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Streit um Freizügigkeit: EU setzt Erasmus-Programm für Schweizer Studenten aus
DPA

Schweizer Studenten dürfen in diesem Jahr nicht am Austauschprogramm Erasmus teilnehmen. Die EU hat die Verhandlungen darüber ausgesetzt - aus Ärger über den Volksentscheid zur begrenzten Freizügigkeit.

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madmax9999 02.03.2014, 15:58
70. Glauben sie mir

Zitat von sehrsauer
dass irgendein Mensch diesen Schritt für sinnvoll hält. Da sitzen die alten Schweizer in ihren Bergdörfern und könnten künftig ersetzt werden von einer Generation Jugendlicher, die mit Internationalität im Internet und Studium aufgewachsen wären - nein, obwohl bekannt ist, dass Austauschprogramme Toleranz fördern, verbieten wir aus Wut über Intoleranz genau das! Dumm!
die Schweizer Jugendlichen werden mit Internationalität im Internet und im Studium aufwachsen. Es gibt auch andere Möglichkeiten im Ausland zu studieren als Erasmus. Und was das Internet angeht mache ich mir mehr Sorgen um die deutschen Jugendlichen. In der BRD ist ja die Versorgung mit "schnellem Internet" nicht gerade berauschend vor allem ausserhalb der grossen Zentren. Im int. Vergleich ist die BRD nicht auf den Spitzenplätzen zu finden. Es soll sogar noch Gebiete geben, wo kein Internetanschluss erhältlich ist. In der Schweiz hingegen ist die Internet-Grudnversorgung ein einklagbares Grundrecht.

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roman_sh 07.03.2014, 20:02
71. Die verschwiegenen Hintergründe

Die EU hat die in letzter Sekunde vor Abschluss des Abkommens, den Beitrag der Schweiz an die EU verdoppelt. Daher kam es zu Verzögerungen und Abwägungen des Bundesrates, das Abkommen nicht zu unterzeichenen. Nach dem umstrittenen Schweizer Votum über die eigenständige Steuerung der Zuwanderung setzte die EU die Verhandlungen mit der Schweiz aus. Ob das Abkommen bei einer Ablehnung der Einwanderungsinitiative zustande gekommen wäre, ist wegen der EU-Rosinenpickerei höchst fraglich.

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caliper 07.03.2014, 22:32
72.

Zitat von madmax9999
würde den Kopf schütteln was man mit seinem guten Nahmen anstellt. Na was solls, dann beteilligt sich die Schweiz eben nicht nehr daran na und. Dann müssen die klammen EU-Staaten zuerst mal die 4 Mia., die von der Schweiz bezahlt worden wären, auftreiben. Die Schweiz wird halt die 4 Mia. in andere Projekte investieren. Ich glaube es sind von diesem Entscheid mehr EU-Studenten und -Universitäten betroffen als Schweizer. Und wer ein Auslandssemester machen will hat es jetzt ein wenig schwieriger das was dann auch schon.
Das ist genau das was zu befürchten war. Und leider denken Politiker grösstenteils ähnlich.
Es geht hier nicht mehr um die Maximierung des Nutzens beider Vertragsppartner und noch nicht einmal mehr um die Minimierung des eigenen Schadens sondern man freut sich diebisch wenn der Schaden des jeweils anderen grösser ist als der eigene.

Ein Schadensmaximierungswettbewerb.

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Luscinia007 07.03.2014, 23:27
73.

Zitat von roman_sh
Die EU hat die in letzter Sekunde vor Abschluss des Abkommens, den Beitrag der Schweiz an die EU verdoppelt. Daher kam es zu Verzögerungen und Abwägungen des Bundesrates, das Abkommen nicht zu unterzeichenen. Nach dem umstrittenen Schweizer Votum über die eigenständige Steuerung der Zuwanderung setzte die EU die Verhandlungen mit der Schweiz aus. Ob das Abkommen bei einer Ablehnung der Einwanderungsinitiative zustande gekommen wäre, ist wegen der EU-Rosinenpickerei höchst fraglich.
Für Lifelong Learning Program, von dem alte Erasmus 2009-2013 ein Teil war, hat die EU 7 Mrd. Euro im Haushalt eingestellt. Die Schweiz hat anteilig gezahlt.
Das neue Erasmus+-Programm 2014-2020 ersetzt nicht das alte Erasmus, sondern das Lifelong Learning Program. Und für Erasmus+ hat die EU 14 Mrd. in den EU-Haushalt eingestellt.
Da ist es doch selbstverständlich, dass sich der Anteil, den die Schweiz beisteuert, analog erhöht.

Jetzt ist es nun mal so, dass die EU die Beiträge ihrer Mitgliedstaaten in Relation zum BIP einfordert.
Warum sollte es da bei der Schweiz, die Vollmitglied beim Erasmus-Programm sein wollte, andere, niedrigere Kriterien, sogenannte Rosinen, zulassen.

Das BIP der Euro-Zone beträgt knapp 13 Bio. EUR, und die EU stellt 14 Mrd. für Erasmus+ bereit.
Das BIP der Schweiz beträgt 590 Mrd. CHF, und die Schweiz sollte 450-500 Mio. CHF bereitstellen.
Das mag zwar eine Steigerung sein, weil das gewählte EU-Parlament den Etat für Erasmus erhöht hat (wobei sich die Schweiz freiwillig entschieden hat, an der Entscheidungsfindung nicht teil zu haben), aber die Summe, die von der Schweiz gefordert wurde, ist definitiv nicht überproportional. Im Gegenteil.

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