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Schwule Lehrer: "Was würden Sie machen, wenn ich jetzt ein Messer raushole?"

In vielen Schulen herrscht ein schwulenfeindliches Klima - unter Schülern, aber auch im Lehrerzimmer. Am Hamburger Stammtisch für schwule Lehrer sprechen die Pädagogen über die alltägliche Quälerei in ihrem Job und über die alles entscheidende Frage: outen oder nicht?

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kimba2010 24.03.2011, 11:00
1. ...

Heikel, man kann halt nicht einserseits die Klassenzimmer mit Kulturen fluten, die der Homosexualität traditionell eher abgeneigend gegenüberstehen und dann andererseits über ablehnende Haltung dieser Personen zum Thema klagen.

Wer das eine will, muss das andere mögen! So ist das, liebe schwule Lehrer aus Hamburg. Ihr wisst schon, warum.

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unterländer 24.03.2011, 11:15
2. Übrigens ...

Zitat von sysop
In vielen Schulen herrscht ein schwulenfeindliches Klima - unter Schülern, aber auch im Lehrerzimmer. Am Hamburger Stammtisch für schwule Lehrer sprechen die Pädagogen über die alltägliche Quälerei in ihrem Job und über die alles entscheidende Frage: outen oder nicht?
Ich weiß ja nicht, wie die Fragen gestellt wurden. Aber wenn wie im Artikel geschrieben lediglich acht Prozent der schwulen Lehrer beleidigt wurden, dann können sie sich glücklich schätzen. Ich kenne fünf Lehrer privat. Die sind weder schwul noch lesbisch aber wurden bis auf einen alle schon mal beleidigt. Im Übrigen halte ich es für ziemlich blöd, mit der Wahnsinnsnachricht "ich bin schwul" vor die Schüler zu treten. Ich wusste damals von keinem einzigen meiner Lehrer ob er schwul oder ob sie lesbisch war und ich glaube es hat auch keinen von uns gekümmert.

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Jonny_C 24.03.2011, 11:22
3. So ist es.

Zitat von kimba2010
Heikel, man kann halt nicht einserseits die Klassenzimmer mit Kulturen fluten, die der Homosexualität traditionell eher abgeneigend gegenüberstehen und dann andererseits über ablehnende Haltung dieser Personen zum Thema klagen.
Deswegen nimmt die Gewalt und das Mobbing auch zu.

Ich hatte in den 70igern einen homosexuellen Kunstlehrer.
Ein Lehrer der Extraklasse, der Mann war super engagiert, wir haben viel gelernt. Seine sexuelle Orientierung hat uns dabei nicht interessiert.

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Marellon 24.03.2011, 11:22
4. Eins mitten auf die Nase

Wenn ein Schüler den Lehrer - egal, ob schwul oder werweisswas - fragt "Was würden Sie machen, wenn ich jetzt ein Messer raushole?", gibt es für den Lehrer nur eine Antwort: "Ich würde dir so massiv eins auf die Nase hauen, dass du an die nächste Wand fliegst, langsam zu Boden rutschst und liegen bleibst, bis die Ambulanz dich holt."

Dann wird der Schüler rausgeschmissen und vor die entsprechende Behörde gestellt.

Das ist war nach den Regeln der modernen Schönwetterpädagogen verboten, aber nicht nach dem Gesetz: Wer mit einem Messer bedroht wird, darf sich mit einem Faustschlag wehren. Und wer ankündigt, sich zur Wehr zu setzen und wer von allem Anfang an diesen Eindruck macht, wird erfahrungsgemäss von Pöbel und Abschaum verschont.

Man werde sich endlich mal klar: Auch unter Jugendlichen gibt es Pöbel und Abschaum. Und auch die brauchen klare Durchsagen.

Abgesehen davon: Das Sexualleben des Lehrers geht die Schüler nichts an. Die Lehrer sollen es nicht vor ihren Schülern ausbreiten.

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PromotorFidei 24.03.2011, 11:23
5. Mag ja eine komische Frage sein,

aber was hat die sexuelle Ausrichtung eines Lehrers mit seiner Arbeit zu tun?
Affairen mit Schülern sind sowieso verboten, also wen interessiert wie rum ein Lehrer gepolt ist. Lehrer/Lehrerinnen sind aus Schülersicht sowieso immer Kategorie II (nicht zu haben)

Jemand der seine Sexualität in den Unterricht projiziert ist vielleicht nicht unbedingt für einen solchen Beruf geeignet.
Ehrlich gesagt habe ich bei vielen meiner Lehrer überhaupt keine Ahnung gehabt oder die Frage gestellt, auf was der steht. Offensichtlich war das eigentlich nur bei denen, deren Ehegatten ebenfalls bei uns unterrichtet haben.

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RGG84 24.03.2011, 11:26
6. Schade

Schade Herr Mülheimer. Sie sagen, dass Sie als "Normaler" gerne in Ruhe und in Frieden gelassen würden. Genau DAS wünschen sich diese schwulen Lehrer auch. Und nichts anderes.
Und übrigens: Sie erzählen in jeder Sekunde Ihres Lebens, dass Sie auf Frauen stehen und zwar immer dann, wenn Sie etwas über Ihr Privatleben mit Ihrer Partnerin erzählen oder wie selbstverständlich über den netten Hintern der Kollegin sprechen...

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Adrianstein 24.03.2011, 11:28
7. Warum outen ?

Minderheiten, die sich im pädagogischen und sozialen Bereich bewegen,- besonders mit Minderjährigen- sind ja viel stärker erstmal auf "Klärung der Problemzonen" angewiesen.

Im Finanzdienstleistungsbereich oder Marketing von Textlien sehen die "Gefechtslagen" doch anders aus. Ist das so schwer zu verstehen, alerdings soziale Intelligenz vorraussetzend gefragt.

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felisconcolor 24.03.2011, 11:29
8. ...

Ich bin Stockhetero
aber auch das geht niemanden etwas an.
In den 80igern war es "uncool" Soldat oder Soldat auf Zeit zu sein.
Irgendwann war ich es leid mich überall und jedem erklären zu müssen.
Ich habe dann auf die Frage nach meinem Beruf immer "Berater für nationale Sicherheitsfragen" angegeben.
Mir waren die ungläubigen Blicke lieber als die nervigen Fragen.
Sicher möchte jeder zu dem stehen was ihn ausmacht.
Aber... die Gesellschaft akzeptiert es nicht.
Wir sind so bigott. (Axo die Kirche tut ihr übriges dazu)
Don´t say, don´t ask hatte schon seine Berechtigung.
Quatsch nicht soviel und stell keine dummen Fragen.
Denn im Zweifel wird einen eh keiner verstehen.
Und schon garkeine pubertierenden Pseudomachos mit Hosen in den Kniekehlen.
Das sieht auch wie reinge... aus. Aber wenn es ihm Spass macht. ist sein Ding.

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kjartan75 24.03.2011, 11:30
9. Titellos glücklich!

Zitat von Mülheimer
Warum meinen Schwule eigentlich immer, dass sie sich outen müssen? Ich denke sie gehen damit nicht nur mir auf die Nerven! Ich erzähle doch auch nicht dauernd jedem, dass ich auf Frauen stehe! Was die Schwulen privat machen ist mir egal, aber sie sollen uns normalen mit ihren Neigungen in Frieden lassen! Was spricht eigentlich gegen das Bio-Buch? Ist doch alles abnormal was dort beschrieben steht!
Was ist schon normal. Es gibt immer die Tendenz, dass sich jeder zu den Normalen zählt, i.d.R. ist es aber so, dass jeder irgendwie, irgendwann vom Durchschnitt abweicht. Insofern sind solche "Normal"-Phrasen wenig zielführend und lediglich sinnentleerte Worthülsen, um sich selbst ein- und andere auszuschließen.

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