Forum: Leben und Lernen
Schulverweigerer schafft Abitur: "Verdammt, das funktioniert"
Thomas Neubronner

Deutschlands hartnäckigster Schulverweigerer hat seine Reifeprüfung bestanden. Moritz Neubronner, 18, blieb fast die ganze Schulzeit dem Unterricht fern. Nun beendete er eine außergewöhnliche Schulkarriere - im Alleingang.

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PeterPan95 21.08.2015, 11:18
120.

Zitat von mhwse
100. Das System mag in anderen Ländern etabliert sein, das sagt nichts über die Qualität aus. Woran messen Sie "Erfolg"? Die USA reichen die meisten Patente ein - sind Weltführer auf dem Hard / Softwaremarkt .. bringen das erste selbstfahrende Auto heraus .. die Zeiten eines Gauß (bei Gauß war es GERADE der Protest gegen den Lehrer die ihn zum heutigen Genie (aus unserer Sicht) machte ..) Einstein, Heisenberg .. die alle ihren Freigeist ausleben konnten sind lange vorbei ..
Aha, Wirtschaft als Gradmesser für den Erfolg eines Bildungssystems. Da weiß man gleich wessen Kind Sie sind.

Schauen sie sich mal die Abschlussquoten und das Niveau dort an, und dann gucken sie sich den Zusammenhang zwischen Einkommen der Eltern und schulischem Erfolg der Kinder an. Halten Sie das wirklich für vorbildlich?

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dodgerone 21.08.2015, 11:22
121.

Der junge Mann tut mir leid. All die schönen Erfahrungen aus Kindergarten und Schule... die möchte ich nicht missen. Die Angst mancher Deutschen Eltern (hier aus dem Forum ersichtlich) vor dem Umgang mit anderen Kindern ist tw. lächerlich.

Natürlich haben wir in Deutschland massive Probleme (das kann man sehen, wenn man hier in Schweden Kinder beobachtet), aber diese ziehen sich durch alle Schichten. Und da ist nur die Schule ein Teil davon... es fängt schon bei alten Eltern an...

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MartinS. 21.08.2015, 11:24
122. ...

Zitat von vnessa
Wenn man sich fragt, ob er einen Job bekommt, weil er selten in einer Gruppe gelernt hat ist so einseitig, da kommt die Gegenfrage auf: Bekommt jemand leichter einen Job, der nie gelernt hat, allein zu lernen? Und zu sagen dass er gleich jeder unangenehmen Situation ......
weils auch wenn es bei 10 Leuten funktioniert im Gegenzug bei 100 anderen eben gewaltig auf die Bretter geht (gar kein Homeschooling, Kind nicht diszipliniert genug, Eltern nicht fachkundig oder interessiert genug, um überhaupt dabei einen Überblick zu behalten)

Dann haben also einige sich den Ärger der Schule ersparen können (der zwar nicht immer angenehm sein mag, aber doch durchaus als zumutbar bezeichnet werden kann), andere stellen dann mit 18-20 fest, dass ihnen aufgrund vorheriger Versäumnisse der Eintritt in einen regulären Arbeitsmarkt und ein selbstverantwortliches Leben verwehrt bleiben... weil die Eltern halt 10 Jahre vorher mal der Meinung waren, dass man das auch so hinbekommt.

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go-west 21.08.2015, 11:25
123. Das Schreien natürlich

ganz viele Leute auf, weil Disziplin, Gehorsam und Pflichtbewusstsein ja ganz hohe Tugenden in Deutschland sind. Folgerichtig sind Individualismus und Freiheit eher verpönt; um sie ausleben zu können, sollte man sich im Ausland umschauen. Die Effizienz der Schulausbildung halte ich gerade auch im Hinblick auf den damit verbundenen zeitlichen Aufwand für äußerst diskutabel.

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mhwse 21.08.2015, 11:33
124. falsch

Zitat von PeterPan95
In wie weit unterscheiden sich denn die Gehirne der heutigen Schüler von den Gehirnen früherer Schüler? Sobald wir anfangen Bildung zu privatisieren geht die nächste soziale Schere auf. DAS sieht man eindrucksvoll in den USA mit den ganzen Privatschulen, Privatunis etc. Homeschooling ist ein Teil dieser Privatisierung. Daher lässt sich folgern: Homeschooling .......
das Wissen ist oft holographisch .. d.h. man muss kein Lehrer sein um wichtige Dinge weitergeben zu können.
Es reicht schlicht dass man sie selber kann und entsprechend vormacht. Schuhe zu binden .. Mama macht da was Spannendes .. will ich auch können.
Ausrechenen ob das Restgeld auf dem Konto noch für die nächste Anschaffung reicht was macht Mama da? Will ich wissen will ich auch können .. etc.
Das formale Lernen kann dann durchaus mit entsprechenden Home Kursen ergänzt werden ..
Ja ebenso Lesen und Schreiben .. habe ich alles von meiner Mutter - trotz des iherseits nur vorhandenen Hauptschulabschlusses .. war früher halt mal so üblich ..

Komisch Abitur in Bayern habe ich trotzdem bestanden .. die Schule diente eigentlich rückblickend nur dazu, die zu lernenden Seiten aufzugeben .. zu mehr war in den 1970ern oft nicht Zeit, denn die Schüler versuchten mit allem Mitteln die Lehrer vom Unterricht abzuhalten .. in Deutsch saßen wir oft nicht mal auf den Stühlen sondern versteckten uns unter der Bank .. lieferten uns Schlachten per Gummikanonen etc. .. das ist mein einziges Bild der Schule .. richtig zu lernen begann ich an der Uni - allerdings zu Hause (objekt orientert Programmieren habe ich aus mitgebrachten Büchern auf Rhodos gelernt .. in 3-4 Tagen .. im richtigen Umgang mit den Kunden - kein Schulfach - hat mich meine frau breatend unterstütz .. Englisch habe ich in den USA gelernt - so mit Behörden Briefe schreiben, Gerichtsverhandlungen - habe ich mich selbst vertreten etc. .. auch kein Schulfach ..) .. jetzt beende ich nach über 20 Jahrern als Entwickler, die theoretische Ausbildung - FernUni .. zu Hause .. (Prüfungen in den altbekannten Hörsälen von vor 30 Jahren .. )

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MartinS. 21.08.2015, 11:34
125. ...

Zitat von mhwse
in den USA stellt der Staat die Lehrmittel für die Homeschooler zur Verfügung .. schickt Leher nach Hause, die gelegentlich den Lernstand abfragen .. und den Eltern ggf. helfend zur Seite stehen. Auch staatliche Stufenprüfungen gibt es .. gehen tut es wollen müsste man .. wozu benötigen Sie zum Vokabel lernen einen Lehrer? Die Sprache (ist leider so) lernt man erst ........
ich habe es wirklich probiert, kann aber nicht herauslesen, was sie zum Ausdruck bringen wollen.
Der Satzbau mag zwar ambitioniert sein, trägt aber nicht wirklich dazu bei, das Verständnis des wilden Textes zu fördern.

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RD123 21.08.2015, 11:37
126. homeschooling

Als ein junger Mann, der selbst Zuhause unterrichtet würde, nehme ich es mir heraus, einige Argumente zu entkräften:
1. Die Schule sozialisiert:
Während meiner 2 Jahre an einer echten Schule wurde ich gemobbt und beleidigt. Die wenigsten waren sozial kompatibel. Obszönitäten und Gewalttätigkeit wurden gefeiert. Echte soziale Kontakte Fans man beim Sport etc.
2. Man wird teamunfähig:
Das ist eher Veranlagung. Ich war immer Teamplayer, auch ohne das besonders geübt zu haben. Geschwister und eine funktionierende Familie sind auch dabei voll ausreichend.
3. Indoktrination:
Warum hat der Deutsche so sehr Angst vor Bildung außerhalb der staatlich gelenkten Bahnen? Freies Denken wird an der Schule kaum gefordert oder gefördert, hinterfragen schon gar nicht, außer eben gewisse vorgesetzte Punkte, wie z. B. Homeschooling.
4. Die Prüfung zählt nichts, da keine Vornoten:
Da hoffe ich mal, dass der Forist einen Scherz gemacht hat. Man hat weit mehr Prüfungen, ohne die Lehrkraft zu kennen. Bei Chemie war auf Grund schlechter Abstimmung der vorzubereitende Stoff mal eben dreimal so umfangreich. Zudem waren die Anforderungen oft noch nicht abgesenkt, im Gegensatz zur "richtigen" Schule, wo ständig nachgeregelt wird.
5. Disziplin ist nicht gegeben:
Ich studierte Elektrotechnik mit einer Prüfung Ausnahme in Regelstudienzeit. Noch Fragen?

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michfisch00 21.08.2015, 11:39
127. Homeschooling ist doch längst Realität

40% der Arbeit wird nach der Schule gemacht. Der Unterricht ist so schlecht, dass eine ganze Nachhilfe-Branche extrem gut von lebt. In der Schule wird Zeit abgesessen und meist wenig verstanden. Daheim geht es dann erst richtig los. Die Stunden in der Schule kann man sich dann auch gleich konsequent sparen. Dazu kommt, dass viele Lehrer eh nur Vorlagen aus dem Internet verwenden....die sind für jeden zugänglich.

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mhwse 21.08.2015, 11:43
128. Warum sonst gehen die Kinder zur Schule?

Zitat von PeterPan95
Aha, Wirtschaft als Gradmesser für den Erfolg eines Bildungssystems. Da weiß man gleich wessen Kind Sie sind. Schauen sie sich mal die Abschlussquoten und das Niveau dort an, und dann gucken sie sich den Zusammenhang zwischen Einkommen der Eltern und schulischem Erfolg der Kinder an. Halten Sie das wirklich für vorbildlich?
(ich nehme an Sie haben gar keine ..) denn sonst wüssten Sie, wie in andern Posts beschreiben, dass es nur darum geht besser als der Andere zu sein .. mit dem Ziel später den bsten Job mit dem meisten Geld zu bekommen ..

Von mir geht das sicher nicht aus ..
In einer guten deutschen Schule kriegen Sie die richtige Ausbildung: d.h. Schwächern nicht zu helfen, Kinder die anders aussehen zu missachten, möglichst zur Alpha Gruppe zu gehören und ander die nicht in dieser Gruppe sind zu mobben ..
(in den USA wird das Team gross geschrieben .. daher ist, sofern man daran gewöhnt ist, das Leben dort um ein Vielfaches leichter als hier ..)

Der finanzielle Erfolg ist nur ein Maßgrad des Wohlergehens .. nicht das Ziel .. ja unsere fascho SPD droht mit US Verhältnissen .. nur die USA sind um ein vielfaches .. trotz Rassismus Eklats antifaschistischer als jede deutsche Grundschule .. kann man nur erleben wenn man sich dort mal als nicht Tourist aufhält .. ist nicht alles Gold da, und es gibt viele Missstände.. aber die persönliche Freiheit unvergleichbar ..

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mr.andersson 21.08.2015, 11:43
129.

Zitat von RD123
Als ein junger Mann, der selbst Zuhause unterrichtet würde, nehme ich es mir heraus, einige Argumente zu entkräften: [...] Ich studierte Elektrotechnik mit einer Prüfung Ausnahme in Regelstudienzeit. Noch Fragen?
Ja.
Wie wurde ihr Heimunterricht finanziert?

Hatten Ihre Eltern das Geld für Privatlehrer oder waren Sie in der luxuriösen Situation, dass ein ausreichend gebildetes Elternteil zu Hause bleiben konnte, weil der andere genug für die ganze Familie verdient hat?
Heimunterricht funktioniert natülrich hervoragend, wenn man in der entsprechenden finanziellen Situation ist.

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