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Seminartexte im Netz: Unis einigen sich mit VG Wort
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Es bleibt dabei: Digitale Seminartexte können auch weiterhin im Netz zur Verfügung gestellt und von Studenten heruntergeladen werden. Hochschulen, Länder und Urheber haben das jetzt offiziell beschlossen.

midnightswim 23.12.2016, 11:14
1. Eine Posse sondergleichens

Im 21. Jahrhundert sowas lesen zu müssen, macht mich sprachlos. Da haben sich ein ganz paar Leute tüchtig blamiert.

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mcbarby 23.12.2016, 11:25
2. Abstrus

Schon die gerichtliche Beanstandung der bisherigen Verfahrensweise ist eine Farce. Die Behauptung, es gehe um Urheberrechtsschutz ist m.E. schlichtweg falsch. Es geht ausschließlich um Verwerterrechtsschutz! Die Urheber (Autoren), sehen doch von derlei Geldern wenig bis nichts.
Ich verstehe auch nicht, warum man überhaupt auf einen Gerichtsentscheid reagiert - so hat doch z.B. das Bundesverfassungsgericht schon vor Jahren festgestellt, dass das bei der Bundestagswahl angewendete Wahlverfahren nicht verfassungsgemäß und somit illegal ist. Das stört doch auch niemanden!

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kpfeilst 23.12.2016, 13:51
3. Ein 'freedom' of information act'...

würde da helfen und! was die VG Wort dabei zu sagen hat ist mir schleierhaft, denn als wissenschaftliche Authoren bezahlen wir (bzw. der Steuerzahler) ja für das Publizieren (auch bei open access Journalen). Jedenfalls wenn man in und zu Vorlesungen und Seminaren, bzw. in den Arbeitsgruppen nicht mehr elektronisch verfügbare Publikationen verteilen darf, können wir Dozenten und die Studenten gleich einpacken.

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spmc-12355639674612 23.12.2016, 23:57
4. Haben wir im Prinzip doch

Zitat von kpfeilst
würde da helfen und! was die VG Wort dabei zu sagen hat ist mir schleierhaft, denn als wissenschaftliche Authoren bezahlen wir (bzw. der Steuerzahler) ja für das Publizieren (auch bei open access Journalen). Jedenfalls wenn man in und zu Vorlesungen und Seminaren, bzw. in den Arbeitsgruppen nicht mehr elektronisch verfügbare Publikationen verteilen darf, können wir Dozenten und die Studenten gleich einpacken.
Das nennt sich "Freiheit der Wissenschaft". Ich persönlich habe für das Publizieren bisher nie etwas gezahlt, sondern höchstens Honorare erhalten. Wenn ein Verlag involviert ist, treten die Autoren ihr Hauptrecht an ihrem Werk i.d.R. per Vertrag an den Verlag ab, der ihnen einmal jährlich die Abrechnung präsentiert. Natürlich sind die meisten Bücher (besonders die wissenschaftlichen) keine Bestseller und man erhält vom Verlag relativ wenig. Daher ist man "Wahrnehmungsberechtigter" bei der VG-Wort, von denen man pro Buch (oder pro Seite eines Papers) einen bestimmten Betrag erhält, wenn es ausreichend verbreitet (d.h. in mehreren Bibliotheken verfügbar) ist. An die VG-Wort tritt man das Recht ab, die Rechte zu verwerten, die nicht beim Verlag liegen (also Kopien, Bibliotheksausleihe, Verfilmung etc.), sonst müsste man das Geld ja selbst eintreiben, was de facto unmöglich ist. Was Sie selbst geschrieben und wofür sie das Urheberrecht haben, dürfen Sie übrigens immer kopieren und verteilen. Wie sich aber das Gericht eine nutzungsabhängige Abrechnung vorgestellt hat, würde mich auch brennend interessieren. Ich glaube jedenfalls nicht, dass eine allgemeingültige Lösung in ein paar Monaten auf die Beine zu stellen ist. Ich glaube aber, auch der VG-Wort wäre eine pauschale Lösung wesentlich lieber, weil unkomplizierter. Aber kommen Sie doch einfach zur nächsten Wahrnehmungsberechtigtenversammlung und fragen Sie nach!

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whentheygetlowwegethigh 25.12.2016, 09:50
5. Keine Einigung nur vertagt ...

Eine Einigung ist leider nicht in Sicht - für 2017 dürfen zwar wie gehabt Veröffentlichungen (sofern Lehrende selber Zugang haben) Studenten und Schülern auch elektronisch zur Verfügung gestellt werden. 2018 ist dann alles wieder wie gehabt - es sei denn die VG-Wort läßt sich wieder auf eine Pauschale ein, was rechtlich schwierig ist. Wir brauchen einen freedom-of-Information-act wie in den USA, der es Lehrenden grundsätzlich ermöglicht Studenten und Schülern urheberrechtlich geschütztes Material innerhalb eines Kurses oder einer Klasse zur Verfügung zu stellen.

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m.m.s. 26.12.2016, 00:20
6. OpenAccess

Diese Beutelschneider wollen also bei den von den Autoren bezahlten Fachpublikationen Geld absahnen. Soso, damit wird es aber nichts. Als Ergebnis des Gerichtsverfahrens wird jetzt eben in Zukunft weniger Verwertungsgebühr fließen und die schönen hochfliegenden Träume sind zerplatzt.

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