Forum: Leben und Lernen
Sommer: In jeder zweiten Familie lernen Kinder in den Ferien
Corbis

Endlich Ferien, endlich Nichtstun? Mitnichten. Eine Umfrage unter Eltern zeigt: In 55 Prozent aller Familien lernen die Kinder auch in den schulfreien Wochen.

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maria3333 17.06.2015, 17:13
10. Freizeit muss sein

Ich bin selbst Lehrerin und sehe, dass meine Schüler während des Schuljahres schon gestresst genug sind bei den vollgepackten Tagen (Gymnasium, G8). Ich würde niemals verlangen, dass sie auch noch in den Sommerferien regelmäßig pauken. Klar haben sie dann im Herbst einiges vergessen, aber das kann man doch gezielte Wiederholung und Auffrischung im Unterricht schnell wieder beheben. Bildungspläne sind sowieso zirkulär aufgebaut, so dass viele Themen immer wiederkehren, nur auf einem höheren Niveau, z.B. in Deutsch die lineare Erörterung in Kl. 8, die dialektische in 9 und die textgebundene in 10. Wenn man ein solches Thema, das schon einmal behandelt wurde, wieder aufgreift, ist es sowieso logisch, erst mal zu wiederholen, was man in der vorherigen Klassenstufe gelernt hat.

@diplommaurer: Und was das dumme "Lehrer haben zu viel Ferien"-Argument angeht: Wenn Sie Lehrern nur so viel Ferien zugestehen wollen wie anderen Arbeitnehmer Urlaubstage habe, dann müssen sie ihnen auch zugestehen, diese Urlaubstage / Ferien zu nehmen, wann immer sie wollen. Da wäre das Geschrei aber groß! Vonwegen ständiger Unterrichtsausfall, weil der Mathelehrer ausgerechnet mitten im Schuljahr auf die Malediven musste...

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abby_thur 17.06.2015, 17:20
11. Kommentar

Zitat von magickmina
Bleibt die Frage, was es den Kindern bringt, in den Sommerferien Dikatate zu schreiben...
Die gelernten Regeln und Wörter zu festigen?

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markus_wienken 17.06.2015, 17:36
12.

Zitat von hermi16
ist das schlimm?
Man sollte den Kindern in den Ferien natürlich genügend Zeit zum spielen, neue Erfahrungen machen und entspannen lassen, denn dazu sind Ferien primär da.


Dennoch ist es natürlich nicht schlimm auch in den Ferien zu lernen.


Mein Sohn wird die 1. Klasse beenden, in den Ferien lasse ich ihn zuhause täglich etwas schreiben und rechnen um mehr Routine zu bekommen aber nicht länger als 15-30 Minuten, vielleicht auch nicht jeden Tag. Abends wenn ich nach der Arbeit nach Hause komme lesen wir in einem seiner Kinderbücher, das macht ihm Spaß.


Während des gemeinsamen Familienurlaubes wird - außer lesen - vermutlich gar nichts für die Schule gemacht, außer vielleicht ein paar spielerische Matheaufgaben (Addition, Subtraktion-schau mal, dort sind 14 Möwen auf dem Boot, 7 fliegen weg, wieviele bleiben übrig... und so etwas) zwischendurch.


Ältere Kinder/Jugendliche sollten die Ferienzeit nutzen um Wissenslücken zu bearbeiten, natürlich ohne sich hier zuviel Stress zu machen.

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markus_wienken 17.06.2015, 17:37
13.

Zitat von Newspeak
Intelligente Menschen lernen immer. Oder zumindest nicht nach festen Zeiten. Damit sind aber vor allem übergeordnete Fähigkeiten gemeint. Es ist bedauerlich, daß unter Lernen in Deutschland vor allem stupides Auswendiglernen von Fakten und Prozeduren verstanden wird und Wissen dementsprechend hoch eingeschätzt wird, wo es darauf am Ende gar nicht ankommt.
na dann haben Sie noch nie eine chinesische Schule von innen gesehen....dort würde Ihr Kommentar treffender passen.

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shark65 17.06.2015, 17:41
14. Volle Bezahlung???

Zitat von diplommaurer
An die 12 Wochen schulfreie Zeit pro Jahr bei voller Bezahlung hat man sich schließlich gewöhnt.
Die nicht verbeamteten Lehrer mit Zeitvertrag werden in der Regel für die Dauer der Sommerferien gekündigt.

Besser informieren bevor man Lügen verbreitet.

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werbungspamschund 17.06.2015, 17:49
15. Ja sicher

Zitat von diplommaurer
wäre sicher sinnvoll. Man könnte die Zeit z.B. nutzen, um Schwächen von Schülern gezielt zu beheben. Interessant wären die Argumente der Lehrergewerkschaft GEW zu hören, die dies wohl nicht haben will. An die 12 Wochen schulfreie Zeit pro Jahr bei voller Bezahlung hat man sich schließlich gewöhnt.
Wozu überhaupt Ferien? Erholung ist doch latte. Die Kinder sollen sich nicht erholen. Die sollen gefälligst nur lernen, damit sie dem Staat dienen können.

Es soll ja Familien geben, die die Sommerferien geniessen. Und dafür sind 6 Wochen gerade mal ausreichend.

Ich würde auch nie auf die Idee kommen meine Kinder in den Sommerferien lernen zu lassen. Sommerferien sind lern- und stressfreie Tage.

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werbungspamschund 17.06.2015, 17:50
16. In 6 Wochen

Zitat von abby_thur
Bei mir früher hiess das "üben" und war ganz normal, mein Vater hat mir Textaufgaben geschrieben, die ich lösen musste und meine Mutter hat mit mir ein Dikatat geschrieben. Das Kind meiner Freundin bekommt von der Schule in die Sommerferien Aufgabenblätter mit, die je pro Woche abgearbeitet werden sollen, damit der Schulstoff nicht in Vergessenheit gerät. Ich finde das absolut normal.
In 6 Wochen vergisst man nichts. Wenn doch, dann hat man schlecht gelernt.

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doofnuss 17.06.2015, 18:09
17. mit spaß nebenbei lernen und erholt mit frischem elan ins neue schuljahr? - ja, das geht!

nur 4 wochen aufenthalt an einer internationalen sprachschule in england, als einziger deutsch-sprechender von sieben schülern in der klasse, haben mir vor fast vierzig jahren den richtigen kick gegeben.
das komplette "eintauchen in eine fremdsprache" fern der heimat, die unterbringung in einer netten familie, die natürlich kein deutsch sprach, zündete bei mir den lernturbo.

danach endlich kein abgehacktes herumgestottere mehr, wenn ich im heimatlichen unterricht auf englisch antworten sollte.
sondern einfach drauflos geplappert mit anschließender hocherfreuter reaktion der überraschten lehrerin:
"oh, das klingt aber nach colloquial english - guuuut - wiederhole mal für alle!".
und schon war aus der knappen vier auf dem vorjahreszeugnis ohne große anstrengung eine zwei geworden.

deshalb, aus eigener vorheriger leidvoller erfahrung weiß ich, während der ferien zuhause fremdsprache-pauken ist wie das schmoren im eigenen saft, vertane zeit und verschwendete energie, die potenzierung des lernmisserfolgs: frust hoch drei!

mathe blieb allerdings auch nach der schulzeit noch auf der uni eine wahre quälerei.
youtube war noch nicht erfunden und so was tolles wie die mathevideos von informatikprofessor jörn loviscach konnten wir uns damals noch gar nicht vorstellen.

die videos mit kurve rauf, kurve runter, wurzel rein, wurzel raus, kann schüler/in sich heute auch außerhalb der ferien "reinziehen", wenn nötig vor der nächsten mathearbeit - und zwar immer wieder, solange bis es endlich klick macht!
http://www.j3l7h.de/videos.html

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Moonshine42 17.06.2015, 18:09
18.

Zitat von maria3333
@diplommaurer: Und was das dumme "Lehrer haben zu viel Ferien"-Argument angeht: Wenn Sie Lehrern nur so viel Ferien zugestehen wollen wie anderen Arbeitnehmer Urlaubstage habe, dann müssen sie ihnen auch zugestehen, diese Urlaubstage / Ferien zu nehmen, wann immer sie wollen. Da wäre das Geschrei aber groß! Vonwegen ständiger Unterrichtsausfall, weil der Mathelehrer ausgerechnet mitten im Schuljahr auf die Malediven musste...
Als Eltern kann man auch nur in den Schulferien Urlaub machen... und das - wenn man das "Pech" hat mehrere Kinder großzuziehen - über 20 Jahre lang. Unterrichtsausfall, weil ein Lehrer aus x Gründen wieder nicht anwesend ist, gibt es trotzdem. Da kann schon mal Neid aufkommen - vor allem wenn beide Elternteile berufstätig sind um über die Runden zu kommen, und noch nicht einmal gleichzeitig Urlaub nehmen können, weil ja die jüngeren Kids in den Ferien irgendwie versorgt werden müssen. Zum Thema: wenn man als Elternteil während des Schuljahres schaut, dass die Kinder kontinuierlich für die Schule lernen, dann kann man es in der Ferien sicher lockerer angehen. Ich kann mich an meine Schulzeit allerdings dahingehend erinnern, dass ich selber (als Schüler) am Schuljahresanfang entsetzt war, wie viel ich verlernt hatte. Von Seiten der Lehrer wurde erwartet, dass man das selber zu Hause nachholt ("das haben wir schon durchgenommen, das setze ich als bekannt voraus...") - schön wenn das einige Lehrer heute anders handhaben!

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bluebill 17.06.2015, 18:43
19. Arme Kinder.

Ich bin froh, daß meine Kindheit in einer anderen Zeit lag. Heute gibt es offenbar zwei Lager. Im einen wird der Nachwuchs durchoptimiert, auf Effizienz und Fitness getrimmt, für eine Karriere als internationaler Supermanager vorbereitet. Und zwar möglichst von der Geburt an. Da gibt es keine Freizeit, zumindest nicht im eigentlichen Sinne, denn auch schulfreie Zeit wird zur Optimierung genutzt - Förderkurse, Sportverein, Musikunterricht, Feriencamps mt Unterricht. Arme Kinder. -

Im anderen Lager machen die Eltern überhaupt nichts. Die Kinder können zur Schule gehen oder auch nicht, ganz nach eigenem Gusto, was spätestens in der Pubertät zu mächtigen Lücken führt. Die Kinder erleben, daß sie sowieso keine Perspektive haben außer als Kleingangster und Großmaul im Kreis von Gleichgesinnten. Zu Hause (falls es so etwas gibt) sitzen sie an ihren Playstations und Computern und spielen Krieg, irgendwann fangen sie an, erst im Supremarkt Schnaps zu klauen und dann Passanten auszurauben. An den Eltern geht das komplett vorbei, die interessiert das gar nicht. - Beides halte ich für fatal, die Superkontrolle und das völlige Fehlen von Grenzen. Wieso kann es nicht den Mittelweg geben? Kinder, die ihr Programm an schulischer Bildung absolvieren, aber daneben auch wirklich freie Zeit haben und einfach Kinder sein dürfen?

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