Forum: Leben und Lernen
Streit um Studienfinanzierung: "Bafög ist eine Sozialleistung, kein Almosen"
DPA

Sollen Bafög-Studenten in billigere Uni-Städte ziehen? Bildungsministerin Anja Karliczek findet das vertretbar, der Generalsekretär des Studentenwerks hält dagegen: Dann sei die Freiheit der Berufswahl in Gefahr.

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m-zmann 11.02.2019, 11:44
90. Richtig: Stipendium!

Zitat von hman2
Bitte? Selbst in der Hochburg des Kapitalismus, in den USA, auf Elite-Unis, gibt es Geld für's Studieren. Wer gut Football spielen kann, muss sich auch für die sündteure Uniausbildung keine Sorgen machen, üppige Stipendien sei Dank. Und da fließen VIEL MEHR als nur ein paar Hundert Euro...
Diese Unterstützung besonderer Leistungsträger (nicht nur sportlich) hat jedoch mit dem Bafög, das leistungsunabhängig alle eingeschriebenen Student*Innen wenig wohlhabender Abstammung bekommen können nichts gemeinsam; es ist keine staatlich garantierte einklagbare gesetzliche Leistung aus Steuermitteln. (BäföGESETZ)

Gibt es übrigens auch hierzulande: http://www.spiegel.de/lebenundlernen/uni/stipendium-fuers-studium-41-stipendien-im-ueberblick-a-985188.html

Fazit: Leistung (USA) oder "richtige" Gesinnung können sich auch lohnen.

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fritz567 11.02.2019, 12:04
91.

Das Problem ist doch folgendes: wenn jemand BAföG bekommt und nebenbei auf 450? Basis für den Mindestlohn arbeitet, dann kommt er in einer Stadt wie München, Hamburg oder inzwischen auch Berlin grade so über die Runde. Allerdings ist es dann in velen Studiengängen schwierig die Regelstudienzeit im Bachelor von 6Semestern einzuhalten. Im Gegensatz zum Irrglauben der immer faulen Studenten, muss der Student für gute Noten auch ordentlich was leisten. Sollte er nach der Regelstudienzeit aber noch nicht komplett mit dem Bachelor fertig sein, sondern noch ein Semester länger brauchen, bekommt er kein Bafög mehr (bzw. wenn, dann als zu vezinsenden Kredit). Also ist es für ihn zumindest in der Prüfungsphase kaum möglich zu arbeiten, wenn er seine Regelstudienzeit nicht gefährden möchte. Zu dieser Zeit gibt es in Studentenhaushalten, die auf BAföG angewiesen sind einen Monat lang nur Nudeln mit Tomatensoße (nein, dass ist nicht übertrieben). Gesunde Ernährung sieht anders aus und entsprechend zahlen wir diese Ernährung irgendwann als Beitragszahler der
Krankenkasse doppelt und dreifach zurück. Wirtschaftlich und Gesund ist das nicht.

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cave68 11.02.2019, 12:20
92.

Zitat von aronge
Ja "gejammer auf höchstem Niveau". BaföG ist dazu da eben die ärmeren Menschen zu fördern und nicht diejenigen, welche sowieso genügend Geld von Hause aus haben. Das heißt, wer über diese staatlichen Unterstützungen schimpft, hilft ja eben nur den verwöhnten und eben nicht denen ohne Geld. Vielleicht schadet es auch nicht, wenn Menschen mit akademischer Bildung das Leben und die Interessen von benachteiligteren gesellschaftlichen Gruppen kennen und im besten Fall diese Interessen später im Beruf auch vertreten können. Sich aber kurzsichtig über angebliche Geschenke des Staates und die angeblich so verwöhnten Studierenden aufzuregen ist halt auch einfacher. Schwach!
schwach ist es ebenso wenn man die ärmeren Studenten mit den aus reicherem Haus vergleicht und nicht etwa die ärmeren mit denjenigen,die vor 20-30 Jahren ein Studium hinbekommen haben auch ohne jegliche Unterstützung vom Elternhaus oder Bafög.

Beispiele unter den Foristen gab es hier schon zuhauf...

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siebenachtneun 11.02.2019, 12:30
93.

Zitat von keine-#-ahnung
... "die freie Wahl des Wohnsitzes" abgeschafft." Ich habe gerade mal im Hotel Adlon angerufen und mich nach der Präsidentensuite für eine Daueranmietung erkundigt. Übersteigt mein Monatshonorar deutlich :-( ! Ich habe dem Concierge mit einer Klage vor dem BVerG gedroht - erstaunlicherweise war er da nicht sonderlich beeindruckt :-) Irgendwie ist der Generation iPhone das Verständnis dafür abgekommen, dass man, bevor man sich etwas leisten kann, vorher erst einmal etwas leisten muss ... und bis es soweit ist, bleibt das Leben in ganz besonderer Form das, was es nun einmal ist - eine Aneinanderreihung von Kompromissen zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Das hat mit der CDU nix zu tun ...
Die Menschen müssen aber irgendwo wohnen und es gibt zu wenig Wohnheimplätze. Dort hat man teilweise den Bachelor schon, weil die Wartelisten so lang sind. Eine WG bekommt man für den festgelegten Preis beim Bafög auch eher selten, sodass der größte Teil vom Bafög fürs wohnen drauf geht.

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siebenachtneun 11.02.2019, 12:51
94.

Zitat von adh30
BAföG ist meines Wissens nicht als Komplettversorgung gedacht. Wer außerhalb von zu Hause studiert und das BAföG reicht nicht, muss halt schauen, wie man das fehlende Geld hinzubekommt. Von Ferienjobs bis Stipendien ist eine Menge möglich. Ich selbst habe BAföG erhalten, in 8 Semestern und in 3 Ländern studiert und meinen Anteil selbstverständlich zurückbezahlt. Das ist nur fair. Teures Essen und Reisen waren halt nicht drin. Auch nicht gleich nach dem Studium. So What? Hab’s überlebt!
Es gibt keine Ferien. In der vorlesungsfreien Zeit werden Klausuren und Hausarbeiten geschrieben und irgendwelche Projekte gemacht. Es gibt selten Studiengänge, die 3 Monate frei haben, wo man vollzeit arbeiten könnte.

Stipendien sind genauso eine Lachnummer. Da kommt man kaum ran, braucht Empfehlungsschreiben von Profs und am besten ist man neben dem Studium, dem Nebenjob noch ein Ehrenamt ausübt und das Schlafen unterlässt.

Bei den hohen Kosten muss man sehen, dass man sich überhaupt Essen leisten kann. Ich hatte weniger Bafög als ein ALG2 Empfänger und die leben schon an der untersten Grenze. Mit einem Nebenjob kam ich auf das Niveau eines ALG2 Empfängers.

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draco2007 11.02.2019, 13:09
95.

Zitat von Nordstadtbewohner
Wem das Bafög zu wenig ist und keine Eltern hat, die einspringen wollen: Man kann zusätzlich bei der KFW einen Studienkredit aufnehmen: 14 Semester lang bis zu 650 Euro monatlich. Wer das nicht will, der kann etwas machen, was viele Studenten tun: Sich einen Studentenjob suchen. Von daher verstehe ich das Gejammer nicht.
Klar neben dem Vollzeit-Studium am besten noch Vollzeit arbeiten gehen...

Wieso nicht das gleiche bei Schülern?
Und wieso bekommen Azubis Gehalt?

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draco2007 11.02.2019, 13:11
96.

Zitat von keine-#-ahnung
... "die freie Wahl des Wohnsitzes" abgeschafft." Ich habe gerade mal im Hotel Adlon angerufen und mich nach der Präsidentensuite für eine Daueranmietung erkundigt. Übersteigt mein Monatshonorar deutlich :-( ! Ich habe dem Concierge mit einer Klage vor dem BVerG gedroht - erstaunlicherweise war er da nicht sonderlich beeindruckt :-) Irgendwie ist der Generation iPhone das Verständnis dafür abgekommen, dass man, bevor man sich etwas leisten kann, vorher erst einmal etwas leisten muss ... und bis es soweit ist, bleibt das Leben in ganz besonderer Form das, was es nun einmal ist - eine Aneinanderreihung von Kompromissen zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Das hat mit der CDU nix zu tun ...
Sie sehen keinen Unterschied zwischen Stadt und Hotel?
Ernsthaft?

Wenn ich sie jetzt aus ihrer Wohnung werfe und nach Hintertupfingen schicke, finden sie das in Ordnung?
Darum geht es nicht um irgendwelche Luxusbehausungen, sondern in welcher Stadt sie wohnen wollen.

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draco2007 11.02.2019, 13:17
97.

Zitat von Spiegelleserin57
Die absolute freie Berufswahl gibt es nicht. Die Eltern sind immer diejenigen die Briefe Ausbildung ihrer Kinder finanzieren müssen. Wenn sie nicht in der Lage sind die Studierenden zu finanzieren bleibt wohl keine andere Lösung als sich einen Beruf auszusuchen wo man schon in der Lehre Geld verdienen kann. Damit ist zwar die Berufswahl immer noch frei aber eingeschränkt. Auch Kinder müssen verstehen dass Freiheit eben auch Grenzen hat. Sie haben immer noch die Freiheit der Berufswahl, aber innerhalb der finanzierbaren Grenzen. Das sollte auch der Generalsekretär des Studentenwerks verstehen. Freiheit hat da ihre Grenzen wo die des andren beginnt, in diesem Falle auch.
Und das DARF in diesem Land nicht sein.

Bildung IST unsere einzige Chance international noch mithalten zu können.
Wir haben kein Öl und auch sonst keine nennenswerten Resourcen. Aber wir haben Bildung. Und die dürfen wir durch NICHTS einschränken.

Ein Studierter mit Job wird die Kosten, die er verursacht hat, um ein Vielfaches wieder einspielen.

Ihre Freiheit wird nicht im gerinsten dadurch eingeschränkt, dass ein Studium vom Staat finanziert wird.
Es gibt Länder in denen werden Studenten schlicht mit "Gehalt" entlohnt wie Azubis. Dagegen spricht schlicht gar nichts.

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draco2007 11.02.2019, 13:27
98.

Zitat von frenchie3
ist studieren gratis? Und die Wohnung dazu? Wir brauchen keine amerikanischen Verhältnisse aber man könnte ganz schnippisch sagen daß auch von dort international anerkannte Wissenschaftler kommen.
Bei über 300 Millionen Einwohnern auch kein Wunder.
Meines Wissens während/nach sind auch nach WW2 viele Wissenschaftler aus Deutschland/Europa in die USA geflüchtet.

Mit genügend Geld ist Studieren in den USA kein Problem.
Auch wenn sie genügend Durchhaltevermögen mitbringen um Studienkredite abzubezahlen.

Sinnvoll ist das allerdings nicht.

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Hans-Dampf 11.02.2019, 14:09
99.

Zitat von draco2007
Ein Studierter mit Job wird die Kosten, die er verursacht hat, um ein Vielfaches wieder einspielen.
Rechnen wir einfach mal durch:
ein/e Studierende/r würde mit 20.000 EUR gefördert (6 Semester je Monat à ca. 555 EUR), sie/er müsste also 10.000 EUR zurückzahlen. Von den anderen 10.000 EUR hätte die Person je die Hälfe 7% bzw. 19% MwSt. gezahlt. Das wären 350 und 950 EUR. Unterm Strich hätte die Förderung in Höhe von 20.000 EUR den Staat also "nur" 8.610 EUR gekostet. Ich finde das gut und es sollte ruhig weiter gefördert werden. Den Input für den Staat haben Sie ja ausführlich dargelegt, wenn die Person in Lohn und Brot steht.

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