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Sprachhygiene: Englische Schule schafft slangfreie Zonen
Corbis

Mit umgangssprachlichen Schludereien soll Schluss sein: Eine Schule in London hat Zonen für angemessenes Englisch geschaffen, dort dürfen die Schüler nicht mehr "cos", "like" und "innit" sagen.

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woodstocktc 16.10.2013, 16:05
1. denn jeder etymologe kann bestätigen

das sich sprachentwicklung durch verbote künstlich aufhalten lässt. not.

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prüderiegegner 16.10.2013, 16:22
2. Orden für Bildungsresistenz?

Zitat von sysop
Und der Satz "Gestern war ich Schule" wird allgemein als richtig anerkannt - auch wenn Präposition und Artikel fehlen. Wiese kämpft dafür, daß der Slang als Dialekt anerkannt wird.
Na prima, dann bekommen besonders bildungsresistente Zeitgenossen demnächst vermutlich noch Orden verliehen...

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McBline 16.10.2013, 16:25
3.

Zitat von sysop
"Gestern war ich Schule"
Und morgen geh' ich Arbeitsamt...

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Blue0711. 16.10.2013, 16:26
4. Gute Übung

Jeder, der seine eigene Sprache bewusst beobachtet, weiß, dass man sich immer passend zur Umgebung anders ausdrückt.

Da ist es nur logisch, dass eine Schule hierauf Wert legt. Sie soll die Kinder ja schließlich aufs Berufsleben vorbereiten.

Es geht ja nicht darum, den Kindern ihre Sprache zu verbieten, sondern darum, ihr Spektrum der Ausdrucksfähigkeit zu verbessern.

Insofern ist das nicht der Aufregung wert, sondern notwendig.

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Tiananmen 16.10.2013, 16:31
5.

Zitat von woodstocktc
das sich sprachentwicklung durch verbote künstlich aufhalten lässt. not.
Schöner Beweis: das sich sprachentwicklung. Dass/das Schwäche und keine Vorstellung von Gross/Kleinschreibung. Der Rest...

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Tiananmen 16.10.2013, 16:34
6.

Zitat von McBline
Und morgen geh' ich Arbeitsamt...
Ich verstehe, was Sie meinen: "gestern war ich schule, heute geh´ich arbeitsamt, morgen werd´ ich hartz4, gaile sache, alter."

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Layer_8 16.10.2013, 16:38
7. Aufs Berufsleben...

Zitat von Blue0711.
Jeder, der seine eigene Sprache bewusst beobachtet, weiß, dass man sich immer passend zur Umgebung anders ausdrückt. Da ist es nur logisch, dass eine Schule hierauf Wert legt. Sie soll die Kinder ja schließlich aufs Berufsleben vorbereiten. Es geht ja nicht darum, den Kindern ihre Sprache zu verbieten, sondern darum, ihr Spektrum der Ausdrucksfähigkeit zu verbessern. Insofern ist das nicht der Aufregung wert, sondern notwendig.
...hat mich meine Schule in BaWü damals aber nicht vorbereitet. Wir konnten trotzdem alles außer hochdeutsch. Vielleicht hilft für gepflegte Ausdrucksweise in der Muttersprache auch das Erlernen einer Fremdsprache. In jeder Schule.

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Nania 16.10.2013, 16:43
8.

Zitat von Blue0711.
Jeder, der seine eigene Sprache bewusst beobachtet, weiß, dass man sich immer passend zur Umgebung anders ausdrückt. Da ist es nur logisch, dass eine Schule hierauf Wert legt. Sie soll die Kinder ja schließlich aufs Berufsleben vorbereiten. Es geht ja nicht darum, den Kindern ihre Sprache zu verbieten, sondern darum, ihr Spektrum der Ausdrucksfähigkeit zu verbessern. Insofern ist das nicht der Aufregung wert, sondern notwendig.
Sie übersehen hier etwas: es geht nicht, wie so häufig im Deutschen kritisiert, um neue Wörter oder um Kraftausdrücke, sondern - wie im Artikel geschildert - vor allem um Wortabkürzungen und Zusammenfügungen zweier Wörter ('cos und innit).

Vergleichbarer wäre es damit, dass viele Menschen heute sagen: "Der Baum verliert Blätter, weil es ist Winter". Ja, das ist falsch. Und das wird falsch bleiben. Aber alle nutzen es. Ich rege mich darüber nicht mehr auf, das ist es nicht wert. Die gerade zu sklavische Einhaltung aller grammatikalischen Regeln - wir treffen uns dann bei den Konjunktiven wieder, okay - ist nicht, was man im lebenden Raum "Sprache" machen muss.

Wenn man "Alter" auf dem Schulhof verbieten möchte, ist das was anderes, als eine Wortabkürzung oder eine Zusammenfügung zu verbieten.
Das ist alber und zeugt von einer Grundhaltung, die absolut lächerlich ist.

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Tiananmen 16.10.2013, 16:52
9.

Da irrt sich die Frau Wiese, wenn sie denkt, Slang und Dialekt hätten etwas miteinander zu tun. Beim Mittagessen letzte Woche informierte mich ein befreundeter Handwerksmeister, dass er einem seiner Auszubildenden kündigen werde. Grund: extreme Schwierigkeiten seinen Migrationsslang zu unterdrücken, obwohl er in Deutschland geboren ist. Mit einem Dialekt (selbst sächsisch) wäre ihm das nicht passiert. "Den kann ich doch nicht auf meine Kunden los lassen. Kein Mensch lässt den alleine in seiner Wohnung arbeiten!". Fazit: Sprache lebt nicht isoliert vom restlichen Leben.

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