Forum: Leben und Lernen
Streitthema Behinderte in Schulen: "Inklusion ist keine Utopie"
DPA

Behinderte und nichtbehinderte Kinder in einer Klasse sind ein schwerer Fehler, sagen Kritiker. Diese Haltung ist gefährlich und schlicht falsch. Das gemeinsame Lernen gelingt, wenn es nur konsequent umgesetzt wird.

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CompressorBoy 17.07.2014, 12:20
60. Richtig umgesetzt,

.....ist der gemeinsame Unterricht ein Gewinn für alle.
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Jetzt kommt dieser blöde Sermon wieder aufs Tapet:
"Es werden alle profitieren"
Wer's glaubt wird selig...

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Timothy_A 17.07.2014, 12:22
61. Gründliche Schulbildung

...vor allem in den MINT-Fächern, gemeinsam mit Behinderten durchführen zu wollen grenzt selbst schon an Debilität. Kinder, die schon den einfachsten Unterrichtsabläufen nicht folgen können und trotzdem "inkludiert" werden müssen, werden nur zur Folge haben, daß der Rest der Klasse darunter leidet. Was erst recht zu einer Stigmatisierung und der verteufelten "Ausgrenzung" innerhalb der Klasse führt. Solche Effekte treten schon bei Kindern auf, die sich - wie der Autor an einer Gesamtschule als Schüler selbst erleben durfte - die "lediglich" soziopathische Anwandlungen haben (Bullies).
Aber das soll natürlich alles aus ideologischen Gründen geschehen. Wir sind alle anders und alle besonders. Und tanzen unseren Namen. Klimaneutral, bitte.

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Horstino 17.07.2014, 12:24
62.

Inklusion wäre schon möglich. Aber dann müsste man min. 2 Lehrer in Klassen mit 20 Schülern haben wie das in Finland angeblich gemacht wird. Normal sind aktuell eher 30 Schüler auf einen Lehrer. Man bräuchte grob überschlagen also 2-3x so viele Lehrer. Und man müsste "nur" die Pädagogenausbildung umkrempeln. Lehramtsstudenten anders aus- und Altlehrer fortbilden.
Schließlich bleibt noch die Frage des Schulsystems. Wo sollen die integrativen Klassen angesiedelt werden? Ist in Nordeuropa nicht auch eine Gesamtschule üblich? Wo soll das hier geschehen? Am Gymnasium? An der Real- oder an der Hauptschule? Bekommt jeder Behinderte einen Einzelbetreuer oder macht es nicht mehr Sinn Schwerpunktklassen zu bilden in denen der Lehrer den Unterricht macht und eine Fachkraft 2,3 oder 4 Behinderten hilft?
Diese gewaltigen praktischen und finanziellen Probleme legen für mich doch eine Illusion nahe. Zum Schluss bleibt noch die Frage der Moral: warum hat ein Kind mit Behinderung, das je nachdem vielleicht nur minimale Fertigkeiten ausbilden kann Anspruch auf Einzelbetreuung während "normale" Kinder sich einen Lehrer teilen müssen und ihr Potential mangels Förderung eventuell auf der Strecke bleibt?

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moneysac123 17.07.2014, 12:24
63.

was soll das den behinderten bringen? nichts, ein niedriges fähigkeitsselbstkonzept, sprich ihr selbstbewusstsein geht den bach runter, weil sie immer die sind, die hinterherhinken (unter gleichen wäre das nicht so). was bringt es den nicht-behinderten? Auch nichts, außer dass der unterricht eher "behindert" und gebremst wird als ohne. letztendlich profitiert nur der staat der sich sonderschulen sparen kann. das alles auf dem rücken der behinderten, der gesunden und vor allem der lehrer.

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mitleser_psy 17.07.2014, 12:24
64. Quellen zu dem Thema?

Am 11. und 12. Juli diesen Monats gab es eine Konferenz zur Inklusion in Wuppertal. Dort waren unter anderen 3 amerikanische Inklusionspädagogen, die sich gewünscht hätten, das Deutschland einen anderen - besseren - Weg geht.
Inklusion in Norwegen ist eine ganz andere als hier! In Norwegen gehen nur körperlich behinderte in die selben Schulen, wie die normalen Kinder. Es gibt dort keine Kluft zwischen den kognitiven Fähigkeiten. Dadurch können alle gemeinsam, mit gleichem Tempo lernen.
Es stimmt, die Kinder die in die normale Schule wechseln werden besser, leider sinkt die Bildungszunahme der normalen Kinder (Egalisierung).

Die Leistungszunahme bei den geförderten Kindern liegt einfach daran, dass ihnen in der normalen Schule mehr beigebracht wird, als in den Förderschulen. Zusätzlich wird ihnen aber auch in Einzelsitzungen Stoff wiederholt vermittelt, der noch nicht sicher gefestigt ist. Im Grunde wird einfach mehr und gezielter geübt.
Wenn man nun weiter denkt, könnte man auf die Idee kommen, auch dieses mit normalen Schülern zu machen. Wird gemacht? Nein, denn eine Hauptschule bietet wie eine Förderschule eine gewisse Obergrenze an zu erreichender Leistung. Man könnte einen Hauptschüler nehmen und ihn ins Gymnasium gehen lassen und ggf. dort in Einzelsitzungen und gezielten Übungen den Leistungsabstand zu den anderen Schülern aufholen lassen. Am Ende dieser Überlegung müsste es also so aussehen, dass alle auf die gleiche Schule gehen - also eine Einheitsschule. Geht nicht? Geht doch, ziegen sehr viele Untersuchungen und vergleiche mit Nationen, die diese Einheitsschulen haben.

Allem voran in Bezug auf meinen Kommentar:
Helmke, A. (1988). Leistungssteigerung und Ausgleich von Leistungsunterschieden in Schulklassen: unvereinbare Ziele? Zeitschrift für Entwick-lungspsychologieund Pädagogische Psychologie, 20, 45-76.

Weitere wichtige Quellen (Gekürzt, da Kommentar zu lang):
Baumert, J., Schmitz, B., Sang, F. & Roeder, P. M. (1987). Zur Kompatibilität von Leistungsförderung und Divergenzminderungin Schulklassen. Zeitschrift für Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psycholo-gie, 19, 249-265.
Calhoun, G. & Elliot, R. (1977). Self-concept and academic achievement of educable retarded and emotionally disturbed. ExceptionalChildren, 44, 379-380.
Eder, F. (2006). Schul-und Klassenklima. In D. H. Rost(Hrsg.), Handwörter-buch Pädagogische Psychologie(S. 622-631). Weinheim: Beltz Psy-chologieVerlags Union.
Ludwig, P. (2006). Erwartungseffekt. In D. H. Rost(Hrsg.),Handwörterbuch Pädagogische Psychologie(S. 132-138). Weinheim: Beltz Psychologie Verlags Union.
Mehan, H., Villanueva, I., Hubbard, L. & Lintz, A. (1996). Constructing schoolsuccess: The consequences of untracking low achieving students. New York: Cambridge University Press.
Satow, L. & Schwarzer, R. (2000). Selbstwirksamkeitserwartung, Besorgtheit und Schulleistung: Eine Längsschnittuntersuchung in der Sekundar-stufe I. Empirische Pädagogik, 14, 131-150.

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misterknowitall 17.07.2014, 12:26
65. Keine Angst!

Zitat von nobronski
Wo bitte sind die empirischen Studien von Schülern, die mit diesen "gehandicapten" Schülern zusammen unterrichtet werden im Vergleich zu Schülern, die in "normalen" Klassenverbänden unterrichtet werden? DAS wäre doch mal sehr interessant. Ich kann......
Keine Angst, für die guten Noten der nichtbehinderten Kinder sorgen die Helikoptereltern. Die werden schon dafür sorgen, das der Sohnemann nur Einser nach Hause trägt. Denn Leistung ist ja alles was zählt. Wer brauch schon soziale Kompetenz, Einfühlungvermögen, Rücksicht usw. alles theoretischer Unsinn.

Mal zur Überlegung: Hatten Sie keine, ich nenn sie mal Klassenkasper in der Klasse, die ab und zu den Unterricht gestört haben? Verdammt und trotzdem haben Sie einen Abschluss und leben, denke ich, ganz zufrieden? Fleissige und intelligente Kinder lassen sich von solchen Änderungen nicht aus dem Konzept bringen und werden nach wie vor einen guten Abschluss schaffen.

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PantheraOnca 17.07.2014, 12:32
66. @neanderspezi

Guter Kommentar, ich bin ganz bei Ihnen. Ich befürche allerdings, dass 90% der Mitforisten schon mit der Formulierung überfordert sind :(

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george.dashwood 17.07.2014, 12:37
67. Elfenbeinturm

Der Artikel zeigt deutlich, daß dessen Autoren mit der Praxis des Schulunterrichtes nicht das Geringste zu tun haben. Pädagogische Theorien gemischt mit Ideologie und nicht praktische Erfahrung im Schulunterricht sind die Grundlagen dieses Artikels der gnadenlos verallgemeinert und keinerlei Ansatz zur praktischen Umsetzung bietet. Lediglich moralisiert wird in der üblichen Weise. Ich will nicht ausschließen, daß es Behinderte gibt, die erfolgreich die Regelschule besuchen können, aber genauso solche die auf eine Förderschule angewiesen sind. Das alles findet keine Berüchsichtigung. Mit Gleichmacherei aus der sozialistischen Mottenkiste wird das deutsche Schulsystem zerstört.

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kamy 17.07.2014, 12:37
68. ein genauerer Blick in diese erwähnten Studien wäre gut

wo sind denn diese Studien, die die positiven Folgen einer Inklusion bestätigen? Wurde ausreichend zwischen den verschiedenen Formen der Behinderung unterschieden?
Natürlich lassen sich rein körperlich Behinderte gut integrieren. Da liegt das Problem oft nur am fehlenden Fahrstuhl, auch lernschwache Kinder kann man inkludieren. Ich bezweifle aber, dass ein schwerst körperlich und geistig behindertes Kind davon profitiert, wenn man es in einem Klassenraum abstellt anstatt z.B. eine behindertenpädagogische Übung zu machen, die im irgendwann einmal ermöglicht selbständig essen zu können.
Die Studien würden mich wirklich mal interessieren. Auch die konkreten Erfahrungen, die in anderen Ländern gemacht wurden, wären interessant. Befindet sich dort wirklich JEDES behinderte Kind in einem Klassenzimmer mit normalbegabten Kindern - oder hat man auch dort andere Lösungen gefunden, z.B. gleiche Schule, aber andere Abteilung?

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fidelax 17.07.2014, 12:38
69. Oh Gott,

wenn die Frau Löhrmann Präsidentin der KMK ist, geht es mit Sicherheit schief!

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