Forum: Leben und Lernen
Streit um Inklusion: Kinder, das wird teuer
DPA

Inklusion finden alle super. In NRW allerdings ist um die Teilhaben behinderter Kinder ein hässliches Gezänk entbrannt: Weder Land noch Kommunen wollen richtig Geld ausgeben. Das Gezerre um die Rechnung drängt das Ziel in den Hintergrund.

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angst+money 12.02.2014, 08:28
1.

Das ist natürlich ein wichtiges Thema, trotzdem - oder gerade deswegen - sollte man vorher seriös rechnen und nicht den üblichen Zweckoptimismus verbreiten. Sonst kriegen es (durch die 'öffentliche Meinung') nachher die auf den Deckel, denen man eigentlich helfen will. Ich sehe schon Plakate wie in der Schweiz vor mir....

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Illya_Kuryakin 12.02.2014, 08:31
2. optional

Inklusion finden alle super... So lange es nicht die eigenen Kinder betrifft, gell?

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fredadrett 12.02.2014, 08:34
3. Wurzel anfassen

Wie immer wird an den Symptomen laboriert statt die Wurzel anzugehen.
Ein Teil des Geldes sollte man viel lieber in die Vermeidung von Behinderung investieren. Bessere Untersuchungen in der Schwangerschaft, mehr Vorsorge, Aufklärung über Alkohol und Drogen, Genuntersuchungen. Ein anderer Weg wäre die Unterschiede zu akzeptieren. Ist es nicht besser eine Schule komplett auf die Bedürfnisse Behinderter auszurichten statt alle Schulen halbherzig anzupassen?

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rainking 12.02.2014, 08:37
4. passt in's Gesamtbild

Zitat von sysop
Inklusion finden alle super. In NRW allerdings ist um die Teilhaben behinderter Kinder ein hässliches Gezänk entbrannt: Weder Land noch Kommunen wollen richtig Geld ausgeben. Das Gezerre um die Rechnung drängt das Ziel in den Hintergrund.
Das vorgehen der NRW-Landesregierung paßt in's Gesamtbild der in Deutschland herrschenden Politikerkaste.
Für die Bildungspolitik im allgemeinen sollte übrigens immer das günstigste rechenbare Angebot angenommen werden, man will ja schließlich in den kommenden Generationen auch eine große Zustimmung für die etablierten Parteien erhalten - da hilft wenig Bildung!

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knight3000 12.02.2014, 08:37
5. optional

"Inklusion finden alle super" - ach ja? erstens klingt das wort nach "einschließen" und damit nach "geschlossener anstalt" und zweitens kann das ganz üble folter sein für alle beteiligten. aus eigener erfahrung weiß ich, daß eine der spezifischen lage angepaßte sonderbehandlung zu viel besseren ergebnissen führen kann. integration ja, aber inklusion? von mir ein klares NEIN!

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Lebensberater 12.02.2014, 08:39
6. optional

Der erste Satz des Artikels ist unrichtig - Inklusion finden eben nicht Alle super, sondern wird von vielen Beteiligten kritisch beurteilt. "Die Unterrichtsqualität für Förderschüler verschlechtert sich drastisch: Während Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf bisher in Klassengrößen mit 10-15 Schülern von speziell ausgebildeten Fachkräften unterrichtet wurden, erhalten diese ihre Ausbildung und Erziehung jetzt in viel größeren Klassen von Lehrkräften ohne Spezialausbildung. Höchstens ein Drittel der Unterrichtsstunden wird mit 2 Lehrkräften gleichzeitig abgedeckt sein.
Während früher Eltern und Schulen gleichermaßen die Möglichkeit hatten, den Förderbedarf für behinderte Kinder zu beantragen, entfällt dies nunmehr für die Schulen. Jetzt haben Eltern das alleinige Recht dazu. Gerade im Förderschwerpunkt "emotionale und soziale Entwicklung" wird das zu großen Problemen führen. Bisher hatten nämlich größtenteils die Schulen diese Förderungsart beantragt. Da das nunmehr wegfällt, werden die Eltern ihre Kinder dort anmelden, wo sie das größte Förderpotenzial vermuten: in den Gesamtschulen und Sekundarschulen. Diese haben nämlich gerade diese Förderung im Rahmen des gemeinsamen längeren Lernens auf ihr Aushängeschild geschrieben.

Die Folge wird sein, dass sich dort die Kinder mit diesem Handikap häufen und die Unterrichtsqualität für sämtliche Schülerinnen und Schüler sinkt, weil die Lehrkräfte nicht genügend Zeit und Mittel haben, diese Defizite aufzuarbeiten." (gelesen auf: http://www.tresselt.de/index.htm)

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hasmin 12.02.2014, 08:43
7. Ob der Vergleich gewollt war/ist?

Artikel: Ein Mietshaus muss dringend renoviert werden, es schimmelt, Leitungen lecken, es zieht...Nur geht es dabei nicht um Häuser, sondern um die Schüler des Landes.

Mit dem Vergleich tuen sich der Autor keinen Gefallen. Menschen mit Behinderungen würde ich nur ungern mit kaputten Häuser vergleichen.

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wittigofranko 12.02.2014, 08:47
8. Bildung ist mehr Wert

Die Bundesrepublik Deutschland hat die sogenannte UN-Behindertenkonvention rechtsverbindlich unterzeichnet. Damit sind alle in der Pflicht: Bund, Länder und Kommunen.

Berechtigte sind die je einzelnen Menschen. Insofern müsste das ganze Geld, das pro Mensch aufgewendet werden muss, um Inklusion zu realisieren, über die Eingliederungshilfe kommen - in Form eines individuellen Bildungsgutscheines.

Die personellen Ressourcen müssen einfach von den Sonderschulen auf die "Regelschulen" übertragen werden; konkret bedeutet dies die Schließung nahezu aller Sonderschulen und die Versetzung der SonderpädagogInnen an die "Regelschulen" sowie die Inanspruchnahme von HeilpädagogInnen als InklusionsexpertInnen.

Für die schulische Infrastruktur sind die Schulträger, i. d. R. die Kommunen zuständig. Um- und Neubauten sind nicht nur von ihnen durchzuführen, sondern würden auch die regionale Bauwirtschaft impulsieren.

Wie kann es sein, dass ein an Kindern armes Land nicht dazu in der Lage sein sollte die rechtsverbindliche Inklusions-Aufgabe im Interesse der Menschen zu meistern? Oder sollen Kinder mit Behinderungen, genauer gesagt diese außergewöhnlichen Kinder, weiterhin gesondert werden?

Wenn schon Bildung mehr wert ist, so sollten wir ernsthaft über eine höhere Mehr-Wert-Steuer nachdenken, deren Mehreinnahmen Bund, Ländern und Kommunen gleichermaßen zugute kämen. Die Mehr-Wert-Steuer: Die Steuer von allen für alle!

Berechtigte sind die je einzelnen Menschen. Insofern müsste das ganze Geld, das pro Mensch aufgewendet werden muss, um Inklusion zu realisieren, über die Eingliederungshilfe kommen - in Form eines individuellen Bildungsgutscheines.

Die personellen Ressourcen müssen einfach von den Sonderschulen auf die "Regelschulen" übertragen werden; konkret bedeutet dies die Schließung nahezu aller Sonderschulen und die Versetzung der SonderpädagogInnen an die "Regelschulen".

Für die schulische Infrastruktur sind die Schulträger, i. d. R. die Kommunen zuständig. Um- und Neubauten sind nicht nur von ihnen durchzuführen, sondern würden auch die regionale Bauwirtschaft impulsieren.

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realist29 12.02.2014, 08:49
9. Volksentscheid

Ich bezweifle, dass das Thema Inklusion bei einem Volksentscheid auch nur den Haus einer Chance hätte. Dennoch wird es gegen den Willen der Eltern und der Lehrer durchgesetzt, um künftig Kosten im Bildungssystem zu sparen. Das Ergebnis wird sein, dass die Kinder aus besseren Verhältnissen auf Privatschulen wechseln, wo sie in Ruhe lernen können. An den Regelschulen bleibt die untere Mittelschicht und die Unterschicht zurück, deren Leistungen durch die Inklusionskinder noch weiter zurückgeht und die im späteren Leben dann noch weniger Chancen haben. Glaubt irgendjemand ernsthaft behinderte Kinder hätten größere Berufschancen weil sie auf einer Regelschule statt auf einer Förderschule waren? Niemand in der Wirtschaft wird freiwillig Blinde, Taubstumme oder ADHSler einstellen. Da würde auch das Abitur nichts nützen.

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