Forum: Leben und Lernen
Senioren-Studenten: "Ich mach das zum Spaß"
TMN

Im Hörsaal ist sie Kommilitonin Oma: Nötig hat Monika Stadtmüller mit bald 70 Jahren ein Studium nicht mehr. Trotzdem studiert die Seniorin an der Uni Hannover Politik und im Nebenfach Geschichte. Der größte Vorteil: dabei sein, lernen, Kontakte knüpfen.

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spotmakesmyday 18.01.2014, 08:12
1. Find ich prinzipiell toll!!

Allerdings erinnert man sich auch an die Seniorenstudenten, die in sowieso schon überfüllten Hörsälen alles besetzen (gerade in Geisteswissenschaften sitzen viele Seniorenstudenten, die früher was "anständiges lernen" sollten und jetzt das studieren, was ihnen Spaß macht) und Platz/Ressourcen manchmal auch unnötig denen wegnehmen, die mit ihrem Studium noch mal ne Weile ihren Lebensunterhalt mit verdienen müssen... von dem her sollten manche Seniorenstudenten dann schon Rücksicht nehmen.

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maxehaxe 18.01.2014, 08:25
2. Studiengebühren?

Verbessert mich, wenn ich falsch liege, aber im Artikel ist von 120 ? Semestergebühr die Rede... Also - wenn ich meiner Mitbewohnerin Glauben schenken kann - ohnehin schon weniger, als "normale" Studenten entrichten müssen (wobei offen bleibt, ob auch hier ein Semesterticket enthalten ist). Von den 500 ? Studiengebühren pro Semester, die zur Zeit (noch) drauf kommen, ist aber keine Rede. Heißt das brutal gesagt, dass Senioren für weniger Geld Studienplätze belegen und diese den jüngeren Studenten, die ihr Leben darauf aufbauen wollen bzw. müssen, die Plätze einfach so wegnehmen können?

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outwiper 18.01.2014, 09:09
3. schön wie senioren

für gerademal 120?/semester reguläre plätze belegen. spätestens ab dem rentenalter sollte ein extrastudium das kosten was es verursacht. und das dürften ein paar tausender im semester sein.
unglaublich dass rentner hier auf kosten der allgemeinheit die bewältigung ihrer langeweile subventioniert bekommen. ich hatte auch so nen opa im architekturstudium, der mit seiner ganzen lebensweisheit ständig sinnfrei den studienbetrieb aufgehalten hat

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Creedo! 18.01.2014, 09:22
4. hmmm ...

Zitat von sysop
Im Hörsaal ist sie Kommilitonin Oma: Nötig hat Monika Stadtmüller mit bald 70 Jahren ein Studium nicht mehr. Trotzdem studiert die Seniorin an der Uni Hannover Politik und im Nebenfach Geschichte. Der größte Vorteil: dabei sein, lernen, Kontakte knüpfen.
Ist doch mal wieder typische Misepeterei: Senioren nehmen Studenten für lau die Plätze weg.
Ist doch egal wann jemand das kostenlose Bildungssystem nutzt. Die Seniorenstudenten haben bereits ihr Leben lang gearbeitet und vielen Studenten ihr Studium bezahlt. Dann sollten die Senioren die Institution auch selbst nützen können.
Klar, die Gesellschaft hat keinen direkten Nutzen aus Akademiker-Senioren. Aber nach dem Nutzen fragt sonts ja auch keiner. Ein Akademiker, der eine deutsche Uni nutzt, muss sich ja auch nicht freikaufen, wenn er ins Ausland geht. Da ist die Investition auch futsch. Wie schauts dann mit Studienabbrechern? Die müssen für die ungenutzte Studienzeit auch keine Entschädigungsleistung zahlen. Und was ist mit all denen, die zwar einen Studienabschluss haben, aber den für ihre Arbeit gar nicht benötigen? Da wäre z.B. die akademische Mutter, Dipl. Ings., die Hauptberuflich Gewerkschaftler sind oder Aussteiger. Bei denen akzeptiert man das Studium auf Verdacht auch.
Wenn man nur auf die Kosten und Plätze schaut, dann müßte jeder Student einen Studiumsvertrag unterschreiben, der ihn zum zügigen und erfolgreichen Abschluss verpflichtet mit der Maßgabe, später wenigstens 10 Jahre in Deutschland im studierten Berufsfeld zu arbeiten. Andernfalls sind die Studienkosten zu erstatten. Da würden die Studenten wohl erst recht jammern.

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lew111 18.01.2014, 09:34
5. Frechheit

Da ich selbst nicht weit vom Seniorenstatus bin erlaube ich mir zu sagen das es eine Frechheit ist wenn Senioren nochmal studieren.

Auch wenn Sie sonst keine Ressourcen in Anspruch nehmen (was sie doch tun) so stehlen sie den Professoren und wissenschaftliche Mitarbeitern die Zeit, die diese für jüngere Studenten aufwenden könnten.

Wer im Alter lernen will kann dieses im Selbststudium tun (das sollte man gelernt haben), Intressensgruppen gründen oder z.B. im Internet Kontakte knüpfen.

Meiner Meinung nach sollte es in Deutschland verboten sein mit über 40 noch ein Studium anzufangen.

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wwwwebman 18.01.2014, 09:39
6. Da war es wieder

Zitat von Creedo!
...Die Seniorenstudenten haben bereits ihr Leben lang gearbeitet ...
Ich habe nur drauf gewartet! NEIN! Wie oft noch? Senioren/Rentner haben niemals "ihr Leben lang gearbeitet"! Das ist eine sinnlose Nebelkerze - ein Totschlagargument für alle Diskussionen über Rente und Rentner.

- Mit (frühestens) 15 angefangen zu arbeiten
- Mit (spätestens) 60 damit aufgehört
- Mit 90 ableben

Mitgerechnet? Genau, das HALBE Leben lang gearbeitet. Jetzt dürfen Sie die Zahlen noch ein wenig nach Ihren Wünschen anpassen - das Ergebnis bleibt erschütternd und rechtfertigt nicht die vorherrschende Selbstbedienungsmentalität der Älteren...

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robeuten 18.01.2014, 10:06
7.

Zitat von Creedo!
Ist doch mal wieder typische Misepeterei: Senioren nehmen Studenten für lau die Plätze weg. Ist doch egal wann jemand das kostenlose Bildungssystem nutzt. Die Seniorenstudenten haben bereits ihr Leben lang gearbeitet und vielen Studenten ihr Studium bezahlt. Dann sollten die Senioren die Institution auch selbst nützen können. Klar, die Gesellschaft hat keinen direkten Nutzen aus Akademiker-Senioren. Aber nach dem Nutzen fragt sonts ja auch keiner. Ein Akademiker, der eine deutsche Uni nutzt, muss sich ja auch nicht freikaufen, wenn er ins Ausland geht. Da ist die Investition auch futsch. Wie schauts dann mit Studienabbrechern? Die müssen für die ungenutzte Studienzeit auch keine Entschädigungsleistung zahlen. Und was ist mit all denen, die zwar einen Studienabschluss haben, aber den für ihre Arbeit gar nicht benötigen? Da wäre z.B. die akademische Mutter, Dipl. Ings., die Hauptberuflich Gewerkschaftler sind oder Aussteiger. Bei denen akzeptiert man das Studium auf Verdacht auch. Wenn man nur auf die Kosten und Plätze schaut, dann müßte jeder Student einen Studiumsvertrag unterschreiben, der ihn zum zügigen und erfolgreichen Abschluss verpflichtet mit der Maßgabe, später wenigstens 10 Jahre in Deutschland im studierten Berufsfeld zu arbeiten. Andernfalls sind die Studienkosten zu erstatten. Da würden die Studenten wohl erst recht jammern.
Danke für Ihre Ausführungen, die ich voll unterstütze! Während meines Studiums waren auch in einigen naturwissenschaftlichen Kursen Senioren als Gasthörer - uns wäre nicht im Traum eingefallen, zu schwadronieren, was die uns alles wegnehmen!
Sie schreiben: "Klar, die Gesellschaft hat keinen direkten Nutzen aus Akademiker-Senioren." - genau da wäre ich mir nicht einmal so sicher. Es ist bekannt, daß regelmäßige geistige Tätigkeit u.a. die Verlaufsschwere der ganz normalen Altersdemenz beeinflußt, und vermutlich sogar das Auftreten von Alzheimer zumindest für einige Zeit nach hinten verschieben kann. Wäre also durchaus möglich, daß es sogar makroökonomisch sinnvoll ist, wenn Senioren studieren - mir egal, die sollen ihren Spaß haben - meinen Respekt haben sie allemal!

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ice945 18.01.2014, 10:15
8. optional

Wow... wartet, bis ihr alle selbst 70 seid und nicht wisst, wie ihr eure Zeit verbringen sollt.

Außerdem: 1. Seniorenstudenten nehmen keine "Plätze" weg. Klar, den physischen Platz im Hörsaal vielleicht, aber sie nehmen keine Plätze im Studienplatzkontingent weg. Außerdem dürfen sie Seminare nur besuchen bzw. hier Vorträge halten, wenn die dort vorhanden Plätze nicht von Studenten ausgeschöpft werden. 2. Die Kostenrechnung, die hier aufgemacht wird, ist einseitig. Erstmal deckt kein Student seine eigenen Kosten, egal wie alt er ist. Zudem haben die meisten Seniorenstudenten seid ihrem 15. Lebensjahr bis zum 65. Lebensjahr - das sind 50 Jahre! - gearbeitet und mit ihren Steuern unser Bildungssystem mitfinanziert ohne es selbst jemals voll ausgenutzen zu können. Denn bitte bedenkt: Früher kostete das Gymnasium Geld und wer es nicht hatte, der bekam halt kein Abi und konnte auch nicht studieren gehen, selbst wenn er wollte. Drittens sorgen Seniorenstudenten quasi selbst dafür, dass sie geistig länger fit bleiben und somit länger ein selbstbestimmtes Leben führen können, was unserem Gesundheitssystem garantiert einiges an Geld spart. Und viertens, wir können nicht immer nach dem "lebenslangen Lernen" schreien und uns dann beschweren, wenn es wirklich stattfindet.

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michael-toebbens 18.01.2014, 10:20
9. @lew111

Ihr Kommentar ist wirklich bemerkenswert. Vielleicht hätte ich mich nach der Pensionierung erschießen sollen, dann würde ich nicemandem mehr zur Last fallen. Stattdessen habe ich ein wirkliches Vollzeitstudium, also mit Studiengebühren und Verwaltungsgebühren, mit Hausarbeiten und Referaten und der ganzen Punktesammelei für die Studiennachweise gemacht. Meine Kommilitonen/innen haben dabei sehr wohl von mir profitieren können, sowohl inhaltlich als auch organisatorisch. Nur in einem Punkt gebe ich Ihnen recht, die Seniorenstudenten mit 120,oo € Semesterbeitrag sollten nicht gleich am frühen morgen die verderen Plätze besetzen sondern diese den wirklich studierenden überlassen.

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