Forum: Leben und Lernen
Schulverweigerer schafft Abitur: "Verdammt, das funktioniert"
Thomas Neubronner

Deutschlands hartnäckigster Schulverweigerer hat seine Reifeprüfung bestanden. Moritz Neubronner, 18, blieb fast die ganze Schulzeit dem Unterricht fern. Nun beendete er eine außergewöhnliche Schulkarriere - im Alleingang.

Seite 4 von 19
neptun680 21.08.2015, 08:27
30.

Ich gebe zu, ich beneide ihn um diese Eltern. Mir kommt es vor wie eine leiser Hauch von dem, was das soganannte "Goldene Zeitalter" bedeuten könnte: Freie, den eigenen Begabungen und Neigungen entsprechende, Entwicklung.

Beitrag melden
lykaner-ahroun 21.08.2015, 08:31
31. an #1

mit Verlaub ihre Aussage das eine externe Abschlußprüfung wertlos sei ist es Nichteinhaltung wert als Rinderfekalien bezeichnet zu werden.

ich selbst hatte das Vergnügen nach 10 Schuljahre auf diesem Wege meine mittlere Reife zu erlangen, da meine Schule zwar anerkannt aber nicht Prüfungsberechtigt War.

Es ist mit Verlaub der härtere weg nicht nur das es 9 statt 4 Prüfungen waren sondern das man wie eben in einer echten Prüfungssituation ohne Netz und doppelten Boden von einem Unbekannten Lehrkräften geprüfte wird.

Das anschließende Technische Fachabitur War im Vergleich ein wellness tripp

Beitrag melden
hansgustor 21.08.2015, 08:31
32. Gute Eltern

Das klappt nur mit engagierte und intelligenten Eltern. Die meisten Eltern sind schon überfordert den Kindern einfache Verhaltensregeln beizubringen. @RealNobody: Meine Oberstufennoten wurden nicht eingerechnet. Grüße aus Baden-Württemberg.

Beitrag melden
yshitake 21.08.2015, 08:31
33. Das Bremer Bildungssystem perfekt vorgeführt

Dieser Junge Mann sagt mit seinem Abitur mehr über Bremen und das dortige Bildungssystem aus, als den Verantwortlichen lieb sein dürfte.
Was ist so ein Abitur aus Bremen eigentlich wert? Sollte man nicht vielleicht mal jedem Hauptschüler aus Bayern pro forma auch ein Abitur geben? Chancengleichheit durch einheitliche Bildungsstandards? Wo kämen wir da hin! Die Gerechtigkeit, fernab sozialromatischer Realitätsverzerrungen, wird dann am Ende des Tages doch wieder nur in der Wirtschaft hergestellt. Dort wo jeder Personaler weiß, das man in ein Bremer Abitur bestenfalls Fische einwickeln kann und ansonsten alles auf ein Bildungsniveau eines Bild-Plus Lesers mit RTL-HD Abo schließen lässt.

Beitrag melden
Bernhard.R 21.08.2015, 08:31
34. Regeln sind einzuhalten

Das hat Moritz nach seiner eigenen Schilderung nicht gelernt. Ein harter 8-Stunden-Tag am Schreibtisch wird auch künftig schwerfallen. Aber vielleicht wird er ja Künstler, wo er geduldig warten kann, bis ihn die Muse küßt.

Beitrag melden
luutzi 21.08.2015, 08:31
35. Naja

Dies ist der absolute Beweis für unser mieses Bildungssystem. Armes Deutschland, wie tief bist du gesunken!

Beitrag melden
Hiram333 21.08.2015, 08:31
36. Viel Erfolg

Lieber Herr Neubronner, herzlichen Glückwunsch, Sie haben sich damit bewiesen, dass Sie eine wichtige Kernfähigkeit, sich eine Lösung selbständig zu erarbeiten und selbständig zu denken, besitzen. Viele Menschen haben diese Fähigkeit nicht und um diese ebenfalls für Ihre Zukunft vorzubereiten gibt es sehr sinnvollerweise die Schulpflicht. Bildung ist ein sehr wichtiges Gut. Im Übrigen sind Zahlen nur Schall und Rauch, die Ihnen wenig weiterhelfen werden. Sie öffnen nur die Tür zu noch mehr Bildung - das wars schon. Durch Abwesenheit von der Schule haben Sie sehr wichtige persönliche Skills verpasst, die für ihr ganzes Leben wichtig sind - dazu gehören soziale Kontakte (und Konflikte), Vorträge halten können, Gruppenarbeiten und -leitungen, sich in einem System einzuordnen und zurechtzufinden und Regeln und Grenzen zu akzeptieren. Ich rate Ihnen wohlwollend, sich dringend der Ausbildung dieser Fähigkeiten zu widmen. Im Übrigen ist entgegen Ihrer Meinung gerade im Studium das Fernbleiben von Vorlesungen möglich. Das theoretische Studium, sollte Ihnen sehr leicht fallen, da es auf einer Lerndisziplin aufbaut, die andere erst entwickeln müssen und Sie schon beherrschen - das selbständige Lernen und Erarbeiten von Problemen und Lösungen. Studium sollte also kein thema sein. Erkennen Sie vielmehr Ihre soften und sozialen Defizite und arbeiten eifrig daran. Dann wird aus Ihnen ein junger Mann, dem alle Türen offen stehen. ich wünsche viel Erfolg dabei.

Beitrag melden
MartinS. 21.08.2015, 08:34
37. ...

Zitat von mmy
auf der einen seite muss ich sagen, dass ich den jungen gut verstehe. ich kenne gerade aus dem bereich der jugendhilfe viele kinder für die schule bzw. man muss besser sagen das system schule nicht zum gewünschten erfolg führt. man muss aber auch sagen, dass dieser junge mann absolut eine ausnahme ist und mit sicherheit auch über die entsprechenden persönlichen ressourcen verfügt, um das so zu schaffen. Ich denke in der schule geht es aber noch um mehr als nur im Noten und Wissen. Es geht auch darum soziale interaktion zu lernen und zu erleben, sich auch unangenehmen situationen zu stellen bzw. sich unterzuordnen. ich mag sehr stark bezweifeln, dass er mit der einstellung im leben sehr weit kommt ...
Ach - bei ihm speziell würde ich da jetzt nicht mal wirkliche Probleme dabei sehen, "ober er mit der Einstellung im Leben weit kommt"

Sieht schon so aus, als ob ers im Griff hätte. Und auch wenn er sozial vielleicht etwas seltsam sein mag... na wenn schon - das sind wohl 10-20% meiner "normalen" Arbeitskollegen auch. Jeder Jeck ist halt anders, und er wird seine Lücke schon finden, in die er passt. Die notwendige Zielstrebigkeit scheint er ja zu haben.

Nur aus einem Einzelfall, bei dem es klappt, dann vielleicht einen allgemeinen Rückschluss zu ziehen - DAS fände ich bedenklich. Nicht jeder hat diese Zielstrebigkeit, nicht jeder entwickelt sich abseits der kindlichen/jugendlichen Sozialkontakte im Gemeinwesen der Schule so, dass er wirklich im Nachhinein auch eine Chance darauf hat, sein Leben selbst zu bestimmen.
Sollten wirklich alle Eltern die Chance haben, das für ihre Kinder zu entscheiden? Mit der Konsequenz, dass einige Eltern nur vor einer Phase jugendlicher Bockigkeit resignieren? Oder mit dem Risiko, dass Eltern ihre Kinder nicht zur Schule schicken, um sie stattdessen irgendwo arbeiten zu lassen... also gar kein Heim-Unterricht, und mit 18 hätten sie zwar die Freiheit für ein selbstbestimmtes Leben, aber nahezu keine Möglichkeit, irgendwie in den Arbeitsmarkt zu finden.

Klar könnte man sowas vielleicht auch lösen mit jährlichen Leistungsprüfungen und Betreuung durch ein Jugendamt. Aber lohnt sich dieser Aufwand denn wirklich, und hätten wir überhaupt die Kapazitäten, um so etwas zu gewährleisten?
In meinen Augen ist die Schulpflicht generell schon sinnvoll. Der eine oder andere mag vielleicht auch ohne auskommen - nur halte ich es eher für vertretbar, diejenigen zur Schule zu schicken, die sich in dieser Richtung schwertun, als den anderen Weg zu gehen, der wohl eher deutlich mehr jungen Leuten Probleme bereiten dürfte.

Beitrag melden
merokutt 21.08.2015, 08:34
38.

Ich wünsche dem jungen Mann viel Glück und im weiteren Leben Personaler, die die fehlenden Schulbesuche nicht als Makel sehen - denn wie wir wissen, zählt Leistung heute meist weniger als ein glatter Lebenslauf.

Beitrag melden
Munku 21.08.2015, 08:35
39. Vornoten

Zitat von Real Nobody
Bei allen anderen Schülern gehen die Noten der Oberstufe mit in die Abi-Note ein. Diese 2,5 ist keine 2,5 - ganz im Gegenteil.
Natürlich ist es eine 2.5.

Im Text ist es doch erläutert: weil keine Vornoten vorliegen (die Noten der Oberstufe), muss er nicht 4 sondern 8 Prüfungen ablegen.

Beitrag melden
Seite 4 von 19
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!