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Sprachunterricht: Warum deutsche Schüler und Studenten kein Chinesisch mehr lernen
DPA

Nur 5000 Schüler in Deutschland lernen Chinesisch. Nach einem vermeintlichen Boom stagniert die Zahl seit Jahren. Experten kritisieren: "Wir überlassen die Deutung alles Chinesischen den Chinesen."

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jula75 27.10.2018, 20:28
100. Lehrer?

Das Problem, vor dem eine Schule steht, an der es das Fach Chinesisch gibt oder fortan geben soll, ist das Einstellen von Lehrern, die ein 2. Staatsexamen in Chinesisch + x vorweisen können.

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Anthrophilus 27.10.2018, 20:33
101. Kein so ganz großes Kunststück ...

Zitat von ruhrpottsonne
Ich könnte einen ganzen Roman mit Begründungen füllen, aber möchte mich kurz halten. Wieviele Menschen in Deutschland kennen Sie persönlich, die es vom Hilfsarbeiter zum Fabrikbesitzer und Multimillionär geschafft haben? In meinem privaten chinesischem Addressbuch komme ich locker auf über 30.
... wenn man im absolut flachen riesigen Land, durch plötzlichen Systemwechsel, als Parteimitglied Produktionssysteme und Produkte aus dem Ausland kennenlernen kann. Wenn dann die Administration wohlwollend behilflich ist, wird aus einer Ameise in der Technologiewüste (das richtige Parteibuch vorausgesetzt) leicht ein Millionär, zumal im Inland Milliarden Konsumenten mit unterversorgten Haushalten bereitstehen und zusätzlich das Ausland auf Billigstartikel durch Billiglöhne reinfällt. In den USA entstanden die meisten großen Vermögen auch zu Beginn ihrer industriellen Entwicklung, aber werden Sie heute mal Millionär in den USA. Und - was wollen Sie zur Millionärswerdung in Deutschland noch neu gründen, wenn jede klitzekleine Geschäftsidee 100 Nachahmer findet sobald sie nur ansatzweise Erfolg hat. Kurz: Sie vergleichen hier Äpfel mit Birnen ...

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bollocks1 27.10.2018, 21:36
102. Im Berufsleben heisst das...

...das deutsche Firmen die mit chinesischen Firmen handeln oder dort Niederlassungen haben, zwangsläufig vermehrt Chinesen enstellen - und dann von hinten bis vorn beschissen werden.

Deutschland ist fremdsprachlich Entwicklungsland. Selbst due vermeintlich grossen Sprachen Englisch, Französisch und Spanisch werden hier nur unzureichend gelehrt, da viel zu wenig native Lehrer vorhanden.

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deffnull 27.10.2018, 21:40
103. Wofür?

Vielleicht erklärt uns der Autor mal, wofür man jahrelang eine echt sauschwere Sprache lernen sollte, die EIN Land am A. der Welt spricht? Weil davon auszugehen ist, dass man später dort arbeiten wird? Eher nicht. Weil die Chinesen in Europa einfallen werden? Wohl auch nicht. Weil man dort mal Urlaub machen möchte? Vielleicht. Aber dann tuts auch Englisch.
Bevor man also solche Artikel schreibt, Gehirn einschalten. Please!

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hansfrans79 27.10.2018, 21:48
104.

Zitat von thomas.wenzel
Mein Chinesisch recht gerade dazu, von irgendeinem Punkt zum Hotel zu kommen. Aber weil ich die letzten 15 Jahre viele Projekte mit Chinesen in China gemacht und Kontroversen durchgestanden habe, nächtelang mit Geschäftspartnern über Christus versus Konfuzius diskutiert habe, in Englisch, glaube ich wirklich zu was Chinesen in welchem Moment denken. Dazu war es wirklich nicht notwendig, die Sprache zu lernen. Und im Rückblick: weil man es damals für notwendig hielt musste ich (heute 60) intensiv Latein (inklusive großen Latinum) und Französisch lernen. Was für eine Verschwendung! Gottseidank musste ich damals nicht spanisch lernen, was man damals für eine Zukunft Sprache hielt. Und um eine Sprache wirklich zu beherrschen muss man zum Beispiel die Ironie erkennen, wenn jemand eine knapp danebenliegende Sprachebene verwendet. Ist heute in Englisch unabdingbar – aber neun Jahre Gymnasialenglisch reichen dafür nicht.
Auch Sie haben nur einen sehr. sehr kleinen Teil der Chinesen kennengelernt auf Ihren Businesstrips.
Und wenn Sie dann ernsthaft über nichts relevanteres als Christus gegen Konfuzius diskutiert haben, ist anzunehmen, dass Ihre Weitsicht nicht ganz auf der Höhe ist.
Es geht nicht immer nur darum, eine Sprache „wirklich“ in allen Nuancen zu lernen, sondern darum, dass eine stagnierend geringe Zahl von Schülern eine ordentliche Grundlage in chinesischer Sprache erhalten.

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markus_wienken 27.10.2018, 21:52
105.

Zitat von spon-facebook-10000154386
Ich hatte Französisch in der Schule, vollkommen sinnlos, braucht man nie wieder im Leben, genau wie Russisch. Chinesisch ist sehr sinnvoll, schade.
Große Teile des Außenhandels wickelt Deutschland mit Frankreich ab, insofern ist französisch nun wirklich nicht unsinnig, zumal viele Franzosen - leider auch im Geschäftsleben - nur widerwillig englisch sprechen.

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markus_wienken 27.10.2018, 21:55
106.

Zitat von MisterD
Englisch ist Weltsprache Nr. 1. Französisch, Spanisch und Italienisch sind unserer Sprache relativ nahe und lassen sich in 5 bis 6 Schuljahren realistisch und halbwegs alltagstauglich erlernen. Das können Sie mit Chinesisch vergessen. Zumal Sie dafür Muttersprachler brauchen... Wenn Sie da einen Sinologen hinstellen, der die "5 Töne" nicht von Kindheit an gelernt hat, können Sie es vergessen. Der bringt den Schülern mehr Falsches als Sinnvolles bei...
Bei entsprechendem Engagement und Lehrplan lässt sich jede Sprache innerhalb von 5-6 Jahren lernen, auch Chinesisch.
Ein Muttersprachler als Lehrer ist in jeder Sprache sinnvoll aber nicht zwingend notwendig. Zum Verständigen reicht auch ein "normaler" Lehrer aus, den letzten Schliff bekommt man dann aber natürlich nur mit Muttersprachlern hin...ist aber in anderen Sprachen jenseits des Chinesischen auch nicht anders.

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Karl Heinz Klaus 27.10.2018, 23:33
107.

Zitat von markus_wienken
Bei entsprechendem Engagement und Lehrplan lässt sich jede Sprache innerhalb von 5-6 Jahren lernen, auch Chinesisch. Ein Muttersprachler als Lehrer ist in jeder Sprache sinnvoll aber nicht zwingend notwendig. Zum Verständigen reicht auch ein "normaler" Lehrer aus, den letzten Schliff bekommt man dann aber natürlich nur mit Muttersprachlern hin...ist aber in anderen Sprachen jenseits des Chinesischen auch nicht anders.
Kurz: Nein.

Um chinesisch (Sprache und Schrift) als Europäer auf dem gleichen Level wie Englisch oder Spanisch zu sprechen, benötigt man ca. 3-5 mal so lange. Die meisten Expats lernen es nie. Grund ist die für uns völlig andere Struktur der Sprache und tausende Schriftzeichen.

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Thomas Schröter 27.10.2018, 23:34
108. Denk- und Lernfaulheit der Frankfurter Schule unter Bestzungsregime

Zitat von ollifast
Für einen Mitteleuropäer dürfte Chinesisch vor allem eines sein: Ganz viel Lernen. Wer es mag und auf Bilder reflektiert, gerne. Die Leute werden gebraucht. Die Frage ist aber: Passt diese Sprache zu unserer Denkweise ? Für die Chinesen dürfte es Fluch und Segen zu gleich sein, hat sich schon mal jemand überlegt, warum es z.B. kaum chinesische Software gibt ? Meine bescheidene Meinung ist, dass die hierarchische Denke der indogermanischen Sprachen bei uns von Kindesjahren an im Kopf verankert ist und wir dazu neigen, alles auseinanderzunehmen und überall zu eine Ursache zu suchen. Wenn was schiefläuft: "wer oder was hat Schuld". Das ist im Prinzip auch das Vorgehen in den gesamten MINT Fächern. Weniger auswendig lernen, viel verstehen, aber auch viel grübeln. Vielleicht sind Chinesen mit der ganzheitlichen Betrachtungsweise glücklicher, das kann ein Segen sein. Aber mit der Entwicklung einer Softwarearchitektur tun sie sich umgekehrt schwer.
In der von Klafki geprägten Frankfurter Schule der Pädagogik, ging es wohl auf Vorgabe alliierter Richtlinien des Militärrats, darum den Barbarismus zu überwinden und nicht um etwas zu lernen sondern mit fehlerhafter Anlehnung an Jerome Bruner um das Aufnehmen der generellen Prinzipien.
Damit wurde und wird eine eklatante Denk- und Lernfaulheit induziert, die es in der Regel kaum zuläst alternative Denkstrukturen, wie sie nunmal zum Erwerb des Chinesischen notwendig sind, adaptieren zu wollen. Im Digitalzeitalter droht zudem die digitale Demenz unmittelbar nach der Geburt einzusetzen.
So ist denn auch nicht verwunderlich, daß chinesische Studenten in Deutschland oft wesentlich fleissiger Lernen als die deutschen Kommilitonen.
Die Länderstrukturen wurden nach dem zweiten Weltkrieg gezielt gerade im Hinblick auf die Bildungspolitik so gewählt, das ein erneutes Erstarken Deutschlands weitgehend ausgeschlossen werden konnte. Bis heute sind die Bildungsministerien deshalb mit durchweg reformunfähigen Ministerialbeamten erstarrt, die es nahezu jedem ambitionierten Buildungsminister Reformen fast unmöglich machen.
Das erklärt im wesentlich die starke soziale Distinktion des deutschen Buildungssystems. Entweder man bekommt aus bildungsnahen Haushalten und erwirbt dort effektive Lern- und Selbstregulationsstrategien oder hat einen weit überdurchschnittlichen generellen Faktor der Intelligenz. Alle anderen fallen hinten runter.

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Newspeak 28.10.2018, 02:25
109. ....

"Das Bild Chinas in der deutschen Öffentlichkeit wird seiner Bedeutung für die Weltwirtschaft des 21. Jahrhunderts nicht gerecht."

Es geht aber nicht immer nur um Wirtschaft. Warum die Sprache einer Diktatur lernen? Die Chinesen haben, solange sie eine Diktatur sind, kulturell absolut nichts zur Menschheit beizutragen.

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