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Shell-Studie 2019: Mehrheit Jugendlicher in Deutschland ist empfänglich für populisti
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Sind die Fridays-for-Future-Proteste repräsentativ dafür, wie Jugendliche in Deutschland denken? Eine neue Studie zeichnet ein anderes Bild: Viele 12- bis 27-Jährige sitzen populistischen Mythen und Verschwörungstheorien auf.

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flying_dutchman 15.10.2019, 12:51
40. Politisches Interesse und Politikverdrossenheit

Politisches Interesse und Politikverdrossenheit sind keine Gegensätze, sie gehören zusammen. Denn nur mit genügend politischen Interesse kann man hinter den Vorhang der Scheinheiligkeit von der GroKo sehen, die z. B. Ihr Klimapaket als großen Wurf bezeichnet. Natürlich ist man dann verdrossen gegenüber dieser Politik.

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geraldwinkeler 15.10.2019, 12:54
41. Merkwürdige Populismusdefinition

Ich bezweifele, dass es ein Zeichen von Populismus ist, wenn man glaubt, dass einem die Regierung in vielen Dingen nicht die Wahrheit sagt. Wer wie Herr Scheuer unprotokollierte Geheimgespräche mit den Mautbetreibern führt, wer das Parlament mit größtenteils geschwärzten Unterlagen in brisanten politischen Angelegenheiten abspeist, wer missliebige Studien und Gutachten gleich reihenweise in der Schublade verschwinden lässt, wer sich immer wieder klimapolitische Ziele setzt, aber kaum etwas tut, um sie zu erreichen, der hat tatsächlich Probleme mit der Wahrheit und der Wahrhaftigkeit. Wer Politikern mal etwas näher kommt, der kann durchaus die Erkenntnis zu Hören bekommen, dass es zur etablierten Politik gehört, unangenehme Wahrheiten zumindest zu verschweigen. Das geschilderte grundsätzliche Lebensgefühl vieler Jugendlicher teile ich als Rentner: den meisten Deutschen geht es recht gut, aber wir sägen durch unsere Politik und unsere Art, zu wirtschaften, an dem Ast, auf dem wir sitzen. Was hat das mit Populismus zu tun? Populismus ist es, Scheinprobleme hochzujazzen, für vorhandene Probleme einfache Scheinlösungen zu präsentieren und Sündenböcke zu suchen. Und wenn 18% der Deutschen Probleme mit türkischen Nachbarn haben, dann ist das zwar sehr bedauerlich, zeugt aber zugleich davon, dass in Deutschland die ganz große Mehrheit der Bürger nicht rassistisch gesonnen ist. Ich wage zu behaupten, dass in vielen anderen Gesellschaften das Problem deutlich größer ist. Das heißt natürlich nicht, dass dagegen in Deutschland nicht angegangen werden muss. Was mich stört, ist die Tatsache, dass trotz der " Fridays for future" -Bewegung noch immer zu viele junge Leute politisch passiv sind oder gar dem bräsigen "weiter so" unserer Kanzlerin folgen.

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madameping 15.10.2019, 12:54
42. Bildung ist der einzige Schutz vor Verblödung

Mich wundert das alles überhaupt nicht.
Wer behauptet, Dokus über den Nationalsozialismus bewirken nur, dass man diesen kranken Hirnverdrehungsgespinsten am Ende folge - hat entweder keine Lehren aus dieser Zeit gezogen oder er denkt selbst in diesen Kategorien und möchte sich nicht ständig selbst sehen...
Die Ursache dafür liegt in fehlender Bildung.
In fehlender Bildung, fehlendem Wissen und fehlender Bereitschaft im Elternhaus, über dieses Thema zu sprechen, es den Kindern altersgerecht nahezubringen. Das ist eine Aufgabe der Eltern und nicht nur der Schulen und ganz gewiss nicht der stets hoch- und heiliggelobten Kitas.
Tatsache ist aber auch, dass nach 1945 die Verbrechen des Nationalisozialismus schlichtweg in den meisten Häusern unter den Teppich gekehrt wurden; man sprach nicht darüber und wenn dann sehnte man sich insgeheim doch in diese finsteren Zeiten zurück - weil man nichts begriffen hat. Nix kapiert.
Wenn diese Leute (die diese Zeiten selbst erlebt haben) also schon nichts kapiert haben, wie sollen die das dann ihren Kindern beibringen?
Nochmals und nochmals: Bildung ist die einzige Möglichkeit, sich vor den Gefahren des Schwachsinns und den Einflüsterungen dieser Halunken zu schützen.

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schreckofant86 15.10.2019, 12:54
43. Jugendliche?

Wieso vergleicht man hier die Lebensrealitäten von 12 und 27 Jährigen. Das hat doch nichts miteinander zu tun. bei dieser großen Spanne können doch auch 2500 Befragte nicht repräsentativ sein.
Und es gehört schön viel Fantasie dazu, 18 - 27 jährige noch als Jugendlich zu bezeichnen.

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severus1985 15.10.2019, 12:58
44. Ein Öl-Konzern diskreditiert die klimastreikende Jugend

Was für eine Überraschung... und die Foristen springen gleich mit drauf auf den FfF-Bashing Zug. Es ist schon faszinierend zu sehen, dass die Öl-Lobby auf einmal in den Augen vieler zu "den Guten" mutiert ist, sobald man ihnen den umweltschädlichen Spiegel vorgehalten hat.

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max-mustermann 15.10.2019, 12:58
45.

"In Deutschland darf man nichts Schlechtes über Ausländer sagen, ohne gleich als Rassist beschimpft zu werden" - dieser Aussage stimmen 68 Prozent zu.
Verständlich denn egal wie sachlich oder fundiert Kritik zu Problemen in diesem Zusammenhang vorgetragenwird es wird immer reflexartig die Nazikeule geschwungen. Ist halt einfacher als sich mal ernsthaft damit auseinander zu setzen.

"So glauben 71 Prozent von ihnen nicht, dass sich Politiker darum kümmern, was Leute wie ich denken"
Ebenfalls richtig, mann schaue sich nur mal die Regierungszeit Merkels an, alle Probleme werden/wurden ignoriert und ausgesessen und außer regelmäßig ein paar Gesetzte zum Wohle der Wirtschaftslobby ist absolut nichts passiert.
Im übrigen wage ich zu behaupten das dies nicht nur ein Großteil der Jugend so sieht.

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Bondurant 15.10.2019, 13:01
46. Mal wieder die Zensur, warum?

Wieder mal ein Späßchen vom Hurrelmann. Was genau soll jetzt daran

Mehr als die Hälfte (53 Prozent) glaubt, "die Regierung verschweigt der Bevölkerung die Wahrheit".

"Mythos" oder "Verschwörungstheorie" sein? So allgemein ist die Aussage zu 100% richtig, denn die Regierung wird ja wohl (hoffentlich!) nicht ständig alles ausplaudern, was sie weiß. Also was genau sollte diese Aussage eigentlich bezwecken? Mit solchen Fragestellungen kann man gar nichts beweisen.

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Bernd Hofstetter 15.10.2019, 13:01
47. Zustimmung

Zitat von johannes87
...ist amüsant. Als wäre FFF das Gegenteil von Populismus. Dabei bestehen die FFF Bewegung und die dort mitlaufenden Meinungen aus Populismus. Man muss nur die Plakatschilder lesen. Populistisch sind nicht nur die Rechten, die AfD, Trump, die CSU. Populistisch sind auch die SPD, Grünen, Linken, FFF denn alle diese Parteien und Gruppierungen differenzieren zu wenig, sind nicht daran interessiert Probleme zu verstehen und zu beheben sondern wollen in erster Linie Klientelpolitik betreiben und anderen die eigene Weltsicht einimpfen.
Da kann ich nur zustimmen. Im Grunde hat man den Eindruck, dass nur noch der gehört wird, der am lautesten schreit. Den Begriff Populismus kann man eigentlich schon bald abschaffen. Seriöse politische Kommunikation gibt es ja kaum mehr. Entweder man polemisiert im Multikanalformat bis zum Exzess, wie es die AfD oder auch FFF tun oder man geht unter, wie es der SPD aktuell ergeht. Während ich FFF anfangs noch positiv fand und als Zeichen gewertet habe, dass die Jugend noch eine Welt jenseits des Handy-Displays kennt, bin ich mittlerweile eher abgeschreckt. Die Bewegung hat sich vom positiven Grundzweck entfernt und zieht nun die Randalierer an. Diese erhalten durch die Bewegung eine sozial akzeptierte Rechtfertigung, andere Leute zu schikanieren. Beispielsweise werden SUV-Fahrer zu Sündenböcken gemacht, während Fahrer anderer Fahrzeugtypen, die ebenso umweltschädlich sind, außen vor sind. Der Beissreflex braucht eben ein leichtes Ziel. Die Leute, die heute SUVs mit Schmähungen bekleben, hätten wohl vor 80 Jahren Davidsterne an jüdische Geschäfte geschmiert. Das war damals ja ebenfalls sozial akzeptiert.

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haarer.15 15.10.2019, 13:03
48.

Zitat von AchimStommel
Als Leiter eines Jugendzentrums erlebe ich Jugendliche täglich und die Befragung für die Studie fand in einem Zeitraum vor der Explosion von Fridays for Future und vor dem Rezo Video statt. Seit dem hat sich so viel getan, wie in den Jahren vorher nicht. Politik ist ein deutlich wichtigeres Thema geworden und auch der Klimawandel wird erst seit dem auch bei uns in der Einrichtung so richtig diskutiert. Die Studie ist einfach schon veraltet.
Wenn das so ist, wäre es naheliegend eine neue Studie zu erstellen, die auf tatsächlich aktuellen Daten basiert. Das alarmierende geistige Klima im Lande, Anschläge von Rechts, die ökonomischen Umwälzungen und natürlich der Klimawandel sind gerade die vorherrschenden Themen in dieser Zeit. Wir würden wohl ein ganz anderes Bild präsentiert bekommen.

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Lucid_2_Win 15.10.2019, 13:22
49. Ich bezweifle,

dass sich eine ganze Generation an 2.500 Leuten festmachen lässt. Das sind meiner Meinung nach etwas wenig Befragte. Zudem wäre eine Aufschlüsselung nach Bildungsabschluss und Herkunft interessant gewesen.

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