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Schule vs. Smartphones: "Handyverbote sind von gestern"
DPA

Wenn ohnehin jeder Schüler ein Smartphone dabei hat, sollten Schulen die Geräte auch im Unterricht einsetzen. Das fordert die Bremer Bildungssenatorin Claudia Bogedan im SPIEGEL.

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HerrH. 13.11.2016, 10:01
50. Ein weiterer lebensfremder Vorschlag

Warum sind Handys verboten an Schulen? Weil Lehrer altmodisch sind und keine Lust auf Technik und Neues haben? Oder doch eher weil Schüler mit den Dingern Mist machen und wir als Schulen unsere Schüler schützen wollen? Ich bin 33 und dachte zu Beginn meiner Karriere auch dass man Smartphones ja voll toll nutzen kann. Nach 3 Monaten Schule bin ich nun einer der größten Handyhasser in der Schule, wobei ich mein eigenes Handy liebe. Aber nachdem Schüler andere gefilmt haben beim Umziehen, Bilder von Schülern und Lehrern gepostet haben übrigens auch Nacktbilder. Schlägereien gefilmt wurden usw., weiß ich nun die Mistdinger gehören nicht in die Schule. Meine eigene Klasse darf daher nie ans Handy ausser sie wollen mir mal etwas zeigen.

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chiefseattle 13.11.2016, 10:19
51. zweifelhaft

Sicher gibt es Schüler, die ihr Smartphone sinnvoll benutzen. Leider gibt es aber auch viele Störenfriede. Eine Erlaubnis des Handys im Unterricht würde die Lehrer mit vielen Disziplinarmaßnahmen und eigener Autorität überfordern. Ein Verzicht auf Bücher ist Quatsch - ein Atlas bietet ungleich mehr Information als ein 5x5cm Display auf dem Handy. Außerdem: wie will man unterbinden, dass Klausuren einfach kopiert oder diktiert werden?

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Herbert Diess 13.11.2016, 11:41
52. Wacht endlich auf

Statt zig teuren Büchern, Taschenrechner etc. einfach ein schulisches iPad für jeden und fertig.

Nur wird das mittelalterliche Deutschland für die Umsetzung mal wieder mindestens 10 Jahre brauchen

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huz6789 13.11.2016, 12:11
53. Ungelöste Probleme benötigen aber ein Konzept

Es spricht im Grundsatz nichts gegen Einsatz von Smartphones im Unterricht, aber auf gar keinen Fall ohne Konzept auch für dessen Probleme:
1. Schüler sollen lernen, es als Arbeitsmittel einzusetzen. Ansonsten sind die Dinger wegen dem Ablenkungsfaktor vollkommen tabu. Welche Maßnahmen also, um das Tabu durchsetzen ? Die Lehrer kriegen das schon heute nicht hin.
2. Es braucht eine Lösung für Schüler, die kein Smartphone besitzen. Die dürfen keinerlei Nachteil haben.
3. Wie wird konkret verhindert, das große Konzerne (Telekom, Microsoft, Google, Hardwarehersteller) den Lehrmittelmarkt und die Gedanken- und Meinungsfreiheit über die Schulen monopolisieren ?
4. Es braucht eine spezifische Didaktik und Methodik und entsprechend ausgebildete Lehrer. Ja keine Beliebigkeit, sondern kommt nur Google und Wikipedia raus... und das auch nur im günstigsten Fall.

Ohne Konzepte dafür würde ich auf gar keinen Fall das Smartphone im Unterricht einsetzen.

Oh

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Tiananmen 13.11.2016, 14:02
54.

Zitat von montecristo
Ja, es gibt auch sehr gute Dokumentationen und für den Englischunterricht gibt es wunderbare Unterrichtsmaterialien wo ein Fernseher nötig ist. Die Fernsehkompetenz stärken liegt in meinen Augen im Aufgabenbereich der Eltern. Ich habe nicht gesagt, dass "alles bisherige schlecht ist". Ich nutze oft klassische Arbeitsblätter und Bücher. Auch dieses Medium sollen die Schüler nutzen können. Das Smartphone ist nur ein gelegentliches unterstützendes Medium, welches ich für Sinnvoll erachte. Da sind wir eben anderer Meinung. Ich befinde mich halt nicht in der Steinzeit (sorry für die harten Worte, aber die passen hier...) und nutze sämtliche Medien, solange diese für das erreichen des Lernziel nützlich sind. Da die Schüler tatsächlich auch außerhalb der Schule mit Englisch in Kontakt treten können, halte ich es für durchaus hilfreich den Schülern zu zeigen, wie man das Smartphone außerhalb der Schule in solchen Situationen nutzen kann. Ich verstehe auch ihre Vorbehalte nicht. Man kann jederzeit und überall ein digitales Wörtebuch aufschlagen (wo liegt der Unterschied zum Papier? Digital ist schneller!) und Idiome nachschlagen. Man kann jederzeit und überall hören wie ein bestimmtes Wort ausgesprochen wird, man kann hunderte Übungen kostenlos nutzen etc. Der Unterschied zum Papier ist hier oft gering. Letzlich ist das Papier eben digital. Nochmal: Non vitae, sed scholae discimus!! Ich kann doch nicht so tun als ob es dieses Medium nicht geben würde. Da macht man sich doch lächerlich. Und außerdem werden die Schüler das Internet und Smartphone eh nutzen . Da ist es doch nur recht, wenn man aufzeigt wie man es produktiv nutzen kann.
Gütiger Himmel, sagen Sie bloß nicht, dass Sie LehrerIn sind! Sie schaffen es ja kaum, einen Satz fehlerfrei einzutippen. Und grundlegende Dinge auseinanderzuhalten, ist auch nicht Ihre starke Seite: "Letztlich ist das Papier eben digital."! Wenn es Sie tröstet: die Monitoroberfläche ist analog ;- )

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florian1-44-1 13.11.2016, 14:19
55. Wer gegen den Einsatz von Smartphones ist

Die Frage des Einsatzes von Smartphones im Unterricht wurde auch kürzlich an unserer Schule diskutiert. Dabei stellten sich zwei Hindernisse heraus, an die ich nie gedacht hätte:
Wir dürfen von den Schülern nicht verlangen, dass sie ihr privates Datenvolumen für Aufgaben im Unterricht verwenden. Dies würde Schüler mit geringem oder gerade aufgebrauchtem Datenvolumen diskriminieren. Die Lösung wäre ein WLAN-Hotspot in der Schule, doch da sperren sich zum einen der Kreis (als Schulträger) sowie einige Eltern. Der Kreis fürchtet, dass die Schüler das WLAN für illegale Downloads und anderen Schindluder mißbrauchen. Einige Eltern befürchten wiederum, dass die Strahlung des WLAN bei ihren Kindern Krebs erzeugt. Diverse Gutachten, die ihre Befürchtungen bestätigen, haben die Eltern gleich dabei. Gegen solche Bedenkenträger kommt man einfach nicht an.

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frankfurtbeat 13.11.2016, 14:25
56. entweder ...

entweder sind die jetzt alle durchgeknallt oder ich verstehe die Welt nicht mehr ... grundsätzlich finde ich laptop´s oder pads ja in Ordnung um an die digitale Welt anzuknüpfen - diese sollten jedoch vorinstalliert und nicht ohne weiteres manipulierbar sein. Allerdings sehe ich die Verwendung von privaten mobiles aus unterschiedlichen Gründen eher kritisch. Zum einen nicht kontrollierbar was installiert ist zudem strahlen 30-40 mobiles permanent durchs Klassenzimmer. Meiner Meinung nach sollten mobiles nichts an einer Schule zu suchen haben ... reicht es denn nicht wenn die kids den restlichen Tag an dem Teil hängen und nicht mehr miteinander kommunizieren? mobiles, einst eine nützliche Erfindung, sind heute zum Kommunikationskiller verkommen ...

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mifritscher 13.11.2016, 14:44
57.

Man sollte paar Sachen trennen:
Umgang mit dem Smartphone. Ich würde Kindern erst ein Smartphone geben, wenn sie zumindest grundlegend lesen, schreiben und rechnen können. Erst dann haben sie die Grundlagen, mit so einem Teil umgehen zu können (und besonders die Meldungen zu versteen). Und auch nicht komplett verschenken, sondern zumindst symbolisch das Kind beteiligen, damit es begreift, dass so ein Teil kostet. Dafür reichen 5€/Monat vom Taschengeld und der Hinweis, dass die Eltern trotzdem noch einiges beisteuern.
Utopisch, aber meine Wunschvorstellung wäre es ja, wenn die Schule einen "Einführungskurs Smartphone" machen würde, wo die Kinder den ersten Kontakt zum Smartphone bekommen - und zwar frei von Werbung. So kann man den Kindern ein paar Grundlagen beibringen (Zugänge ins Netz, Appinstallation, Grundlagen von Suchmaschinen, Datenschutz, Verhalten in sozialen Medien) und sie dazu bringen das Smartphone als Werkzeug und weniger zur Unterhaltung anzusehen. Fände ich wesentlich besser als ein Smartphone zu Weihnachten zu schenken, womöglich schon fertig eingerichtet, und das Kind dann damit alleine zu lassen. Dass das Kind es dann überwiegend zur Unterhaltung verwendet und allen möglichen Fallen tritt ist eine logische Folge.

Zur Verwendung im Unterricht: Mir fallen da eigentlich nur Taschenrechner und Exkursionen ein... Und selbst dezidierte Taschenrechner sind deutlich besser in der Bedienung und kosten nicht die Welt (grafische ignoriere ich mal). Ernsthaft recherchieren geht auf so einem Teil nur sehr schwer.
Das beste Gerät für die Schule ist meines Erachtens das OLPC XO-4 Touch: Robost, flexibel, nicht zu groß, aber man kann dennoch gut mit arbeiten. Außerdem hat das OLPC-Projekt einiges für Bildungssoftware getan, schmeißt also nicht nur Hardware auf den Markt. Falls es das noch nicht kann sollte aber noch eine Stiftbedienung dran, damit könnte man einiges viel mehr machen.

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TS_Alien 13.11.2016, 14:45
58.

Zitat von florian1-44-1
Die Frage des Einsatzes von Smartphones im Unterricht wurde auch kürzlich an unserer Schule diskutiert. Dabei stellten sich zwei Hindernisse heraus, an die ich nie gedacht hätte: Wir dürfen von den Schülern nicht verlangen, dass sie ihr privates Datenvolumen für Aufgaben im Unterricht verwenden. Dies würde Schüler mit geringem oder gerade aufgebrauchtem Datenvolumen diskriminieren. Die Lösung wäre ein WLAN-Hotspot in der Schule, doch da sperren sich zum einen der Kreis (als Schulträger) sowie einige Eltern. Der Kreis fürchtet, dass die Schüler das WLAN für illegale Downloads und anderen Schindluder mißbrauchen. Einige Eltern befürchten wiederum, dass die Strahlung des WLAN bei ihren Kindern Krebs erzeugt. Diverse Gutachten, die ihre Befürchtungen bestätigen, haben die Eltern gleich dabei. Gegen solche Bedenkenträger kommt man einfach nicht an.
Vor Elektrosmog bei WLANs braucht niemand Angst zu haben. Wenn Eltern mit einem solchen Argument gegen WLANs ankommen, muss man sie öffentlich auslachen.

Mit dem WLAN kommt man nicht ins Internet. Es ist immer noch ein Router bzw. Gateway notwendig. Und auf diesem Router kann man problemlos mitprotokollieren, wer was macht. Denn die Schüler müssen sich am Router anmelden, um ins Internet zu gelangen. Außerdem kann man viele Seiten aus dem Internet sperren.

Das große Hindernis für den Einsatz von Smartphones im Unterricht ist der fehlende Nutzen.

Das Beispiel mit dem Mitfilmen von einem physikalischen Experiment überzeugt mich auch nicht. Die einfachste Lösung, das Mitfilmen, ist hier sicher nicht die sinnvollste. Dann schon lieber das Smartphone selbst fallen lassen. Es zeichnet die Beschleunigungen ziemlich exakt auf.

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TS_Alien 13.11.2016, 14:50
59.

Zitat von Herbert Diess
Statt zig teuren Büchern, Taschenrechner etc. einfach ein schulisches iPad für jeden und fertig. Nur wird das mittelalterliche Deutschland für die Umsetzung mal wieder mindestens 10 Jahre brauchen
Rechnen Sie nach, ob ein iPad mit den elektronischen Büchern günstiger ist als die Bücher. Sie werden sich wundern.

Und dann haben Bücher noch den Vorteil, dass sie immer funktionieren, dass sie länger halten und dass man mehr als eines gleichzeitig aufschlagen kann. Sinnvoll z.B. für Vergleiche von Textstellen oder für die Recherche.

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