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Schulunfall: Stuhl weggezogen - Schüler scheitert mit Klage
DPA

Er wollte 1400 Euro Schmerzensgeld: Weil ein Mitschüler ihm den Stuhl weggezogen hatte, reichte ein Neuntklässler Klage ein. Für Neckereien untereinander haften Schüler aber nicht, entschied das Amtsgericht Hannover.

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Jack Torrance 28.07.2015, 14:52
50. Wieder nur Laien unterwegs...

... die ohne irgendeine Sachkenntnis mal wieder ihre Lieblingsvorurteile über weltfremde Richter pflegen können. Die können indes auch nichts dafür, dass § 105 SGB VII Vorsatz verlangt, der sich auch auf die VerletzungsFOLGE beziehen muss.

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weltverkehrt 28.07.2015, 14:53
51.

Zitat von Münchner MV
Und genau da besteht der Unterschied. Umsich prügelnde 15 jäherige Intensivtäter sind etwas vollends anderes als Jungs die untereinder Blödsinn machen. Es ist schon ein Unterschied, ob ich jemandem den Stuhl wegziehe, auf dem Bolzplatz mal absichtlich "abbolze" oder eben jemanden zusammenschlage.
Nein, genau da fängt es an. Wenn Sie sich früher geprügelt haben, riskierten Sie einen Schulverweis, insbesondere dann, wenn Sie jemanden vermöbelten, der nicht ansatzweise Ihre Kragenweite oder Alter hatte, Sie sich nur schwächere und kleinere Schüler vornahmen. Erzählen Sie doch keinen Unsinn. Wenn Sie im Begriff waren in der Klasse mit Stühlen auf andere Schüler los
zu gehen, ging es nicht nur vor die Tür mit Eintrag in Klassenbuch und Tadel (wobei drei Tadel Schulverweis), sondern direkt zum Direktor. Es gab immer direkt eine Konsequenz, notfalls wurden sogleich die Eltern in die Schule zum abholen zitiert.

Wenn jemand einmal den Stuhl wegzieht, er und alle anderen Schüler dann gesagt bekommt in dem Alter, welche Konsequenzen das haben kann, kann diese "Neckerei" KEINESFALLS nicht mal mehr als fahrlässig betrachtet werden, sondern nur als vorsätzlich.

Gleiches gilt für 15-jährige ja auch außerhalb der Schule, wo eine Körperverletzung auch ein Körperverletzung ist. Ob man diese vor Gericht regelt, wie hier, weil ein immenser finanzieller Schaden entstanden ist, ist allein die Entscheidung des Opfers. Der Täter hat seinen Teil bereits dazu erledigt.

Wenn es keine Konsequenzen und Sanktionen mehr gibt, nicht mal in der Schule mehr diese gezeigt werden, braucht man sich über Intensivtäter, die auch nicht sanktioniert werden, nicht mehr wundern.

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Alm Öhi 28.07.2015, 14:54
52. Ich hatte einen Bänderabriss

Der Mutwillig im Sportunterricht mir zugefügt wurde, der Sportlehrer meinte nur :'Pech gehabt'
Ich lag 6 Wochen im Krankenhaus.
In UK und US wandern diese Strolche in den Knast.
Recht so!

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twister-at 28.07.2015, 14:54
53.

Zitat von Münchner MV
Aber die dürfen auch raufen und Blödsinn machen, ohne dass man sofort vor Gericht muss wenns mal ein paar blaue Flecken gibt.
Du hast aber schon gelesen, worum es in dem Fall ging? Falls dem Stuhlwegzieher bekannt war, dass der Schüler Bluter war, wäre das erschreckend. Aber auch so geht es ja nicht nur um ein paar blaue Fleckchen.
"Der Neuntklässler aus Hannover fiel laut der Klage aufs Steißbein und schlug mit dem Kopf auf dem Boden auf, wie das Amtsgericht am Montag mitteilte.

Weil er vor Schmerzen nicht mehr habe aufstehen können und außerdem an der sogenannten Bluter-Krankheit leide, sei er für drei Tage in eine Klinik gekommen. Da er längere Zeit nur habe stehen oder liegen können, habe er auch einen geplanten Osterurlaub absagen müssen"

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ColdFever 28.07.2015, 14:56
54. Ein feiger Hinterhalt ist nicht

Zitat von Münchner MV
Es geht darum, dass Kinder manches untereinder regeln sollen und sich Jungs auch mal raufen dürfen.
Das Wegziehen des Stuhles ist kein "Raufen", sondern eine feiger *Hinterhalt*, um ein ausgesuchtes Opfer *öffentlich zu demütigen*.

So etwas als "raufen" zu verharmlosen ist erschreckend weltfremd. Hier geht es um Mobbing. Und ohne Konsequenzen fühlen sich Mobber ermutigt, immer noch eine Schippe draufzulegen.

Mit Konsequenzen zu warten, bis die Mobber erwachsen sind, ist genau der falsche Ansatz.

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Diskutierender 28.07.2015, 14:58
55. Vorsatz, Fahrlässigkeit

Zitat von noxpert
Viele argumentieren hier, es hätte doch Vorsatz vorgelegen. Man sollte nochmals nachdenken: Haften tut man für einen Schaden, den man vorsätzlich oder grob fahrlässig angerichtet hat. Vorsatz bedeutet in diesem Falle, mit Wissen und Wollen um den entstehenden Schaden! Den kann man dem Klassenkameraden wohl schwerlich nachweisen. "Neckerei" klingt mir auch zu harmlos, aber ob es als (grober) Unfug bei einem 14-/15-jährigen auch schon als grob fahrlässig gelten kann mag ich doch mal bezweifeln.
Wenn ich mit dem Auto einen Unfall baue, weil ich gerade für einen kurzen Moment unaufmerksam bin, und dabei kommen Menschen zu Schaden, so habe ich auch den Tatbestand der fahrlässigen Körperverletzung erfüllt. Entsprechend muss ich das Unfallopfer entschädigen und ggf. Schmerzensgeld zahlen. Und im Gegensatz zum Stuhlwegziehen habe ich bei dem Unfall nicht einmal einen Anflug von vorsätzlichem Handeln gehabt.

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mistermister 28.07.2015, 15:00
56. Schüler scheitert mit Klage

und das ist auch gut so. In welche Richtung entwickelt sich unsere Gesellschaft, wenn in diesem Fall ein Kind vor Gericht verurteilt würde? Geht's noch? Dahinter stecken sicherlich "Helikopter-Eltern". Ich finde das Ansinnen der Klage-Erhebenden-Partei einfach nur schändlich und lächerlich.

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austenjane1776 28.07.2015, 15:02
57. menschen- und opferfeindlich

Zitat von gaga007
Der Schüler, der geneckt wurde, sollte einmal überlegen, warum er zum Ziel der Mitschüler wurde ! Wer sich ausserhalb einer Klasse oder später der Gesellschaft stellt, muss mit den Konsequenzen eben leben !
Das mit dem "Necken" ist eine böse Verharmlosung.
Das gibt es auch als Rechtsbegriff gar nicht.
Wer Stühle wegzieht, mit 15!!, der weiß auch ohne Physik- oder Medizinstudium, dass schwere Stürze die Folge sein können.
Und damit haftet er für die Folgen - unbegrenzt.
Als Haftpflicht würde ich da erstmal die Zahlung verweigern - wie Sie wissen, ist bereits bedingter Vorsatz ein Grund dafür.
Und dann dürfen die Eltern ran.
Wenn sich aggressive Idioten austoben, sollen die Opfer "überlegen", was sie falsch gemacht haben?
Völliger Blödsinn.
Wenn jemand Sie auf der Straße verprügelt und beraubt, haben SIE was falsch gemacht???
Dann gibts ja quasi keine Kriminalität.
Oder Sie werden bestraft - "Verleitung zum Überfall durch Opferverhalten".
Glückwunsch.
PS
Wenn Menschen verzweifelt versuchen, sich anzupassen, werden sie eher noch leichter weitermißhandelt. So kann das nicht sein.
Menschnverächter-Ideologie.

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Münchner MV 28.07.2015, 15:03
58.

Zitat von weltverkehrt
Nein, genau da fängt es an. Wenn Sie sich früher geprügelt haben, riskierten Sie einen Schulverweis, insbesondere dann, wenn Sie jemanden vermöbelten, der nicht ansatzweise Ihre Kragenweite oder Alter hatte, Sie sich nur schwächere und kleinere Schüler vornahmen. Erzählen Sie doch keinen Unsinn. Wenn Sie im Begriff waren in der Klasse mit Stühlen auf andere Schüler los zu gehen, ging es nicht nur vor die Tür mit Eintrag in Klassenbuch und Tadel (wobei drei Tadel Schulverweis), sondern direkt zum Direktor. Es gab immer direkt eine Konsequenz, notfalls wurden sogleich die Eltern in die Schule zum abholen zitiert. Wenn jemand einmal den Stuhl wegzieht, er und alle anderen Schüler dann gesagt bekommt in dem Alter, welche Konsequenzen das haben kann, kann diese "Neckerei" KEINESFALLS nicht mal mehr als fahrlässig betrachtet werden, sondern nur als vorsätzlich. Gleiches gilt für 15-jährige ja auch außerhalb der Schule, wo eine Körperverletzung auch ein Körperverletzung ist. Ob man diese vor Gericht regelt, wie hier, weil ein immenser finanzieller Schaden entstanden ist, ist allein die Entscheidung des Opfers. Der Täter hat seinen Teil bereits dazu erledigt. Wenn es keine Konsequenzen und Sanktionen mehr gibt, nicht mal in der Schule mehr diese gezeigt werden, braucht man sich über Intensivtäter, die auch nicht sanktioniert werden, nicht mehr wundern.
Also bitte, setzen Sie wirklich ein "Stuhl wegziehen" gleich mit vorsätzlicher Körperverletzung durch das führen der Faust in Richtung des Kiefers? Natürlich gabe es für zweiteres auch damals zurecht einen Verweis, nebst oben von Ihnen beschrieben Folgen. Aber das sind doch zwei Paar Schuhe, jedenfalls meiner Meinung. Grundloses Prügeln ist die auffälligste Form von mangelndem Selbstbewusstsein. Ein dämlicher Streich, ist ein dämlicher Streich.

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Rincewind 28.07.2015, 15:06
59. Kindergeburtstag!

...schade, ich wollte auch immer noch posthum den Alpha-Kevin aus dem Kindergarten verklagen, der mich mit Sand beworfen hat.

Wird jetzt auch nichts mehr draus...

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