Forum: Leben und Lernen
Sommerurlaub: Warum sechs Wochen Ferien für Lehrer fair sind
DPA

30 Urlaubstage am Stück, davon können die meisten Angestellten nur träumen. Für Lehrer wird dieser Traum jeden Sommer wahr. Arne Ulbricht ist sich dieses Privilegs bewusst, findet aber auch: Das ist angemessen so.

Seite 6 von 42
m82arcel 05.07.2018, 12:04
50.

Statt sich über die "Ferien" der Lehrer zu ärgern, sollte der "normale Angestellte" sich viel mehr darüber aufregen, dass er nicht von der seit Jahrzehnten steigenden Produktivität profitiert. Statt neidisch auf andere zu schauen, könnte man sich ja mal dafür einsetzen, dass die breite Masse der Bevölkerung mehr Lohn UND mehr Freizeit erhält - und zwar in spürbarem Ausmaß, statt nur in homöopathischen Dosen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Emma Fairfax 05.07.2018, 12:04
51.

Zitat von ryanh
Witzig ist, dass Herrn Arne Ulbricht noch so viel Zeit neben seinem eigentlichen Beruf als Lehrer bleibt, um sich dem aufwändigen Bücherschreiben und Autorendasein zu widmen!...
Auch Lehrer dürfen ein Hobby haben. Sie selbst nicht?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hallemami 05.07.2018, 12:05
52. Zeit nutzen für Fortbildungen und geplante OP's

Mich macht es wütend, dass die Sommerferien nicht (jedenfalls nicht in Brandenburg, soviel ich weiß) für Fortbildungen genutzt werden. Nein, diese müssen natürlich während der Schulzeit stattfinden.
Mein Mann operiert in einer großen Klinik fast täglich Knie. Im Rahmen der Anamnese muss er sie auch nach ihrem Beruf befragen (prüfen, ob stehende Tätigkeit). Das sind geplante OP's, die er vornimmt, bei denen die Patienten gefragt werden, ob ihnen der Termin passt. Im Anschluss findet eine dreiwöchige Reha statt. Er wurde in den ganzen Jahren erst von einer einzigen Patientin (Pädagogin) gefragt, ob der Termin nicht auch in den Sommerferien stattfinden könne, weil sonst ja so viel Unterricht ausfallen würde. Alle anderen Patienten, die Lehrer sind, wollten immer, dass die OP's außerhalb der Ferien stattfinden, so dass sie die Ferien zur freien Verfügung haben. Das spricht doch Bände...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Bondurant 05.07.2018, 12:05
53.

Zitat von berlinerluft76
... da viele Lehrer tatsächlich aus Mangel an Vergleichbarkeit mit der freien Wirtschaft glauben, ihr Leben/Job sei überdurchschnittlich stressig.
Das kann man nur unterstreichen. Im besonderen Maße gilt das auch im Vergleich zu kleinen Selbständigen, Handwerkern oder Freiberuflern. Die meisten Lehrer sind aufgrund ihrer Sozialisation (Elternhaus, Universität, Staatsdienst) gar nicht in der Lage sich vorzustellen, welchen Stress es bedeutet nicht zu wissen, was man im nächsten Jahr oder vielleicht sogar nächsten Monat verdient. Oder was es heißt, wirklich nicht krank werden zu dürfen, weil es niemanden gibt, der dann die eigene Arbeit macht. Das ist es, was man solchen Autoren immer ankreiden muss: der für andere Menschen so lebensqualitätsentscheidende wirtschaftliche Stress besteht für den Lehrer überhaupt nicht. Gehalt und Pension sind sicher. Man will ja nicht leugnen, dass es sicherlich keine besonders angenehme Tätigkeit ist, Berufsschullehrer in Berlin Wedding zu sein. Da gibt es aber auch Kollegen, die an Gymnasien im Sauerland unterrichten, da kann von Stress keine Rede sein. Insgesamt: wie man sich bettet, so liegt man, aber dass Lehrer im Verhältnis zu anderen ein besonders anstrengender Beruf sein sollte, der eine viel längere Urlaubszeit begründen würde: Legende.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spezialdm 05.07.2018, 12:06
54.

Zitat von berlinerluft76
Ich gönne dem Autor seinen Sommerurlaub. Selbst komme ich ursprünglich aus einer Lehrerfamilie - daher bin ich mit dem Wehklagen der Lehrerschaft wohl vertraut. Und darüber muss ich ab und an lächeln, da viele Lehrer tatsächlich aus Mangel an Vergleichbarkeit mit der freien Wirtschaft glauben, ihr Leben/Job sei überdurchschnittlich stressig. Liebe Lehrerschaft - nach einer Woche Projektmanagement in Endphasen mit 120h/Woche sprechen wir dann gerne nochmals. :)
Sorry wer meint 120h Woche zu arbeiten dem ist echt nicht mehr zu helfen. Wenn das noch in einem Angestelltenverhältnis passiert sollte man sich mal fragen was da schief läuft, dass man sich so ausnutzen zu lässt. Wegen der Kohle?
Außederm wer in eine Endphase so schufftet hat entweder kein gutes Zeitmanagement, ist ineffizient oder das Projekt war von Anfang an schlecht geplant

Beitrag melden Antworten / Zitieren
helmut_tholen 05.07.2018, 12:06
55. Anders?

Die Zeiten mögen sich geändert haben, aber ich kenne das nur so, daß mir bekanntere Lehrer wesentliche Teile der Ferien in der Schule oder am Schreibtisch vergraben zubringen.
Übrigens ist ein wesentlicher Teil des Lehrkörpers heutzutage fas prekär beschäftigt. Mit Glück von Schuljahr zu Schuljahr, aber arbeitslos in den Sommerferien, oder sogar nur von Halbjahr zu Halbjahr. Damit ist man dann (wie ich es auch bei Diplomdoktormeteorologen über zehn Jahre erlebt habe) schlicht nicht kreditwürdig.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
sikasuu 05.07.2018, 12:06
56. Die Mähr von 6 Wochen Sommer-URLAUB ist immer noch nicht vom Tisch!

Das ist erst mal "Unterrichts FREIE Zeit!" kein URALUB, oder liegen z.B. Hochschullehrer 2 x 3 Monate in den "Semesterferien" auf der faulen Haut, in der Sonne.:-)
.
Die letzte WOCHE ist in der Regel schon wieder Anwesenheitspflicht in der Schule. Stundenplan, Konferenzen, Nachprüfungen usw...
... und die "Klausuren, Vor & Nachbereitungen, die noch in der 1. Woche auf dem Schreibtisch liegen macht auch nicht der Hausmeister:-)
.
Genau so wie Lehrer NICHT einen "Halbtagsjob" haben, ab 14:00 haben die nicht frei, sondern können sich nur ihre Zeit frei einteilen, haben Lehrer "NICHT mehr Urlaub" als ein normaler Beamter, Angestellter im öffl. Dienst.
.
Die haben genau so die 30 Werktage/Arbeitstage (je nach Alter&Bundesland) wie alle anderen auch & im Jahresschnitt einen = >40, Std Woche, sehr oft, in bestimmte ungünstigen Fächerkombinationen auch sehr, sehr viel mehr!.
Es gibt genug Untersuchungen, Studien, Belege usw. in denen man das nachschauen kann.
.
Morgens Schule, nachmittags Tennis.... weiß ja jeder der mal in der Schule war & das waren ja alle:-( Aber SOLCHE Vorurteile halten sich hartnäckig.
.
Gruss Sikasuu
(KEIN Lehrer, weil mir die Arbeit zu
anstrengend & zu schlecht bezahlt war! :-)
.
Ps. Das Fort- & Weiterbildung, Kommisionsarbeit, Curriculaentwicklung, Förderpläne, Gutachten usw. auch in diese Zeit fallen... geschenkt... :-(,
.
Pps. Mas man(n) mit seiner Lady nach deren Pensionierung zum 1. Mal NACH > 40 Dienstjahren außerhalb der Schulferien gemeinsam Urlaub machen kann, ist auch ein weitgehend UNBEKANNTES Phänomen :-)

Beitrag melden Antworten / Zitieren
think12 05.07.2018, 12:06
57.

Beim Abiabschluss hat unser damaliger Klassenlehrer tatsächlich zugegeben, dass Lehrer wirklich nicht über Zeitmangel klagen dürfen. Er - wie gesagt - Gymnasiallehrer in Deutsch und Gecshichte. Nebenbei politisch hochengagiert bei den Grünen. Das politische Engagement hätte er mit einem anderen Beruf nicht leisten können. Ich denke auch, dass Lehrer einen extrem wichtigen und stressigen Job haben, aber den haben viele andere Berufsgruppen auch....

Beitrag melden Antworten / Zitieren
armi-nator 05.07.2018, 12:07
58. Wie schnucklig

"Im Lehrerberuf passiert ständig Unvorhersehbares. Allein die Erkrankung eines Kollegen kann dazu führen, dass man einen Kurs übernehmen muss und sich die wöchentliche Arbeitszeit von einem Tag auf den anderen erheblich verlängert"

Ich erlaube mir hierzu, anstelle eines Kommentars, *roflnd* unter dem Tisch zu liegen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tonalum 05.07.2018, 12:07
59. So lange

der Lehrerberuf ein Sammelbecken der Leistungsschwachen ist, so lange müssen diese Lehrer eben mit den berechtigten Urteilen der sie finanziernden arbeitenden Bevölkerung leben,
Nicht nur, daß er seine weiteren Ferien mal so eben vergessen hat. Er läßt auch die durch nichts zu rechtfertigende Alimentation durch den Beamtenstatus des überwiegenden Teils dieser Gruppe außer Acht.
Altersvorsorge auf Kosten dern Jungen Generation, eine nicht vorhandne Solidaität mit den aktuellen Rentnern, der Bezug von Beihilfe, die Versorgung der Angehörigen etc.
Es wird sich in Presse und Teekreisen über alles aufgeregt, nur über dieses überkommene System debattiert niemand. "Spiegel" was ist los? Etwa Beißhemmungen gegenüber dem eigenen Lehrerklientel?
Über die unsolidarischen Strukturen der gesetzlichen KV schreiben, aber außer Acht lassen, daß eben die jenigen, die dies zu verantworten haben sich durch Beihilfe in die Arme der privaten Kassen werfen.
Wenn man diese Lehrer-Beamte dann auf dieses hinweist bekommt man zur Antwort: Ist doch toll so, werde doch auch Lehrer. Was soll man dazu noch sagen? Ist doch toll so, raub doch auch ne Bank aus. Oder: Ist doch toll so, verkaufe doch auch Drogen.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 6 von 42