Forum: Leben und Lernen
Streitgespräch zur Studienwahl: Geld oder Liebe?

Lukas Geuter, 22, studiert Philosophie, Tobias Henn, 21, Volkswirtschaftslehre. Der eine könnte ewig studieren, der andere will nicht mit dem kleinsten Auto zum Klassentreffen fahren. Was zählt bei der Studienwahl: Geld oder Leidenschaft?

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syramon 15.07.2011, 19:58
50. Stimmt schon,

Zitat von entreotto
Kennen Sie den in Hamburg? Da sollen früher mal die Jungen Frauen an der Alster Ihre Schönheit zur Schau getragen haben Auf der Uni kann man doch sehr gut wahrscheinlich später mal erfolgreiche bzw. aus wohlhabenden Familien stammende Männer treffen, zudem welcher Mann heiratet heute schon eine 19Jährige? Für Frauen das ideale Fach Philosophie, wenn man schwach auf der Brust oder sich nicht für höheres berufen fühlt.
mit 19 sollte man ja auch erstmal an seiner
Karriere bauen, und nicht schon heiraten.

Aber wie gesagt, mit ordentlichem Aussehen,
einmal den Hintern in den Playboy gehalten,
kommt man schon ziemlich weit:-)
Filmaufträge und Modelkarrieren sind dann nicht
mehr weit. Zudem fressen die meisten Männer
einer hübschen Frau schnell aus der Hand, darüber
erreicht man fast alles.

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sponleser_2011 15.07.2011, 21:30
51. titel

Warum muss es ein ENTWEDER-ODER sein? Zum Beispiel nehme ich an, dass die meisten Medizinstudenten ihr Fach aus Interesse studieren - trotzdem kann man damit "auf dem Klassentreffen angeben". Es geht also auch beides!

Mit den beiden Extrempositionen kann ich mich jedoch nicht anfreunden. Der Philosoph sieht seine Zukunft ein wenig zu optimistisch und liegt zweifelsohne jemandem auf der Tasche. Allerdings ist es durchaus verständlich, dass er mit der Spießeridylle - Frau, Reihenhaus, Mittelklassewagen, Kinder - nichts anfangen kann. Ob er Kinder wirklich nicht mag oder einfach nur nicht direkt sagen wollte, dass er schwul ist und deshalb nie eine Familie ernähren muss, sei dahingestellt. (@Kommentatoren: was ist daran seltsam?!)

Der VWL-Typ ist einfach nur naiv in dem Glauben, Geld würde glücklich machen. Vielleicht kommt er aus einem finanzschwachen Elternhaus und hat die Spielkameraden immer um die neuesten Spielekonsolen beneidet - und will es jetzt endlich allen zeigen. Dass man auf Dauer mit einem öden Job und Spießerleben nicht glücklich wird, hat er noch nicht kapiert. Aber natürlich kann es auch sein, dass hinter seiner Studienentscheidung echtes Interesse für VWL steckt, wenn er schon nichts lieber tut als lernen...

Also beides keine optimalen Optionen (wobei mir der Philosoph aber noch sympathischer ist); besser ist es, einen Mittelweg/Kompromiss zu wählen!

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lorn order 15.07.2011, 21:38
52. Fratzenbuch

Zitat von Elaine...
Was den Philosophen mit dem nicht vorhandenen Kinderwunsch angeht... das hat er vermutlich nur gesagt, um die spießige Eigenheim-Idylle des BWLers zu kontrastieren. Später wird er sicher noch Zeit finden, seinen Kindern abends "Sophies Welt" vorzulesen anstatt der Karriere hinterherzujagen.
Wenn die Kinder des Philosophen alt genug sein werden, um Sophies Welt zu verstehen, muss der gute Philosoph es ihnen nicht mehr vorlesen, dann können sie es selber, vorher hat das wohl wenig Sinn.

Und die Diskussion über das schöne Buch findet dann wohl über das Fratzenbuch (Facebook) statt. Die Kinder von morgen werden nicht mehr ohne wollen.
Was der Philosoph wohl dazu zu sagen hat?

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Schnurz321 15.07.2011, 22:38
53. Blödsinn

Zitat von husker
Wie eindimensional ist es bitteschön, den Nutzen eines Studienfachs ausschließlich über den Geldrückfluss in den Staatssäckel zu definieren. Was ist mit Mathematikern, die Grundlagenforschung betreiben? Sind die für sie auch nutzloses Gesindel? Was wäre denn Pythagoras für sie gewesen? Haben Philosophen keinen gesellschaftlichen Nutzen? Ich finde, wir bräuchten mehr Denker und weniger Pseudowissenschaftler wie BWL/VWLer, deren wissenschaftliche Methodik ja oft schon daran scheitert, dass sie mit völlig sinnfreien Prämissen arbeiten und dies noch nicht einmal merken! Und was ist an Buchungssätzen auswendig lernen überhaupt wissenschaftlich?
Buchungssätze lernt man nicht auswendig. Im Übrigen sind beispielsweise Bilanzierungsvorschriften volkswirtschaftliche äußerst relevant (z.B. bzgl. der Risikobewertung, Anreizwirkungen), ebenso wie die Auswirkungen der Besteuerung.

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Schnurz321 15.07.2011, 22:45
54. Homo oeconomicus

Zitat von husker
Ach, sie mussten nicht Rechnungswesen belegen, es war auch keine Profilleistung? Was ist den mit dem homo oeconomicus-Schmu? Nie gelernt? Schonmal über die Sinnhaftigkeit einer internen Zinsfußberechnung nachgedacht?
Also in der mir bekannten Literatur zur Investitionsrechnung wird der die Berechnung eines internen Zinsfuß als "falsch" bezeichnet, aber eben doch besprochen, da er eben in der Praxis wohl oft angewendet wird. Zinsrechnung ist zwar nicht unbedingt "wissenschaftlich", sollte man aber beherrschen, bevor man sich an die Untersuchung komplexer volkswirtschaftlicher Fragestellungen macht - eben als Werkzeugkasten, neben allgemeinen mathematischen und statistischen Kenntnissen.

Und wo liegt das Problem an dem homo oeconomicus? Er maximiert seinen Nutzen. Der Nutzen kann auch von dem Nutzen anderer abhängen ("altruistische Nutzenfunktion"), und der Nutzen des Konsums eines Gutes davon abhängen, wie viel andere Individuen davon konsumieren. Das Nutzenkonzept dient schlicht dazu, die Entscheidungen von Individuuen zu modellieren. Ob und inwieweit die Annahmen zutreffen, ist eine empirische Frage.

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le-tigre 16.07.2011, 08:35
55. Oha...

Zitat von entreotto
Auf der Uni kann man doch sehr gut wahrscheinlich später mal erfolgreiche bzw. aus wohlhabenden Familien stammende Männer treffen, zudem welcher Mann heiratet heute schon eine 19Jährige? Für Frauen das ideale Fach Philosophie, wenn man schwach auf der Brust oder sich nicht für höheres berufen fühlt.
Oh Gott...wenn ich so was lese, wunder ich mich ja schon gar nicht mehr darüber, dass an meiner Uni so viele minderbemittelte BWLer rumlaufen, deren Horizont auch nach Abschluss ihres Studiums nicht weiter reichen wird als der benachbarte Reihenhaus-Garten. Ich studiere im 4. Semester Philosophie und bin weder "schwach auf der Brust", noch habe ich es nötig, mir irgendeinen Kerl zu angeln, der mich und meine Brut später halbwegs bequem durchs Leben manövriert. Aber vielleicht haben Sie ja ein derartiges Weibchen zuhause sitzen und schließen deswegen darauf? In dem Fall: Jedem das seine! Ich für meinen Teil habe Ziele, die ich mit meinem Studium verfolge; ob sich diese realisieren lassen ist genauso offen wie bei jedem angehenden Ingenieur, BWLer, Juristen usw. Mal abgesehen davon, dass ich Geisteswissenschaften als sehr flexibel betrachte und man mit seinem Bachelor nun noch nicht über sein gesamtes Schicksal entschieden hat.

"Gab es da große gesellschaftliche Debatten, die mir entgangen sind, oder fand das alles im sprichwörtlichen Philosophenturm statt? Zu dem einen oder anderen Thema gab es natürlichen politische Debatten aber philosophosche Debatten, an denen die Gesellschaft teil hatte?"

Stimmt ja, alle Politiker haben Politik studiert, alle Philosophen philosophieren bloß ihr ganzes Leben lang. Als ob jeder Philosoph Arbeitnehmer bei Sokrates GmbH werden wollen würde...naja, so viel zum Thema Horizont.

Natürlich hat sich SPON wieder zwei stereotype Studenten ausgesucht, aber wer denkt schon ernsthaft, dass jeder Geisteswissenschaftler 18 Semester in der Uni vergammeln will und jeder Wirtschaftswissenschaftler geldgeil durchs Leben zieht, ohne etwas mit sich anfangen zu können? Hört sich beides nicht allzu erstrebenswert an; und genug Gegenbeispiele gibt es, wenn man mal an die Unis schaut...

Aber wiederum den Gegenwert eines Menschen nur daran zu bemessen, wie sehr sein späterer Beruf der Gesellschaft dienlich sein könnte, ist dermaßen arrogant und unterordnend...ich hoffe, das trifft nur auf einige der hier Schreibenden zu. Denn lieber nehme ich die Gefahr in Kauf, später arbeitslos zu sein oder lediglich im Taxi philosophieren zu können, als mich, wie der Staat es ja gerne hätte, komplett als Wirtschaftsobjekt zu sehen und gerade die schönsten Studienjahre an ein Fach zu verschwenden, dass mich weder interessiert, noch dass ich in diesem gut sein könnte; denn so ist es nun mal: Talente sind ungleich verteilt und wer damit nicht klarkommt, kann sich entweder zu einem Job zwingen oder seinen Frieden damit schließen und herausfinden, was er selbst wirklich gut kann.

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le-tigre 16.07.2011, 08:36
56. ...

Auch sehr belustigend finde ich die Anmaßung, Geisteswissenschaftler im Forum einer Zeitschrift herabzustufen, in der zahlreiche Politologen, Geschichtswissenschaftler, usw tätig sind. Die These von wegen sinnvoll oder nicht, gerät dabei ein wenig ins schwanken...wobei das auch darauf ankommt, wie man "sinnvoll" definiert.

Und dieses ganze "der arme Steuerzahler" ist ja wohl sowieso überholt...die meisten Studenten bemühen sich, in bzw. unter der Regelstudienzeit die Uni wieder zu verlassen (wenn sogar ich das mit Kind schaffe, sollte es wirklich nicht allzu schwer sein); dass es einer Gesellschaft etwas wert sein sollte, wenn sie ihre "neue Elite" heranzieht, versteht sich wohl von selbst. Und dies sollte sich nicht auf "nützliche" Fächer beschränken, sondern jedem eine Spezialisierung ermöglichen. Denn lieber ein 1,0-Poltiologe als ein 4,0-BWLer.

Naja, vielleicht kann man das auch nur als Philosophie-Student so gelassen sehen. Allen anderen wünsche ich einen frohen Kampf mit sich, ihrem Studium und ihrem Ego!

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autocrator 16.07.2011, 09:57
57. Liebe ökonomisch

"Geld oder Liebe" bei der Studienfachwahl ...
Zu wählen ist "Liebe" – und zwar aus einem ganz simplen persönlichen wie volkswirtschaftlich ökonomischen grund:

Nur wer das, waser (beruflich) tut, "liebt", wird es (im gnadenlosen konkurrenzkampf einer globalisierten wirtschaftswelt) auch wirklich "gut" tun.

Mittelmaß, "dienst nach vorschrift", stures stumpfsinniges abarbeiten ... können wir uns schlicht nicht mehr leisten. Gesundheitliche nebeneffekte wie frust, psychosomatische erkrankungen, burnout usw. mal außen vor gelassen.

"Liebe" macht mehr spass, ist lebenssinnstiftend, persönlich befriedigend, eröffnet alternative lebensmodelle neben "geiz ist geil" und "mehr mehr mehr", und der einzelne kann und leistet mehr.

Und wenn unsere (wirtschafts-)gesellschaft meint, nur mit BWLern, Juristen und Maschinenbauern heutzutage noch Schnitte zu haben in der globalen konkurrenz zu indern und chinesen ... ich fürchte, da haben ganz viele firmenchefs und personalvorstände ganz fürchterlich viel noch nicht begriffen.

kapitalistisch ausgedrückt: menschen als mitarbeiter sind kein kostenfaktor. Sie sind "humankapital" - das es zu hegen und zu pflegen gilt wie jedes kapital. Platt: eine glückliche Kuh gibt mehr und bessere Milch!

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melbo 16.07.2011, 10:34
58. Nicht alles so schwarz-weiss

Diese ganze Diskussion ist viel zu schwarz-weiss.

Es gibt auch genuegend Wirtschaftsstudenten, die nicht nur aufgrund des grossen Geldes Wirtschaft studieren. Mit VWL kann man ja nun wirklich auch genuegend interessante Sachen anfangen: internationale Organisationen, Entwicklungshilfe, Forschung, Think Tanks, etc. Ich vermute, auch eine nicht zu vernachlaessigende Anzahl der VWL-Studenten studiert ihr Fach aus Interesse.

Und genauso kenne ich auch viele Philosophiestudenten, die ihr Fach zwar aus Interesse studieren, aber trotzdem zielstrebiger sind als "ich wuerde dann vielleicht mal ewig studieren". Zum Beispiel habe ich eine Freundin, die sich jahrelang gegen ihre Enltern durchsetzen musste mit ihrem Studienwunsch, jetzt aber Professorin darin ist - das Fach war ihr Ein und Alles, sie war fantastisch darin, hat hart gearbeitet, und hat somit jetzt auch einen sehr auskoemmlichen Beruf.

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harzvier 16.07.2011, 10:47
59. sowohl als auch

Wer jung und wirklich brilliant ist oder sich dafür hält, soll einfach das studieren, was Freude macht und interessiert.Ein begeistertes Ausnahmetalent wird auch mit dem Abschluss in Geisteswissenschaften jederzeit seinen Weg finden.
Wir Mittelmässigen brauchen leider einen Brotberuf.
Dieser kann aber durchaus mehr als Gelderwerb werden, nachdem man seine jugendliche Arroganz abgelegt hat.Interesse entwickelt sich.

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