Forum: Leben und Lernen
Senioren-Studenten: "Ich mach das zum Spaß"
TMN

Im Hörsaal ist sie Kommilitonin Oma: Nötig hat Monika Stadtmüller mit bald 70 Jahren ein Studium nicht mehr. Trotzdem studiert die Seniorin an der Uni Hannover Politik und im Nebenfach Geschichte. Der größte Vorteil: dabei sein, lernen, Kontakte knüpfen.

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kaynchill 18.01.2014, 10:26
10. hat leider zwei Seiten..

ich finde es toll wenn man sich im Alter noch aktiv fürs Lernen begeistern kann und hoffe dass ich das irgendwann mal ebenso machen kann.
Allerdings gibt es auch eine negative Seite wie unser Professor erst letzte Woche zu denken gegeben hat.
Viele Senioren haben Wartesemester angehäuft und kommen in beliebte Studiengänge wie Medizin oder Jura ohne Probleme rein. Da es keine Regulierungen gibt, werden so jungen Menschen die ihr Berufsleben nunmal noch vor sich haben und nicht zum Spaß studieren weg.

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lew111 18.01.2014, 10:35
11. @michael-toebbens

Zitat von michael-toebbens
Ihr Kommentar ist wirklich bemerkenswert. Vielleicht hätte ich mich nach der Pensionierung erschießen sollen, dann würde ich nicemandem mehr zur Last fallen. Stattdessen habe ich ein wirkliches Vollzeitstudium, also mit Studiengebühren und Verwaltungsgebühren, mit Hausarbeiten und Referaten und der ganzen Punktesammelei für die Studiennachweise gemacht. Meine Kommilitonen/innen haben dabei sehr wohl von mir profitieren können, sowohl inhaltlich als auch organisatorisch. Nur in einem Punkt gebe ich Ihnen recht, die Seniorenstudenten mit 120,oo € Semesterbeitrag sollten nicht gleich am frühen morgen die verderen Plätze besetzen sondern diese den wirklich studierenden überlassen.
Sie verstehen nur das was Sie verstehen wollen.
Ich habe nichts von erschiessen, niemanden zur last fallen oder nicht lernen geschrieben. Es geht darum das ein Studium keine Selbsterfahrung, Freizeitbeschäftigung oder KITA für Senioren sein sollte.

Die UNI ist eine "Ausbildungsstätte für junge Leute. Wenn Sie lernen wollen schnappen Sie sich ein Buch, gehen Sie in die Bibliothek oder schauen ins internet. Wollen Sie Diskutieren können Sie in Vereine eintretenz.B. für Astronomie, Computer oder treten Sie in eine Partei ein. Es gibt viele Möglichkeiten sinnvolles zu tun aber zur UNI gehen im alter von 40+ gehört nicht dazu.

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Europa! 18.01.2014, 10:41
12. In der Tat

Zitat von michael-toebbens
Ihr Kommentar ist wirklich bemerkenswert. Vielleicht hätte ich mich nach der Pensionierung erschießen sollen, dann würde ich nicemandem mehr zur Last fallen. Stattdessen habe ich ein wirkliches Vollzeitstudium, also mit Studiengebühren und Verwaltungsgebühren, mit Hausarbeiten und Referaten und der ganzen Punktesammelei für die Studiennachweise gemacht. Meine Kommilitonen/innen haben dabei sehr wohl von mir profitieren können, sowohl inhaltlich als auch organisatorisch. Nur in einem Punkt gebe ich Ihnen recht, die Seniorenstudenten mit 120,oo € Semesterbeitrag sollten nicht gleich am frühen morgen die verderen Plätze besetzen sondern diese den wirklich studierenden überlassen.
Meine jüngste Tochter hat ihr geisteswissenschaftliches Studium inzwischen aufgegeben. Einer der Gründe: Die vielen älteren Herrschaften, denen sie natürlich schon höflichkeitshalber keinen Sitzplatz streitig gemacht hätte. Sie studiert jetzt Medizin, da gibt's Numerus clausus.
Meine Forderung: strenger Numerus clausus für ALLE Studienfächer. Und natürlich kostendeckende Studiengebühren für Senioren. Nur mal zur Orientierung: Ein Studienplatz in Stanford, Columbia oder Harvard kostet ungefähr $ 40.000 im Jahr.

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dr.haus 18.01.2014, 10:56
13. optional

Und als nächstes wird den Senioren die notwendige medizinische Versorgung über 70 Jahren abgesprochen,übrigens in manchen Ländern durchaus die Regel. Ein Studium in dem Alter schiebt nachweislich Demenz und Pflegeabhängigkeit hinaus,genauso,wie längeres Arbeiten,über 65 Lebensjahre hinaus.

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wwwwebman 18.01.2014, 11:09
14. Dann

Zitat von dr.haus
Und als nächstes wird den Senioren die notwendige medizinische Versorgung über 70 Jahren abgesprochen,übrigens in manchen Ländern durchaus die Regel. Ein Studium in dem Alter schiebt nachweislich Demenz und Pflegeabhängigkeit hinaus,genauso,wie längeres Arbeiten,über 65 Lebensjahre hinaus.
lassen wir die Senioren lieber länger arbeiten! Auch unbesetzte Ehrenämter gibt es reichlich - bei uns in der Kita, im Pflegeheim, bei der Tafel, im Caritasladen, im Sportverein, bei der Hausaufgaben- und Kinderbetreuung, ... - niemand muss, aus lauter Langeweile und auf Kosten der Jüngeren, mit 70 studieren....

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heidschnucke 18.01.2014, 11:12
15. Ja Europa

Zitat von sysop
Im Hörsaal ist sie Kommilitonin Oma: Nötig hat Monika Stadtmüller mit bald 70 Jahren ein Studium nicht mehr. Trotzdem studiert die Seniorin an der Uni Hannover Politik und im Nebenfach Geschichte. Der größte Vorteil: dabei sein, lernen, Kontakte knüpfen.
Sie haben Recht. Ich wohne in der Nähe einer Uni und sehe täglich ganze Heerscharen von Senioren in die Uni strömen. Ich sehe die verzweifelten jungen Menschen weinend vor der Tür stehen.
Ich mag schon gar nicht mehr hinsehen, es reißt mich emotional nach unten.

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scoopx 18.01.2014, 12:17
16. Nutzen und Nachteil

Zitat von sysop
Im Hörsaal ist sie Kommilitonin Oma: Nötig hat Monika Stadtmüller mit bald 70 Jahren ein Studium nicht mehr.
Der heutige Student im normalen Alter sieht die Universität eher als Berufsakademie denn als Forschungsstätte. Er will schnell fertig werden und gute Noten haben, das ist sein Hauptinteresse.

Der Seniorstudent, der sein Berufsleben schon hinter sich hat, kann das Studium aus einer anderen Perspektive betrachten. Er könnte sich in "Orchideenfächern" betätigen, die zu verkümmern drohen, und sich Themen annehmen, die liegen bleiben, weil deren Behandlung Zeit und Geduld erfordert oder ihr "Nutzen" nicht unmittelbar einsichtig ist. Zudem sind die Älteren von heute oft kritischer und skeptischer als die Jungen. Das ist eine seltsame Konstellation, die es meines Wissens so noch nie gegeben hat.

Jedoch, oft sitzen die Alten nur in den Hörsälen und lassen sich berieseln, außerdem nerven sie die Professoren und Dozenten häufig mit besserwisserischen und korinthenkackerischen Detailfragen, die kein Schwein interessieren. Und außerdem benutzen sie Proseminar- und Seminarsitzungen als verlängerte Stammtische und geben in ermüdenden Monologen entsprechende Meinungen zum besten. Manchmal ist es aber auch lustig, z.B. wenn sie "Tischvorlage" statt "Handout" sagen.

Andererseits, was soll's, Nervbacken gibt es auch unter den Normalstudenten zur Genüge.

Im übrigen: in diesem Thread herrscht mal wieder diese dümmliche "Steuerzahler"-Attitüde vor. Wenn diesen Leuten in den 1970ern Steve Jobs als Student begegnet wäre, sie hätten ihn aus dem College hinausgeworfen. Ich meine, er studierte ziellos herum und belegte unter anderem Graphologie. Graphologie! Und das mit den Stipendiumsgeldern der Allgemeinheit! Und doch: gerade die Graphologie brachte ihn später auf die Idee mit den Icons auf der graphischen Benutzeroberfläche.

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Psycho Dad 18.01.2014, 12:21
17. Guter Witz

Zitat von ice945
2. Die Kostenrechnung, die hier aufgemacht wird, ist einseitig. Erstmal deckt kein Student seine eigenen Kosten, egal wie alt er ist. Zudem haben die meisten Seniorenstudenten seid ihrem 15. Lebensjahr bis zum 65. Lebensjahr - das sind 50 Jahre! - gearbeitet und mit ihren Steuern unser Bildungssystem mitfinanziert ohne es selbst jemals voll ausgenutzen zu können.
50 Arbeitsjahre dürfte auf maximal 10% der Seniorenstudenten zutreffen. Selbst 40 Jahre dürfte die Mehrheit nicht erreichen. Auch früher haben nicht alle mit 15 angefangen zu arbeiten und bis 65 ist auch nur ein Bruchteil erwerbstätig gewesen. Einfach mal nach durchschnittlichen Renteneintrittsalter googlen.

Zitat von ice945
Denn bitte bedenkt: Früher kostete das Gymnasium Geld und wer es nicht hatte, der bekam halt kein Abi und konnte auch nicht studieren gehen, selbst wenn er wollte.
Wann und wo ist das denn der Fall gewesen???

Zitat von ice945
Drittens sorgen Seniorenstudenten quasi selbst dafür, dass sie geistig länger fit bleiben und somit länger ein selbstbestimmtes Leben führen können, was unserem Gesundheitssystem garantiert einiges an Geld spart.
Unbestritten ist es vorteilhaft, wenn man mit 70 nicht nur aus dem Fenster schaut. Die Frage ist nur, ob es "gerecht" ist, dass man sich über einen hochgradig subventionierten Bildungsbetrieb die Zeit vertreibt.

Zitat von ice945
Und viertens, wir können nicht immer nach dem "lebenslangen Lernen" schreien und uns dann beschweren, wenn es wirklich stattfindet.
Das hat mit lebenslangem Lernen NICHTS zu tun. Das wird vom Arbeitgeber gefordert damit man weiterhin konkurrenzfähig bleibt. Und für Senioren gibt es keine Konkurrenz.

Fakt ist, dass das universtäre Bildungsangebot von Senioren zweckentfremdet wird und dadurch "richtigen" Studenten weniger Ressourcen zur Verfügung stehen. Angesichts der Tatsache, dass die Unis nicht im Geld schwimmen und Studenten in der Regel auch nicht begütert sind, halte ich ein solches Vorgehen für hinterfragbar. Zumindest besteht kein Grund zur Glorifizierung.

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max hollister 18.01.2014, 12:25
18. @lew111

"... die Uni ist eine Ausbildungsstätte für junge Leute ... " Was ist das für ein Unfug? Schon mal was von lebenslangem lernen gehört? Bildung ist ein Allgemeingut und in anderen Ländern (UK, USA, Norwegen ...) ist es bei weitem nicht so exotisch, wenn jemand über 50 studiert. Wissen ist Vielfalt und Bildung hat was mit dem Verstehen der Welt zu tun. Nur eine sehr eingeschränkte (ökonomische) Sicht betrachtet ein Studium als Berufsvorbereitung. Es ist weit mehr, aber das erfährt man nur, wenn man studiert hat ;-)

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verdienst 18.01.2014, 12:30
19. gleiche Rechte - gleiche Pflichten!

Studieren ist kein Recht nur einer bestimmten altersklasse. Und Rentnerstudenten stören wenigstens nicht dauernd die Vorlesung mit Hyndyklingeln, zu spät kommen und Tür knallen, laut unterhalten etc. Und dann hört man von solchen Jungsemestlern am Ende der Vorlesung "wie langweilig". Die Älteren haben wenigstens ein echtes Interesse und schlagen nicht die Zeit tot, wie es viele junge tun. Eines stört mich dennoch an der Regelung: dass es ohne Abi geht. Wenn schon die Uni allen offen steht, dann auch unter gleichen Bedingugen.

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