Forum: Leben und Lernen
Schulmathematik absurd: 26 Schafe + 10 Ziegen = 36 Jahre

Manche Schüler mögen Mathe, andere hassen das Fach. Viel hängt davon ab, wie die Kinder den Unterricht erleben: Bekommen sie*Lösungstechniken eingetrichtert? Oder dürfen sie kreative Ideen entwickeln? Tests mit simplen Textaufgaben zeigen, dass eine Menge schief läuft*in den Schulen.

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phoeni 17.01.2012, 12:01
20. ...

Zitat von frietz
na und. die kinder dürfen in den ersten beiden schuljahren auch schreiben, wie sie sprechen und nicht wie es eigentlich den rechtschreibregeln entspricht. warum sollen es in mathe anders sein? da sind eben 26 schafe und 10 ziegen 36 jahre. (kleinschreibung ist absicht!)
Das musste ich neulich von Bekannten auch erfahren, deren Großer in der 3. Klasse ist.
Welcher Hirnamputierte hat das durchgelassen? Sorry wenn das so drastisch klingt, aber Kindern im Alter, in dem sie Wissen wie ein Schwamm aufsaugen so etwas anzutun, nur um dann in der 3. im Diktat zu jammern, wie schlecht die Kinder alle sind?!
Das Mathebeispiel ist ein makabres Sinnbild für das stumpfe auswendig lernen ohne sich darüber Gedanken zu machen. Hier sind es Schafe und Ziegen, später sind es Meter und Sekunden im Quadrat! Da ist es kein Wunder, wenn so viele ihre Probleme mit Einheiten und Umrechnung dieser haben, eine der elementarsten Grundlagen in Sachen Mathematik und mit der größte Helfer wenn es darum geht, Fehler zu vermeiden...
Die Bekannten sitzen im Norden der Republik, ich hoffe, hier im Süden ist der Quatsch noch nicht so fortgeschritten...

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Walther I. 17.01.2012, 12:02
21. wer Lust hat, das nachzurechnen,

Zitat von fjr
f(x) = x3+ 5x2 - 4; Setzen Sie doch mal bitte x = 0 ein. Wenn Sie dann immer noch Y = 0 rauskriegen, dann glaube ich, sollte man ihnen ihr Abi wieder entziehen. Ich krieg da irgendwie -4 raus. Und auch wenn ich -3,33333333333 einsetze kommt nicht Null raus. Setzen sechs!
aber der Teilnehmer meinte wohl das Differential

f(x') = 3x2 + 10x
Dann paßt das.

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CLaMa 17.01.2012, 12:02
22. Leider nur zu wahr

ich habe einige dieser Kapitänsaufgaben meinen Kindern gestellt.
Und siehe da: nur mein 12jähriger (steht in Mathe 4) hat mich ausgelacht.
Mein Viertklässler (steht in Mathe 1- 2) begann sofort eifrig zu rechnen. Ich habe ihm dann seinen Denkfehler erklärt und auf die folgenden Fragen bekam ich immer die korrekte Antwort.
Meine Zweitklässlerin ließ sich von meinen Erklärungen überhaupt nicht beindrucken und wollte nur noch mehr von diesen lustigen Aufgaben, bei denen sie dann vollkommen wahllos die vorhandenen Zahlen addierte. Sie hielt das ganze für einen großen Spaß und ein nettes Spiel.
Genau diese Zweitklässlerin hat in Mathe sehr große Verständnisprobleme. Sie rechnet z.B.: die Hälfte von 18 ist 54, denn die Hälfte von 10 ist 5 und die Hälfte von 8 ist 4. Ihre Lehrerin gibt ihr jeden Tag Übungsblätter mit nach Hause, damit sie noch mehr übt und das endlich mal lernt. Die Lehrerin macht sich überhaupt keine Gedanken drüber, warum und wie das Kind auf falsche Ergebnisse kommt. Falsch ist falsch also muss geübt werden.
Und genau da liegt das Problem und das ist es auch, was die Studien aufzeigen: den Kindern wird einfach etwas eingetrichtert.
Rechnen können ist das eine Ding, Mathematik wirklich verstehen das andere.

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chr.dossmann 17.01.2012, 12:03
23. Nullstellen

Zitat von fjr
f(x) = x3+ 5x2 - 4; Setzen Sie doch mal bitte x = 0 ein. Wenn Sie dann immer noch Y = 0 rauskriegen, dann glaube ich, sollte man ihnen ihr Abi wieder entziehen. Ich krieg da irgendwie -4 raus. Und auch wenn ich -3,33333333333 einsetze kommt nicht Null raus. Setzen sechs!
Die Nullstellen sind dort, wo y = 0 ist. Demnach sind 0 und -3,333 Werte für x.

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AGA2759 17.01.2012, 12:03
24. Selber setzen

Zitat von fjr
f(x) = x3+ 5x2 - 4; Setzen Sie doch mal bitte x = 0 ein. Wenn Sie dann immer noch Y = 0 rauskriegen, dann glaube ich, sollte man ihnen ihr Abi wieder entziehen. Ich krieg da irgendwie -4 raus. Und auch wenn ich -3,33333333333 einsetze kommt nicht Null raus. Setzen sechs!
Da der Delinquent geschrieben hat: "Nullstellen der Parabel", kann es sich nicht um die Ursprungsfunktion f(x) handeln, die dritter Ordnung ist.
Vielmehr meinte er wohl deren Ableitung f'(x), die eine Parabel beschreibt.

Erst denken.

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Obi-Wan-Kenobi 17.01.2012, 12:03
25. ...

Zitat von doitwithsed
Wo ist denn da das Problem? Die Nullstellen der Parabel liegen übrigens bei -3,33333333333 und 0 :-)
mutig :-)
Google

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Gegengleich 17.01.2012, 12:05
26.

Vielleicht sollte man Dinge des täglichen Lebens verwenden und nicht Tiere, die den meisten Kindern heutzutage völlig unbekannt sind.
Zitat von sysop
76 der 97 befragten Kinder rechneten tatsächlich ein Ergebnis aus - also mehr als drei Viertel. Dreimal dürfen Sie raten, auf wie viele Jahre die Schüler gekommen sind: 36
Wenn mehr als drei Viertel das Ergebnis herausbekommen, dann ist es ja evtl. richtig, denn:
Beweisen Sie erstmal anhand:"Auf einem Schiff befinden sich 26 Schafe und 10 Ziegen. Wie alt ist der Kapitän?", daß der Kaptiän nicht 36 ist.

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mr_supersonic 17.01.2012, 12:05
27. ....

Zitat von Suppenhahn
Die Geschichte mit den Textaufgaben verlangt von studierten Mathematikern, alles zu vergessen, was sie über höhere Mathematik gelernt haben und nah an den Zahlen ein arithmetisches Problem zu formulieren. Hinz und Kunz und Krethi und Plethi finden das einfach, denn sie haben ja nicht Mathematik studiert und nicht eingeimpft bekommen, dass Zahlen unmathematisch sind und praktische Überlegungen etwas für Kinder und Behinderte.
Ihre Behauptung stimmt einfach nicht.

Mathematiker sehen Objekte, ob es nun Birnen, Ziegen oder Vektorräume sind ist dann entscheidend bei der Modellbildung.
Die Vorstellung, Unimathematiker wären abgehobene Freaks, ist Volkssage.
Ich lade Sie jedenfalls gerne mal ein, eine Mathevorlesung an der Uni zu besuchen.

Sie werden sich wundern wie grundlegend dort erstmal definiert wird.

Der "Vorsprung" von Mathematikern ist der selbe Grund, warum auch viele Ihren Steuerberater nicht verstehen : nicht alle beschäftigen sich intensiv mit allem.....

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acitapple 17.01.2012, 12:07
28.

Zitat von fuzzi-vom-dienst
Und nur DARIN liegt die Problematik! Unkritisches Nachplappern und Glauben von etwas, was ein anderer oder ein Taschenrechner aussagt. Es gibt auch immer noch Leute, die Chernobyl mit Biblis vergleichen!! Also Äpfel mit Pflaumenmus!
das ist aber doch gewollt. leistungsnachweise werden durch stures, dummes auswendiglernen erbracht. anwendung des erlernten oder selbst mal überlegen wird nicht mehr gefragt, da man das so schlecht bewerten kann...

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MasterMurks 17.01.2012, 12:07
29. Nö.

Zitat von Suppenhahn
Die Geschichte mit den Textaufgaben verlangt von studierten Mathematikern, alles zu vergessen, was sie über höhere Mathematik gelernt haben und nah an den Zahlen ein arithmetisches Problem zu formulieren. Hinz und Kunz und Krethi und Plethi finden das einfach, denn sie haben ja nicht Mathematik studiert und nicht eingeimpft bekommen, dass Zahlen unmathematisch sind und praktische Überlegungen etwas für Kinder und Behinderte.
Und genau da liegt der Hase im Pfeffer: Die akademische Mathematik ist ein Hort der Variablen und Beweise. Und wenn das lateinische und das griechische Alphabet zusammen nicht ausreichen, dann erfinden wir noch eigene Symbole, Zeichen und Schnörkel. Außerdem ist dem Mathematiker an sich nichts egaler, als das exakte Ergebnis einer arithmetischen Aufgabe. Er stellt eine Gleichung auf, löst sie nach der gesuchten Variable auf und hat damit ein allgemeingültiges Ergebnis für alle Möglichkeiten des gleichen Problems gefunden.

Und nicht dass ich hier falsch verstanden werde: Die Mathematik ist eine großartige Wissenschaft und ein sehr nützliches Hilfsmittel beim Verstehen der Welt.

Aber: So lange Lehrer, Nicht-Mathematik-Dozenten und sonstige Lehrenden durch das Erlernen der Mathematik an sich daran gehindert werden, ein alltägliches und vor allem nützliches Verhältnis zu eben dieser allein durch ihre Anwendung zu entwickeln, so lange werden einige wenige zu guten Lehrern und der Rest lernt für die Klausur und macht danach nach Schema F weiter.

Und genauso lange wird der Nachwuchs mit den gleichen völlig sinnfreien Textaufgaben traktiert werden, über die sich schon meine Eltern so maßlos geärgert haben.

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