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Schwedische Feministin über Fußball: "Falsch, paradox, rückwärtsgewandt"
danapress

Sie ist erst 15 und trotzdem schon Herzblutfeministin: Henrietta Berger nahm dem schwedischen Fußballverband ein Stück Männlichkeit - denn er will jetzt auf geschlechtergerechte Sprache achten. Wie hat sie das geschafft?

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dosmundos 26.11.2014, 14:15
20.

Wenn ich das Interview richtig verstanden habe, dann bestehen im schwedischen Fußball die folgenden zwei Ungerechtigkeiten:
- Mädchen bekommen schlechtere Trainingszeiten als die Jungenmannschaften und werden von Eltern trainiert anstatt von ausgebildeten Fussballtrainerinnen
- das Regelwerk des schwedischen Fußballverbandes ist so formuliert, dass Personen nur im männlichen Geschlecht genannt werden

Das zweite Problem wurde jetzt gelöst. Jipijayjey!

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mrhiggins 26.11.2014, 14:16
21. Männer oder Frauen sind nicht gleich und das ist gut so!

Zitat von evonw
Wer hier gegen die neutralen Bezeichnungen ist, dem sei an Herz gelegt, sich mit den einschlägigen Studien zu dem Thema zu befassen und nicht gleich los zu poltern (und damit seine Unkenntnis im Thema zu offenbaren)
Es geht hier um Sprache und Gewohnheiten. Ob ich Student sage oder Studierende hat NICHTS damit zu tun ob ich jemanden diskriminiere oder nicht.

Männer oder Frauen sind nicht gleich und das ist gut so!
Männliche Schüler sind oft mit anderem beschäftigt und im Schnitt weniger Leistungsorientiert als Mädchen. Was solls? Männer sind im Schnitt stärker als Frauen. Was solls?

Gleichbehandlung hat auch etwas mit Selbstbewusstsein zu tun. Je mehr man mit so Kleinigkeiten hadert, desto mehr zeigt man dass man eigentlich etwas ganz anderes will als Gleichberechtigung.


Wenn wir für solche Kleinigkeiten Geld ausgeben würde ich vorschlagen:
- Frauenparkplätze abzuschaffen, für Männer gibt es schließlich auch keine. Nur noch Parkplätze für beide - huch, die gibt es ja schon!
- ...


Es kostet Universitäten viele tausend Euro wegen Klagen (die nochmal soviel kosten) Schilder abzuändern weil da Studenten drauf steht. Wenn man das Geld in wirkliche Gleichberechtigung stecken würde hätte alle mehr davon. Das ist lächerlich, Geldverschwendung und ändert absolut Garnichts!
Oder glauben die wirklich, dadurch gibt's für die Damen bessere Trainingszeiten?! Das liegt daran dass irgendeiner denkt, oder es wirklich so ist, dass die Herrenmannschaft in höheren Ligen spielt etc. Und das ändert sich durch Geldausgeben für eine neue Satzung sicher nicht.

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Meconopsis 26.11.2014, 14:19
22.

Zitat von elgu
Es ist für mich nicht wirklich verständlich, warum überhaupt Frauen- und Männerfußball so streng getrennt wird.
Schauien Sie sich mal ein Spiel der Frauenbundesliga an, und danch ein Spiel der Männer. Die körperlichen Voraussetzungen sind einfach sehr unterschiedlich bei dieser Sportart. Bis zur B-Jugend können Mädchen auch in Jungsmannschaften manchmal noch mithalten. Es ist auch nicht verboten, dass Mädchen da mitspielen. Aber die wenigsten wollen es.

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M. Michaelis 26.11.2014, 14:19
23.

Dieses orwellsche Neusprech ist nicht nur sprachlich minderbemittelt sondern schlicht sprachmissbrauch.

Ein Studierender ist nicht dasselbe wie ein Student.

Wie absurd diese Sprachverrenkungen zeigt sich bei anderen Berufs- oder Statusbezeichnungen. So müssten Bäcker backende, Erzieher erziehende heissen.

Nur ist nicht jeder der backt ein Bäcker und nicht jeder der Kinder erzieht ein Erzieher.

Es ist schlicht beschämend wie sich solches Genderdummdeutsch gerade bei Intellektuellen breitmacht.

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nasodorek 26.11.2014, 14:23
24.

Zitat von Iggy Rock
Interessant, sie hat nun von einer Mannschaftssportart zu Ballett gewechselt. Ich habe nun wirklich nichts gegen Gleichstellung, dann aber bitte überall und vollkommen durchgreifend. Es ist albern, dass immer nur Frauen dafür offensiv kämpfen, während Hausmänner, Grundschullehrer, Kindergärtner, Balletttänzer und solche die gerne Stricken von der Gesellschaft, auch von Frauen, nicht selten Hohn und Spott ausgesetzt sind. Falsch wird es auch dann, wenn man sich krampfhaft daran macht, nur die Sprache zu verändern, in der Hoffnung, dass sich alleine dadurch etwas in den Köpfen und innerhalb der Gesellschaft ändern würde.
Sehen Sie mal. Das sind alles schon maskuline Formen. Da hat die Sprache offensichtlich kein Problem aus dem Mann der den Haushalt führt den Hausmann zu machen und nicht den Hausfrau'er'

Darum geht es aber im Interview eigentlich nicht. Henrietta wollte als Teil einer Gruppe von Menschen unterschiedlichen Geschlechts nicht automatisch immer als Mann angesprochen werden.

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Braktor 26.11.2014, 14:29
25. Ganz toll

Ein großes Lob an diese "Herzblutfeministin" Henrietta Berger. Da hat sie in so jungen Jahren aber schon etwas Großes geleistet. Statt Schiedsrichter und Spieler soll im Regelwerk nun also Schiedsrichtende und Spielende stehen. Sicher in Verbindung mit dem Text "der/die" vor diesen neuen Wörtern. Dann können sich all die Fussball spielenden Feministinnen in Schweden nun endlich auch angesprochen fühlen, wenn sie das geänderte Regelwerk lesen. Ich hoffe doch sehr, dass sie als nächstes auch in Schweden dafür kämpfen wird, dass auf der Hälfte aller Fußgängerampeln an Stelle von Ampfelmännchen Ampfelfrauchen eingeführt werden.

Nicht angesprochen fühlen sich aber sicher all die Hermaphroditen, die ebenfalls Fussball spielen oder Texte aus anderen Bereichen lesen. Hoffentlich werden alle Texte in Schweden, Deutschland und weltweit bald auch so geändert, dass auch diese sich dort wiederfinden können. Weitere Menschengruppen, die ausdrücklich in allen Texten erkennbar sein sollten?

Nein, nein, Spaß beiseite. Ich finde die von Henrietta Berger und anderen Frauen ihrer Art geforderten Textänderungen völlig überflüssig und störend. Für mich sind diese vorrangig Ausdruck eines zutiefst verwurzelten Minderwertigkeitskomplexes. Aber vielleicht können Henrietta Berger und Frauen ihrer Art über Psychotherapien geheilt werden. Wenn sie aus den allgemeinen Medien verschwinden würden, wäre schon mal viel erreicht. Bei Spiegel Online wird man in der letzten Zeit ja leider ziemlich häufig mit diesem Genderschwachsinn belästigt. Wenn solche Themen bei Emma behandelt werden, sei's drum, aber bei Spiegel Online? Immer und immer wieder? Wer steckt dahinter?

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tl-hd 26.11.2014, 14:29
26.

Bei Ihrem Kommentar wird vor allem klar, welche Vorstellungen Sie von Gleichberechtigung haben. Die gender-gerechte Sprache zieht hohe Kosten nach sich (so kostet z.B. die Umbenennung der Studentenwerke in Studierendenwerke in Baden-Württemberg zig Tausende Euros), ohne dass da (außer ein paar Radikal-Feministinnen) wirklich jemand etwas von hat. Das gleiche Geld in Kinderbetreuungsprogramme investiert würde dem Gedanken der Gleichberechtigung viel mehr nützen, weil dann die Mütter bessere Möglichkeiten hätten, an der Uni zu studieren oder zu arbeiten.

An den Unis ist bei Stellenbesetzungen das Pendel sowieso schon in die andere Richtung umgeschlagen. Da gibt es keine Gleichberechtigung, weil Frauen gezielt bevorzugt werden - sowohl bei Förderprogrammen als auch bei Neueinstellungen. Als Argument wird dann meist die Geschlechterverteilung auf den Gesamtstellen herangezogen. Um die gesteckten Ziele z.B. bezüglich Frauenanteil bei Professuren zu erreichen, müssen aber auf Jahre fast nur Frauen eingestellt werden. Die jungen Männer, die deshalb nicht eingestellt werden, können aber nichts dazu, dass in der Vergangenheit kaum Frauen eingestellt wurden. Und diejenigen, die für die Einstellungen in der Vergangenheit verantwortlich waren, haben ihre Stellen sicher.

Zitat von
Wenn es so egal wäre, frage ich mich, warum der Aufschrei so groß war, als die Universität Leipzig beschloss, statt der männlichen nur noch die weibliche Form zu verwenden und damit die Männer einzuschließen? Da fühlten sich doch glatt etliche Männer ausgeschlossen.
Da werfen Sie mehrere Dinge durcheinander. Zunächst einmal beruht ein großer Teil der Aufregung auf der Falschmeldung, dass es an der Uni Leipzig "Herr Professorin" heißen sollte, also IMMER die weibliche Form genutzt werden sollte. Es ging aber nur darum, dass in einem Dokument (eine Studienordnung oder Änliches) zu Beginn gesagt wurde, dass die weibliche Form genutzt und für beide Geschlechter gelten sollte. Das ist ein großer Unterschied. Die Meldung klang nach einem Verbot der männlichen Bezeichnung - man stelle sich einmal vor, welche Reaktionen eine Meldung, dass die Uni XY vorschreibt, auch einzelne Professorinnen nicht mehr als Professorin sondern als Professor zu bezeichnen...

Dazu kommt noch, dass das generische Maskulinum weit verbreitet ist, die feminine Form aber nur für Frauen verwendet wird. Eine reine maskuline Form, die nur für Männer genutzt wird, gibt es ja gar nicht.

Schreiben Sie z.B. mal auf ein Werbeschild "Studenten erhalten 20% Rabatt" und auf ein anderes "Studentinnen erhalten 20% Rabatt", und fragen Sie dann mal, wer sich jeweils angesprochen fühlt. Die Anzahl der Studentinnen, die beim ersten Schild denkt, der Rabatt gelte nur für die Jungs, dürfte sehr klein sein - beim zweiten Schild dagegen dürften so ziemlich alle sagen, dass der Rabatt nur für die Mädels gilt.

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DaSchu 26.11.2014, 14:36
27. Leichtere Beinbesitzende und schwerere Beinbesitzende

Zitat von elgu
Es ist für mich nicht wirklich verständlich, warum überhaupt Frauen- und Männerfußball so streng getrennt wird. Es sind ja nicht so verschiedene Sportarten wie Frauenturnen und Männerturnen. Vom Judotraining kenne ich nur gemeinsames .....
Sicher, man könnte beide Turniere zeitgleich stattfinden lassen. Das würde meines Erachtens allerdings nicht dazu führen, dass das Interesse an den Spielen der Fußballspielenden mit leichteren Beinen steigen würde. Denn im Vergleich zu den Fußballspielenden mit schwereren Beinen besteht da wirklich ein deutliches qualitatives Gefälle. Ich - als Fußballspielender mit schwereren Beinen - glaube das beurteilen zu können. Insbesondere, da ich schon mehrfach Spiele von Fußballspielenden sowohl mit leichteren als auch schwereren Beinen verfolgt habe.

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konstanski 26.11.2014, 14:36
28. Nicht zu Ende gedacht

Feministinnen möchten über die Sprache eine Gleichstellung der Geschlechter erreichen. Nur - eine gewachsene Sprache eignet sich einfach nicht dafür. Warum werden nur positive besetzte Begriffe in eine geschlechtsneutrale Form (was auch immer das ist - geschlechtsneutral) gebracht?

Wann werden nicht nur Fussballer zu Fussballerinnen sondern auch Salafisten zu Salafistinnen und Rechtsradikale zu Rechtsradikalerinnen? Nur vom raffgierigen Banker lese ich, was ist mit der Bankerin. Sie wird ebensowenig in den Debatten genannt wie die Umweltverschmutzerin. Weitere Beispiele? Die Rassistin, die Schwulenhasserin, die Unterdrückerin, wo sind sie?

Ich habe den Verdacht, hier sollen eher Gutmenschinnen von Schlechmenschen unterschieden werden. Seid vorsichtig dass sich hier kein neuartiger Rassissmus durch die Hintertür einschleicht.

Fazit: Belasst die schöne deutsche Sprache (sowie alle anderen Sprachen dieser Welt) wie sie sind

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anton_otto 26.11.2014, 14:41
29.

Warum hat denn im schwedischen Fußballverband niemand das Beharrungsvermögen, das generische Maskulinum im Sinne einer besseren Lesbarkeit und Verständlichkeit beizubehalten? "Schiedsrichtende" und "Spielende" - geht's noch? So langsam reicht es mal mit dem feministischen Sprachfaschismus.
Und daß sich eine 15-jährige als Feministin bezeichnet, kommt ja wohl auch nicht von irgendwoher, das muß ihr ja auch irgendwer eingetrichtert haben.

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