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Streit um Zensuren: Hessen weicht Notenzwang auf
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Viele Lehrer hadern damit, Noten zwischen Eins und Sechs geben zu müssen. In Hessen dürfen die Schüler nun auch schriftlich bewertet werden - zumindest an einigen Schulen.

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MetaMestik 01.02.2019, 13:47
120. Realitätsfern

Der Entschluss zeigt, welche Folgen realitätsferne Entscheidungen in der Praxis haben. Welche gut ausgebildete Lehrkraft ist bitte nicht in der Lage, einen Schüler fachgerecht zu benoten? Simpler gefragt, wer ist ernsthaft mit Noten von 1-6 überfordert? In den ersten beiden Schuljahren mag es pädagogisch sinnvoll sein, auf die herkömmliche Benotung zu verzichten, danach macht es weder für Schüler noch Lehrkräfte Sinn.
Selbst viele Grundschullehrkräfte beklagen sich über die "Umschreibung" der Noten, da dies für sie meist unverhältnismäßig mehr Arbeit bedeutet und Eltern - aber auch viele Schüler - am Ende dann doch fragen, welche Note das nun eigentlich ist.
Damit zum wichtigsten Argument - dem Wohl der Schüler/Innen! Es ist ein zutiefst menschliches Bedürfnis, die eigene Leistung klar und deutlich gespiegelt zu bekommen, weil man sich mit den anderen Mitgliedern der Peergroup (also der Klasse´) vergleicht, vergleichen möchte. Auch werden die Stärken und Schwächen der einzelnen Persönlichkeiten so viel deutlicher gespiegelt, ein weiterer Vorteil.
Es bleibt der Verdacht, dass die Abschaffung der Noten (zunächst "nur" freiwillig, bald vielleicht verpflichtend), ein Versuch ist, die Unterschiede in der Schullandschaft einzuebnen und nur noch eine Schulform zu erlauben - also eine Einheitsschule und Einheitsschüler, die es nicht gibt und niemals geben kann.

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felisconcolor 01.02.2019, 14:33
121. Nur

weil man vor falsch verstandener Rücksicht auf die "Kinder" sich nicht traut mit einer Ziffer auszudrücken das sie ihr persönliches Lernziel des Schuljahres nicht wirklich erreicht haben, will man keine Noten verteilen? Entweder ich weiss was ich als Lehrer von meinen Schülern verlange, verlangen kann oder ich weiss es nicht. Wenn man es nicht weiss hat man wohl den Stoff selbst nicht entsprechend rüber bringen können. Vielleicht ist der Beruf des Lehrenden doch nicht für jeden geeignet und man sollte was mit Medien machen. Manche Lehrende haben das Referendariat wohl auch nur überstanden weil der betreunde Anleitende sich nicht getraut hat zu sagen das der Job wohl doch nichts für den Anwärter ist. Die Ursache für die jetzige Diskussion liegt leider schon Jahrzehnte in der Vergangenheit.

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felisconcolor 01.02.2019, 14:39
122. Hat

Zitat von Bloodwyn
Finde ich gut. Was sollen Noten in den Jahregängen 1-8 denn bringen? Ich hatte auch Zeugnisse in Textform in der Grundschule. Sie ermöglichen ein präziseres und faireres Feedback.
am Ende aber auch nur bedeutet du warst das Jahr zu faul/zu blöd oder halt gut oder super. Was nutzt es wenn ich im Fach Mathe schreibe "oh er konnte zwar die vier Grundrechenarten nach 8 Jahren immer noch nicht aber seine Zahlenausformung hatten etwas künstlerisches" ist das fair? Rosa Einhörner gibts in der Spielwaren Abteilung

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peter.stein 01.02.2019, 14:39
123. Liebe CDU

nur falls sich jemand bei Euch mal gefragt haben sollte, warum Euch die Wähler (insbesondere in Hessen) reihenweise verlassen: ein schönes Beispiel. Wie kann man sich als Konservativer von Euch noch vertreten fühlen? Wenn ich so einen Unsinn haben will, wähle ich von Vorneherein die Grünen. Aber bald werden die üblichen Verdächtigen nach den anstehenden Landtagswahlen wieder dasitzen und sich mit entsetzt-fragendem Blick die Wahlergebnisse und die Wählerwanderung anschauen und sagen: wie konnte das nur passieren?

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felisconcolor 01.02.2019, 14:47
124. Öhm den Eltern sollte der

Zitat von vdusen
Verstehe die Aufregungen der Foristen hier überhaupt nicht. Es wird doch ausdrücklich erklärt das es nur in den Klassen 5-8 verwendet wird. Dort ist es doch sehr sinnvoll anstelle einer Note die den Eltern nichts wirklich über die Leistung des Kindes aussagt einen Text zu gegen der genau erklärt wo stärken und Schwächen des Kindes liegen. Damit lässt sich wenigstens arbeiten. Eine unbegründete Note ist in meinen Augen relativ nutzlos zumindest in dem frühen Stadium der Schullaufbahn
Lehrplan bekannt sein. Sprich in dem Jahr sollen die Quadratwurzeln und Binomischen Formeln begriffen worden sein. Hat das Kind das im Griff 1 - 2, hat das KInd nur die Hälfte verstanden 3 - 4, war es nur Hauptbahnhof halt 5 - 6. Eine Note ist nie unbegründet. Ich lasse mal körperliche oder geistige Einschränkungen aussen vor. Dafür gibt es das Feld Bemerkungen. Und 5 - 8 Klasse halte ich nicht unbedingt für ein frühes Stadium der Schullaufbahn. Wer das meint hat am System Schule irgend etwas ganz gründlich missverstanden. Dann könnte man auch anfangen darüber zu diskutieren ob die SchulPFLICHT denn wirklich nötig wäre.

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dondon 01.02.2019, 15:17
125. Wahnsinn

Wahnsinn, das widerspricht allem, was die Rlp - Cdu jahrelang gepredigt hat. In Rlp sind solche "Alternativen Bewertungssysteme" im Übrigen grandios gescheitert. Damals auch von Grün (- Rot) in die Wege geleitet. Die Grünen sind fernab jeder Bildungskompetenz. Und die Cdu scheinbar auch. Wahnsinn.

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ohess 01.02.2019, 15:35
126. @Frietjoff

Zitat von Frietjoff
Das ist jetzt nicht dein Ernst, oder? Ein differenzierte und differenzierende, ausführliche Beschreibung von Stärken und Schwächen, Entwicklungen, besonderen Problemen und und und soll PER SE keinen Mehrwert gegenüber einer diskreten 6-Schritte-Skala bieten können? Dass du dich bei deiner Schüler- und Stundenzahl nicht in der Lage siehst, Schüler so zu bewerten, ist gut möglich, aber eine ganz andere Geschichte.
Ich sehe mich durchaus in der Lage, Schüler auch sprachlich zu bewerten. Das tue ich auf jedem Elternsprechtag bzw. bei Eltern- und Förderplangesprächen. Außerdem bin ich jederzeit bereit, eine erteilte Note zu begründen, auch wenn diese nicht objektiv und vergleichbar ist. Wichtig ist mir Transparenz, meine Kriterien der Benotung lege ich in jeder Klasse und jedem Kurs zu Beginn auf den Tisch und handele später auch danach. Die Mehrzahl der Schüler wollen übrigens Noten, sie sind richtiggehend geil auf Noten. Zusätzliche Lernstandskontrollen bewertete ich früher gerne auch mal nur sprachlich, damit waren die Kinder aber unzufrieden, sie wollten lieber Noten. Also bekommen sie auch Noten.

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rjb26 01.02.2019, 16:25
127. tendenziell zu erwarten

denn schließlich ist es wichtiger aus welcher Arztfamilie jemand kommt als welchen Notenschnitt jemand mitbringt. so wird es doch jetzt auch beim Zugang zum Medizinstudium gemacht, nennt sich dann Auswahl nach Eignung

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ithaqua 01.02.2019, 17:27
128. Was für ein Quatsch...

Wo soll denn bitte das Problem bei Schulnoten sein?
Werden die heute nicht mehr gerecht vergeben? In meiner Schulzeit hat das noch funktioniert. Wenn ich allerdings Mal eine fünf mit nach Hause gebracht hab waren meine Eltern sich relativ sicher, dass ich sie wohl verdient hatte. Und sie hatten recht. Da gab es keine Diskussion darum ob der Lehrer ungerecht sei oder ähnlichen Unfug.
Das hörte man immer nur von den Schulwechslern, waren zu dämlich, nicht sitzen zu bleiben und wechselten dann auf eine weniger Anspruchsvolle Schule mit der Begründung "Lehrer xyz mag mich nicht und benotet mich absichtlich schlecht.", Schwachsinn.

Einige Eltern müssen schlicht Mal begreifen, dass ihr Kind mit dem Abitur intellektuell oder von der Einsatzbereitschaft nicht gewachsen ist. Das ist dann nun mal so. Das ist auch überhaupt kein Problem.

Aber dann wird wieder an den Noten herumgeschraubt oder man kann Leistungskurse in grenzesoterischen Fächern absolvieren.

Und wenn es dann mit dem gurkigen Abi an die Uni geht und man sich nicht gerade bei interkulturellen Genderstudies einschreibt, kommt das böse Erwachen, wenn auf einmal die ganze gymnasiale Oberstufe an der Uni nicht mal ein Semester füllen würde.

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macjackson 01.02.2019, 18:36
129. Danke für den Hinweis...

Zitat von fördeanwohner
Berichtszeugnisse bedeuten nicht, dass jede Lehrkraft einen Text schreibt und dabei Textbausteine verwendet, die man dann mit Hilfe eines solchen Übersetzungsbuches dechiffrieren kann. Schulen haben unterschiedliche Zeugnisse, in denen man die passenden Aussagen ankreuzen kann. Da steht dann tatsächlich in Englisch z.B.: "Du beherrscht die durchgenommenen grammatischen Strukturen - sehr sicher - überwiegend sicher - noch nicht sicher genug - noch nicht" Passendes wird angekreuzt. Was man daran aussetzen kann, verstehe ich nicht. Die Kids und ihre Eltern verstehen das doch recht gut. Sie doch auch, oder nicht? Und im 5./6. Jahrgang können die Kids sich entwickeln, ohne gleich eine 5 irgendwo lesen zu müssen. Eine 5 kann ja auch bedeuten, dass jemand irgendetwas sogar gut kann, was dann aber nicht ausgewiesen wird, worauf man aber aufbauen kann. Ab Klassenstufe 7 kann man sie daran gewöhnen, dass die Welt draußen anders funktioniert. Das genügt.
Das verstehe ich dank Ihnen jetzt. Können Sie mir eventuell noch den tiefgreifenden Unterschied zu einer Note erklären, besonders wenn ich die abgestuften, vorgegebenen Aussagen ankreuzen kann? Also wo genau liegt jetzt der Unterschied zu sehr gut, gut, befriedigend,.....? Und was genau macht dieses System dann besser? Ich kann jetzt auf den ersten Blick z.B. den Nachteil erkennen, dass es vielleicht in der nationalen Vergleichbarkeit einen unmöglichen Verwaltungsaufwand und organisatorische Umstellungen schafft? Bitte erklären Sie mir, was ist der Primärnutzen, von dem was Sie da erzählt haben, der den organisatorischen Einführungsaufwand rechtfertigt und und eigentlich überkompensiert, es ist ja anscheinend "besser"?

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