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Schulstreit in Niedersachsen: Schüler protestieren gegen Klassenfahrt-Boykott der Leh
DPA

Niedersachsens Gymnasiallehrer sollen eine Stunde länger arbeiten - und streichen aus Protest die Klassenfahrten. Nun regt sich Widerstand in der Schülerschaft, die sich die Ausflüge nicht nehmen lassen will.

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schelms 13.02.2014, 15:59
70. optional

Leider ist der Spiegel/SPON nicht auf dem Laufenden. Die nds. Landesregierung versucht Finanzpolitik speziell auf dem Rücken der Gymnasiallehrer und –schlimm das – im Rückgriff auf Altschröders Vorurteil über „Faule Säcke“ zu machen. Dagegen erhob sich landesweiter Protest. Deswegen gab es seit Herbst 2013 zahlreiche Podiumsveranstaltungen mit Eltern, Schülern und Lehrern an nds. Gymnasien. Und diejenigen Schüler und Eltern, die wie hier ganz unproportional berichtet, Lehrern Vorwürfe machten, die waren eine verschwindende Minderheit. Eine entsprechende Protestdemo von Schülern in Hannover erreichte Ende letzten Jahres 12 Teilnehmer, wie die Lokalpresse vermeldete. Dass der Spiegel/SPON jetzt ins gleiche Horn tutet wie seinerzeit die BILD“Zeitung“ Hannover, die jede Sachrecherche vermied, zu der sich die nds bürgerliche Presse dann durchaus bekehrte, hat ja vielleicht etwas mit der neuen Verbindung beider Häuser zu tun.
„Pfui Deibel“ gerufen?
Wolfgang Scholz
Elsa Brändström-Schule Hannover

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alekra 13.02.2014, 16:00
71. Teils, Teils.....

Als ich gelesen habe, dass die Deputate der Lehrer in Niedersachsen auf 24,5 Stunden erhöht werden sollen, musste ich kurz schmunzeln. In Baden-Württemberg haben Gymnasiallehrer ein Deputat von 25 Stunden, Realschullehrer von 27 Stunden und Grund- und Hauptschullehrer sogar von 29 Stunden.
Klassenfahrten und Ausflüge sind Pflicht. Die Stundenzahl in Niedersachsen wärer für einen Badischen Hauptschullehrer ein paradiesischer Zustand. Generell ist es auch so, dass Gymnasiallehrer für die Menge und den Anspruch ihrer Arbeit im Vergleich zum Hauptschullehrer viel zu viel verdienen.
Trotzdem geht mir dieses "Faule Lehrer"-Klischee langsam so richtige auf den Wecker. Auch wenn ältere Lehrer ihren Unterricht wohl nach Schema F abhalten und selten Vor- oder Nachbereiten sind die jüngeren Lehrer mit den erhöhten Ansprüchen der Politik überfordert. Inklusion, Individualisierung, Moderne Medien, Evaluation und was den Damen und Herren in den Regierungen noch alles an pädagogischen Fürzen einfällt. Das alles natürlich kostenneutral bzw. in Baden-Württemberg sogar noch mit weniger Personal.
In Niedersachsen haben die Lehrer eine Möglichkeit ihren Unmut über die Bedingungen zu zeigen. In anderen Bundesländern können sie es nicht. Daher halte ich es für legitim, dass die Lehrer die nicht vorgeschriebenen Klassenfahrten aussetzen. Ich möchte einen der immer wieder so hoch gelobten normalen Arbeitnehmer in der Wirtschaft erleben, dem die Arbeitsbedingungen verschlechtert werden, statt Lohnerhöhung mehr Arbeitszeit aufgedrückt wird und der Pöbel dass auch noch lobt. Ich glaube kaum, dass dieser Arbeitnehmer, in der ach so harten freien Wirtschaft, für seinen Arbeitgeber dann auch noch freiwillige Leistungen anbietet, die ihm den Kopf kosten können wenn es zu Unfällen kommt.
Für mich bleibt, dass die Lehrer in Niedersachsen zwar im Bundesvergleich wenig Arbeitszeit haben, es aber ihr gutes Recht ist freiwillige Leistungen zu streichen wenn ihr Arbeitgeber ihnen die Arbeitszeit ohne Gehaltsausgleich erhöhen will.

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MoeWHV 13.02.2014, 16:02
72.

Zitat von bal
In Deutschland geht es Lehrern sehr gut!
Nöh. In Deutschland sind Lehrer zu den Sündenböcken der Gesellschaft geworden. Alles was heute mit den Kindern und Jugendlichen schief läuft wird auf die Schule abgewälzt. Und die Eltern, die meist viel eher in der Verantwortung stehen, machen ganz vorne mit. Früher haben Eltern die Kinder in die Pflicht genommen wenn diese schlechte Noten hatten, heute beschwert man sich bei den Lehrer das das ja nicht angehen kann.

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keinhandy 13.02.2014, 16:04
73.

Zitat von sysop
Niedersachsens Gymnasiallehrer sollen eine Stunde länger arbeiten - und streichen aus Protest die Klassenfahrten. Nun regt sich Widerstand in der Schülerschaft, die sich die Ausflüge nicht nehmen lassen will.
Kaum einer denkt mal darüber nach, wie er auf eine eigenmächtige Erhöhung der wöchentlichen Arbeitszeit um 45 Minuten durch den Arbeitgeber reagieren würde.
Und das Klischee des faulen Lehrers kann ich einfach nicht mehr hören. Der Beruf steht doch heute jedem offen! Auch Quereinsteigern. Dann werdet doch Lehrer, stellt euch "läppische" 23,5 x 45 Min. pro Woche vor 25 Kinder. Warum arbeitet ihr euch in der freien Wirtschaft denn den Rücken krumm, wenn die hochbezahlten Lehrer vormittags Recht, nachmittags frei und überhaupt ständig Urlaub haben?
Diese ständige substanzlose und undifferenzierte Kritik an Lehrern ist eine bodenlosen Frechheit gegenüber Menschen, die es mit den heutigen Kindern und Eltern aufzunehmen versuchen.

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leser47116352 13.02.2014, 16:05
74.

unmoeglich das verhalten dieser lehrer da. eine stunde mehr arbeiten, na und? jetzt machen sie druck auf kosten der schueler. ne frechheit ist das.

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dickebank 13.02.2014, 16:05
75. Mummert und Partner

Zitat von Questionator
Dann erbringen die armen gebeutelten Lehrer also jetzt schon zwischen 47 und phantastischen 70,5 Wochenstunden? Müssen wir da vielleicht noch in die Mindestlohndebatte einsteigen?

Die Erhebungen zur Lehrerarbeitszeit sind von Mummert und Partner in den 90ern erhoben worden. Die damalige Arbeitszeit wurde auf durchschnittlich 46 Zeit-Stunden je Woche berechnet. Herausgerechnet wurden die 5,5 Wochen Urlaub, die jedem angestelltem Lehrer vertraglich zustehen.

46 Wochen mal 46 Stunden ergibt rund 2100 Arbeitsstunden.
Dividiert man diese Zahl durch die 40 Schulwochen, in denen Unterricht stattfindet, so ergibt sich eine Wochenstunden-Zahl von rd. 53 Zeitstunden. Das wiederum bedeutet, dass jede Unterrichtsstunde (45 Min) das Dreifache an sonstigen Tätigkeiten mit einschließt.

Wenn ich für's Unterrichten allein bezahlt würde, ich wäre überbezahlt. Unterrichten ist aber nur eine von insgesamt 10 Tätigkeitsmerkmalen, die den Lehrerberuf ganz grob umfassen.

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obruni.ningo 13.02.2014, 16:05
76. Bezahlte Ferien

In USA zum Beispiel werden Lehrer in der Sommerpause nicht bezahlt...

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statler&waldorfmuppets 13.02.2014, 16:06
77. Beamte halt

Auch Lehrer unterliegen dem Dünkel, dass ihnen als Beamte neben den 12 Wochen Urlaub, gepalnten krankheitsperioden, effektivem Halbtagsjob bei voller Bezahlung und excellenter Altersversorgung auch noch die eigenmächtige Reduktion der sowieso geringen Arbeitsleistung zusteht. Der Dienstherr sollte hier beherzt durchgreifen und alle disziplinarischen Maßnahmen ergreifen.

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Narvan 13.02.2014, 16:06
78. typisch le(e)hr körper

Niedersachsen s lehrer arbeiten im Moment im bundesdurchschnitt immer noch am wenigsten...nur mal so am rande...

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antonio.b 13.02.2014, 16:07
79. Wo waren die Eltern und Schüler

als die Lehrermehrarbeit im Landtag beschlossen wurde. Warum richtet sich ihr Protest nicht gegen eine Landesregierung, die sich für eine Bildungsoffensive feiern lässt, die durch die Mehrarbeit von Lehrern finanziert wird. Und jedem muss doch bewusst sein, dass dies zu Lasten der Schüler geht. Im Übrigen war es die zuständige Kultusministerin, die den Lehrern empfohlen hat, die verordnete Mehrarbeit an anderer Stelle "einzusparen". Also genau bitte hinschauen, wer hier Politik auf dem Rücken der Schüler macht.

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