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Sexismus in Schulbüchern: Normal ist, wenn Papa arbeitet und Mama kocht
GEM Report

"Sie hat spitze Brüste und will später mal schön heiraten. Ihr Bruder möchte gern Arzt werden." In manchen Ländern stehen solche Sätze in Schulbüchern. Die Unesco fordert einen Wandel.

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nick23 29.04.2016, 10:21
10. Endlich Klarheit...

...darüber, was in den Entwicklungsländern falsch läuft:
"Gleichberechtigung der Geschlechter ist gerade in Entwicklungsländern häufig keine Priorität."
Und da pumpen wir Milliarden an Entwicklungshilfe hinein. Was diese Länder brauchen, sind Gleichstellungsbeauftragte. Die GEW arbeitet meines Wissens schon an einem Volkshochschulkurs, mit dem sich die Millionen deutscher Transsexuellen auf diese Aufgabe vorbereiten können.

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rdoerrer 29.04.2016, 10:23
11. Qed

Die meisten vorangegangen Kommentare zeigen überdeutlich wie wichtig das Überwinden der überkommenen Rollenstereotypen tatsächlich ist.

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kumi-ori 29.04.2016, 10:23
12.

Man braucht nicht bis nach Afrika und Pakistan reisen, um seltsame Schulbücher zu sehen. Das Englíschbuch für die fünfte Klasse Hauptschule in Bayern beginnt mit dem Satz "Jennifer has a new piercing."

In meinem Lateinbuch (auchin Bayern) für die fünfte Klasse stand damals (29 Jahre nach Kriegsende) der Satz "es ist süß und ehrenvoll, für das Vaterland zu sterben."

Wahrscheinlich ist es einfach so, dass die Menschen, die sonst im Leben überhaupt nichts anderes zu Stande bringen, am Ende Schulbuch-Autoren werden.

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Paul Panda 29.04.2016, 10:25
13. Und ich sage trotzdem...

Ich verfolge das Leben in unserer Gesellschaft nun schon seit über 60 Jahren, und ich bin daher so "unverschämt" und behaupte, dass wir viele unserer heutigen gesellschaftlichen und gesundheitlichen Probleme nicht hätten, wenn die traditionelle Rollenverteilung innerhalb der Familie noch derjenigen aus früheren Zeiten entspräche.

Hätten nötigen Voraussetzungen vorgelegen, dann wäre ich auch als Mann gerne zuhause geblieben, anstatt mich im Büro mit Chefs und Kollegen herum zu ärgern, die sich oft wie Idioten benehmen - und mich bis an die Grenze meiner Leistungsfähigkeit und bis ins Rentenalter für ein mickriges Gehalt ausnutzen zu lassen.

Die meisten Frauen werden nun mal keine Managerinnen in einem Vorzeige-Unternehmen oder Besitzerinnen eines eigenen, kleinen Lädchens, wie es uns die seichten Liebesfilme, die oft abends im ÖR-Fernsehen zu sehen sind (mit immer den gleichen Schauspielerinnen), weismachen wollen.

Die heutige Situation ist doch in erster Linie darauf zurück zu führen, dass durch die gestiegenen Lebenshaltungskosten ganz einfach die zwingende Notwendigkeit besteht, dass beide Partner arbeiten - und wenn wirklich ein mal nur einer in einer Familie arbeitet, ist es meistens der Mann, da Frauen immer noch weniger als Männer verdienen.

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Tiananmen 29.04.2016, 10:27
14.

Also so ein antiquiertes Familienszenario noch in Kinderbüchern abzubilden, lässt auf einiges schließen. Da werden die Kindlein blöd schauen, die an gleichgeschlechtliche Eltern gewohnt sind. Dass die Papas keine Babys stillen können, fällt ja nicht auf, wenn in der Küche das Fläschchen mit dem Milu...-Ersatz angerührt wird. High Tech, wahrscheinlich im extra erworbenen Thermomix-Aufsatz. Oder gibt es ein Zusatz-Equipment für die Gaggia? Wenn nicht, dann wenigstens eine App. Sooo geht modernes Familienleben. Und nicht mit Mama, Papa, Oma, Opa und Weihnachtsbaum. Gell!

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a_r 29.04.2016, 10:30
15. @1

@1: was meinst du denn was passiert wenn man ein kind in eine ganz klare richtung erzieht bevor es in der lage ist selbst die dinge zu hinterfragen? wird es ein weltoffenes, mündiges kind welches die strukturen hinterfragt oder ist ihm einfach ohne nachzudenken klar, dass ein mädchen kein arzt werden kann weil äh das nunmal so "ist" ?

auch der rest deines kommentars strotzt nur so vor arroganz und ignoranz. es geht um keine verbote. es geht um neutralität und gleichberechtigung. wie kann man denn gerade diesen satz aus dem tansanischen lehrbuch auch noch feiern?
ich frag mich oft vor was menschen wie du angst haben. dass dein sohn kein "richtiger mann" wird? dass frauen sich könnten anfangen zu wehren und zu widersprechen? sags mir bitte

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p.schoeffel 29.04.2016, 10:30
16.

Zitat von rdoerrer
Die meisten vorangegangen Kommentare zeigen überdeutlich wie wichtig das Überwinden der überkommenen Rollenstereotypen tatsächlich ist.
Man könnte aber auch die Frage stellen, ob die "Stereotypen" wirklich so falsch sind und ob die Gleichmacherei wirklich von der Mehrheit gewollt wird. Aber das paßt ja nicht in die Ideologie.

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nurEinGast 29.04.2016, 10:30
17.

Was für ein Mist.
Das ist hier im Grunde genau die selbe Situation wie bei der Eroberung Amerikas durch die Spanier. Wir sehen die Welt durch unsere eindimensional gefärbte und mit Vorurteilen behaftete Brille. Toleranz? Fehlanzeige. Man redet Vorurteile her, weil sie vorhanden sein müssen.

Das manche Bücher vielleicht einfach nur simpel gehalten sein müssen, damit sie JEDER versteht und vielleicht auch ein paar kulturelle Aspekte des jeweiligen Landes reinspielen wird ignoriert. Weil nicht sein kann was nicht sein darf.

Sexismus gibt es, das ist nicht wegzudiskutieren. Aber macht das Thema doch bitte nicht lächerlich, indem ihr solche hanebüchenen Beispiele konstruiert.
Denn eines sollte man sich vor Augen halten. Die Sozialisierung findet im Elternhaus statt, nicht in Lehrbüchern. Lehrbücher sind maximal ein Spiegelbild der Gesellschaft und ändern sich, wenn sich die Gesellschaft ändert. Es würde mich nicht wundern, wenn in deutschen Lehrbüchern der Kanzler beispielsweise weiblich wäre. Das wieso überlasse ich jedem selber.

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accessfreeze 29.04.2016, 10:31
18.

Zitat von muellerthomas
Ist Ihre Frage ernst gemeint? Falsch daran ist, wie doch auch im Artikel steht, dass Rollenmuster so verfestigt werden. Wenn das Kind dann "alt genug" ist, trifft es eben keine freie Entscheidung, sondern wird mit sher hoher Wahrscheinlichkeit das über viele Jahre anerzogene Rollenbild übernehmen.
haben sie Kinder? wenn ja welchem geschlecht gehören sie an. habe sie das Zimmer ihres jungen rosa gestrichen, und das zimmer der tochter in blau, mit noch ein paar blitzen drauf.
die kinder werden doch so oder so in rollen gepresst nämlich in die die ihnen ihre eltern vorgeben.
bei manchen kinder, so traurig es ist, weiß man schon in jungen jahren das aus ihnen nichts wird, egal welches geschlecht) und das ist nicht die schuld der kinder, sondern die der eltern.

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Strangelove 29.04.2016, 10:32
19. an #1-5 und wer sonst so was schreibt

was Hänschen nicht lernt lernt Hans nimmermehr oder was Hänschen lernt glaubt Hans immer noch. Es geht nicht darum Jungen die Spielzeugautos und Mädchen die Puppen zu nehmen sondern sterotypische Rollenmuster nicht schon früh als "normal" vorzugeben. Würde man Kindern nicht früh einbläuen, dass sie aufgrund des Geschlechts bestimmte Eigenschaften haben (sollen) gäbe es auch keine Genderdebatte.
Und es sind ja nicht nur die Schulbücher, in Deutschland sind es z.B. auch die Lehrer die mit ihren Vorurteilen Jungen sind so und so Mädchen so schon früh dafür sorgen, dass Kinder sich auch glauben so verhalten oder fühlen zu müssen und sie auch unterschiedlich behandeln. Nur ist nicht jeder Junge laut und wild und jedes Mädchen brav und ruhig. Zum Glück.

Aber werden sie aufgrund ihres Geschlechts unterschiedlich behandelt verfallen einige Kinder eher in die von ihnen erwartete Rolle. Daher ist es richtig und wichtig, dass man ihnen die Freiheit lässt sich unabhängig von der Erwartung aufgrund des Geschlechts zu entwickeln. Und da sind solche Schulbücher fehl am Platz. Wobei ich mir sicher bin, dass in vielen Ländern das auch so gewollt ist.

Denn wo kämen wir denn hin wenn die Frau nicht dem Manne dient. Am Ende müssen sich die Männer noch selber um ihr Essen und ihre Wäsche kümmern. Früher war es ja auch bei uns besser mit dem "klassischen Familienleben". Da war alles klar geregelt und 50 % der Bevölkerung hatte als Bedienstete des Mannes das Nachsehen (und klar fanden die es auch alle toll, die kannten ja keine Alternative).

Bin ich froh, dass das in Deutschland vielleicht zu Ende geht (solange die AFD uns erspart bleibt).

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