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Schule vs. Smartphones: "Handyverbote sind von gestern"
DPA

Wenn ohnehin jeder Schüler ein Smartphone dabei hat, sollten Schulen die Geräte auch im Unterricht einsetzen. Das fordert die Bremer Bildungssenatorin Claudia Bogedan im SPIEGEL.

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taglöhner 12.11.2016, 10:06
1. Wow, Ganz nah am Fortschritt

Aber warum gehen bei mir dann immer die roten Lämpchen an, wenn etwas zur Bildung aus Bremen kommt?
Ach so, ja, wegen PISA, IQB etc.

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hzj 12.11.2016, 10:25
2. Anerkennung der Realität

Die Idee ist absolut richtig. Warum sollen Schüler zusätzlich zum Smartphone auch noch teure Taschenrechner, Lexika, Atlanten, Formelsammlungen usw kaufen? Noch besser wäre, sich an den Schulen auf einheitliche Tablets zu einigen und dann auch die Schulbücher digital verfügbar zu haben.
Derzeit sind (bildungsfernere) Schüler jedoch oft empört, wenn ein Lehrer verlangt, dass sie zugunsten einer Office App, eines Lexikons o. ä. auf kostbaren Speicherplatz für Musik, Fotos und Videos verzichten. So treffen und ergänzen sich die Empörungen der Schüler mit denen der um ihre Gewinne fürchtenden Schulbuchverleger, der Internet unkundigen Lehrer, Politiker, Eltern, Redakteure, Kommentatoren. Und die Chancen und Möglichkeiten werden weiter verpasst.

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reader0815 12.11.2016, 10:42
3. Frau Bogedan = 0 Stunden Unterrichtserfahrung

Es ist doch immer wieder erschreckend, welche halbausgegorenen Forderungen aus den Kultusministerien an die Schulen dringen. Mit den teils widersprüchlichen und komplexen Konsequenzen können sich ja die Lehrer vor Ort beschäftigen. Schnelles Handy oder langsames, hohe Akkukapazität oder niedrige, Daten-Flatrate oder keine, Apps per Verpflichtung installieren oder nicht??? Wie kann kontrolliert werden, ob Spiele, WhatsApp usw laufen, ob gefilmt oder mitgeschnitten wird? Alles praktische Fragen, auf die dann aus den Ministerien Antworten schuldig bleiben. Das soll dann gerne operativ vor Ort entschieden werden. Man ist nur für die Überschriften zuständig. Es wäre generell sinnvoll, wenn Verantwortliche für Bildung auf eine mehrjährige Unterrichtspraxis verweisen könnten. So manch eine unausgegorene Schnapsidee bliebe den Kollegen in der Praxis vermutlich erspart.

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sok1950 12.11.2016, 11:13
4. Hat tatsächlich

Einfach mal eine Behauptung in die Welt setzen und daraus etwas konstruieren.
So geht offensichtlich Journalismus heute.
Am besten noch Fratzenbuch &Co. verpflichtend für alle Schüler - hops sind wir in einer Welt, in der neben (Marken-) Kleidung nun auch die technische Ausstattung über den Schulerfolg entscheidet.
Offensichtlich hat die Bildungssenatorin noch nie unterrichtet.

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captalfa 12.11.2016, 11:20
5. Smartphone im Unterricht??

Kann mir mal jemand erklären, wozu es gut sein sollte, Schüler ihre Handys im Unterricht benutzen zu lassen?
Die Schule ist dazu da, Wissen zu vermitteln, zu lernen - und zwar für das Leben. Die schon seit gefühlten Jahrzehnten andauernde Misere an deutschen Schulen beruht nicht zuletzt auf den schier endlosen Experimenten in vielerlei Form und Hinsicht, die auf dem Rücken der Schüler ausgetragen wurden - und sicherlich nicht zu deren Vorteil. Ausserdem an der unsäglichen föderalen Struktur in unserem "Bildungs"system, bei der jedes Bundesland sein eigenes Süppchen kochen konnte und dies auch getan hat. Mit dem Ergebnis, dass ein in HH oder HB erlangtes Abitur in Bayern teilweise nicht anerkannt bzw. abgewertet wurde/wird...
Nun also Handys im Unterricht? Das muss ich wirklich nicht mehr verstehen...
Wäre ich Lehrer, würde jeder Schüler sein Handy zu Unterrichtsbeginn abgeschaltet bei mir abzugeben haben. Nach Unterrichtsende würden sie selbstverständlich wieder zurückgegeben werden.

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Räuber Hotzenplotz 12.11.2016, 11:23
6. Und was ist das Lernziel?...

besser zu daddeln oder irgendwelche Schwachsinns-Apps zu installieren? Es ist eine Mär, daß die Kinder durch forcierten Smartphone-Einsatz auch in der Schule in irgendweiner Weise besser auf's Leben vorbereitet werden. Zum einen kennt sich eh schon fast jeder mit dem Smartphone aus, zum anderen sollten die Kids lieber mehr draußen sein und unbeschwert Unsinn machen können, zumindest bis zum Eintritt ins Hamsterrad. Ganz zu schweigen von den Augen - permanente Smartphone-Nutzung führt nur dazu, daß alle schon als Teenager eine Sehhilfe brauchen; kann man in Korea und Japan schon jetzt live sehen.

Im übrigen: Bremen sollte sich erstmal auf die Basics konzentrieren, damit sie die abonnierte rote Laterne in den Bildungsstudien abgeben können; das Smartphone wird dabei leider überhaupt nicht helfen.

Schlimm, wenn Politiker, die von fast nichts Ahnung haben außer Berufspolitker zu sein, mit unseren Kindern rumexperimentieren dürfen.

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derbarde 12.11.2016, 11:56
7. Die Realität

@hzj: Wenn hier schon die "Realität" bemüht wird, dann bitte auch vollständig. Denn hinter der Idee zur Digitalisierung der Schule steckt eine riesige Lobby. Ich habe das selbst erlebt, als ich Dozent der von der EU vor ein paar Jahren ausgerufenen Schulungsreihe "Medienkompetenz für Erzieher und Erzieherinnen" war, die u.a. über die Volkshochschulen abgewickelt wurde. Handys sind als Unterrichtsmittel aufgrund der Displaygröße völlig untauglich. Mag die grafische Anzeigequalität auch immer besser werden - Versuche, beispielsweise die Kriegsregionen im Nahen Osten im Überblick auf den Schirm zu bekommen, müssen scheitern. Ab einer Bildschirmdiagonale von 27"(!) lasse ich diesbezüglich mit mir darüber reden. Digitalisierung ist nicht per se besser. Das ist genau das, was man uns seit Jahren einredet. So hat zum Beispiel das Erlernen und Üben der Handschrift eine wichtige Funktion im Zusammenhang mit der Gehirnentwicklung. Tippen ist etwas ganz anderes als die feinmotorische Fertigkeit, Buchstaben und Wörter leserlich zu Papier zu bringen. Neben meinem (erlernten) Beruf als EDV-Dozent erlebe ich in meinem zweiten Beruf, dem des Musikers und Gitarrenpädagogen, wie sehr manuelle Fähigkeiten über die 35 Jahre meiner Tätigkeit insgesamt abgenommen haben. Und "Handfertigkeiten" sind immer auch Fertigkeiten des Gehirns. Ich bin gewiss kein Maschinenstürmer, nutze selbst den PC (mit 27"-Schirm) als Kreativ- und das Tablet als Arbeitsmaschine für das Alltägliche. Das Smartphone spielt bei mir eine nachgeordnete Rolle, weil es mir - wie gesagt - den Umgang mit komplexer Information verwehrt. Und genau deshalb halte ich auch nichts von seinem Einsatz im Unterrichtsgeschehen.

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idee342 12.11.2016, 12:00
8. Gegen zu viel neue Technik im Unterricht!

Aus eigener Erfahrung lernt man immer noch am besten durch mitschreiben mit der Hand und gleichzeitige Erklärung durch den Lehrenden. Nicht umsonst gibt es bei den komplizierten Uni fächern (Mathematik/Energietechnik) immer noch große Anteile zum selber mitschreiben in der Vorlesung. Zwingt die Studenten viel mehr sich auf den Stoff zu konzentrieren als das durchklicken einer PP-Präs oder andere modernere Lehrmethoden. Da kann man als Student auch nebenbei mal sonst was machen. Besser wäre noch Einzelunterricht aber das halte ich für nicht realisierbar.
Den Umgang mit Smartphones etc kann man in der schule ansprechen, aber eher am Rande und im Zusammenhang mit einem vernünftigen Umgang. Da sollten meiner Meinung nach aber ein paar Stunden reichen. Sinnvoller wären da schon eher richtige Informatik Kurse die vielleicht mit Excel etc starten und dann in die Programmierung Java C++ übergehen.

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keinname100 12.11.2016, 12:15
9.

Zu Hause haben wir, ich und meine beiden Teenager, das Handy zum Lernen und bei den Hausaufgaben natürlich schon ausprobiert. Nach anfänglicher Begeisterung sind die Kinder wieder auf angeblich nicht mehr zeitgemäße Lernmethoden umgeschwenkt, z.B. Zettelkasten für Vokabeln. Jetzt haben sie erst erkannt, wie gut und praktisch der ist.

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