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Schulstreik für das Klima: Dürfen Schüler in der Unterrichtszeit demonstrieren?
DPA

Schwänzen fürs Klima: In vielen Städten gehen Schüler auf die Straße - während der Unterrichtszeit. Demonstrieren ist zwar ein Grundrecht, der Erziehungsauftrag aber auch. So ist die rechtliche Lage.

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isi-dor 18.01.2019, 17:23
30.

Zitat von teacher20
Sind der Erkunde- und Geschichtslehrer Beamte, so müsste die Teilnahme an einer Demonstration während der Unterrichtszeit disziplinarische Maßnahmen/Konsequenzen zur Folge haben. Dass sie sich bewusst sind, gegen Beamtenpflichten (Streikverbot!) zu verstoßen, zeigen sie ja gerade dadurch, dass sie eine solche Maskerade für nötig erachten.
Ja, es sind Beamte, aber wo kein Richter, da kein Henker. Im Übrigen ist es kein Streik, sondern schlichtweg eine Demonstration für mehr Klimaschutz und das ist Jedermann erlaubt.

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karlaschnikow 18.01.2019, 17:26
31. Spontane Prüfungen nicht möglich

Zitat von m82arcel
Wenn Rechtsanwälte und Richter diskutieren, ob Schüler wegen einer solchen Demo vom Unterricht fernbleiben dürfen und gar das Grundgesetz bemüht wird, hat das was von "mit Kanonen auf Spatzen schießen". Uns wäre es damals ziemlich egal gewesen, was die oder die Schule davon halten und ich hoffe sehr, dass das aktuell noch immer so ist. Und Lehrer, die absichtlich für einen solchen Tag Prüfungen ansetzen, sollten sofort ihre Stelle verlieren.
Das mit den spontanen Prüfungen ist wohl eher der Kategorie "journalistische Freiheit" zuzuordnen. In unseren Prüfungs fixierten Schulsystemen müssen die Prüfungstermine derart durchgeplant sein, dass spontane Prüfungen gar nicht möglich sind.

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isi-dor 18.01.2019, 17:28
32.

Zitat von teacher20
Wenn eine solche Veranstaltung während der Unterrichtszeit stattfindet, dann geht das die Schule "objektiv" sehr wohl etwas an. Wenn Sié schreiben, man sollte ihnen die Konsequenzen verdeutlichen, erkennen Sie das ja sehr wohl.
Die Schule hat rechtliche Handhabe, ein Fernbleiben vom Unterricht zu ahnden, nämlich mit einem Verweis, respektive Eintrag ins Klassenbuch, sowie mit angemessenen Strafmaßnahmen zur Nacharbeit des versäumten Unterrichts. Das war es aber auch schon. Weitergehende Strafen sind im Schulgesetz nicht vorgesehen - nicht mal im Wiederholungsfall. Wer da härtere Bestrafung fordert, der macht sich lächerlich. In allen Fällen, in denen eine Betrafung über den Verweis hinausgehen, muss ohnehin der Elternbeirat eingeschaltet und eine Mediation angestrebt werden.

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nick23 18.01.2019, 17:36
33. Natürlich dürfen sie nicht

Zitat von silja
Natürlich dürfen sie. Wir können froh sein, wenn sie sich politisch engagieren, natürlich dürfen sie! Gute Idee um ihren Eltern Beine zu machen, weiter so!
Noch gilt in Deutschland die Schulpflicht, die man nun einmal zu befolgen hat, wie alle anderen Gesetze und Bestimmungen auch. Deutschland ist ein Rechtsstaat, das scheint Sie aber zu stören. Allerdings haben Sie recht,"ihren Eltern Beine zu machen". Denn die sind dafür verantwortlich, dass ihre minderjährigen Sprößlinge die Schulpflicht einhalten. Verstöße werden mit Bußgeld und vielleicht sogar Haftstrafen geahndet.

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karlaschnikow 18.01.2019, 17:39
34. Weiter so!

Die rechtliche Einordnung wurde ja im Artikel dargelegt.
Es kann jedoch (auch und gerade in demokratischen Gesellschaften) sinnvoll und notwendig sein, sich m.E. über bestehende Gesetze hinwegzusetzen (und dabei individuelle Konsequenzen/Nachteile in Kauf zu nehmen) um "höhere" gesellschaftspolitische Ziele zu erreichen.
Moralisch sollte man eine Nutzen/Schaden-Abwegung berücksichtigen. Einen möglichen Schaden (für nicht demonstrierende SuS) kann ich nicht erkennen.

Also weiter so liebe demonstrierende SUS.

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isi-dor 18.01.2019, 17:39
35.

Zitat von steuerzahler1972
Hätte man genau diesen Aufruf zur Demonstration am Nachmittag in der unterrichtsfreien Zeit gestartet wären wohl nur ein Bruchteil der Schüler gekommen. Darauf verwette ich ein Monatseinkommen! Das ganze passt aber gut in unsere heutige Gesellschaft.
Die Wette verlieren Sie haushoch, da die Schüler selbstverständlich den versäumten Stoff in ihrer Freizeit nacharbeiten müssen, oder gar zum Nachsitzen gebeten werden. Ihr Monatseinkommen können Sie an mich überweisen.

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isi-dor 18.01.2019, 17:41
36.

Zitat von huelsebus
geht es hier um das Grundrecht auf Schule vs. das Grundrecht auf Streik? Ist das nicht eher eine moralische Notwehrsituation? Auch, wenn es diesen Rechtsbegriff so nicht gibt? Im Sinne von: Wozu Bildung, wenn es keine Zukunft gibt? Und: ab wann, ab einem wie schwer wiegenden Rechtsgut (Zukunft) ist Ungehorsam eine Bürgerpflicht?
Streik ist definitiv das falsche Wort, da es erstens ein verbotener politischer Streik wäre und zweitens Schüler nicht gewerkschaftlich organisiert sind. Sie können daher gar nicht streiken. Das Wort ist der Umgangssprache geschuldet. Tatsächlich handelt es sich um das freiwillige Wahrnehmen des Demonstrationsrechts in einer angemeldeten Veranstaltung. Das muss doch inzwischen klar geworden sein.

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simie 18.01.2019, 17:52
37.

"Als Lehrer würde ich eine Entschuldigung, auf der "Demonstrationsteilnahme" als Begründung steht, nicht akzeptieren. Das stünde dann unter der Rubrik "unentschuldigt" auf dem anstehenden Halbjahreszeugnis. Politisches Engagement, so sinnvoll es sein mag, darf nicht als wohlfeile Entschuldigung für das Nichterfüllen der schulischen Anwesenheitspflicht herhalten."

Dann können wir ja froh sein, dass sie kein Lehrer sind. Da wären sie nämlich definitiv in der falschen Position. Die Schule hat nämlich, neben der reinen Wissensvermittlung, unter anderem auch die Aufgabe die Schüler zu mündigen Staatsbürgern zu erziehen. Und da kann dann eine solche Demonstration wunderbar in den Unterricht integriert werden.

Zu denen die sagen, man hätte auch nachmittags demonstrieren können: Ja hätte man, aber man hätte da weitaus weniger Aufmerksamkeit auch und gerade in den Medien erzeugt. Da es jedoch gerade der
Sinn einer Demonstration ist, Aufmerksamkeit für ein Thema zu erzielen, ist es durchaus legitim, dies während der Schulzeit zu machen. Erst Recht wenn einem der Hintergrund dieser Protestaktion bekannt ist.

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LorenzSTR 18.01.2019, 17:53
38. Traurig

Während im Nachbarland Frankreich Schülerinnen und Schüler wie selbstverständlich gerne und häufig für Zukunft und gegen die neoliberale Katastrophe auf die Straße gehen, machen sie sich in Deutschlands Redaktionen Gedanken darüber, ob die seltenen Miniproteste deutscher Schulpflichtiger legal sind.

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flippo93 18.01.2019, 17:54
39. Angefangen

Hat das ein kleines dreizehnjähriges Mädchen in skandinavien, die mittlerweile auch auf großen klimakonferenzen spricht. Es ist wichtig es während der Unterrichtszeit zu machen, da ansonsten die mediale Aufmerksamkeit nicht groß genug ist und kein Verantwortlicher gezwungen ist irgendwann zu handeln. Die Schule ausfallen lassen ist das besondere dieser Demonstrationen!

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