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Schule vs. Smartphones: "Handyverbote sind von gestern"
DPA

Wenn ohnehin jeder Schüler ein Smartphone dabei hat, sollten Schulen die Geräte auch im Unterricht einsetzen. Das fordert die Bremer Bildungssenatorin Claudia Bogedan im SPIEGEL.

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josipawa 12.11.2016, 18:22
30.

Tja, es ist halt leider so, dass Smartphones (wie auch die allermeisten Elektronikgeräte) im Unterricht vor allem dem Konsum dienen und nicht der Arbeit. Man kann damit "recherchieren" (rumsurfen) und vieles vieles mehr. Man wird dann bei ernsthafter Beschäftigung mit der Materie bald erkennen, dass der Umgang mit Spielzeug und Arbeiten zwei unterschiedliche Dinge sind.
Nun, so bleibt es halt an den Eltern aus dem Bürgertum und der Mittelschicht, die Nicht-Bildungspolitk der Bildungspolitiker durch häusliches Engagement zu kompensieren, während die Bildungspolitiker den Werbeverkaufsversprechen der Industrie auf den Leim gehen. Übrigens verschärft genau das die Gräben zwischen sozial Schwachen, Bildungsfernen und denjenigen Kindern mit gebildeten Eltern, worauf die Bildungspolitiker üblicherweise reflexartig über die Verhältnisse an den Schulen schimpfen, die sie selbst zu verantworten haben.
Und noch was ist ja so was Schönes: Das Lehrer-Bashing - Denn alle waren ja mal irgendwie auf einer Schule, können also total mitreden, wohingegen "die" Lehrer noch nicht mal wissen wie man Internet schreibt. Das mag für solche Lehrer gelten, die dann in der Politik landen, wohl eher nicht für solche, die ihrem Beruf ernsthaft nachgehen.

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holy10 12.11.2016, 18:25
31. Ahja

Zitat von montecristo
Ja, es gibt auch sehr gute Dokumentationen und für den Englischunterricht gibt es wunderbare Unterrichtsmaterialien wo ein Fernseher nötig ist. Die Fernsehkompetenz stärken liegt in meinen Augen im Aufgabenbereich der Eltern. .... Nochmal: Non vitae, sed scholae discimus!! Ich kann doch nicht so tun als ob es dieses Medium nicht geben würde. Da macht man sich doch lächerlich. Und außerdem werden die Schüler das Internet und Smartphone eh nutzen . Da ist es doch nur recht, wenn man aufzeigt wie man es produktiv nutzen kann.
"Die Fernsehkompetenz stärken liegt in meinen Augen im Aufgabenbereich der Eltern. "

Aber beim Smartphone nehmen sie die Schule in die Pflicht. Sie messen da mit zweierlei Maß. Vielleicht ja sogar zu recht, aber akzeptieren sie bitte auch andere Meinungen, anstatt Menschen die ihnen nicht beipflichten in die Steinzeit zu katapultieren. Das ist ganz schlechter Diskussionsstil.

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montecristo 12.11.2016, 18:59
32. Steinzeit

Zitat von holy10
"Die Fernsehkompetenz stärken liegt in meinen Augen im Aufgabenbereich der Eltern. " Aber beim Smartphone nehmen sie die Schule in die Pflicht. Sie messen da mit zweierlei Maß. Vielleicht ja sogar zu recht, aber akzeptieren sie bitte auch andere Meinungen, anstatt Menschen die ihnen nicht beipflichten in die Steinzeit zu katapultieren. Das ist ganz schlechter Diskussionsstil.
Für den Begriff "Steinzeit" habe ich mich bereits im Post entschuldigt.
Selbstverständlich ist auch das Elternhaus in der Pflicht, wenn es um das Smartphone geht (zur Erziehung gehört die ganze Gesellschaft...). Da die Schüler aber in der Regel kein Fernseher mit in die Schule schleppen, ist das durchaus ein Unterschied. Schon mal den Begriff "Medienkompetenz" gehört? Nein? Nun, das gehört zu den Pflichten eines Lehrers. Und dazu gehören auch Smartphone, Fernseher, Laptop (incl Software) usw. Insoweit ist mein Handeln vom Land (richtigerweise) auch gewollt.
Ob Sie mir glauben wollen oder nicht, der Einsatz vom Smartphone kann! positiv sein, sofern dieser beaufsichtigt und angeleitet ist. Man muss halt nicht immer negativ über die Schüler denken, aber zugegeben eben auch nicht blauäugig.

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holy10 12.11.2016, 19:34
33. Wenn das Wörtchen wenn nicht wär

Zitat von montecristo
Für den Begriff "Steinzeit" habe ich mich bereits im Post entschuldigt. Selbstverständlich ist auch das Elternhaus in der Pflicht, wenn es um das Smartphone geht (zur Erziehung gehört die ganze Gesellschaft...). Da die Schüler aber in der Regel kein Fernseher mit in die Schule schleppen, ist das durchaus ein Unterschied. Schon mal den Begriff "Medienkompetenz" gehört? Nein? Nun, das gehört zu den Pflichten eines Lehrers. Und dazu gehören auch Smartphone, Fernseher, Laptop (incl Software) usw. Insoweit ist mein Handeln vom Land (richtigerweise) auch gewollt. Ob Sie mir glauben wollen oder nicht, der Einsatz vom Smartphone kann! positiv sein, sofern dieser beaufsichtigt und angeleitet ist. Man muss halt nicht immer negativ über die Schüler denken, aber zugegeben eben auch nicht blauäugig.
"Für den Begriff "Steinzeit" habe ich mich bereits im Post entschuldigt."

Das macht es auch nicht besser, denn sie zeigen ja offen, dass sie jmd. der sich gegen das Smartphone als Lehrmittel ausspricht, für sie von vorgestern ist und sie eine weltoffene und moderne Person sind. Damit erniedrigen sie ihren Gegenüber und das kann keine Grundlage für eine Diskussion sein. Aber ist auch egal.

Zu ihrem Beitrag:

"Ob Sie mir glauben wollen oder nicht, der Einsatz vom Smartphone kann! positiv sein, sofern dieser beaufsichtigt und angeleitet ist. "

Das mag ihre ganz persönliche Erfahrung sein, aber von einer Einzelmeinung lasse ich mich jetzt nicht so beeindrucken. ICh nehme sie aber gern zur Kenntnis. Aber wieviele der Lehrer die sie perönlich kennen halten sie für fähig einen Unterricht mit Smartphone kompetent zu beaufsichtigen und zu leiten? Das ist kein Vorwurf an die Lehrer und auch keine Aussage das man das nicht noch lernen kann. Aber derzeit sind meiner Erfahrung nach maximal 10% der Lehrerschaft fähig soetwas zu leisten. Deshalb bevor man das Smartphone fordert, erstmal die Lehrer fördern!

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lachina 12.11.2016, 19:36
34. Wahre Gründe

Der Grund, weshalb Smartphones am Gymnasium meiner Töchter verboten wurden, waren illegales Mitfilmen im Unterricht, Cybermobbing und böse Streiche, deren Opfer gefilmt und die auch über Sozial Media geteilt wurden.

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holy10 12.11.2016, 19:55
35. Wichtiger Punkt

Zitat von lachina
Der Grund, weshalb Smartphones am Gymnasium meiner Töchter verboten wurden, waren illegales Mitfilmen im Unterricht, Cybermobbing und böse Streiche, deren Opfer gefilmt und die auch über Sozial Media geteilt wurden.
Inwiefern das Smartphone den Unterricht und das Schulleben insgesamt stört, sollte auch ein Aspekt der Diskussion über Smartphonenutzung sein. Denn es gibt, wie hier exemplarisch beschrieben, eben auch viele negative Folge.

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κριτ& 12.11.2016, 20:00
36. Eine Gefahr für den Bildungserfolg

Zitat von montecristo
Da sind wir eben anderer Meinung. Ich befinde mich halt nicht in der Steinzeit (sorry für die harten Worte, aber die passen hier...) und nutze sämtliche Medien, solange diese für das erreichen des Lernziel nützlich sind. Da die Schüler tatsächlich auch außerhalb der Schule mit Englisch in Kontakt treten können, halte ich es für durchaus hilfreich den Schülern zu zeigen, wie man das Smartphone außerhalb der Schule in solchen Situationen nutzen kann. Ich verstehe auch ihre Vorbehalte nicht. Man kann jederzeit und überall ein digitales Wörtebuch aufschlagen (wo liegt der Unterschied zum Papier? Digital ist schneller!) und Idiome nachschlagen. Man kann jederzeit und überall hören wie ein bestimmtes Wort ausgesprochen wird, man kann hunderte Übungen kostenlos nutzen etc. Der Unterschied zum Papier ist hier oft gering. Letzlich ist das Papier eben digital.
Sie scheinen zwar besonders "medienkompetent" zu sein, einen blassen Schimmer davon, wie ein Lernprozess funktioniert - und wie er nicht funktioniert! -, haben Sie jedoch offenbar nicht.
Das Nachschlagen im Wörterbuch an sich ist eine Kompetenz, die das Lernen beeinflusst, da man mit System nachschlagen und nicht lediglich ein Wort in ein Suchfeld eintippen muss. Gerade die Tatsache, dass es mühsam ist, ein Wort nachzuschlagen, erhöht einerseits die Notwendigkeit, einen soliden, verfügbaren Wortschatz aufzubauen, und schult andererseits die Fähigkeit, ein Wort zu umschreiben; ohnehin werden meistens nur Englisch-Englisch Wörterbücher benutzt, die die lexikalischen Fähigkeiten wesentlich besser schulen als das stumpfe "Nachschlagen" im Internet, das keinen Lerneffekt bietet.
Auch die ständige Verfügbarkeit einer korrekten Aussprache als Audiodatei schädigt den Spracherwerb nachhaltig, da die Kenntnis des phonetischen Alphabets so zur Nebensache wird und den Schülern damit ein ungemein hilfreiches Werkzeug genommen wird.
Wie Sie sehen, ist die digitale Version keinesfalls eine "bessere" oder "schnellere" Version des Papiers, im Gegenteil: Entscheidende Vorteile werden vernichtet, die ständige Verfügbarkeit minimiert die Notwendigkeit des Verinnerlichens und Auswendiglernens grundlegender sprachlicher Elemente - dies wurde auch schon als "Google effect" wissenschaftlich erforscht und nachgewiesen (Quelle: http://science.sciencemag.org/content/333/6043/776).
Es ist bezeichnend für unsere Bildungslandschaft, dass man "Reformpädagogen" wie Sie auf die Schüler loslässt und rücksichtslos zu deren Verblödung beiträgt. Es ist die feige Anbiederung an den links-grünen Zeitgeist, die zur Senkung des Niveaus an den Schulen führt und den starken Schülern die Chance zur Ausschöpfung ihres Potentials nimmt.

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bali64 12.11.2016, 20:04
37. kein Smartphone

Ein Smartphone ist für den Einsatz im Unterricht nicht geeignet. Es hat ein viel zu kleines Display, keine richtige Tastatur und es besteht die Möglichkeit, nebenbei alle möglichen anderen Funktionen zu nutzen (nicht nur Facebook & Co, sondern auch heimliches Filmen usw.). Dazu kommt, das auf den unterschiedlichen Modellen nicht alle Programme (bzw. Apps) laufen. Soll die Schule deshalb jedem Schüler ein Handy oder Tablet kaufen?
Dafür gibt es PCs. Und nicht jede Unterrichtsstunde sollte vor einem Bildschirm verbracht werden.
Übrigens kenne ich keine jungen Menschen (und nur wenige ältere), die mit dem PC gut umgehen können, aber mit dem Handy oder Tablet nicht klarkommen. Dieses Wissen bringen sich Schüler untereinander bei.

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bali64 12.11.2016, 20:17
38. @36

Volle Zustimmung!!!

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Rahvin 12.11.2016, 21:01
39.

Das Problem ist doch bei der Nutzung des Smartphones weniger, dass die Kinder nicht wissen, wie man es bedient, das Problem ist eher, dass sie nicht wissen, wofür man es nutzen kann. Handyspiele, Snapchat, Facebook - wo liegt da Erkenntnis- oder Wissensgewinn? Ja, das Internet ist auch ein Hort des Wissens, es ist aber in den meisten Fällen einfach nur ein Ort, an dem man sinnlos seine Zeit verplempert. Das braucht man im Unterricht nicht wirklich; vor allem die Aufmerksamkeitsspanne, die in den meisten Fällen doch recht überschaubar ist, wird man so nicht sonderlich nutzen oder ausweiten können. Und dann kommt so ein Vorschlag aus Bremen - da sollten die Alarmlämpchen angehen.

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