Forum: Leben und Lernen
Schule vs. Smartphones: "Handyverbote sind von gestern"
DPA

Wenn ohnehin jeder Schüler ein Smartphone dabei hat, sollten Schulen die Geräte auch im Unterricht einsetzen. Das fordert die Bremer Bildungssenatorin Claudia Bogedan im SPIEGEL.

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lisaspiong 12.11.2016, 12:53
10.

Ich binn nicht besonders gut im Umgang mit meinem Handy und meinem Computer. Ich kann zwar schon einiges machen, aber wenn ich mal etwas besonderes machen will fehlt mir das Wissen. Ich habe mich auf meiner Schule in Informatik eingewählt, um das zu endern und obwohl ich nicht besonders gut mit Word oder Exel auskenne war ich wesentlich besser als meine Lehrerin.
Wie soll eine Lehrerin, die nicht mal halbwegs mit Word klarkommt eine solche umrüstung organisieren? Man kann jetzt natürlich sagen, das man Experten anwerben würde u.s.w. aber an meiner Schule gibt es ja noch nicht mal geld für neue Bunsenbrenner. Ganz zu schweigen von einem funktionierenden Internet.
Wenn der Staat Geld in die Hand nehmen würde um soetwas zu ändern fände ich es eigentlich nicht schlecht, aber zumindest an meiner Schule gäbe es wichtigere sachen zu machen.
Ich war für Schüleraustausche jetzt schon an Schulen in Russland, Kazakstan und Australien und alle haben es so viel besser hingekriegt mit der Digitalisierung als wier. Es ist also möglich, aber nicht ohne Geld.

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hzj 12.11.2016, 12:55
11. @der Barde und andere Skeptiker

Die Schüler haben immer größere Smartphones, 4" sind längst Geschichte. Lesen auf den über 5" Displays ist problemlos möglich, Inhalte müssen der Displaygröße entsprechend dargestellt werden, dass ist aber eine Aufgabe des Mediengestalters und sichert auch die Einnahmen der Lehrmittelverlage. Im weiteren Verlauf meines obigen Beitrags empfehle ich (aus mehrjähriger eigener Unterrichtserfahrung) auch die Nutzung von Tablets, die dann mit 8" bis 10" Schirmen perfekte Schrift- und Grafikdarstellungen mitbringen. Neben Daddel- und Schwachsinnsapps gibt es reichlich sinnvolle und förderliche Programme. Die Nutzung eines Smartphones oder Tablets hindert auch nicht, seine Aufgaben und Unterrichtsprotokolle auf Papier zu schreiben. Die neuen digitalen Medien sollen den Unterricht unterstützen, aber natürlich nicht alle anderen Medien ersetzen. Wer das behauptet, hat Schule, Lernen und Lehren nicht verstanden. Übrigens, gegen die Einführung der Taschenrechner in den 80er Jahren wurde genau so argumentiert, wie heute gegen die Einführung und Nutzung der privaten smarten Geräte. Ich arbeite zuhause auch an einem 27" iMac, habe daneben zusätzlich noch einen 20" Monitor stehen. Darauf bereite ich meinen Unterricht und meine Vorträge vor, aber die brauche ich nicht zum Präsentieren oder zum Verteilen auf digitale Endgeräte. Jedes Gerät dieser Art hat seinen Verwendungszweck und wenn einzelne Besserwisser das nicht erkennen und die Möglichkeiten und Chancen ignorieren, ist die bewusste und geplante Nutzung der Technik trotzdem sinnvoll und notwendig, kann aber nur ein Baustein eines Gesamtkonzeptes sein, mit dem Deutschland aus Bildungskatastrophe wieder herauskommt.

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farbkasten 12.11.2016, 13:00
12. Sabotage der Lerntypen

In meinen Augen kompletter Blödsinn über Handy oder PC "lernen" zu wollen/ sollen.
Geht man von den vier Lerntypen (visuell, auditiv, kommunikativ, motorisch) aus, muss man klar die Schlussfolgerung ziehen, dass alle vier dabei auf der Strecke bleiben. Selbst Schüler, die dem "visuellen Typ" entsprechen, also über sowas wie ein "fotografisches Gedächtnis" verfügen, profitieren nicht vom Smartphone, weil es da nicht beispielsweise "den Absatz rechts oben - unter der Grafik in der Mitte des Buchs" geben kann, er weicht der Beliebigkeit des digitalen Blätterns.
Es braucht fähige, engagierte Lehrkräfte mit Freude am Erklären, Zeit, gute (nicht mit Grafiken und bunten Bildern überfrachtete) Bücher, kleine Klassen und kleine Migrantenanteile innerhalb der Klassen, dann wären wir mal wieder auf einem guten Weg.
Aber das kostet natürlich mehr Geld als das Smartphone, das die Schüler eh schon haben, schade ja.

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Knossos 12.11.2016, 13:15
13. Wenn schon marode Gebäude und Lehrermangel,

dann kann man doch auch 5 Mrd. für etwas von fraglichem, abstrakten Wert ausgeben.
Das scheint Sinn zu machen für Menschen in verantwortlicher Position, die selbst nicht ausreichend gebildet sind. Postenkungelei, ick liebe dir.

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montecristo 12.11.2016, 13:33
14. Gerne

Zitat von captalfa
Kann mir mal jemand erklären, wozu es gut sein sollte, Schüler ihre Handys im Unterricht benutzen zu lassen? Die Schule ist dazu da, Wissen zu vermitteln, zu lernen - und zwar für das Leben.
Das Handy ist Bestandteil eines jeden Menschen geworden und kann selbstverständlich auch im positiven Sinne als Unterstützung zur Wissensgenerierung genutzt werden. Ich lasse das Handy beispielsweise im Englischunterricht nutzen (z.B. Wörterbuch, Aussprache), damit sie lernen auch selbständig Englisch lernen zu können (sofern sie denn wollen).
Aber es ist in er Tat erschreckend zu sehen, wie gering die Medienkompetenz der Schüler ist. Die meisten sind nicht in der Lage Wissen zu "ergoogeln" oder nützliche Programme zu finden bzw zu nutzen. Für den Großteil der Schüler besteht der Sinn des Smartphones in der SocialMedia. Von daher macht es durchaus Sinn, den Schülern zu zeigen, wie man ein Smartphone auch sinnvoll nutzen kann. Wäre das nicht für das Leben?

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dbeck90 12.11.2016, 13:51
15. Natürlich...

Und da wird keiner auf die Idee kommen, stundenlang in Facebook zu "recherchieren". Ich höre ja viel blödsinn, Trump wird bspw. Präsident. Aber wenn man die Benutzung des Smartphones im Unterricht zulässt, wird dieser um 30% ineffizienter (Ähnlich eines Bürojobs, wenn der Chef nicht gerade hinsieht). Nur das es hier darum geht einen anständigen Abschluss für den Job zu erreichen!

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t-gaer 12.11.2016, 14:01
16. Sonst geht's noch?

Liebe Lehrer und Kultussenatoren,
bringt den Kindern lieber erstmal anständig Lesen, Schreiben und Rechnen bei. Ohne Rechtschreibfehler findet Google auch, wonach man sucht. Gerne dürfen die Schulen ein Fach wie Medienkompetenz einführen, dafür könnte Religion, Sport oder Musik aus dem Lehrplan gestrichen werden. Ansonsten frage ich mich ernsthaft, ob Frau Bogedan nicht ein wenig mit ihren Aufgaben unter- oder gar überfordert ist. Neuland und so.

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Garda 12.11.2016, 14:02
17. Jein

Zitat von montecristo
Das Handy ist Bestandteil eines jeden Menschen geworden und kann selbstverständlich auch im positiven Sinne als Unterstützung zur Wissensgenerierung genutzt werden. Ich lasse das Handy beispielsweise im Englischunterricht nutzen (z.B. Wörterbuch, Aussprache), damit sie lernen auch selbständig Englisch lernen zu können (sofern sie denn wollen). Aber es ist in er Tat erschreckend zu sehen, wie gering die Medienkompetenz der Schüler ist. Die meisten sind nicht in der Lage Wissen zu "ergoogeln" oder nützliche Programme zu finden bzw zu nutzen. Für den Großteil der Schüler besteht der Sinn des Smartphones in der SocialMedia. Von daher macht es durchaus Sinn, den Schülern zu zeigen, wie man ein Smartphone auch sinnvoll nutzen kann. Wäre das nicht für das Leben?
Das beobachte ich auch, dass das Smartphone fast ausschließlich für Social Media etc. genutzt wird. Wiederholt habe ich festgestellt, dass nicht mal die App für den ÖPNV bekannt ist. Immer großes Erstaunen, wenn am Bahnsteig festgestellt wird, dass die S-Bahn ausfällt.
Nur, wie schon in einem anderen Beitrag zu lesen war, die Versuchung, im Unterricht, doch die WhatsApp-Post in Ruhe zu lesen, dürfte zu groß sein, um sich dem eigentlichen Sinn und Zweck zu widmen.

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Johan_Fremerey 12.11.2016, 14:24
18. Wozu überhaupt Schule?

Nach meiner möglicherweise ein wenig aus der Mode gekommene Vorstellung über denn Sinn der Schule sollte diese in erster Linie der Erziehung zum logischen und abstrakten Denken dienen. Das sollte möglichst anhand von überschaubaren (!) Zusammenhängen in den Bereichen Sprache, Naturwissenschaften und Gesellschaftslehre vermittelt und geübt werden. Mir ist nicht ganz klar, in welcher Weise die durch das Internet vermittelte unübersehbare Flut von Informationen an dieser Stelle hilfreich sein kann.

Ich fürchte eher das Gegenteil und die m.E. völlig unangemessene Überbewertung von Informationen gegenüber den Fähigkeiten zum selbständigen Denken seitens unserer Bildungspolitiker. Diese Überbewertung fing ja bereits vor Jahrzehnten mit der Lehrmittelfreigabe an und führte zu einer fortschreitenden Herabwürdigung der persönlichen Wissensvermittlung durch den Lehrer und - so denke ich - letztlich auch zu einem entsprechenden Verlust des gesellschaftlichen Ansehens dieses Berufsstands. Die nach meiner Erfahrung besten Lehrer für mich und unsere Kinder waren diejenigen, die weitgehend ohne Lehrbuch auskamen.

Den Umgang mit Smartphones und, wie man sich mit deren Hilfe Informationen beschafft, muss man den Kindern nicht beibringen. Man sollte sie aber gewiss im Rahmen der sozialen Unterrichtsfächer darauf aufmerksam machen, dass viele Informationen der Desinformation dienen.

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Johan_Fremerey 12.11.2016, 14:25
19. Wozu überhaupt Schule?

Nach meiner möglicherweise ein wenig aus der Mode gekommene Vorstellung über denn Sinn der Schule sollte diese in erster Linie der Erziehung zum logischen und abstrakten Denken dienen. Das sollte möglichst anhand von überschaubaren (!) Zusammenhängen in den Bereichen Sprache, Naturwissenschaften und Gesellschaftslehre vermittelt und geübt werden. Mir ist nicht ganz klar, in welcher Weise die durch das Internet vermittelte unübersehbare Flut von Informationen an dieser Stelle hilfreich sein kann.

Ich fürchte eher das Gegenteil und die m.E. völlig unangemessene Überbewertung von Informationen gegenüber den Fähigkeiten zum selbständigen Denken seitens unserer Bildungspolitiker. Diese Überbewertung fing ja bereits vor Jahrzehnten mit der Lehrmittelfreigabe an und führte zu einer fortschreitenden Herabwürdigung der persönlichen Wissensvermittlung durch den Lehrer und - so denke ich - letztlich auch zu einem entsprechenden Verlust des gesellschaftlichen Ansehens dieses Berufsstands. Die nach meiner Erfahrung besten Lehrer für mich und unsere Kinder waren diejenigen, die weitgehend ohne Lehrbuch auskamen.

Den Umgang mit Smartphones und, wie man sich mit deren Hilfe Informationen beschafft, muss man den Kindern nicht beibringen. Man sollte sie aber gewiss im Rahmen der sozialen Unterrichtsfächer darauf aufmerksam machen, dass viele Informationen der Desinformation dienen.

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