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Sommerferien: "Lassen Sie Ihre Kinder einfach mal in Ruhe"
DPA

Lerncamp, Theaterbesuch, Exkursion: Aufwendige Ferienprogramme gelten vielen Eltern als Garant gegen Langeweile und Leistungsabbau in den Schulferien. Ein Trugschluss, sagt Schulforscher Jörg Siewert.

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le.toubib 27.07.2018, 18:21
20. Es tut mir leid!

Zitat von Stäffelesrutscher
Sechseinhalb Wochen Sommerferien? Leider nicht in den Bundesländern, die die Ferien von Donnerstag bis Mittwoch laufen lassen. Da ist der erste Donnerstag/Freitag noch nicht so richtig Ferien, und die letzten drei Tage ebensowenig. So schrumpft sich das auf 5,5 Wochen.
Aber Ihre Rechnung verstehe ich nicht!

Meinen berühmten, grossen Zweimonatsabenteuerurlaub in der Wildnis Kanadas begann ich an einem Dienstag und fing an einem Montag wieder an zu arbeiten. Das sind für mich genau zwei Monate Gut, An- und Abreise dauerten fast einen ganzen Tag, aber mein Urlaubsziel lag ja nicht um die Ecke, sondern am Fusse der Rockies ...

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sascha2.0 27.07.2018, 18:34
21.

das Bett nicht verlassen außer zum Klo und an den Kühlschrank, das Handy als Begleiter, nicht mal Rolläden hochziehen oder Licht anmachen ist erlaubt. Das geht seit vier Wochen so und würde die nächsten 5 Wochen so weitergehen, wenn ich ihn nicht zu einer Woche Musikcamp verpflichten würde. In Österreich sind die Sommerferien sogar neun Wochen lang. Und wie ich meinen 17jährigen kenne, wird er mir heute abend genau diesen Artikel unter die Nase reiben und die Musikwoche auch noch boykottieren. Das ist auch nicht das erste Jahr oder nur in den Sommerferien so. Und der Autor bestärkt das auch noch :(

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NauMax 27.07.2018, 20:22
22.

Zitat von sascha2.0
das Bett nicht verlassen außer zum Klo und an den Kühlschrank, das Handy als Begleiter, nicht mal Rolläden hochziehen oder Licht anmachen ist erlaubt. Das geht seit vier Wochen so und würde die nächsten 5 Wochen so weitergehen, wenn ich ihn nicht zu einer Woche Musikcamp verpflichten würde. In Österreich sind die Sommerferien sogar neun Wochen lang. Und wie ich meinen 17jährigen kenne, wird er mir heute abend genau diesen Artikel unter die Nase reiben und die Musikwoche auch noch boykottieren. Das ist auch nicht das erste Jahr oder nur in den Sommerferien so. Und der Autor bestärkt das auch noch :(
Also zur Entlastung Ihres Sohnes: Ich lasse die Rolläden momentan auch geschlossen. Andernfalls käme meine Klimaanlage mit der Kühlung überhaupt nicht mehr hinterher. Und meine 5 Wochen Urlaub im Jahr verbringe ich nach wie vor am Liebsten mit Rumgammeln. Der Rest des Jahres ist schon hektisch genug. 17 Jahre ist übrigens ein bes*** Alter. Zu alt, dass man die Ferien noch am Rockzipfel der Eltern verbringen möchte. Zu jung allerdings, um wirklich auf eigene Faust verreisen zu können.

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fred_m 27.07.2018, 21:00
23. Hier ist ein Kommentar der "Früher - Fraktion"

Zitat von firenafirena
Ich warte noch auf den ersten Kommentar der "Früher - Fraktion", in dem ausgiebig von der harten Feldarbeit in den Ferien berichtet wird.
Wir mußten einen Teil der Urlaubszeit im Feriencamp verbringen, weil wir (5 Kinder) unsere Mutti sonst in den Wahnsinn getrieben hätten. Die Arme war ja als klassische Hausfrau mehr als ausgelastet: ca. 12 Arbeitsstunden pro Tag, 7 Tage pro Woche. Fernsehen gab es schon, aber bis zur Tagersschau um 20:00 Uhr nur "Testbild".

Wenn ich heute Kinder hätte, würde ich an ausgewählten Ferientagen gemeinsam mit einer anderen Familie zusammen Kontakte pflegen, "Face-to-Face" wie man auf neudeutsch sagen würde. An solchen Tagen sollten Smartphones selbstverständlich ausgeschaltet bleiben.

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anna cotty 27.07.2018, 21:03
24.

Bei uns in Irland sind die Sommerferien in der Grundschule rund 8 Wochen lang und auf der Sekundarschule sogar fast 3 Monate. Aber ich habe mit unseren 4 Kinder nie Probleme gehabt. Im Gegenteil, gerade wenn sie vielleicht mal ueber Langeweile klagten, kamen sie dann doch selber auf die besten Ideen, was sie draussen machen konnten. Wir wohnten auf dem Land, ausserhalb eines Dorfes und so waren da keine Nachbarkinder, mit denen sie was unternehmen konnten. Aber sie haben Haeuser gebaut: einmal eine grosse unterirdische Hoehle, bei der wir aus Sicherheitsgruenden die Decke mit Holzlatten ersetzen mussten , dann spaeter aus Bauabfaellen ein riesiges Baumhaus, dessen Konstruktion Jahre dauerte ( da gab es mehrere Zimmer und ein Treppenhaus). Wir haben uns kaum eingemischt. Natuerlich haben wir auch ab und zu was unternommen, aber hauptsaechlich hat sich die Bande selber beschaeftigt.
Ich finde vor Langeweile braucht man keine Angst zu haben und wenn das Kind klagt: ich habe Langeweile, dann soll es eben Langeweile haben. Meine aelteste Tochter hat mittlerweile 3 Kinder und wenn da jemand ueber Langeweile klagt, dann bietet sie ihm an, Toiletten zu putzen oder sich sonst wie nuetzlich zu machen. Das funktioniert.
Zeit vor Bildschirmen, egal in welcher Groesse , ob Smartphone oder Fernseher, sollte immer eingeschraenkt und kontrolliert werden, so lange Kinder/Jugendliche das nicht selber schaffen.

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le.toubib 27.07.2018, 23:22
25. Ist dem heute wirklich so?

Zitat von NauMax
[...] Und meine 5 Wochen Urlaub im Jahr verbringe ich nach wie vor am Liebsten mit Rumgammeln. Der Rest des Jahres ist schon hektisch genug. 17 Jahre ist übrigens ein bes*** Alter. Zu alt, dass man die Ferien noch am Rockzipfel der Eltern verbringen möchte. Zu jung allerdings, um wirklich auf eigene Faust verreisen zu können.
Justament als ich 17 war, wurde während der Osterferien von Zürich-Kloten aus eine extrem billige Wochenreise nach London angeboten, das Hotel in der Nähe des Trafalgar Squares, das [i}Regency[/i] oder das Regent Palace, das habe ich mittlerweile vergessen, der Flug zum Luton International Airport und zurück natürlich inclusive.

Das Ganze kostete 180 CHF zu einer Zeit als der Franken gerade mal DM 0,75 wert war. Fast alle, die dort mitflogen, waren so alt wie ich und hatten diese Reise von ihren Eltern geschenkt bekommen.

Geht so etwas heutzutage etwa nicht mehr? Falls ja, ist das Quatsch, irgendwann muss man ja mal erwachsen werden ...

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le.toubib 27.07.2018, 23:28
26. Hui!

Zitat von fred_m
[...] Fernsehen gab es schon, aber bis zur Tagesschau um 20:00 Uhr nur "Testbild" [...]
Ich kann mich nicht erinnern, dass das Programm erst um 20:00 anfing. Und wir hatten einen der ersten Fernseher im Stadtviertel ...

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großwolke 28.07.2018, 08:21
27. Ist das denn wirklich so?

Bei Aussagen wie dem Gartenvergleich bin ich immer ein bisschen irritiert. Vergleiche sind ja manchmal nicht schlecht, um schwierige Sachverhalte einfach darzustellen, aber wäre an der Stelle nicht etwas mehr Nähe zum Fakt einleuchtender? Ich finde die Notwendigkeit von Ferien, so wie wir sie jetzt veranstalten, überhaupt nicht so selbsterklärend, vor allem nicht vor dem Hintergrund der eigenen Erfahrungen damit. Mehr als ein Viertel des Jahres kriegen die Kids, um rein gar nichts sinnvolles zu tun. Wie wäre es zum Beispiel, die Ferien komplett abzuschaffen, und dafür den täglichen Unterricht auf die dann nicht mehr freie Zeit aufzuteilen? Die Last bliebe übers Jahr gleich, die freie Zeit an jedem Schultag wäre größer, warum genau ist diese Variante schlechter als wochenweise Totalfreizeit? Dazu kommt noch, dass viele Ferienzeiträume verdächtig genau mit saisonalen Arbeitsspitzen in der Landwirtschaft korrelieren. War früher die Schule eventuell nur deshalb dicht, weil viele Kids auf den Felder mitarbeiten mussten? Sind die etwa damals ganz ohne wochenlange Freizeit groß geworden? Solche Fragen wären doch interessant, und ich bin mir auch ziemlich sicher, dass so ein Erziehungswissenschaftler dazu ein bisschen was erzählen könnte, würde man ihn danach fragen.

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damp2012 28.07.2018, 09:13
28. Komme gerade aus...

... Dänemark und Schweden und fand es super, wie eigenbestimmt und kreativ die Kinder sich dort tummeln dürfen. Keine Helikopter-Eltern - und auch kein Geschrei ...

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jutta_weise 28.07.2018, 09:22
29.

Zitat von sascha2.0
das Bett nicht verlassen außer zum Klo und an den Kühlschrank, das Handy als Begleiter, nicht mal Rolläden hochziehen oder Licht anmachen ist erlaubt. Das geht seit vier Wochen so und würde die nächsten 5 Wochen so weitergehen, wenn ich ihn nicht zu einer Woche Musikcamp verpflichten würde. In Österreich sind die Sommerferien sogar neun Wochen lang. Und wie ich meinen 17jährigen kenne, wird er mir heute abend genau diesen Artikel unter die Nase reiben und die Musikwoche auch noch boykottieren. Das ist auch nicht das erste Jahr oder nur in den Sommerferien so. Und der Autor bestärkt das auch noch :(
da haben Sie aber in der Vergangenheit was falsch gemacht. 17 Jährige sind heute erwachsen und fahren mit Freunden, Rucksack, Zelt und dem ersparten Taschengeld auf Entdeckungsreisen durch Europa. War zu meiner Zeit schon so! Ist auch kein "bescheidenes" Alter wie einer schrieb. Hätten Sie früher mit ihm solche Reisen gemeinsam gemacht, wüßte er dies erst recht zu schätzen.

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