Forum: Leben und Lernen
Streit ums Turbo-Abi: Freie Wähler reichen Volksbegehren gegen G8 ein
DPA

Das Turbo-Abi wackelt in Bayern: Die Freien Wähler haben 27.000 Unterschriften für Wahlfreiheit zwischen acht- und neunjährigen Gymnasium eingereicht und damit ein Volksbegehren auf den Weg gebracht. Die Hürde liegt bei einer knappen Million Unterschriften.

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egonv 28.02.2014, 18:10
1. Mehr Absprache

Die Kulturhoheit der Länder ist ja erstmal nichts Schlechtes, aber ein Bildungswettbewerb ist absolut unverantwortlich. Die Länder sollten gerade bei den Thema Länge der Schulzeit eine gemeinsame Lösung finden.
Völlig unerklärlich ist mir der so starke Unterschied des Lehrplanumfangs. Bayern oder Hessen wollen keine Inhalte streichen, aber genauso schnell ihre Gymnasiasten an die Unis schicken. Das muss schief gehen. Tut mir Leid für die ganzen wettbewerbsorientierten Unternehmer Kinder sind eben in Brandenburg wie in Bayern Kinder und die einen können und sollten nicht mehr leisten als die anderen.
Warum nicht endlich auch bei den Inhalten stärker kooperieren? Eltern ziehen nicht gerne freiwillig um. Kein Land muss Angst haben, dass ihnen die Schüler weglaufen. Es darf hier keinen Wettbewerb um die besseren, einfacheren, schnelleren oder wie auch immer unterscheidbaren Schulsysteme geben.

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Bundesinnenminister 28.02.2014, 18:23
2. Jetzt auch noch jede Schule anders

Am besten man kann sich beim Wechsel von der 4. zur 5. Klasse entscheiden wie viele Jahre man Abi macht:3, 6, oder auch 15 Jahre. So ein Unsinn.

Jetzt macht es doch endlich mal einheitlich in ganz Deutschland! Dieses ewige Hin und Her. Und warum sollen die Kinder jetzt wieder 13 Jahre Ihres Leben verschenken? Wenn schon wieder ein Jahr mehr, dann schickt die Schüler wenigstens in diesem Jahr raus zum Arbeiten (nicht nur 2 Wochen wie bisher). Damit sie was vom Leben in "freier Wildbahn" lernen und nicht eingesperrt in einem Klassenzimmer vom eben über da draußen unterrichtet werden. Da können die Abiturienten auch mal in verschiedenen Berufsgruppen arbeiten (Handwerk, Agra , Handel), besonders dort wo ein Studierender (wahrscheinlich) nie mehr hinkommt. Es ist immer gut beide Seiten kennen zu lernen und nicht nur die Chefetage (überspitzt formuliert).

btw. In Sachsen gab es noch nie (seit dem 2. WK) 13 Jahre Abi. Da müssen ja die dümmsten Abiturienten Deutschlands wohnen.

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ambulans 28.02.2014, 19:12
3. der

gesamte bildungsbereich hier in deutschland ist bereits seit anfang der siebziger jahre (mindestens 40 jahre!) hochgradig politik-verseucht. besonders große "verdienste" haben sich hier die anhänger eines bestimmten, "konservativ" angestrichenen parteien-konstrukts, dessen namen ich hier (wegen zu erwartender nicht-veröffentlichung in diesem forum) nicht in der ansonsten gebräuchlichen form aussprechen will, erworben - puuhhh, ihr wisst aber trotzdem ziemlich genau, wen ich meine? also ...

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qwer 28.02.2014, 19:15
4. Chance für die CSU

Es wäre schön, wenn die CSU hier mal die Herausforderung annehmen würde u. sich klar gegen das Volksbegehren (u. ggfs. gegen den -entscheid) positionieren würde.
Gerade in Bayern gibt es mit den Realschulen und den Fachoberschulen gute Alternativen für Schüler, die es auf dem Gymnasium nicht packen. Die allgemeine Hochschulreife als Grundrecht für Eltern (um die geht es ja letztlich, machen wir uns nichts vor), die es nicht raffen, dass das bayerische Gymnasium vielleicht doch nicht das Beste für ihre Brut ist, wäre sicher ein Rückschritt.

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martin-kö 28.02.2014, 19:31
5. Schulzeit könnte so schön sein, wenn ...

Seien wir doch ehrlich: warum sollte man nicht während der Schulzeit einmal Zeit haben zur Kultur (Theater, Musikinstrument/Chorsingen z.B.), zum Sport, für Freundschaften etc.. Stattdessen sollen/müssen wir die Jugendlichen im 8-jährigen Stress zum Abitur jagen, obwohl jeder weiß, dass es immer weniger Stellen gibt und damit die Lage auf dem Arbeitsmarkt erschwert wird. Die Einführung des G8-Abiturs war doch hauptsächlich wegen der möglichen Stelleneinsparung von Lehrern, nicht aus
bildungspolitischer Erkenntnis vollzogen worden. - Zwar können sich (leider) nicht alle Familien ein G9-Abitur leisten, aber vielen unserer Jugendlichen käme ein G9-Abitur entgegen: weniger Stress und mehr Freiheiten, auch mal etwas anderes zu erleben. etc..

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rennus 28.02.2014, 20:06
6.

Zitat von Bundesinnenminister
....In Sachsen gab es noch nie (seit dem 2. WK) 13 Jahre Abi. Da müssen ja die dümmsten Abiturienten Deutschlands wohnen.
Nein, da wohnen nicht die dümmsten Abiturienten.
Der Schauspielunterricht wird etwas vernachlässigt.
"Warum brauchen die Wessis 13 Jahre bis zum Abitur, ein Jahr länger als die Ostler? Antwort: Weil ein Jahr Schauspielunterricht dabei ist."
Sagte schon Regine Hildebrandt

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Martin H. 01.03.2014, 01:19
7. Kritik am Abitur nach 12 Jahren ist unbegründet!

Ich verstehe die Aufregung um das Abitur nach 12 Jahren nicht.
Im Osten gibt es das Abitur nach 12 Jahren nun schon ewig und alle sind zufrieden. Sachsen hat bei der Pisa-Studie sogar mit am besten abgeschnitten. Dort gibt es keine gestressten, überforderten Schüler, die über zu wenig Freiheiten klagen - zumindest nicht mehr als auch in Schulen mit G9-Abitur.
Wenn etwas kritisiert werden soll, dann allenfalls die unzureichend angepassten Lehrpläne oder die fehlende Anpassungsfähigkeit der Lehrer auf das neue System.
Dieses Problem lässt sich aber auch bei den Hochschulen beobachten: Mit der Umstellung von Diplom auf Bachelor wurde die Studienzeit verkürzt, aber der Vorlesungsstoff blieb häufig der selbe.
Schülern und Studenten wird ständig abverlangt, einen Blick für das Wesentliche zu entwickeln, aber Ministerien, Lehrern und Professoren scheint dieser Blick manchmal selbst etwas zu fehlen.

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drjackl 01.03.2014, 03:56
8.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten, die sich mit diesem Thema beschäftigen, privat überhaupt keine Berührung mit dem Schulsystem haben.
Ich habe letztes Jahres mit G8 in Thüringen (wo es schon immer G8 gab) mein Abi erfolgreich bestanden, studiere momentan Psychologie mit etlichen anderen Studenten, ehemals G8 und G9-Schüler. Keiner davon beschwerte sich über fehlende Freizeit.

Ich bin beileibe kein Fan vom G8 in seiner jetzigen Form. Vom G9 aber genausowenig. Wer allerdings als Argument gegen G8 anführt, dass die Schüler ja alle so gestresst wären, der fragt die Falschen. Ich hatte genauso wie meine Freunde zur Schulzeit mehr als genug Freizeit. Ich bin zu vielen Konzerten gegangen und gefahren, hab Musikschule gemacht, hatte eine Band und eine wöchentliche 1h-Live-Radiosendung. Alles mehr als möglich.

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logemean 01.03.2014, 08:13
9. Leerzeiten

Wenn man Unterrichtsausfall und leeres blabla der Lehrer und Schüler streichen würde, käme man wahrscheinlich nur auf 6 Jahre Gymizeit. Ist der Unterricht in D so schlecht, dass wir 1 bis 2 Jahre länger brauchen als woanders in der Welt?

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