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Schulstreik für das Klima: Dürfen Schüler in der Unterrichtszeit demonstrieren?
DPA

Schwänzen fürs Klima: In vielen Städten gehen Schüler auf die Straße - während der Unterrichtszeit. Demonstrieren ist zwar ein Grundrecht, der Erziehungsauftrag aber auch. So ist die rechtliche Lage.

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MannAusmNorden 18.01.2019, 15:25
1. Irakkrieg Anfang 2000er

Als George W. Bush in den Irak einmarschiert ist, hat sich unsere ganze Schule, nein, alle weiterführenden Schulen unserer Stadt (8 an der Zahl!) zu einem Sternmarsch organisiert. 2500 Schüler auf dem Martkplatz, das war mal was. Ich finde sowas sollte erlaubt sein. Wir haben in dem Fall dagegen protestiert, dass unsere Regierung das einfach so billigt. Ob es was gebracht hat.. keine Ahnung!

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silja 18.01.2019, 15:36
2. Natürlich dürfen sie!

Wir können froh sein, wenn sie sich politisch engagieren, natürlich dürfen sie!
Gute Idee um ihren Eltern Beine zu machen, weiter so!

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dachauerthomas 18.01.2019, 15:36
3. Der Deutsche

Wenn der Deutsche einen Bahnhof stürmen will, kauft er sich vorher eine Bahnsteigkarte. Diese Haltung, schon von Kurt Tucholsky belächelt sieht man auch in diesem Artikel.

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DerAndereBarde 18.01.2019, 15:44
4. Nunja

Es schadet den Schülern sicher nicht, etwas Praktisches über ihr Demonstrationsrecht zu lernen. Ein Lehrer muss auch schon ganz klein sein, um da über Sanktionsmaßnahmen nachzudenken. Der Beitrag zum zwingenden Grund ist allerdings eher Satire.

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m82arcel 18.01.2019, 15:50
5.

Wenn Rechtsanwälte und Richter diskutieren, ob Schüler wegen einer solchen Demo vom Unterricht fernbleiben dürfen und gar das Grundgesetz bemüht wird, hat das was von "mit Kanonen auf Spatzen schießen". Uns wäre es damals ziemlich egal gewesen, was die oder die Schule davon halten und ich hoffe sehr, dass das aktuell noch immer so ist.
Und Lehrer, die absichtlich für einen solchen Tag Prüfungen ansetzen, sollten sofort ihre Stelle verlieren.

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Leonia Bavariensis 18.01.2019, 15:54
6. Ende der Sechziger, Anfang der Siebziger Jahre

Auch der Versuch, uns einzusperren, indem die Schultüren versperrt wurden, hat uns nicht davon abgehalten, u.a. gegen eine 100% Fahrpreiserhöhung für Schüler, Auszubildende und Studenten auf die Straße zu gehen. Ich warte schon lange darauf und begrüße daher jeden Versuch der Jugendlichen, gegen den Ausverkauf ihrer Zukunft auf die Straße zu gehen. Es ist ihr gutes Recht, auch wenn das Schulrecht dem entgegen steht.
Es ist ihre Zukunft, wir sollten sie unterstützen und das Unsere dazu tun, dass sie gehört werden. Außerdem bin ich schon lange der Ansicht, dass das aktive Wahlrecht durchaus auf 16 Jahre gesenkt werden könnte. Dann hätten sie noch mehr Möglichkeiten, politischen Einfluss zu nehmen.

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cabeza_cuadrada 18.01.2019, 15:55
7. Frage

Zitat von silja
Wir können froh sein, wenn sie sich politisch engagieren, natürlich dürfen sie! Gute Idee um ihren Eltern Beine zu machen, weiter so!
Ich frage mich eher wie viele auch an einem Samstag oder Sonntag zu der Demonstration gekommen wären. Während meiner Schulzeit wäre ich wahrscheinlich ausnahmslos auf jede Demo gegangen wenn dafür ein Unterrichtstag ausgefallen wäre.

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isi-dor 18.01.2019, 16:00
8.

Mein Sohn und meine Tochter kommen gerade von einer der Veranstaltungen zurück. Ich wusste bis heute früh beim Frühstück nichts von der Aktion, aber meine Kinder haben gesagt, dass sie ab 11 Uhr dort hin gehen würden zusammen mit vielen anderen. Für mich war das in Ordnung. Daraufhin habe ich die Schule informiert und sie von der Aufsichtspflicht ab 11 Uhr befreit. Der Direx war sehr einsichtig, die Schüler müssen nachsitzen, bekommen aber keinen Verweis. Meine Kinder fanden das in Ordnung. Alles paletti.

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Blaubart 18.01.2019, 16:01
9.

Ich bin Lehrer und finde, dass die Schüler durchaus das Recht haben sollten während der Schulzeit zu streiken. Würden wir ihnen in diesem konkreten Falle diese Aufmerksamkeit zukommen lassen, wenn sie Nachmittags demonstrieren?? Wenn wir das Ziel, politisch mündige Menschen zu erziehen, wirklich ernst meinen, dann steht es außer Frage, dass Schüler während der Schulzeit demonstrieren MÜSSEN. Abgesehen davon kommt das so selten vor, dass es keinerlei Relevanz für das Erfüllen des Lehrplans hat. Unsere Gesellschaft übernimmt kaum noch politische Verantwortung. Wir beschweren uns alle über die Politik, die sich zugegebener Maßen nur noch um sich selbst dreht, werden aber nicht wirklich aktiv. Ich unterrichte Mathematik, aber viel wichtiger als das Vermitteln von Integral-, Vektor- oder Wahrscheinlichkeitsrechnung ist es mir, dass nach der Schulzeit verantwortungsbewusste, starke und selbstständige Menschen unsere Schule verlassen. Wenn der Lehrplan an erster Stelle steht, ist unsere Gesellschaft ein armer Haufen von Fachidioten!

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