Forum: Leben und Lernen
Skateboarden als Uni-Kurs: Opa Titus springt den Ollie vor

Grinden, sliden, flippen: An der Uni Münster steht seit diesem Semester Skaten auf dem Stundenplan für angehende Sportlehrer. Dozent ist der Skater-Senior Eberhard "Titus" Dittmann, 62. Er findet: Weil Skateboarden*für Erwachsene zu schwierig ist, bleibt es die perfekte Gegenkultur.

ekel 24.11.2011, 10:48
1. Gute Idee

Ich halte das für eine gute Idee. In Zeiten in denen es immer mehr übergewichtige Kinder gibt muss man zu neuen Mitteln greifen um dem entgegen zu wirken. Mit Skaten kriegt man die Kinder und Jugendlichen eher vom Fernseher weg als mit Hochsprung und Dauerlauf. Der Schulsport kann so entstaubt werden. Ich hoffe, dass diese Idee kein Einzelfall bleibt!

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tobyrd72 24.11.2011, 11:16
2. Die perfekte Gegenkultur..

für Jugendliche ist Breakdance. Dazu benötigt man keine teuren Skateboards. Es ist ebenfalls für Erwachsene kaum auszuführen, wobei das beim breaken wie beim skaten ehr daran liegt das die Verletzungsgefahr im Alter enorm steigt. Breakdance ist des weiteren als Gegenkultur glaubwürdiger weil die Kleidungsindustrie es nicht vereinamt hat. Ein kurzer Blick auf den Pulli von Mr. Titus reicht um zu verstehen was ich meine...

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anomie 24.11.2011, 11:35
3. Locker

Zitat von tobyrd72
für Jugendliche ist Breakdance. Dazu benötigt man keine teuren Skateboards. Es ist ebenfalls für Erwachsene kaum auszuführen, wobei das beim breaken wie beim skaten ehr daran liegt das die Verletzungsgefahr im Alter enorm steigt. Breakdance ist des weiteren als Gegenkultur glaubwürdiger weil die Kleidungsindustrie es nicht vereinamt hat. Ein kurzer Blick auf den Pulli von Mr. Titus reicht um zu verstehen was ich meine...
Ja,ja, ist ja gut. Frag mich, was diese kleinlichkeit und besserwisserei immer soll. Nicht jeder mag breakdance, nicht jeder mag skateboards.
Ist doch nicht schlimm, wenn es mehr als eine "gegenkultur" gibt, oder?
Breakdance ist auch nicht weniger oder mehr industriell vereinnahmt als skateboarding, in no name klamotten dancen jedenfalls die wenigsten.
Genaugenommen ist breakdancen in den 80ern groß gewesen und hat nun ein kleines revival. Skateboarding unterliegt da weniger modeschwankungen.
Machen sie sich doch vielleicht einfach mal locker, und lassen sie jeden wie er will..

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artbond 24.11.2011, 12:51
4. hang loose title

skaten an der Uni... mit unterricht und Prof. fühlt sich für mich nicht richtig an.

Ich bin son boarder aus der Epoche ende der 80er anfang der 90er als es in D den ersten Schub gab und die ersten Pipes und Parks gebaut wurden.
Wir trafen uns locker auf der Straße haben fratzen gemacht und sind gefahren. Auch oder gerade weil unsere Eltern das Skaten für totale Zeitverschwendung gehalten haben. Wir haben uns mit den Klamotten, der Sprache und eben dem Skaten abgegrenzt, als Sport hat das keiner von uns gesehen. Sport hatte da noch was mit Leistung, vergleich und Zeiten nehmen zu tun. Skaten war nur zum Spass.
Wenn ich mir vorstelle, wir hätten damals skaten in der schule gehabt und einen Lehrer mit Board gesehen, wir hätten kollektiv den Dorp-Down des Todes gemacht...

Naja ich bin jetzt bestimmt seit 20 Jahren nicht mehr gefahren, aber ich fühle mit dem immer noch verbunden... das alte Santa Cruz Board mit den T-Bones liegt noch im Keller in einer, wie sollte es anders sein, Titus-Tasche ;-)

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Willi Wacker 24.11.2011, 14:13
5. ach was

Zitat von tobyrd72
für Jugendliche ist Breakdance. Dazu benötigt man keine teuren Skateboards.
Fünf Euro auf dem Flohmarkt is nich teur

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wg2310 24.11.2011, 16:14
6. mann, mann, mann...

Um die Breakdance Szene hat sich genau so wie bei den Skatern, Boardern, Kitern, etc. eine ganze Reihe von Unternehmen "angebiedert"
Aber speziell bei Titus´Hoody lohnt es sich, einen Blick darauf zu werfen:

http://www.skate-aid.org/
Soviel dazu.
Zitat von tobyrd72
für Jugendliche ist Breakdance. Dazu benötigt man keine teuren Skateboards. Es ist ebenfalls für Erwachsene kaum ........

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Rahvin 24.11.2011, 17:25
7. Rauf aufs Brett

Inzwischen sind sowohl Skatboarder als auch Breakdancer und andere Randsportarten doch genauso kommerzialisiert wie andere vermeintliche Großsportarten. Alle Jugendkulturen sind für einen gewissen Industriekreis interessant: Skater brauchen Boards, lässige Klamotten, Schutzbekleidung. Breakdancer definieren sich ebenfalls stark über ihre Bekleidung. Snowboarder genauso... Die ehemaligen Pioniere dieser Sportarten haben sich mit ihren Modelabels allesamt eine goldene Nase verdient, und ihnen kommt es noch immer gelegen, dass man sich vermeintlich jugendlich auflehnt, wenn man ihre Klamotten anzieht.

Aber alles, was Leute dazu bringt, körperlich aktiv zu bleiben und auch mal nach draußen zu gehen und eben nicht als Couchpotato und Mausbediener zu verkommen, sollte unterstützt werden. Von daher ist die Initiative, dass Lehrer auch skateboarden im Unterricht einbinden können/sollen nur zu begrüßen. In Österreich gibt es die Skiwochen, in denen Kinder zum Ski- oder Snowboardfahren eine Woche frei haben oder mit der Schulklasse in die Berge fahren. Das ist doch prinzipiell zu begrüßen - mal abgesehen von den Kosten und der Belastung für finanzschwächere Familien, etc.

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vcproepper 26.11.2011, 20:48
8. Skate-Spiesser

Ich habe Anfang der 80er auch geskatet, mit einem billigen Plastik-Spritzgussbrett. Wir wussten damals gar nicht, daß es sowas wie eine Skate-Szene gibt, und das wir cool sein müssen. Es war einfach neben Rollschuhfahren, Fussball, Federball und BMXen einfach ein Spiel/Sport, der Spaß gemacht hat. Die Tricks die wir damals gemacht haben waren aus heutiger sicht sehr bescheiden, aber dafür mussten wir nicht verkrampft irgendwelchen Idolen nacheifern, wir hatten nämlich keine.

Ich habe seit einigen Jahren über jüngere Freunde wieder Kontakt zur "Skate-Szene". Es ist unglaublich, was die Kiddies heute mit ihren Brettern machen - ich bin immer wieder beeindruckt. Auf der anderen Seite gibt es einiges, was mich absößt: die Intoleranz gegenüber Nicht-Skatern, insbesondere Inlinern oder Longboardern, die ausgeprägte soziale Hackordnung innerhalb der Gruppe und das ständige Filmen der Tricks, nach dem Motto "was nicht auf Youtube ist, existiert nicht". Echte Cooleness ist das jedenfalls nicht, sondern eher Skate-Spiessertum.

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