Forum: Leben und Lernen
Spickzettel 4.0: Streit um Schummel-Uhren
AFP

Lehrer vs. Technik: Firmen haben eigens Uhren mit Mini-Computern entwickelt, die Schülern beim Spicken helfen sollen. Die "cheating watch" hat einen besonderen Clou - und sorgt in Großbritannien für Ärger.

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mat_1972 07.03.2016, 10:29
1.

Zitat:
"Es geht in Prüfungen nicht mehr darum, alles auswendig zu wissen. Es geht darum Begründungen zu kennen, Zusammenhänge zu verstehen und Lösungen zu finden."

Ja, genau das ist das Problem. Die Maßstäbe an die Schüler sind die, einer modernen Welt im Jahr 2016.... aber die Wissenvermittlung und die Art und Weise wie dieses abgefragt und vermittelt wird ist oft aus dem vorletzten Jahrhundert.

Ist es echt so schwierig einfach mal ein paar sinnvolle Reformen auf den Weg zu schicken? Muss wohl.

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noalk 07.03.2016, 10:30
2. falsche Verantwortliche

"Die Empörung richtet sich dabei allerdings mehr gegen die Firmen, die solche "cheating watches" anbieten, als gegen die Prüflinge selbst." --- Genau das ist der falsche Ansatz. Verantwortlich für den Gebrauch ist selbstverständlich und ausschließlich der Anwender. In unserer Gesellschaft greift es immer mehr um sich, anderen die Schuld zuzuschieben.

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hsimpson 07.03.2016, 10:31
3.

Bei uns an der Uni geht man teilweise so weit, dass man jegliches Uhrentragen bei Prüfungen verbietet - und zwar zurecht. Eigiege Smart-Watches kann man nämlich nur bei sehr genauem Hinsehen von einer normalen Uhr unterscheiden. Sehr nervig, wenn man bei Zeitdruck gerne eine Uhr vor sich hat...

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jonashof 07.03.2016, 10:37
4. Kontext statt Content

Mit universellem Zugang zum Internet und somit dem gesammeltem Wissen der Menschheit ist das schlichte Auswendiglernen und Niederschreiben schon lange keine vernünftige Prüfungsmethode mehr.
Das Erkennen von Zusammenhängen und das Finden eines Lösungsweges unter Zuhilfenahme gegebener Informationen wäre wesentlich sinnvoller und wertvoller für den Schüler / Studenten.
Aber das wäre zu aufwendig zu prüfen und passt nicht in den antiquierten Lernstil eines immer älter werdenden Lehrerstabs.

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marthaimschnee 07.03.2016, 10:41
5.

Auch hier ist inzwischen nur noch Wettrüsten angesagt. Ich hab jüngst mit einem Kollegen für seine Technikerprüfung geübt, da sind Rechenaufgaben drin, da stellt sich mir als Ingenieur die Frage, ob die noch ganz dicht sind. Ich hab zu einer Zeit studiert, als die ersten grafikfähigen Taschenrechner aufkamen (waren damals in der Prüfung weitestgehend verboten), bei den heutigen Prüfungen, gerade Mathe und Physik, braucht man sowas zwingend, um überhaupt eine Chance zu haben. Da wird auf die technische Entwicklung mit einer Verkomplizierung der Aufgaben gekontert. Stattdessen könnte man auch einfach prüfen, ob das Verständnis für die Lösung da ist, das kann man nämlich nicht herbeimogeln, aber das ist heute ja viel zu aufwendig. Beim Runterbeten von gelernten (und danach gleich wieder vergessenen) Fakten ist Betrügen natürlich heute einfacher denn je.

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dermirko 07.03.2016, 10:44
6. na und

Ich unterrichte an einer Uni: auch wenn ein Student solche Uhren nutzt, wird das nicht helfen bei der Prüfung. An Schulen, wo man auswendig lernen muss, einfach verbieten.

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mr.andersson 07.03.2016, 10:49
7.

Zitat von mat_1972
Zitat: "Es geht in Prüfungen nicht mehr darum, alles auswendig zu wissen. Es geht darum Begründungen zu kennen, Zusammenhänge zu verstehen und Lösungen zu finden." Ja, genau das ist das Problem. Die Maßstäbe an die Schüler sind die, einer modernen Welt im Jahr 2016.... aber die Wissenvermittlung und die Art und Weise wie dieses abgefragt und vermittelt wird ist oft aus dem vorletzten Jahrhundert. Ist es echt so schwierig einfach mal ein paar sinnvolle Reformen auf den Weg zu schicken? Muss wohl.
Wie will man die Zusammenhänge und Begründungen verstehen, wenn man nicht mal das Grundwissen auswendig kann?

Das Problem ist eher, dass einige Leute nicht mehr einsehen wollen, dass Grundlagen im Kopf sein müssen, bevor man die vertiefenden Dinge durch zu Hilfenahme von weiterführender Literatur selbst erarbeiten kann.

Die Fähigkeit sich zu einem bestimmten Zeitpunkt bestimmten Wissen abrufbar anzueignen ist nie veraltet, sondern schon immer die Grundlage für Verständnis.

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ed_tom_bell 07.03.2016, 10:49
8. Was man auf dem Zettel hat...

Ich muss gestehen, dass ich mir früher, in der Schule, auch ein paarmal Spickzettel gemacht habe. Das war auch sehr effektiv, denn alles was ich auf den Zetteln hatte speicherte sich beim Verfertigen der Zettel auch in meinem Kopf, so dass ich die Zettel gar nicht mehr brauchte. Leider dennoch keine Win-Win-Situation, denn die Zettel erwiesen sich oft als unvollständig.

Die Moral von der Geschicht: Auch Betrügen will gelernt sein und kann lehrreich sein, vor allem wenn man sich selbst betrügt. Vielleicht hat unser Freiherr zu Googleberg ja eine ähnliche Lektion gelernt.

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keksguru 07.03.2016, 10:50
9. Laßt doch den Dingen ihren Lauf

solange das keine Medizinstudenten sind... von einem Mediziner würde ich schon perfektes Wissen erwarten, aber ein Jurist, ein Physiker oder Informatiker lernt doch oft am Berufsleben vorbei. Und speziell in der Schule lernen wir so viel Mist den 10 Jahre später niemanden mehr interessiert und selbst so macheer Uni-Kurs ist ein wenig überfrachtet. Warum also nicht für Stoff, der in einem Jahr wieder vergessen ist, nicht ein wenig nachhelfen dürfen? Unsere Gesellschaft ist geil auf Diplome, also muß die Maschinerie am Laufen gehalten werden.

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