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Schwedische Feministin über Fußball: "Falsch, paradox, rückwärtsgewandt"
danapress

Sie ist erst 15 und trotzdem schon Herzblutfeministin: Henrietta Berger nahm dem schwedischen Fußballverband ein Stück Männlichkeit - denn er will jetzt auf geschlechtergerechte Sprache achten. Wie hat sie das geschafft?

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dplasa 26.11.2014, 19:11
90. Wo soll das alles hinführen?

Einen schönen (kleinen) Ausblick kann man z.B. auf dem Disclaimer der Seite https://www.mathe-im-advent.de/ lesen:

"*Wir nutzen auf unserer Homepage die Gender Gap (ein Unterstrich, wie in "Schüler_innen"). Mit ihr werden selbstbestimmt alle sozialen Geschlechter und Identitäten eingeschlossen. Ausnahmen machen wir nur, wenn durch Unterstreichungen das Schriftbild unleserlich würde. Auch dann sind alle Identitäten mit eingeschlossen."

Daraus wird ersichtlich, dass nur noch in der generischen, jedem Geschlechtsmerkmal-beraubten Formulierung ein Heil zu finden sein kann, denn wenn die anderen Identitäten erst mal erkennen, dass sie mit Männlich_weiblich Formulierungen ganz und gar unter den Tisch fallen...

Also ab sofort konsequent:
Der / Die Arz
De / Di Hebamm
D' Steuerfachgehilf
D' Kellne
D' Müllabhole

Hey, klingt gar nicht so schlecht - erinnert etwas an das Saarländische :)

Liebe Grüß'
D.

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hemithea 26.11.2014, 19:50
91.

Es will mir nicht in den Kopf, wie grammatikalischen Regeln oder die Sprache an sich sexistisch/rassistisch sein kann.

Der Mensch kann es sein, die Aussagen, die er tätigt, seine Handlungen, seine Gedanken, seine Weltsicht.

Aber erstmal ein Satz, der inhaltlich keine rassistischen/sexistischen Aussgaen tätigt, ist auch nicht diskriminierend.

Eine Aussage "Der Schiedsrichter muss in dieser Situation Abseits pfeiffen." ist erstmal genauso wenig diskriminierend wie die Aussage "Die Schiedsrichterin muss in dieser Situation Abseits pfeiffen."

Diese beiden Aussagen sind doch erstmal neutral und weder wertend noch böse gemeint. Das ist einfach eine beschreibende/erklärende Aussage. Wenn aber irgendwelche Gesten, Anspielungen, verächtliche Geräusche dazu kommen, dann spricht das nicht für Sexismus/Rassismus der Sprache, sondern eben für die Dumpfheit des Sprechers.

Diese Änderungen in der Sprache sind doch nur bloße Formalitäten. Was erreicht man damit? Eigentlich nichts anderes außer Zungenbrecher.
Damit erreicht man bei den Menschen, die eben rassistisch/sexistisch nichts.

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nopower 26.11.2014, 20:36
92.

Toleranz ist sicherlich in vielen Fällen angebracht. Andererseits wird Toleranz eben auch immer ausgenutzt, und zwar hauptsächlich von denen, die sich ungerecht behandelt fühlen, also den Minderheiten. Da diese Gruppe ihre Rechte als eingeschränkt wahrnimmt, pocht sie natürlich ebenso intensiver auf deren Umsetzung. Dabei ist es doch eigentlich die demokratischte aller Sachen: die Minderheit beugt sich der Mehrheit. Oder soll sich jetzt die Mehrheit unverhältnismäßig viele Umstände machen, um der Minderheit entgegenzukommen?

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wgschmidt 26.11.2014, 22:34
93. Deutschland ist diesbezüglich weiter.

Zitat von j.vantast
Es ist einfach nur lächerlich und beschämend. "Schiedsrichtende" und "Spielende"? "Radfahrende" und "zu Fuß gehende"?
... die stehen alle in der neuesten Version der Straßenverkehrsordnung schon drin.

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tanenui76 27.11.2014, 00:56
94. Typisch

Ich kann schon verstehen, dass die Regeln neutral ausgerichtet werden sollten, aber Sie hat die halbe Welt auf den Kopf gestellen und sich dann verpfeifen. Wie waere es mit einer Maennerquote in Ballett.

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Narn 27.11.2014, 01:08
95.

Zitat von petrapanther
Mit anderen Worten, es ist also gut und richtig so, weil es schon immer so war? Wann und wie wurde denn das generische Maskulinum eingeführt? Wurde damals eine Abstimmung unter Männern und Frauen durchgeführt, und das generische Maskulinum hat sich mit 51% gegen das generische Femininum durchgesetzt? Wohl eher nicht. Dass es ein "generisches Maskulinum" gibt, liegt daran, dass Frauen vor 100 Jahren nichts zu melden hatten.
Weil die deutsche Sprache auch erst 100 Jahre alt ist, genau.
Sie sollten sich mal ne kleine Lektüre in Althochdeutsch zu Gemüte führen. Bzw. sich überhaupt mal über die Dynamik von Sprachen informieren

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spiegelleser987 27.11.2014, 01:12
96.

Zitat von mahkacz
.......Was die politische Einstellung der deutschen Männer zur Gleichberechtigung im allgemeinen und zu feministischen Fragestellungen im besonderen betrifft, so sind gut Dreiviertel der Formumsbeiträge eher zum K...
Dann nehmen Sie mal noch die Lehrerinnen. Ein Mädchen hatte in Physik und Mathe eine 1. Sie wollte Ingenieur studieren. Der männliche Physiklehrer hatte nichts dagegen einzuwenden. Die Deutschlehrerin meinte, dass Ingenieur nichts für Mädchen wäre. Soetwas könnten nur Jungen schaffen, Mädchen könnten soetwas nicht.

Sie hat es trotzdem gemacht und problemlos geschafft.

Geht es denn immer um Gleichberechtigung? Ich habe eher das Gefühl, dass man mal wieder irgendeinen Gegner braucht.

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Narn 27.11.2014, 01:20
97.

Zitat von Whitejack
Selbst mittelalterliche Gesellschaften nannten folglich bereits beim Namen, wen sie auch meinten. Eine Müllerin oder Bäckerin gab es nicht, weil es eben keine weiblichen Müller oder Bäcker gab. Bis vor 150 Jahren namen die Frauen am größten Teil des Arbeitslebens kaum Teil. Sehr deutlich wird die Tatsache, dass das generische Maskulinum eben nicht wirklich beide Geschlechter meint, auch bei der Entstehung von Berufsbezeichnungen in Bereichen, wo Frauen dominieren. Stewardess, Sekretärin, Kassiererin, Erzieherin, Krankenschwester - natürlich gibt es die auch, wenngleich viel seltener, in männlicher Form. Aber wer denkt bei "Stewardess" an eine männliche Person? Es sind eben in aller Regel NICHT beide Geschlechter gemeint.
Äh ja, klar gab es die Müllerin. Schonmal Forelle gegessen?
Sicher die Müllerin war einfach nur die Frau des Müllers.
Und eine "männliche Stewardess" ist schlicht und ergreifend ein Steward, ursprünglich ein Amt vergleichbar des Haushofmeisters, später eine Servicekraft auf Passagierschiffen. Und sicher gibt es auch Sekretäre (selbstverständlich lange Zeit ein Männerjob) und Kassierer.

Nur die Krankenschwester ist in der Tat eine weibliche Berufsbezeichnung, die sich durchgesetzt hat, und bis heute weit verbreitet ist.

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Heimatlos 27.11.2014, 01:50
98. Lust an der Zertruemmerung

Dass, was diese Maedchen als "Rueckwaertsgewandt" bezeichnet, ist , die Basis jeder Gesellschaft, das traditionelle. Im Zertruemmern der Traditionen liegt die Vernichtung der gesamten Geschichte und Kultur.
Mich schaudert vor solchen halben Kindern. Und mir schaudert vor Erwachsenen, die die Zertruemmerung gut heissen, so als waere Gestern nur Negativ und Morgen nur Positiv. Es erfordert ein primitives negatives Bild, um so etwas gut zu heissen.
Es geht auch gar nicht um Fussball, es geht nur um die Zerstoerung. Morgen ist es was anderes.

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politically incorrect 27.11.2014, 06:52
99. Enteiert?

Hast Spiegel wirklich das Wort "enteiert" in der Überschrift stehen?
:-D :-D :-D

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