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Stress im Studium: Ausgebrannte Chemiker, faule Philosophen
Franz Prösl

Das Studium ist ungerecht. Es überfordert Natur- und unterfordert Geisteswissenschaftler. muss es wissen - sie studiert sowohl Philosophie als auch Biochemie. Ihr Fazit: Im einen Fach sieben Unis gnadenlos aus, im anderen kommt jeder durch.

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spon-facebook-694210307 25.03.2014, 15:09
1. optional

an "meiner" uni das gleiche..im selben fach. vermittlungswissenschaften deutsch ist die luftnummer überhaupt..geographie ist dagegen locker das doppelte an aufwand. am ende kämpfen beide um den gleichen job..und bekommen wird ihn wohl der 1,0 deutsch student, der als modulprüfung ein referat und 3 seiten (!) hausarbeit abgeben muss. dagegen steht der geographie student mit 2 hausarbeiten von 12-15 seiten länge (mit wissenschaftlichen quellen, nicht wie in deutsch...) und 2 referaten von 30 minuten. das ist einfach nicht fair! gerade wo es NUR um noten geht...

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lordofaiur 25.03.2014, 15:10
2.

Zitat von sysop
Das Studium ist ungerecht. Es überfordert Natur- und unterfordert Geisteswissenschaftler. Marisa Kurz muss es wissen - sie studiert sowohl Philosophie als auch Biochemie. Ihr Fazit: Im einen Fach sieben Unis gnadenlos aus, im anderen kommt jeder durch.
es macht mir Angst wenn ich sehe, dass gut 2/3 des Bundestages Absolventen von Geisteswissenschaften sind. Die Führung besteht folglich aus Faulpelzen und Dummköpfen. Na Prost, Mahlzeit.

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Destiniy 25.03.2014, 15:12
3. klar

wem das noch nicht von vorn herien klar ist!

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diskretes Kontinuum 25.03.2014, 15:13
4.

Jeder seriöse Philosophie-Professor geht davon aus, dass Philosophie im Gegensatz zur Chemie nicht allein durch Frontalunterricht vermittelt werden kann, und dass daher jeder Student sich aus eigenem Antrieb und hauptsächlich im Eigenstudium sein Wissen aneignen muss. Des Weiteren gibt es in der Philosophie keine vergleichbar evidenten Qualitätsanforderungen so wie in den Naturwissenschaften. Viele große Philosophen hinterließen keine systematisch entwickelten Werke, sondern nur Aphorismensammlungen, und so mancher zog es vor, seine Weisheit nur mündlich im Dialog weiterzugeben, oder gar zu schweigen (Mystiker). Dass die Dame sich dieser Differenz nicht bewusst ist und Äpfel mit Birnen vergleicht, lässt eher darauf schließen, dass sie ohne es selbst zu merken vom Philosophie-Studium überfordert, noch nicht reif dafür ist – also selbst eine der Studierenden ist, die durchgewunken werden.

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multi_io 25.03.2014, 15:14
5.

Zitat von sysop
Das Studium ist ungerecht. Es überfordert Natur- und unterfordert Geisteswissenschaftler. Marisa Kurz muss es wissen - sie studiert sowohl Philosophie als auch Biochemie. Ihr Fazit: Im einen Fach sieben Unis gnadenlos aus, im anderen kommt jeder durch.
Philosophie als "Wissenschaft" zu bezeichnen ist schon grenzwertig. Da schreibt man in der Klausur halt irgendwas, und wenn dem Prof das gefällt, kriegt man eine 1, sonst nicht. Wenn Philosophie überhaupt sinnvolles beizutragen hat, dann am ehesten dort, wo sie sich als Naturwissenschaft geriert und überprüfbare Aussagen macht -- aber dann hätte man auch gleich beim Original bleiben können.

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sarang he 25.03.2014, 15:15
6. Früher

musste man als Naturwissenschaftler eine Reihe von Philosophievorlesungen besuchen - gilt das heute nicht mehr?

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blubb12 25.03.2014, 15:18
7. wow!

Einfach toll dieser Artikel! Er spricht mir als Biologie Student einfach nur aus der Seele! Großes Lob an die Verfasserin, einer der besten Beiträge die ich auf spon bis jetzt lesen durfte!

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OlafKoeln 25.03.2014, 15:20
8. optional

Gut beobachtet. Jura und Lehramt sind ja ähnliche Beispiele. Ein Abschluß mit 3 in Jura ist schon gut, ein Lehramtsabschluß mit 1,4 ist schon eine Katastrophe ...

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anneabelein 25.03.2014, 15:21
9.

Zitat von sysop
Das Studium ist ungerecht. Es überfordert Natur- und unterfordert Geisteswissenschaftler. Marisa Kurz muss es wissen - sie studiert sowohl Philosophie als auch Biochemie. Ihr Fazit: Im einen Fach sieben Unis gnadenlos aus, im anderen kommt jeder durch.
Durchgeschoben? Na ja - da will man wohl eher der hohen Abbrecherquote in der Philosophie etwas entgegensetzen. In meinem Studiengang wurde diskutiert, bis allen die Köpfe geraucht haben. Die Idee, nur die guten Klausuren anzurechnen, ist sicherlich dämlich. Das ist aber nicht "faulen" Philosophen anzulasten.

Außerdem finde die beiden Studienfächer ziemlich schlecht vergleichbar, da Chemie zum Teil auch aus praktischen Leistungen im Labor besteht und zudem auch mehr auswendig gelernt wird als in der Philosophie. 60 Stunden mit voller Konzentration über Adorno zu diskutieren und nachzusinnen wird schwierig, vorausgesetzt, man will nicht wahnsinnig werden. Ein Experiment auf- und abbauen und beobachten kann man eventuell länger.
In der Chemie scheint mir vor allem das Problem zu sein, dass das Diplom abgeschafft wurde, was nicht funktioniert. Schon das Diplom hat ja als Qualifizierung kaum ausgereicht, da wollten dann viele Unternehmen noch einen Doktor sehen. Vielleicht sollte man den Stundenplan entspecken oder mehr spezialisierte Studiengänge schaffen.

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