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Sieben falsche Gründe für den Doktor: Bitte, lassen Sie es bleiben

Es gibt 1000 gute Gründe für*eine Promotion - und sieben klare Warnsignale, die gegen einen Doktor sprechen. Der Kasseler Forschungsreferent Wolfgang Adamczak*mahnt, nicht aus Langeweile, Feigheit oder weil Papa einen Dr. hat, zu promovieren. Profs fehle leider*oft der Mut zum Neinsagen.

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Hador 06.04.2011, 14:45
10. Nein, keinen Titel....

Zitat von k4l
was mir in dem artkel komplett fehlt, dass es gar nicht so einfach ist eine promotionsstelle zu finden...
Hängt natürlich immer von der Fachrichtung ab. Aber sie haben schon Recht, der Artikel bzw. die Ratschläge sind sehr pauschal. In der Praxis wird es immer sehr auf den konkreten Fall ankommen.

Aus meiner Erfahrung im Fach Physik kann ich sagen, dass hier meiner Meinung nach schon der Gang zu einer Beratungsstelle ein Warnsignal sein sollte. Wer sich erst beraten lassen muss ob er eine Promotion machen will, der ist (zumindest in diesem Fach) aus meiner Sicht fehl am Platz. Aber in Physik hat man auch den Vorteil, dass es normalerweise mehr als genug Promotionsstellen kriegt und man üblicherweise auch nicht auf Stipendien angewiesen ist sondern für die Dauer der Promotion eine 1/2 oder 3/4 Stelle an der Uni bekommt. Ein Luxus den man in den meisten anderen Fächern nicht hat.

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perspicientia1 06.04.2011, 14:51
11. Unsinn

Zitat von mundi
Der Doktortitel sollte der Einstieg in die Laufbahn eines Forschers und Lehrers einer Universität sein. Der Nachweis, selbstständig wissenschaftlich arbeiten zu können, sollte an einem Forschungsinstitut mit echten Ergebnissen nachgewiesen werden. Dazu wäre ein Zeitrahmen von etwa 5 Jahren nach Studienabschluss nötig. Die Ergebnisse sollte selbstständig in einer Fremdsprache verfasst werden. Zur Bewertung sollte man auch einen ausländischen Hochschulprofessor mit heranziehen. Die Möglichkeit, andere Gedanken nach einem Roten Faden zusammenzuschreiben, das Papier dann Dissertation zu nennen, und dafür an der Klingel den Namen mit dem Doktortitel zu verzieren, sollte nicht mehr möglich sein.
Letzteres ist auch heute keine Möglichkeit einen Dr. zu bekommen. Wenn doch, ist es Missbrauch, der auch in ihrer obigen Variante nicht ausgeschlossen ist. Diese Variante ist zudem nicht sonderlich überzeugend – definieren Sie doch lediglich willkürlich einen Festzeitraum und erheben Sie ebenso willkürlich die Fremdsprachigkeit zu einem relevanten Kriterium. Was hat letzteres denn mit dem wissenschaftlichen Wert einer Arbeit zu tun?

Zitat von brain_in_a_tank
Ja kann an denn nur noch nach einem Examen promovieren? So wie bei SPON momentan die Artikel geschrieben, glaubt man, es dreht sich nur noch um den Dr.jur., die Naturwissenschaft wird dabei stets ausgeblendet. Vielleicht kann mir mal jemand erklaeren, was Jura zu einer Wissenschaft macht? Wenn ueberhaupt, dann doch nur in Verbindung mit einer anderen wissenschaftlichen Fachrichtung, aber Jura alleine kann doch nicht einen wissenschaftlichen Anspruch erfuellen. Also warum ueberhaupt in Jura promovieren?
Zwei Threads weiter wird den Wirtschaftswissenschaften die Wirtschaftlichkeit abgesprochen. Noch ein paar threads weiter die Geisteswissenschaften als Laberfächer herabgewürdigt. Hier Jura. Bleibt nicht viel übrig, oder? Sind Sie Naturwissenschaftler? Was sagte dann ihre Haltung über die Qualität der Naturwissenschaften aus?

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brain_in_a_tank 06.04.2011, 14:57
12. ...

Zitat von Hador
Auch in den Naturwissenschaften können sie in den allermeisten Fällen nur nach einem erfolgreich abgeschlossenen Examen promovieren.
Wenn man den Begriff Examen allgemein fuer Abschlussarbeit verwendet, so ist dies natuerlich richtig, insofern spezifiziert wird, um was fuer einen Abschluss es sich handelt. Jura ist allerdigns eines der Faecher, bei denen man zum Abschluss des Studiums ein Staatsexamen ablegt, weshalb der Begriff in diesem Kontext meist eben auf diesen Abschlus, und nicht auf Pruefungen im Allgemeinen verweist.

In den Naturwissenschaften hies dies aber Diplom, neuerdings dann undifferenziert Master, aber es ist nur im allgemeinen Sinne, nicht in dem strengeren Sinne ein Examen. Wenn aber im Artikel immer vom Examen als Abschluss des Studiums geschrieben wird, so ist es doch stark von der juristischen (oder medizinischen, paedagogischen) Sicht gepraegt. Und im allgemeinen Sinne macht hier der Begriff Examen keinen Sinn, da einfach zu ungenau. Ist ja eben nicht Abitur mit gemeint.

Ergo, in Natuwissenschaften kann man ohne Ausnahmeregel nur mit einem Diplom (Master) promovieren, aber nicht mit einem (Staats-)Examen.

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Just4fun 06.04.2011, 15:10
13. ist es nicht schizophren,

dass ich auf einen Artikel, der von Titeln abrät, nicht antworten kann, ohne einen titel anzugeben ...

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messego22 06.04.2011, 15:19
14. Habilitation: Bitte lassen Sie es bleiben.

Wenn man nach 20 Jahren Uni-Karriere noch keine Habilitation aufweisen kann, ist das Forschungsmanagement wohl eine der letzten "Ausfahrten", die im Uni-Betrieb zu ergattern sind. Ich gratuliere in einem solchen Fall zur raren aber wohl eher gemütlichen Position, von der aus man zwar kaum langjährig erworbenen Fertigkeiten einsetzten aber immerhin andere Absolventen zu fragwürdigen Bewerbungsversuchen bei der "Wirtschaft" auffordern kann.

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kfp 06.04.2011, 15:21
15. ...

Zitat von KarlKäfer
Wenn die hochgelobte Zukunftstechnologie-Branche der Meinung ist, ohne Doktor taugt der zukünftige Arbeitnehmer nichts.
Mit aber erst recht nicht, dann gilt der AN doch als viel zu theoretisch abgehoben, um im Alltagsgeschäft zu bestehen. Und dazu zu teuer, zu alt und hat oft gegenüber den Bachelor- und Masterklonen direkt aus der (verschulten) Uni am Ende sogar noch gelegentlich eine eigene Meinung?! So einen will heutzutage doch praktisch keine Firma mehr (zumindest solange er nicht sofort auch schon mindestens 10 Jahre Fach- und Führungserfahrung mitbringt).

Meiner Erfahrung nach (persönlich und unter Kollegen/Freunden) ist ein Doktor in den Ingenieur-/ Naturwissenschaften eher ein Einstellungshindernis. Und selbst wenn man die Einstellungshürde nimmt, ist das Gehalt oft deutlich niedriger als das des gleichaltrigen Kollegen, der sich die Promotion geschenkt und lieber gleich ins Berufsleben eingestiegen ist...

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brain_in_a_tank 06.04.2011, 15:22
16. ...

Zitat von perspicientia1
Letzteres ist auch heute keine Möglichkeit einen Dr. zu bekommen. Wenn doch, ist es Missbrauch, der auch in ihrer obigen Variante nicht ausgeschlossen ist. Diese Variante ist zudem nicht sonderlich überzeugend – definieren Sie doch lediglich willkürlich einen Festzeitraum .......
Ich habe mich ja nicht gegen Jura ausgesprochen, Juristen sind am besten in der Lage, mit Gesetzestexten umzugehen und diese entsprechend auszulegen. Aber ich kann keine Wissenschaft darin sehen, beim besten Willen nicht. Das bedeutet fuer mich als Wissenschaftler nur, dass ich in der Lage bin, klare grenzen zu ziehen, was die Kompetenzen einzelner Faecher anbelangt. So wuerde ich als promovierter Physiker nicht arroganterweise davon ausgehen, dass ich sofort Autos reparieren kann, auch wenn ich die Technik verstehe, oder als Biologe wuerde ich nicht davon ausgehen, dass ich wie ein Arzt arbeiten kann, auch wenn ich die Koerperprozesse wahrscheinlich besser verstanden habe, aber woanders kakt es eben. Als Neurowissenschafter wuerde ich nicht Ethikern und Philosophen den Rang ablaufen, und Bewusstsein und freien Willen erklaeren.

Alles hat seine Grenzen. Und ich wuerde echt gerne lernen, was Jura zu einer Wissenschaft macht...

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persona-non-grata 06.04.2011, 15:33
17.

Zitat von brain_in_a_tank
Ja kann an denn nur noch nach einem Examen promovieren? So wie bei SPON momentan die Artikel geschrieben, glaubt man, es dreht sich nur noch um den Dr.jur., die Naturwissenschaft wird dabei stets ......
Lieber Brain in a Tank:
Es gab ja hier auf SPON in jüngster Zeit eine Reihe Artikel zum Thema Jura und Benotung (Stichwort: Vollbefriedigend).
Das "Vollbefriedigend" ist das A und O, es trennt die Spreu vom Weizen, erst mit einem "Vb" eröffnen sich in der Regel die guten Berufschancen.
Wie macht man nun als Jurist nach Außen deutlich, dass man ein "Vb" hat? Richtig: Indem man promoviert. Denn in der Regel berechtigt nur ein "Vb" zur Promotion und die guten Doktorväter setzen dies voraus.

Der Doktor ist nichts weiter als ein Werbebanner, das der Jusrist mit sich herumträgt, um sich von anderen Juristen positiv abzusetzen. Schlimmer ist es noch bei den Ärzten: Da hat jeder einen Doktor, Doktor wird synonym für Arzt gebraucht.

Deswegen kann man einen Dr iur auch nicht mit einem Dr. in einem naturwissenschaftlichen Fach vergleichen.

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Bala Clava 06.04.2011, 15:40
18. Es gibt auch gute Gründe

Wenn eine Medizinstudentin im achten Semester noch keinen Doktor hat, muss sie sich mit dem Gedanken anfreunden, selber einen zu machen.

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tl-hd 06.04.2011, 15:47
19.

Zitat von KarlKäfer
Es fehlt noch mindestens einer der falschen Gründe: Wenn die hochgelobte Zukunftstechnologie-Branche der Meinung ist, ohne Doktor taugt der zukünftige Arbeitnehmer nichts.
Das kann aber nur dann ein Grund gegen eine Promotion sein, wenn sich alle einig sind. Solange es genügend promovierte Bewerber gibt, stellt man sich damit, aus dem von Ihnen genannten Grund nicht zu promovieren, nur selbst ein Bein.

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