen Kinderschänder auftauchten.

... in Klein- und Kleinstgruppen wird n.b. viel öfter missbraucht als in Großgruppen, siehe Familien, Sportvereine, Freizeitgruppen, Therapeutengruppen ...
da wäre eine Schülergruppe von 8 - 10 Schülern eigentlich eher geeignet als eine Klassengruppe mit 30 - 36 Schülern.

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frau trallala 11.02.2010, 19:18
7. lächerliches Konzept

Sicher gefällt es vielen Kindern in so einer Schule besser wenn man nichts leisten muss und immer machen kann was man will. Bestimmt treibt sie auch ihre Neugier dazu, etwas zu lernen.

Aber mal ehrlich. Das Leben funktioniert nicht so. Man kann nicht immer tun und lassen was man will. In der Realität existiert Leistungsdruck und spätestens wenn das Kind später einmal Karriere machen oder Studieren will, wird es damit konfrontiert.

Abgesehen davon ist ein Kind sicher nicht in der Lage, vorherzusehen welche -vielleicht momentan langweiligen- Dinge es fürs spätere Leben braucht und das ist meiner Meinung nach der wichtigste Kritikpunkt.
Ich fand wie viele andere auch z.B. Mathematik stinklangweilig und doof und hätte alles getan, diesen verhassten Schulstunden aus dem Weg zu gehen.
Ich hatte damals weder eine Idee was ich später einmal machen möchte geschweige denn eine Vorstellung welche Grundlagen dafür benötigt werden. Das hat kein Kind.

Ich wäre der Mathematik (vor allem der höheren, weniger anschaulichen) aus dem Weg gegangen. Nun studiere ich Neurobiologie, die mathematischen Anforderungen sind teilweise sehr hoch und an der Uni nimmt sich sicher keiner die Zeit, einem die Grundlagen beizubringen, schon gar nicht wenn mehrere Schuljahre Grundwissen fehlen. Darauf wird dort keine Rücksicht mehr genommen und ich kann auch nicht sagen "nö ich hab keine Lust auf Mathe"...

Kurz gesagt: Wäre ich auf so einer Schule gewesen, hätte ich vielleicht eine stressfreiere, spaßigere Schulzeit gehabt, könnte mein Studium aber mit Sicherheit vergessen.

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makutsov 11.02.2010, 19:28
8. Ergebnis abzusehen

Das Ergebnis ist doch abzusehen. Diese Form wird einige erfolgsangetriebene Gute Leute produzieren, die von der Freiheit profitieren, und eine Menge Versager, die das laue Leben ausnutzen. Gabs doch bereits bei dieser demokratischen Abiklasse und anderswo. Die tatsache, dass kein Kind das harte Leben kennt, bevor es die Schule abschließt, bedingt doch, dass viele den Ernst der Lage nicht mal ansatzweise begreifen. Per Du und in Socken. Was für ein Blödsinn. Mehr Lehrer mit besserer Ausbildung und regelmäßiger Evaluation und schon geht es auch in der normalen Schule.

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deinspiegel 11.02.2010, 19:28
9. hier

hier auf SPON war doch auch ein interview mit einem ehemaligen summerhill schüler der die schule gelobt hat, sein eigenes kind dann aber doch lieber auf eine "normale" schule geschickt hat. fand ich ganz interessant. ich glaube, das man kindern noch nicht so viel verantwortung für das eigene denken und handeln aufdrücken sollte, unter diesem druck könnten sie genauso leiden wie "normale" schüler unter dem erfolgsdruck. nur haben sie keine chance sich darüber zu beschweren, denn offiziell können sie ja "machen, was sie WOLLEN".

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