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Streit am Max-Delbrück-Centrum: Wie ein Patentstreit zwei junge Wissenschaftler die U
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Es geht um ein Patent, viel Geld und die Existenz: Ein Doktorand und ein Postdoc beschweren sich am Max-Delbrück-Centrum mehrfach über einen renommierten Krebsforscher. Jahre später sind die Fronten verhärteter denn je.

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Weltfinanzexperte 21.01.2019, 11:34
1. "Es wird zu 90% vom Bund und zu 10% vom Land Berlin finanziert."

Damit sollte der Fall doch klar sein.

Es ist eben kein privatwirtschaftliches Unternehmen. Dann sollten die Ergebnisse auch den Steuerzahlern zugute kommen. Patenteinnahmen könnten mit Beiträgen zur Pflegeversicherung o.ä. verrechnet werden.

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saprebupad 21.01.2019, 11:37
2.

Das sich Professoren die Arbeit ihrer Zöglinge aneignen obwohl deren Anteil daran meistens bei 0%, bestenfalls bei vlt 10% durch Ratschläge bestand, ist gang und gebe. Leider. Gemacht wird natürlich nichts dagegen von politischer Seite, will man sich doch nicht mit sämtlichen deutschen Professoren anlegen.

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Knuffelbeest 21.01.2019, 11:49
3. Warum Martin L. aber die anderen mit vollem Namen?

Uebrigens eine Kleinigkeit, den Namen herauszufinden: Einfach Oden und Marino bei Pubmed eingeben, findet man sofort die entsprechenden Artikel.

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kayakclc 21.01.2019, 11:50
4. Schwieriges Thema

Klar findet im Wissenschaftsbereich immer wieder Missbrauch von Dokoranden und PostDocs statt. Da werden Ideen geklaut und als eigene ausgeben, was ein Verstoß gegen gute Wissenschaftliche Praxis darstellt, zu der sich alle DFG geförderten Einrichtungen und Universitäten verpflichten. An Universitäten und Forschungsinstituten gehört ein Patent nicht alleine dem Erfinder, wenn Patente während der Arbeitszeit und mit den Mitteln des Forschungsinsituts/Universität entwickelt werden. Das sind typsche 70% für die Institution und 30% für die Erfinder, für die natürlichauch der Urheberschutz greift. Schwierig wird es, bei Doktoranden den Anteil an der Erfindung genau zu bemessen. Einerseits hat eine Person einmal einen Geistesblitz gehabt. Nur man darf nicht vergessen, die 50 male vorher, der Doktorand auch einen "Geistesblitz" hatte, der dann zu nichts führte, und der Betreuer in vielen Gespräche erklärt hatte, warum das so ist. Einzelne Personen agieren in der Forschung nicht alleine, sondern im Team. Da tragen viele Leute zu einem Umfeld bei, in der sich eine Idee entwickelt. Es ist ja nicht so, dass Doktoranden 3 Jahre zu Hause im stillen Kämmerlein im Elfenbeinturm vor sich hin kochen, und dann eine fertige Promotion plus Patent abliefert. Dann wäre 100% Urheberschaft mit alle Einnahmen gerechtfertigt.

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p.l.breitenstein 21.01.2019, 11:50
5. Leider ist derartiges oder ähnliches Verhalten weit verbreitet.

Ist ist eine Schande, dass die offiziellen Stelln nichts unternehmen. Auch in der Max-Planck-Gesellschaft stinkts gewaltig - wir gewohnt vom Kopf her. Wer im Netz nach wissenschaftalsbeute sucht findet interessante Artikel über Misstände und Fehlrverhalten bei der MPG. Es schaudert einen, wenn man bedenkt, dass dies alles der Stuerzahler finanziert.

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Normaler Wutbürger 21.01.2019, 11:53
6. Verstehe ich nicht ganz

Wenn der Jungwissenschaftler sich am Anfang mit den Prozenten auseinandergesetzt hätte, dann wäre dass doch so wie ich das sehe gar nicht eskaliert.
Er hat sich halt über den Tisch ziehen lassen. Und am Ende des Tages ist es trotz vermeintlicher "böswilligkeit" anderer auch seine Schuld.

Nachvollziehen ob sein Arbeitsgruppenleiter geholfen hat, und wenn ja wieweit, oder nicht kann im nachinein wohl keiner.

Da mag Dummheit, Unerfahrenheit oder Naivität mit im Spiel sein. Aber als Wissenschaftler, jung oder alt, sollte man trotzdem in der Lage sein genau zu überdenken und zu verstehen was man verbindlich unterschreibt.

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cs9 21.01.2019, 11:54
7. Wie ein Patentstreit einer jungen Kunstturnerin das Leben kostete

So sollte der Artikel anfangen.
Wenn das alles so stimmen sollte, dann hätten 2016 vermutlich schon Studien stattfinden können. Eine 2016 knapp 15jährige könnte dann vielleicht noch leben oder immer noch auf eine lebenswerte Zeit hoffen. Das junge Mädchen lag mit unserer krebskranken Tochter auf der onkologischen Kinderstation. Sie ist elend eingegangen mit Metastasen in der Lunge. Ein schrecklicher Tod war das...mit Schmerzen und Atemnot.

Unsere Tochter ist aktuell wieder mit ihrem Ependymom in Behandlung. Wie man uns sagte, geht es ab jetzt nur noch um Palliativbehandlung. Wie sieht es da aus? Irgendjemand unterwegs in der Wissenschaft, der unserer lebenslustigen und tapferen Tochter die Rettung vorenthält? Wir hätten hier eine Vierjährige, die gerne weiter dabei wäre.

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spmc-128066580216679 21.01.2019, 11:56
8. Es ist schade,

aber wenn es um Ruhm und Geld (sehr oft in dieser Reihenfolge) geht, dann zeigt sich das wahre Gesicht des PI (principal investigator). Bei einem start-up Kurs, an dem ich teilnahm, ging es auch speziell ums Patentrecht und wem was gehört. Das ist alles recht schwierig und je nach Anstellung gibts starke Unterschiede mit vielen Graustufen, aber dementsprechend auch sehr viel Verhandlungspotential. Im Prinzip gehört jeder deiner Gedanken der Uni ;-) Uns wurde geraten, auf jeden Fall von Anfang an (!) mit einem Patentanwalt die Bedingungen auszuhandeln und erstmal nichts alleine zu unterschreiben. Dem Institut/ der Uni geht es darum, die Grundlagenforschung in die Applikation zu bringen, auch unter suboptimalen Vertragsbedingungen mit der Wirtschaft. Dem PI geht es darum, möglichst viel vom Ruhm und Geld abzubekommen. Da bleibt dann nicht mehr viel übrig für den armen Doktoranden, der 4-5 Jahre seiner besten Lebenszeit bis zum umfallen geschuftet hat.
Wieviel dann ein Ombudsmann noch helfen kann, der auch auf den guten Willen der Vorgesetzen angewiesen ist, kann ich nicht beurteilen. Da es immer viel um Ansehen geht, kann der oeffentlich Druck, inititiert durch Medien, wahrscheinlich am meisten bewirken.

MfG
Ein Postdoc

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spmc-125500292630770 21.01.2019, 11:58
9.

Das Wissenschaftssystem ist hierarchisch und höchst ausbeuterisch angelegt. Der Mittelbau (Doktoranden und Post Docs) sind absolut abhängig von dem betreuenden Professor/in. Da wird nicht nur der Name bei Papern und Forschungsarbeiten hinzugesetzt obwohl lediglich die Mittel (das Geld) dafür eingeworben werden, sondern auch bei rein theoretischen Arbeiten, an denen der/die Betreuer/in rein gar nichts beigesteuert hat. Mein Doktorvater hat mich damals kontrolliert, beschimpft, meine Arbeit an sich gerissen und Überstunden zur Regel gemacht, weil er wegen seines Nebenjobs (Übernahme einer Vorlesung an einer anderen Uni) zusätzlich Geld verdienen wollte, dann aber weniger Zeit hatte. Geholfen hat niemand, es gibt keine Beschwerdestelle, keinen Personalrat wie in der Wirtschaft. Ausbeutung auf Intellektueller, mentaler und physischer Ebene werden gefördert. Am Ende hat bei mir ebenfalls nur der Wechsel in die Wirtschaft geholfen.

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