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Sexuelle Belästigung von Jugendlichen: Fass mich nicht an!
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Fast jeder zweite Jugendliche hat schon sexuelle Belästigung erlebt. Aber es fällt schwer, darüber zu sprechen - und viele Opfer geben sich selbst die Schuld. Zwei Projekte möchten das ändern.

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probeabo007 21.12.2017, 11:30
1. Absolut richtig die Regeln zu kennen

Leider gibt es zu viele Elternhäuser die diese Regeln nicht mitgeben.
Falsch finde ich aber, wenn unser Regelwerk besonders das NEIN in den Vordergrund schiebt und den normalen Weg nicht beleuchtet. Wie sollen die Jugendlichen den zueinanderfinden wenn vorher ein komplexes Regelwerk durchgearbeitet werden muss. Es sollte ein behutsame Annäherung möglich sein, bei der - je nach Gefühl - auch Grenzen verschoben werden können. Und ein heutiges NEIN bedeutet auch nicht zwangsläufig NIE. Dies fehlt in dem Kontext der Betrachtung von Extremsituationen die den Weg dahin offensichtlich schon nicht behutsam gegangen sind - denn dann wäre das absolute NEIN nur noch die Ausnahme.

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neuss66 21.12.2017, 11:53
2.

Endlich mal ein Beitrag, der das Thema geschlechtsneutral, bzw. beide Geschlechter einschließend thematisiert!

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Plasmabruzzler 21.12.2017, 12:10
3.

Mädchen sind demnach mit 55 Prozent häufiger betroffen als Jungen mit 40 Prozent. Und warum werden dann solche Programme explizit nur für Mädchen angeboten?
Beer trainiert seit fast 20 Jahren Frauen und Mädchen darin, sich selbst zu behaupten. WenDo heißt das feministische Selbstverteidigungskonzept. [...] Schließlich seien es die Mädchen, die einen Kurs besuchen müssten.
Wenn Jungs auch solche Programme mitmachen könnten, bekämen sie wohl ein besseres Gefühl, wann und was etwas als Belästigung gilt und würden es gar nicht so weit kommen lassen, dass ein Mädchen erst laut "NEIN!" rufen muss.

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tiefenrausch1968 21.12.2017, 13:02
4.

Zitat von probeabo007
Leider gibt es zu viele Elternhäuser die diese Regeln nicht mitgeben. Falsch finde ich aber, wenn unser Regelwerk besonders das NEIN in den Vordergrund schiebt und den normalen Weg nicht beleuchtet. Wie sollen die Jugendlichen den zueinanderfinden wenn vorher ein komplexes Regelwerk durchgearbeitet werden muss. Es sollte ein behutsame Annäherung möglich sein, bei der - je nach Gefühl - auch Grenzen verschoben werden können. Und ein heutiges NEIN bedeutet auch nicht zwangsläufig NIE. Dies fehlt in dem Kontext der Betrachtung von Extremsituationen die den Weg dahin offensichtlich schon nicht behutsam gegangen sind - denn dann wäre das absolute NEIN nur noch die Ausnahme.
Ihren Kommentar empfinde ich gelinde gesagt als äußerst merkwürdig. Manchmal ist ein NEIN ein NEIN und ändert sich auch nicht, weil einfach kein Interesse besteht. Gerade Jungen und Männer müssen gelegentlich lernen, dass das Objekt der Begierde kein Interesse hat. Und dass dieses Interesse nicht erzwungen werden darf und kann. Üblicherweise finden Jugendliche ganz gut zueinander, wenn gegenseitig Interesse besteht.

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Der_schmale_Grat 21.12.2017, 14:28
5. So lange

wir nicht von Täter/Täterin und Betroffener/Betroffene sprechen, finde ich die Diskussionen unbrauchbar. Mann gegen Frau ist von gestern. Frauen sind auch Täterinnen in einem Ausmaß, welches sich interessanterweise nur Experten in ihrer Größenordnungerst ansatzweise vorstellen können, weil die Vorgehensweisen von Frauen und teilweise anders sind als bei Männern und weniger durch "klasssische" Gewalt grprägt sind, somit weniger offensichtlich. Zudem empfinden Männer Übergriffe von Frauen anders, manchmal auch weniger schlimm, aber die Langzeitwirkungen können trotzdem verheerend sein. PS: Das Projekt ist trotzdem richtig und gut und wird durch meinen Kommentar nicht entwertet.

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theanalyzer 21.12.2017, 15:33
6.

Mittels dieser Gehirnwäsche versucht man, Hormone zum Schweigen zu bringen. Das wird aber nicht funktionieren. Jungs wünschen sich hübsche Mädels, und die Mädchen wünschen sich coole Draufgänger. So hat es die Natur eingerichtet, und so läuft das schon 50.000 Jahre. Da wird diese momentane Gender-Mode nichts ändern.

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temp1 21.12.2017, 17:31
7. Rollenklischees neu zementiert

Die Methode zementiert die Rollenklischees - Jungs sind immer Täter, Mädchen immer Opfer.
Im hier zitierten Wimmelbild wird dargestellt, wie ein "Junge"=Täter ein "Mädchen"=Opfer anfaßt.
Im Kurs werden Mädchen eingeladen Widerstand zu lernen ... nicht die Jungs.
So werden einerseits Scheuklappen aufgesetzt, indem nur Mädchen als Opfer erkannt werden und zudem wird es den Jungen schwerer gemacht, wenn sie mal Opfer sind, weil das offenbar so nicht vorgesehen -also peinlich- ist.
Dabei wird sogar in diesem Text die Studie erwähnt, nach der immerhin 40% der befragten Jungs Opfer waren, nur knapp weniger als 55% der Mädchen und dennoch werden sie nicht wahrgenommen, weil sie nicht ins Klischee passen.
Hier scheint noch viel Bewußtseins-Arbeit bei sich selbst vor den Protagonisten zu liegen.

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Gilia 21.12.2017, 17:31
8.

Zitat von advocatus diaboĺi
In den USA und Skandinavien treten täglich die beschuldigten Sexisten zurück oder sie werden ohne Pardon von den Unternehmen sofort entlassen. Das ist der richtige Weg.
Mein Problem damit: Wer sagt, dass die "beschuldigten Sexisten" auch schuldige Sexisten sind?
In der derzeitigen Stimmung herrscht schon fast Beweislast-Umkehr - und seien wir mal ganz ehrlich: welcher Mann kann "pressefest" (denn "gerichtsfest" interessiert ja keinen) beweisen, dass er damals, vor 30 oder 40 Jahren nichts gemacht hat? Beispiele für Frauen, die es einem Ex oder einem nicht-interessierten Schwarm mal so richtig heimzahlen wollen, gibt es ja nun wahrlich genug. Und jede einzelne davon ist dann mit daran schuld, wenn dem nächsten echten Opfer nicht geglaubt wird...

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eric_hier 21.12.2017, 19:26
9. Wir reden über Verbote und über bevorzugte Hilfestellung

@ Plasmabruzzler: Sie haben völlig Recht in dem was Sie hier in Ihrem Kommentar schreiben.
@ Allgemeinheit: Ich finde es befremdlich, wenn Mädchen und Frauen bevorzugt unterstützt werden sich zu wehren, Jungen und Männern jedoch die Unterstützung zum Erlernen von richtigem Verhalten verehrt bzw. nicht angeboten wird. Ich bemerke auch in unserer Gesellschaft ein Ungleichgewicht was die Hilfestellung der Geschlechter angeht: Hilfsangebote á la Beer für Mädchen und Frauen gibt es haufenweise, für Jungen und Männer dagegen so Gut wie keine! Wir haben in unserer Gesellschaft bedauerlicherweise in sehr vielen Bereichen Ungleichgewichte, sei es in der Arbeitswelt die unterschiedliche Bezahlung (Männer im Durchschnitt mehr) oder im sozialen Bereich des Opferschutz (353 Frauenhäuser und ca. 40 Schutz- bzw. Zufluchtswohnungen für Frauen - dem stehen nur 2 Männerhäuser entgegen, Bundesweit).
@SPON: Wenn Sie, wehrte Redaktion, über soziale Missstände schreiben, dann so, dass sie den Gleichheitsgrundsätzen gerecht werden!

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