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Sommerferien: "Lassen Sie Ihre Kinder einfach mal in Ruhe"
DPA

Lerncamp, Theaterbesuch, Exkursion: Aufwendige Ferienprogramme gelten vielen Eltern als Garant gegen Langeweile und Leistungsabbau in den Schulferien. Ein Trugschluss, sagt Schulforscher Jörg Siewert.

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klaus.mueller 27.07.2018, 15:03
1. drei daumen

genau so machen wir das mit den Kleinen , 6 und 7, die Grossen wissen eh was sie wollen.

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Lomes 27.07.2018, 15:40
2. Weltfremd

Und was sagt der Schulforscher, wenn der liebe Kleine (7 Jahre) aus gutem Hause einen großen Garten mit Spielturm und Trampolin zur Verfügung hat und Unmengen Spielzeug in seinem großen Kinderzimmer vorfindet, jedoch am liebsten den ganzen Tag Fernseh schauen oder am Smartphone/PC spielen möchte. Einfach machen lassen? Gut so?

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darkk 27.07.2018, 15:47
3. jup

Ohne meine riesengrossen Freiräume, die ich als Kind geniessen durfte, hätte ich niemals meine überbordende Phantasie ausleben können, hätte erheblich weniger Gruppensozialisation erlernt und niemals dieses herrliche Gefühl von Freiheit geniessen können, wenn nichts Aufgezwungenes anstand. Einen geregelten Rahmen haben mir meine Eltern natürlich gesetzt, was allerdings nichts mit der heutigen Dauerbeschallung durch die Erziehungsberechtigten auf sichhat. Sowas kannten wir nur von sorry "Lehrerkindern", aus denen aber auch nicht mehr wurde, als aus dem Rest von uns.

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surry 27.07.2018, 15:56
4. Richtig !!!

Ich mache in einer Schule ehrenamtlich (=ohne jedwede Bezahlung) Hausaufgabenbetreuung. Die Jungs und Mädel freuen sich auf die Ferien und am ersten Schultag wieder auf den Unterricht. Inzwischen, als in den Ferien, so erzählen sie mir, durften sie machen was sie wollten. Das finden die und auch ich ganz toll: Richtig "arbeiten" und richtig frei haben!!!

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nelson76 27.07.2018, 15:59
5. @Lomes

Und wo liegt jetzt das Problem? Haben Sie als Kind auch mal nichts "produktives" getan? Sorry aber Kinder sind nun mal Geister ihrer Zeit und wenn das ach so tolle Spielzeug eben gerade out ist und "Daddeln" angesagt dann ist es mal eben so. Mensch laßt doch Kinder einfach mal Kinder sein und nicht "Projekte". Die meisten von uns hatten eine einfache Kindheit und das Recht sprechen wir unseren Kindern ab?!

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florian.weiss 27.07.2018, 16:06
6.

Da in den USA meist beide Elternteile voll berufstaetig sind und die Ferien im Sommer 10 Wochen dauern sind viele gezwungen, ihre Kinder in unterschiedlichen Summer Camps unterzubringen. Das Angebot ist vielfaeltig und flaechendeckend, teils kostenfrei. Da meine Frau nicht arbeitet koennen wir uns das fuer unser Maedchen (4 / 7) noch sparen. Wir leben seit 4 Jahren in Florida und so koennen unsere Kinder im Sommer Pool und Strand dauerhaft nutzen. Anonsten spielen, lesen und die Angebote Ihrer Wahl nutzen (Tanzen, Gymnastics).
Auch hier ist der Druck aber immer hoch, die Kinder anzuspornen, zu testen, zu foerdern und ich habe oft ein schlechtes gewissen wenn 'nur' mit ihnen angeln oder an den strand oder auf den Spielplatz gehe. Zum Thema Smartphones/TV: Wenn wir als Eltern diese Themen fuer uns selbst in den Griff bekommen und nicht staendig mit Facebook beschaeftigt sind klappts bei den Kindern auch ;)

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aruba701 27.07.2018, 16:08
7. Wie herrlich ist es, nichts zu tun...

... und dann vom Nichtstun auszuruhn. (Heinrich Zille)

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florian.weiss 27.07.2018, 16:15
8.

Zitat von nelson76
Und wo liegt jetzt das Problem? Haben Sie als Kind auch mal nichts "produktives" getan? Sorry aber Kinder sind nun mal Geister ihrer Zeit und wenn das ach so tolle Spielzeug eben gerade out ist und "Daddeln" angesagt dann ist es mal eben so. Mensch laßt doch Kinder einfach mal Kinder sein und nicht "Projekte". Die meisten von uns hatten eine einfache Kindheit und das Recht sprechen wir unseren Kindern ab?!
sehe ich genauso. und egal ob unsere Kinder grad fernsehen oder mit Ihrer Wii spiele: So bald ich frage "Woll Ihr was spielen"?" oder "Wer kommt mit raus?" schreien sie "Jaaa!" und kommen gerannt. Oft muessen wir als Eltern nur mal unsere Zeit zur Verfuegung stellen, statt zu texten und zu liken...

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Nania 27.07.2018, 16:18
9.

Zitat von Lomes
Und was sagt der Schulforscher, wenn der liebe Kleine (7 Jahre) aus gutem Hause einen großen Garten mit Spielturm und Trampolin zur Verfügung hat und Unmengen Spielzeug in seinem großen Kinderzimmer vorfindet, jedoch am liebsten den ganzen Tag Fernseh schauen oder am Smartphone/PC spielen möchte. Einfach machen lassen? Gut so?
Im Zweifel: Ja. Aber machen Sie ihm doch Angebote. Ich erinnere mich noch an meine Kindheit und Jugend. Wenn mein Vater gefragt hat: "Nania, willst du etwas spielen", dann war ich dabei. Wenn gesagt wurde: "wir fahren eben einkaufen" bin ich gerne mitgekommen. Auf Angebote, was Neues zu sehen, bin ich auch häufig eingegangen. Was ich aber nicht leiden konnte und bis heute - bin aber lange aus der Schule raus - nicht leiden kann, ist der "erhobene Zeigefinger": "Mach doch mal was Sinnvolles", "Lese dieses Buch", "Räum' doch dein Zimmer auf", "Musst du immer am PC sitzen?" Ich fand es immer extrem - und jetzt benutze ich ein Wort aus meiner Jugendzeit - ätzend, wenn meine Eltern versucht haben, mich dazuzubringen, etwas anderes zu machen als das, was ich gerade machen wollte, aber dann gleichzeitig verlangt haben, dass ich es alleine mache. "Geh doch schwimmen", "geh doch Inliner-Fahren". Das ist aber langweilig allein. Als meine Mutter aber mal sagte - daran erinnere ich mich noch gut - "Willst du was Inliner fahren? Ich komme mit dem Fahrrad mit", war das gar kein Problem mehr.

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